Hallo,
ich hätte da mal eine Frage:
In welcher Entscheidungssituation greift man auf Einzelkosten, Gemeinkosten und in welcher auf fixe und variable Kosten zurück?
Grüße
Thorsten
Hallo,
ich hätte da mal eine Frage:
In welcher Entscheidungssituation greift man auf Einzelkosten, Gemeinkosten und in welcher auf fixe und variable Kosten zurück?
Grüße
Thorsten
Hallo,
ich hätte da mal eine Frage:
In welcher Entscheidungssituation greift man auf Einzelkosten,
Gemeinkosten und in welcher auf fixe und variable Kosten
zurück?
Also das läuft unter den Begriffen „Vollkostenrechnungen“ und „Teilkostenrechnungen“. Vollkostenrechnungen (VKR) beinhalten dem Namen nach alle Kosten und sind insbesondere für Kontrollrechnungen (Soll-Ist-Vergleich) von Bedeutung.
Für langfristige strategische Entscheidungen, also Einführung neuer Produkte oder aber große Erweiterungen der Produkvielfalt kommen in aller Regel Planungsrechnungen auf Vollkostenbasis zum Einsatz. Macht ja auch Sinn, man will und muss es ganz genau wissen.
Teilkostenrechnungen können hingegen bei kurzfristigen Entscheidungen, die auch nur kurzfristiger Natur sind, herangezogen werden. Beispiel: Es kommt eine Anfrage, ob ein bestimmter Auftrag (noch) übernommen werden kann. Dazu muss man dann wissen, welche Kosten sich kurzfristig für diesen Auftrag „mehr“ ergeben. Das kann man über eine Teilkostenrechnung erfassen.
Stichwort: Deckungsbeitrag. Hat man die Kosten für einen Auftrag ermittelt bzw. für ein herzustellendes Produkt (Kostenträger), so kann man sich überlegen, welche Kosten man durch diesen Auftrag kurzfristig gesehen unbedingt verdienen muss und welche sich über einen gewissen Zeitraum „strecken“ lassen.
Zieht man von den Erlösen/Stück die variablen Kosten/Stück ab, erhält man den Deckungsbeitrag. Das ist der Betrag, der dann zur Deckung der fixen Kosten verwendet werden kann. Hier besteht eine enge Beziehung zur Teilkostenrechnung. Langfristig sollten aber immer auch die Fixkosten in voller Höhe verdient werden. Diese „Untergrenzen“ sollten nur für eine kurze Zeit angegangen werden - wenn das denn erforderlich ist. Bsp.: Kurzfristig aufgetretener verstärker Wettbewerb.
Viele Grüße
TraderS
Hmmm, den DB berechnet man mit variablen Kosten. Klingt logisch. Habe ich eine langfr. Entscheidung, nehme ich die fixen Kosten mit rein, da sie auf lange Sicht abbaubar sind und somit auch variabel (aber natürlich nur auf lange Sicht). Aber wann verwende ich Einzel- und Gemeinkosten? soweit ich das sehe, brauche ich die nur in der Kostenrechnung um auszurechnen, wie teuer mich ein Kostenträger kommt. Die Einzelkosten kann ich dann direkt auf den Kostenträger zurechnen, wenn ich jetzt eine Vollkostenrechnung nehme, werden die Gemeinkosten dem Kostenträger per Zuschlagssatz zugerechnet. Das gibt mir als einen Überblick, welcher Kostenträger evtl. eleminiert werden soll.
Zusammenfassung: Die fixen/variablen Kosten brauche ich für die Entscheidung, ob ich ein Produkt produzieren will (Auftragsannahme) und die Einzel/Gemeinkosten zur Kontrolle, wie mein Produkt gerade so läuft?
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Servus,
diese Unterscheidung ist systematisch mehr oder weniger willkürlich.
Die Frage ist nicht so sehr „mehr oder weniger genau“, sondern „auf welche Frist variabel?“. Fixkosten in diesem Sinn gibts nicht, alle sind auf irgendeine Frist variabel.
Wenn man - was anderes ist, meine ich, in keiner Kalkulation sinnvoll - mit Grenzkosten arbeiten will, hängt es gänzlich vom Einzelfall ab, welche in die Rechnung einbezogen werden und welche nicht: Darin liegt auch die Finesse der Geschichte.
Auch Fixkosten sind variabel, auch Gemeinkosten sind variabel, bloß halt nicht so schnell: Panta rhei. Auf einen Zeitraum von irgendwieviel Jahren gerechnet kann man die ganze BASF nach z.B. Bhopal verlegen, und es wäre in diesem Fall merkwürdig, ausgerechnet die Poststelle und die Personalabteilung in Ludwigshafen zu lassen.
Schöne Grüße
MM
Hmmm, den DB berechnet man mit variablen Kosten. Klingt
logisch. Habe ich eine langfr. Entscheidung, nehme ich die
fixen Kosten mit rein, da sie auf lange Sicht abbaubar sind
und somit auch variabel (aber natürlich nur auf lange Sicht).
Na ja, nicht „abbaubar sind“ sondern „um am Markt zu überleben abgebaut werden, verdient werden müssen“.
Aber wann verwende ich Einzel- und Gemeinkosten? soweit ich
das sehe, brauche ich die nur in der Kostenrechnung um
auszurechnen, wie teuer mich ein Kostenträger kommt. Die
Einzelkosten kann ich dann direkt auf den Kostenträger
zurechnen, wenn ich jetzt eine Vollkostenrechnung nehme,
werden die Gemeinkosten dem Kostenträger per Zuschlagssatz
zugerechnet. Das gibt mir als einen Überblick, welcher
Kostenträger evtl. eleminiert werden soll.
Ja stimmt. In einem Vollkostensystem würde man sowohl die EK als auch die GMK einbeziehen. Man will seine gesamten Kosten für den jeweiligen Kostenträger feststellen und mehr noch, nachher auch in den Absatzpreisen enthalten haben.
Man kann aber in gewissen Situationen auf die Einbeziehung Teile der GMK verzichten. Nehmen wir folgenden Fall:
Du hast 100 Euro Materialkosten. Das Material musst Du beim Lieferanten kaufen und sofort bezahlen. Dann hast Du noch Fertigungslöhne (reine Akkordlöhne ohne feste Zahlung). Das sind nochmal 150 Euro. Diese beiden Positionen stellen Einzelkosten dar und sind demnach direkt zurechenbar. Bei den GMK ist ja so, wenn man einmal die Differenzierung nach echten und unechten GMK vernachlässigt, dass diese Kosten von mehreren Kostenträgern in unterschiedlicher Weise in Anspruch genommen werden.
Für den konkreten Auftrag müssen aber die 250 Euro sofort bezahlt werden und sie können auch nur diesem einigen Auftrag zugerechnet werden. Bei den GMK kann -aufgrund der Inanspruchnahme durch mehrere Kostenträger- eine gewisse kurzfristige Entspannung erreicht werden. Bsp.: GMK für die Kostenträger A, B und C werden nur B und C zugerechnet, A hingegen nicht. So etwas kann man sich kurzfristig schon mal leisten.
Zusammenfassung: Die fixen/variablen Kosten brauche ich für
die Entscheidung, ob ich ein Produkt produzieren will
(Auftragsannahme) und die Einzel/Gemeinkosten zur Kontrolle,
wie mein Produkt gerade so läuft?
Ja, also im Grunde schon. Es ist so: Einzel- und Gemeinkosten sind wichtige Größen in der Kostenrechnung. Es geht einfach darum, die Quellen der Kostenentstehung bei der Fertigung eines bestimmten Produktes so genau wie möglich festzustellen. Allerdings gestaltet sich die Zurechnung von Kostenarten auf Kostenträger oftmals schwierig. Nur die wenigsten Kosten lassen sich direkt dem Kostenträger zuordnen. Daher geht man für all die Kostenarten die sich nicht direkt zurechnen lassen über die Zwischenschaltung von Kostenstellen. Dort werden erst einmal die GMK für einen bestimmten Bereich/Prozess (z.B. Abteilung) erfasst und dann schaut man, in welchem Umfang der jeweilige Kostenträger die Kostenstelle in Anspruch genommen hat.
Damit werden also zwei Ziele verfolgt:
Man will alle relevanten Kosten im Produktpreis enthalten haben und zwar den „tatsächlichen“ Verhältnissen entsprechend
Man will eine möglichst hohe Kostenkontrolle haben.
Allgemein kann man also folgendes sagen:
Die Einteilung in fixe und variable Kosten wird schon auf einer höheren, umfassenderen Ebene vorgenommen. EK und GMK hingegen werden recht nah am Ursprung der Kosten unterschieden. Wobei man aber sagen kann, dass EK variablen Charakter und GMK einen Fixkostencharakter haben.
Trifft man Entscheidungen auf Unternehmenseben, dann schaut man sich die aggregierten Kosten an. Also welche variablen und fixen Kosten entstehen in einem Bereich. Geht es um die genaue Kalkulation eines Auftrags, so wird man sich die Mühe machen und eine genaue Einteilung gemäß EK und GMK vornehmen.
Die Frage ist nicht so sehr „mehr oder weniger genau“, sondern
„auf welche Frist variabel?“. Fixkosten in diesem Sinn gibts
nicht, alle sind auf irgendeine Frist variabel.
Stimmt schon, aber da jeder Kostenrechnung ein exakter Zeithorizont zugrunde liegt, ist die Einteilung in fix und variabel unmissverständlich und wichtig. Von daher hat eine solche Unterteilung für Entscheidungen jeglicher Art eine enorme Relevanz.
Wenn man - was anderes ist, meine ich, in keiner Kalkulation
sinnvoll - mit Grenzkosten arbeiten will, hängt es gänzlich
vom Einzelfall ab, welche in die Rechnung einbezogen werden
und welche nicht: Darin liegt auch die Finesse der Geschichte.
Du meinst jetzt, wie sich die Kosten entwickeln, wenn eine weitere Einheit produziert wird !? Nichts anders bedeutet der Begriff Grenzkosten.
Na ja, ich meine für eine Kalkulation sollte es schon ein bisschen mehr sein. Die Aufteilung nach EK und GMK ist sachlogisch korrekt und zweckdienlich. Letztlich ist auch die Tatsache, dass mit der Grenzkostenbetrachtung eine Marginalbetrachtung angestellt wird und diese gerade nicht auf die Ursrünge und den Verlauf von Kosten(entwicklungen) in einem Produktionsprozess eingeht, die Gefahr verbunden, dass man den Überlick verliert und noch mehr, schadhafte Tendenzen im Prozess übersieht. Denn bei einer Grenzkostenbetrachtung bleiben die Fixkosten außen vor und gerade hier ist ja ein erhebliches Gefahrenpotenzial zu sehen, Stichwort: sprungfixe Kosten.
Auch Fixkosten sind variabel, auch Gemeinkosten sind variabel,
bloß halt nicht so schnell: Panta rhei. Auf einen Zeitraum von
irgendwieviel Jahren gerechnet kann man die ganze BASF nach
z.B. Bhopal verlegen, und es wäre in diesem Fall merkwürdig,
ausgerechnet die Poststelle und die Personalabteilung in
Ludwigshafen zu lassen.
???
Na ja Tatsache ist ja, dass sich in den letzten Jahrzehnten für die nicht kodifizierte Kosten- und Leistungsrechung in erster Linie durch die betriebswirtschaftliche Forschung ein System entwickelt hat, dass eine Anleitung für den richtigen Umgang mit Kosten gibt. In diesem System sind gewisse „Spielregeln“ aufgestellt werden, die u.a. eine Einteilung bzw. Aufteilung in die o.g. Positionen vorsehen und auch absolut Sinn machen.
Hallo,
Na ja Tatsache ist ja, dass sich in den letzten Jahrzehnten
für die nicht kodifizierte Kosten- und Leistungsrechung in
erster Linie durch die betriebswirtschaftliche Forschung ein
System entwickelt hat, dass eine Anleitung für den richtigen
Umgang mit Kosten gibt. In diesem System sind gewisse
„Spielregeln“ aufgestellt werden, die u.a. eine Einteilung
bzw. Aufteilung in die o.g. Positionen vorsehen und auch
absolut Sinn machen.
ich halte diese Spielregeln bzw. deren kritiklose Anwendung für einen gewaltigen Fehler, der zu erheblichen Fehlkalkulationen und -allokationen führen kann. Das Umlegen von Kosten bedeutet praktisch ein Umlügen von Kosten. Aufgrund von Vergangenheitsdaten ermittelte Gemeinkostenzuschläge können bei schwankender Auslastung nur dazu führen, daß man nicht mit den „richtigen“ Kosten rechnet sondern mit Phantasiezahlen.
Aus der Erinnerung kommen mir als Alternativen Prozeßkostenrechnung und die Riebel´sche relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung in den Sinn.
Gruß,
Christian
Servus,
Du meinst jetzt, wie sich die Kosten entwickeln, wenn eine
weitere Einheit produziert wird?
oder, je nach Situation, auch 10. Oder 300.000. Oder ein komplettes Automodell. Oder der ganze Unternehmenszweig Aspirin:
Es gibt in jedem einzelnen Fall eine zu berücksichtigende Kostenfunktion, die in Abhängigkeit von der Frage variiert, und einen nicht relevanten Teil der Gesamtkosten, der nicht variiert.
Was es nicht gibt, sind Fixkosten und Gemeinkosten, die unter keinen Umständen variabel anfallen. Das Konzept von Gemeinkosten, die irgendwie „von selber da“ sind, und in unterschiedlichem Umfang von einzelnen Produktionsverfahren in Anspruch genommen werden, negiert die Tatsache, daß diese nur transparent werden können, wenn man auch sie in geeigneter Perspektive auf das jeweilige Produktionsverfahren bezieht. Die Beziehung ist in der Regel nicht linear.
Wenn man von der Perspektive Gemein- vs. Spezialkosten zu der allgemeineren Fixe/variable Kosten geht, kommt man zu dem
Stichwort: sprungfixe Kosten.
welches zeigt, daß die Idee von „fixen Kosten“ eine modellhafte Annahme ist, die nur dazu geeignet ist, sich den unterschiedlichen Grad der Variabilität von Kosten in Abhängigkeit von der Fragestellung vor Augen zu führen. In dem Moment, wo dieses geschehen ist, hat diese Idee ihren Zweck erfüllt und wird belanglos.
Und auf diese
???
stößt man immer dann, wenn man an die Fixheit irgendwelcher Kosten glaubt. Um dies deutlich zu machen, hab ich die klassischen Overheads Post- und Personalstelle angeführt, die - wenn die gesamte Produktion rundherum wegfällt (respektive neu hochgezogen wird) - höchst variabel sind.
Na ja Tatsache ist ja, dass sich in den letzten Jahrzehnten
für die nicht kodifizierte Kosten- und Leistungsrechung in
erster Linie durch die betriebswirtschaftliche Forschung ein
System entwickelt hat, dass eine Anleitung für den richtigen
Umgang mit Kosten gibt.
Stimmt. Es war in der Zeit ab ca. 1970, daß das ein wenig alt gewordene Hilfswerkzeug der Vollkostenrechnung durch das Konzept der marginalen Betrachtungsweise abgelöst wurde. Das bekannteste Opfer dieser Betrachtungsweise war das schönste Auto des XX. Jahrhunderts, der Citroen DS, dessen Produktion sofort eingestellt wurde, als bei Citroen erstmals Deckungsbeiträge berechnet wurden: Jeder einzelne DS wurde durch ein Dutzend 2CV subventioniert, bloß hatte es vorher keiner gemerkt, weil die Franzosen als eingefleischte Fäns der Kostenstellenrechnung sich dafür gar nicht interessiert hatten, sondern damit zufrieden waren, daß die verschiedenen Abteilungen „Entwicklung“, „Vertrieb“, „Motorenfertigung“ etc. alle irgendwie von den Erlösen leben konnten. Tja, was will man mit so einer Aussage anfangen, außer daß man hinterher bestätigt bekommt, was man vorher schon wusste?
Zurück zur Ausgangsfrage: Vielleicht kannst Du ja Fragen benennen, die durch (a) eine statische Vollkostenrechnung und (b) eine statische Zurechnung von als Datum angenommenen „Gemeinkosten“ beantwortet werden können?
Schöne Grüße
MM
Du meinst jetzt, wie sich die Kosten entwickeln, wenn eine
weitere Einheit produziert wird?oder, je nach Situation, auch 10. Oder 300.000. Oder ein
komplettes Automodell. Oder der ganze Unternehmenszweig
Aspirin:
Na ja, nicht ganz. Also wenn wir hier schon im BWL Forum schreiben, dann sollte man auch schon an der betriebswirtschaftlichen Terminologie und mehr noch an den betriebswirtschaftlichen und ökonomischen Inhalten fest halten. Die Grenzkosten ergeben sich demnach aus der ersten Ableitung der Kostenfunktion und sagen definitiv nur was passiert (mit den Kosten) wenn EINE Einheit mehr oder weniger produziert wird. Man muss das schon sauber trennen, wenn man diese „Sprache“ benutzt - ist dies nicht der Fall, kann man auch schnell aneinander vorbeireden und das Problem verkennen.
Es gibt in jedem einzelnen Fall eine zu berücksichtigende
Kostenfunktion, die in Abhängigkeit von der Frage variiert,
und einen nicht relevanten Teil der Gesamtkosten, der nicht
variiert.
Kannst Du das inhaltlich nochmal sauber herausstellen ? Du springst irgendwie von Kostenfunktion auf Gesamtkosten.
Was es nicht gibt, sind Fixkosten und Gemeinkosten, die unter
keinen Umständen variabel anfallen. Das Konzept von
Gemeinkosten, die irgendwie „von selber da“ sind, und in
unterschiedlichem Umfang von einzelnen Produktionsverfahren in
Anspruch genommen werden, negiert die Tatsache, daß diese nur
transparent werden können, wenn man auch sie in geeigneter
Perspektive auf das jeweilige Produktionsverfahren bezieht.
Die Beziehung ist in der Regel nicht linear.
Also Gemeinkosten kommen ja nicht von irgendwo her. Ich hatte ja deswegen auch schon den Weg der Kostenrechnung mit Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern genannt. Weil wenn man sich das Ganze mal in einem BAB verdeutlicht, sieht man sehr wohl, dass die Gemeinkosten eine feste eindeutige Herkunft haben und wir reden hier ja auch nur über primäre Gemeinkosten.
Was die Herstellung der Beziehung von Kostenträger zu Gemeinkosten angeht, so ist die Bildung von Zuschlagssätzen ein Weg, der sich in der von mir bereits erwähnten betriebswirtschaftlichen Forschung über Jahre entwickelt hat. Letztlich kommt es schon viel vorher auf die Annahmen und Verteilungsschlüssel der Gemeinkosten auf die Kostenstellen an. Hier kann man jedoch festhalten, dass der entsprechende Schlüssel zum einen aus der Erwägung des gewissenhaften Kaufmanns und zum anderen auch durch recht gute mathematische Verfahren gefunden werden kann. Allerdings muss man auch fairerweise sagen, dass er nur für die jeweilige Menge die in einer Periode produziert wurde, gilt. Zwar kann das in einer späteren Periode schon wieder ganz anders aussehen, jedoch kann man diesem Problem über eine Approximation über mehrere Perioden im Zeitablauf entgehen, bzw. den gemachten Fehler in seiner Wirkung abschwächen.
Wenn man von der Perspektive Gemein- vs. Spezialkosten zu der
allgemeineren Fixe/variable Kosten geht, kommt man zu demStichwort: sprungfixe Kosten.
welches zeigt, daß die Idee von „fixen Kosten“ eine
modellhafte Annahme ist, die nur dazu geeignet ist, sich den
unterschiedlichen Grad der Variabilität von Kosten in
Abhängigkeit von der Fragestellung vor Augen zu führen. In
dem Moment, wo dieses geschehen ist, hat diese Idee ihren
Zweck erfüllt und wird belanglos.
Also an dem Beispiel der sprungfixen Kosten wird m.E. sehr gut deutlich, dass es echte fixe Kosten sind. Die Betriebswirtschaft versteht unter der Bezeichnung sprungfixe Kosten z.B. folgende Situation:
Man hat eine Maschine mit einer Kapazität von 1000. Jetzt kommt ein größere Kunde und will eine Menge von 500 Einheiten zusätzlich. Das Unternehmen entscheidet darauf hin eine weitere Maschine anzuschaffen. Jetzt kann der Auftrag erfüllt werden. Dann verschwindet der Kunde aber wieder (Gründe offen) und die Maschine und die mit ihr auch bei Stillstand anfallenden Kosten (das sind dann wohl fixe Kosten) bleiben bestehen. Grund: Man kann aufgrund vertraglicher Leistungen die Maschine nicht in der Geschwindigkeit „rückabwickeln“, die sie angeschafft wurde.
Und auf diese
???
stößt man immer dann, wenn man an die Fixheit irgendwelcher
Kosten glaubt. Um dies deutlich zu machen, hab ich die
klassischen Overheads Post- und Personalstelle angeführt, die
- wenn die gesamte Produktion rundherum wegfällt (respektive
neu hochgezogen wird) - höchst variabel sind.
Na ja, die „???“ kamen wohl eher daher, dass ich das Beispiel für etwas „merkwürdig“ gehalten habe. Aber nichts für ungut 
Stimmt. Es war in der Zeit ab ca. 1970, daß das ein wenig alt
gewordene Hilfswerkzeug der Vollkostenrechnung durch das
Konzept der marginalen Betrachtungsweise abgelöst wurde.
Na ja, ich dachte eher an Haberstock und Kloock.
Zurück zur Ausgangsfrage: Vielleicht kannst Du ja Fragen
benennen, die durch (a) eine statische Vollkostenrechnung und
(b) eine statische Zurechnung von als Datum angenommenen
„Gemeinkosten“ beantwortet werden können?
Ja das muss man sich doch nicht so schwer machen. Allein schon die Tatsache, dass man sich über so ein Kostenrechnungssystem Gedanken macht, hat die Wirkung, dass man sich mit denen in seinem Unternehmen anfallenden Kosten auseinandersetzt und auch die langzeitliche Entwicklung im Auge behält. Im übrigen ist die Planperiode die man sich ja auch sinnvoller Weise erstellt, ohne den Ist-Vergleich (auf Vollkosten z.B.) nicht zu überprüfen.
Zu (b) DAS habe ich ja auch nie behauptet.
ich halte diese Spielregeln bzw. deren kritiklose Anwendung
für einen gewaltigen Fehler, der zu erheblichen
Fehlkalkulationen und -allokationen führen kann.
Ja aber das ist auch nicht sooo dramatisch denn: In dem Moment, wo sich die Mehrheit nach bestimmten Regeln richtet (und das ist hier der Fall) wirken sich die Fehler bzw. die Nachteile dieser „Spielregeln“ nicht mehr so extrem aus, weil es zu keinen nennenswerten Wettbewerbsvor- oder Nachteilen kommt. „Wenn alle das gleiche machen, ist es so als wenn keiner es tun würde“.
Das Umlegen
von Kosten bedeutet praktisch ein Umlügen von Kosten. Aufgrund
von Vergangenheitsdaten ermittelte Gemeinkostenzuschläge
können bei schwankender Auslastung nur dazu führen, daß man
nicht mit den „richtigen“ Kosten rechnet sondern mit
Phantasiezahlen.
Richtig. Absolut richtig. Aber dieses Problem erledigt sich mit der Zeit - zumindest wenn man den Zeithorizont entsprechend weit legt und darüber hinaus auch andere Indikatoren im Unternehmen erkennt und deren Aussage mit einfließen lässt. Stichwort Saisongeschäfte. Nach einer Zeit von 5 Jahren hat man schon eine recht gute Approximation. Glättungseffekte eben.
Aus der Erinnerung kommen mir als Alternativen
Prozeßkostenrechnung und die Riebel´sche relative
Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung in den Sinn.
Ja stimmt. Gibt es auch. Hat sich aber aufgrund der aufwendigeren Anwendung nicht durchsetzen können.
ich halte diese Spielregeln bzw. deren kritiklose Anwendung
für einen gewaltigen Fehler, der zu erheblichen
Fehlkalkulationen und -allokationen führen kann.Ja aber das ist auch nicht sooo dramatisch denn: In dem
Moment, wo sich die Mehrheit nach bestimmten Regeln richtet
(und das ist hier der Fall) wirken sich die Fehler bzw. die
Nachteile dieser „Spielregeln“ nicht mehr so extrem aus, weil
es zu keinen nennenswerten Wettbewerbsvor- oder Nachteilen
kommt. „Wenn alle das gleiche machen, ist es so als wenn
keiner es tun würde“.
Nun sind aber weder die Gemeinkostenstrukturen noch die Umlageverfahren noch die Kostenrechnungsssysteme noch die Auslastungen bei den Marktteilehmern gleich.
Aus der Erinnerung kommen mir als Alternativen
Prozeßkostenrechnung und die Riebel´sche relative
Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung in den Sinn.Ja stimmt. Gibt es auch. Hat sich aber aufgrund der
aufwendigeren Anwendung nicht durchsetzen können.
Kommt auf die Branche an. Die Kreditinstitute, bei denen die Gemeinkosten den überwiegenden Teil der Kosten ausmachen, haben bspw. weitgehend auf Prozeßkostenrechnung umgestellt. Ebenso wie übrigens interessanterweise auch einige Behörden - neben vielen Unternehmen aus allen Branchen.
Man muß sich eben einmal die Mühe machen und alle Prozesse analysieren, was dann dazu führt, daß man sich über diese überhaupt mal Gedanken macht - mit entsprechenden positiven Effekten auf die Ablauf- und Aufbauorganisation. Ich selbst war mal an einem Projekt bei einem Anlagenbauer beteiligt, bei dem im Rahmen einer Praxisdiplomarbeit die Machbarkeit einer Prozeßkostenrechnung ausgelotet wurde. Die Umsetzung ist dann nur an den internen Widerständen gescheitert, weil die mögliche Effizienzsteigerung nicht von allen so begeistert aufgenommen wurde. 
Gruß,
Christian