Hallo!
Eine Frau, die ich schon ziemlich lange kenne, die ich aber bestenfalls als Bekannte bezeichnen würde, hat heute Abend angerufen, ob sie nicht in meinem WG-Zimmer schlafen kann. Das tut sie wohl gerade auch (ich bin gerade nicht zuhause).
Jedenfalls stellte sich heraus, das sie gerade a)obdachlos und b)komplett mittellos ist.
Später hat sich dann eine von meinen Mitbewohnerinnen gemeldet, und gesagt, das sie einen sehr verwirrten und geschwächten Eindruck macht.
Das sie verwirrt ist und große Probleme mit sich selbst hat, war mir schon länger klar - ich habe sie mal drauf angesprochen, gesagt, das sie sich an mich wenden kann, wenn sie Hilfe braucht, und ihr einen Zettel mit den Telefonnr. der Telefonseelsorge und der Beratungszentren in OS in die Hand gedrückt.
Das hat offensichtlich nichts gebracht, sie hat da auch abgestritten, das es ihr schlecht geht, und sie Hilfe braucht. Da keine akute Gefahr im Verzug war, habe ich nichts weiter unternommen.
Da hatte sie gerade ihren Magister fertig, d.h. ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Das ist nun ungefähr 2 Jahre her, seit dem habe ich selten gesehen.
Nun ist unübersehbar, das sie akut Hilfe braucht.
Von Studienabschluss bis Obdachlos in 2 Jahren spricht m.E. für einen Klinikaufenthalt.
Nur, was tue ich da am besten?
Kann ich einfach die Polizei rufen?
Ist die Situation so akut, das das als „Gefahr im Verzug“ gilt?
Besser den Krankenwagen?
Ich werde versuchen, die Adresse ihrer Eltern herauszufinden, und mal im gemeinsamen Bekanntenkreis rumfragen, ob wer eine Idee hat, nichtsdestotrotz hätte ich die Fragen gern beantwortet, wenn alle Stricke reißen.
Besten Dank im Vorraus und viele Grüße!
Ph.