Nur 'Papa, Papa, Papa'... :-(

Hallo,

unsere Tochter ist knapp 2 Jahre, sie hat schon immer die Nähe ihres Vaters gesucht, der sich auch gern u. viel um sie kümmert und außerdem eine Engelsgeduld besitzt.

Seit ca. 1/2 Jahr, mal mehr, mal weniger, ist sie allerdings so auf ihn fixiert, daß ich, wenn wir zu dritt als Familie zusammen sind, das (natürlich subjektive) Gefühl habe, daß sie mich nicht mehr mag und nur er für sie zählt. Z.Z. ist sie wohl in der altersüblichen Trotzphase und daher sowieso ziemlich extrem in ihren Reaktionen, aber was unser „Problem“ angeht, ist es inzwischen so, daß sie ihm nicht mehr von der Seite weicht, sobald er den Raum verläßt, fängt sie hysterisch an zu brüllen, sie läßt sich dann nicht von mir anfassen und tritt u. schlägt nach mir wie einer Fremden. Ich bin schlichtweg verzweifelt, irgendwelche Tips wären genial, oder kennt jemand zumindest das Problem auch in dieser Konstellation(Papa toll, Mama doof).

LG, Elke

P.S. Übrigens, wenn ich mit ihr alleine bin, verstehen wir uns sehr gut.

Hallo Elke,

wohl in der altersüblichen Trotzphase und daher sowieso
ziemlich extrem in ihren Reaktionen, aber was unser „Problem“
angeht, ist es inzwischen so, daß sie ihm nicht mehr von der
Seite weicht, sobald er den Raum verläßt, fängt sie hysterisch
an zu brüllen, sie läßt sich dann nicht von mir anfassen und
tritt u. schlägt nach mir wie einer Fremden. Ich bin
schlichtweg verzweifelt, irgendwelche Tips wären genial, oder
kennt jemand zumindest das Problem auch in dieser
Konstellation(Papa toll, Mama doof).

P.S. Übrigens, wenn ich mit ihr alleine bin, verstehen wir uns
sehr gut.

Eigentlich tritt und schlägt sie nicht DICH, sondern etwas was der Papa mag, sein Spielzeug, damit er zurückkommt. Das könnte auch ein Hund, die katze oder irgendein Gegenstand sein, welcher Papa „wichtig“ ist.
Wenn du mit ihr alleine bist, kann das nicht funktionieren, also lässt sie es. Nimm dieses verhalten also nicht perönlich.

Eine andere frage ist, wie Papa auf dieses Verhalten reagiert. Wenn die Taktik funktioniert, also der Papa wieder zurückkommt, wird es nur immer schlimmer werden.

Dass der Papa „wichtiger“ ist als du, ist eigentlich normal, du scheinst ja immer da zu sein und der Papa ist wohl nur zeitweise „verfügbar“ und deshalb halt „etwas besonderes“.

Wenn es jeden Tag nur Torte gibt, wird eine einfache Katoffel auch zum Leckerbissen.

MfG Peter(TOO)

Dreierknuddeln
Hallo, Elke,
kann ich mir vorstellen, dass Dich diese Eifersuchtszenen der Kleinen nerven. Ich denke aber, das wird zumindest in dieser Heftigkeit mit der Zeit abklingen.
Im Moment mag sie halt den Papa mit niemandem teilen, auch nicht mit Dir. Wichtig wäre, dass Du mit Deinem Mann darüber sprichst und ihm auch klarmachst, wie sehr Dich das Verhalten der Kleinen kränkt. Das soll nicht heißen, dass er sich weniger mit der Kleinen abgibt, aber dass er Dich mehr in das Spiel mit einbezieht, dass er deutlich macht, dass er Euch beide lieb hat.

Als „Gegenmassnahme“ würde ich einen/mehrere gemütliche Knuddelnachmittage zu dritt vorschlagen, damit Deine Kleine merkt, dass sie von Euch beiden geliebt wird. Auch die Betonung des Begriffes „wir drei“ dürfte auch einer Dreijährigen einleuchten.

Wenn Du mit ihr allein bist, solltest Du ruhig auch davon sprechen, wie sehr Du auf den Papa wartest und Dich freust, wenn er heimkommt. Kinder bekommen in diesem Alter vielleicht nicht jedes Wort mit, aber sie haben eine sehr feine Antenne dafür, wie die Stimmungen in der Familie sind.
Gruß
Eckard

Hallo Elke.
Dieses Verhalten ist mehr oder weniger normal.
Die Mädchen „fixieren“ sich auf den Papa und die Jungs „fixieren“ sich auf die Mama.
Mit steigendem Alter vergeht das wieder mehr oder weniger.
Ich hoffe ich konnte dir Helfen.
Gruss Norbert

Hallo,

meine Schwester hatte dasselbe Problem mit ihrer Kleinen. Sie ist dann für 10 Tage allein mit ihr weggefahren und hat sich intensiv mit ihr beschäftigt. Nach zwei Tagen ohne Papa ging´s schon besser und als sie wiederkamen war´s fast wieder normal. Der Papa hat sich dann auch mehr zurückgezogen für eine Weile und das bekam de Kleinen auch ganz gut. Jetzt ist sie drei einhalb und hat letztens zur Mama gesagt, dass sie sie gaaanz doll lieb hat… Manchmal ist so ein radikaler Schritt ganz gut um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Ich denke, dass mal ein WE zwischendurch ohne Papa vielleicht neue Perspektiven schafft…

LG Euredice

Hallo,

als erstes würde ich dem Kind abgewöhnen zu treten und zu schlagen.
Das kann nicht sein. Noch habt Ihr die Chance. Ich nehme mal an die Kleine sieht den Papa nur abends oder am WE, dich den ganzen Tag?
Das Verhalten, den Papa nicht mehr loslassen zu wollen, ist dann völlig normal. Das ist aber noch lange kein Grund, dass dein Kind den Respekt vor dir verliert. Im Gegenteil, wenn du (und er auch!) dem Kind klarmacht, dass „völliges Durchdrehen“ von keinem von Euch beiden akzeptiert wird und Konsequenzen hat, dann bekommt Ihr das auch wieder in den Griff.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Elke,

es hängt wohl schon recht stark mit der sog. Trotzphase zusammen. Einerseits wollen sie schon groß und selbständig sein, andererseits kann sie eine kurze Trennung von einem wichtigen Menschen völlig aus der Bahn werfen. Das zeitliche Vorstellungsvermögen ist erst im Aufbau. Vielleicht kannst du ihr helfen, indem du ihr vermittelst was „Ich komme gleich wieder“ bedeutet (kurz in die Küche/ins Bad gehen und gleich darauf wieder erscheinen), das könnte dein Mann dann nämlich ihr auch sagen.
Meine große Tochter (2 1/4 J.) reagierte auch super sensibel auf jedes Verlassen des Raumes, mittlerweile versteht sie es aber und spielt es auch nach.
Nächste Idee: Wie verlaufen eure Vormittage? Machst du den Haushalt, die Tochter läuft so halbwegs nebenher (kein Vorwurf, das ist doch meist so)? Wenn der Papa dann heimkommt, dann hat er Zeit für sie und spielt mit ihr, richtig? Das könntest du teilweise ändern, indem du mit ihr Mutter-Tochter-Aktivitäten machst, Sachen die sie toll findet und die eben mit Papa nicht laufen.
Nachmittags könntet ihr versuchen, auch zu dritt Sachen zu spielen.
Eine weiter mögliche Erklärung für ihr Verhalten könnte übrigens sein, dass der Papa ja immer so lange weg bleibt wenn er geht (sprich: er geht morgens zu Arbeit und bleibt logischerweise bis spät nachmittags dort). Das will sie nicht schon wieder erleben. Daher: „komm gleich wieder“.
Wenn sie hysterisch wird, dann lass sie einfach. In diesem Moment ist sie ohnehin nicht ansprechbar, auch wenn du sie trösten willst (merkst du ja an den extremen Reaktionen). Je weniger Beachtung das Verhalten findet, desto leichter wird sie es lassen. Wichtig ist, dass der Papa in dieser Situation eben nicht wieder hereinkommt, sondern erst nachdem sie sich halbwegs abgeregt hat. Wenn der hysterische Anfall abgeklungen ist (also kein kreischen und toben mehr), dann kannst du sie sicher auch trösten, ihr gut zusprechen und erklären, dass der Papa doch nur mal ins Bad muss und eben gleich wieder da ist.
Noch was: Sie wird wahrscheinlich nicht brüllen wenn du den Raum verlässt, richtig? Nimm es als Kompliment, sie weiß nämlich, dass du immer für sie da bist, dass du verlässlich bist und sie nicht alleine lässt.
2 Jahre alt zu sein ist für die Kleinen auch selbst nicht leicht. Ich merk das an meiner Großen, manchmal wollen sie eigentlich in den Arm genommen werden und doch zwingt sie so ein kleines Teufelchen sich zu verhalten wie eine Kratzbürste.:wink:

Viele Grüße, Heike

ein herzliches ‚Danke‘ …
… an Euch alle, die Ihr mir und ja auch größtenteils sehr ausführlich (bin mir des zeitlichen Aufwandes bewußt, daher merci!) auf mein Problem hin geantwortet habt.

Zur Zeit geht es wieder etwas besser, es kommen halt in solchen Momenten sehr viele Dinge zusammen wie ihre Trotzphase, mein Unverständnis bzw. Eifersucht auf ihre Reaktion und mein Mann, der zwischen sämtlichen Stühlen sitzt…

Nochmals Danke u. viele Grüße,

Elke