Oberst Stauffenberg soll bereit gewesen sein, Hitler mit der Pistole zu erschießen, dies sei ihm aber wegen Verletzung seiner rechten Hand praktisch nicht möglich gewesen, deshalb das Attentat mit Bombe in der Aktentasche, stimmt das ?
weiß ich gerade nicht, aber…
Hallo Wolli,
da ich gerade die Literatur nicht zur Hand habe, kann ich es nicht direkt beantworten. Der Haupteinwand gegen ein Pistolenattentat war allerdings (unabhängig von Stauffenbergs Behinderung) die mögliche Funktionuntüchtigkeit der Waffe und die Gefahr der Verhinderung. Wie auch in den 80er Jahren am Beispiel Reagan und Johannes Paul gesehen, ist ein Pistolenattentat eine höchst unsichere Sache, weil man vor Ausführung leicht gehindert werden kann.
Übrigens ist mir in diesem Zusammenhang auch nicht mehr geläufig, ob man überhaupt bewaffnet Zutritt zu Hitler bekam. Er hatte in solchen Dingen eine feine Nase, und normale Frontsoldaten, die etwa anlässlich einer Ordensverleihung vorgelassen wurden, waren sicher entwaffnet. Wie es beim Stammpersonal aussah, weiß ich aber nicht.
Dass im Falle Hitlers auch alle Bombenattentate fehlschlugen, ist eine der tragischen Momente des deutschen Widerstands. Allerdings war es bei Stauffenberg auch deshalb unabdingbar, weil er nicht nur Attentäter sondern auch Kopf der Putschisten war, also in Berlin sein musste. Als Pistolenschütze wäre er sicher festgenommen worden.
Gruß,
Andreas
Oberst Stauffenberg soll bereit gewesen sein, Hitler mit der
Pistole zu erschießen, dies sei ihm aber wegen Verletzung
seiner rechten Hand praktisch nicht möglich gewesen, deshalb
das Attentat mit Bombe in der Aktentasche, stimmt das ?
Hallo,
Übrigens ist mir in diesem Zusammenhang auch nicht mehr
geläufig, ob man überhaupt bewaffnet Zutritt zu Hitler bekam.
Bekam man nicht. Hartmann (der Flieger) berichtet, wie empört er war, daß er seine Seitenwaffe in Hitlers Vorzimmer abgeben musste (das war aber, glaube ich, nach dem 20. Juli). Desweiteren sieht man auch auf den Fotos von Hitlers Stabsbesprechungen eigentlich keinen Offizier mit Waffe. Auf der anderen Seite, wenn es möglich war, eine Bombe reinzuschmuggeln, dürfte eine Pistole auch kein Problem gewesen sein.
Ergänzend: Hitler trug normalerweise eine kugelsichere Weste und Mütze, von daher hätte der Schuß schon sehr genau von vorne platziert werden müssen, wobei Schüsse ins Gesicht nicht unbedingt tödlich sind.
viele Grüße,
Ralf
Ergänzend: Hitler trug normalerweise eine kugelsichere Weste
und Mütze, von daher hätte der Schuß schon sehr genau von
vorne platziert werden müssen, wobei Schüsse ins Gesicht nicht
unbedingt tödlich sind.viele Grüße,
Ralf
Also, da bin ich skeptisch.
Gabs denn damals schon kugelsichere Westen? Wenn ja- dann können sie nur aus einem Stahlgewebe gewesen sein, denn Kunststoffe wie heute kannte man ja noch nicht. Eine Weste aus Stahlgewebe hätte aber sicher ziemlich aufgetragen, das müsste man auf Fotos sehen, einen festen Burstpanzer erst recht.
cu
Norbert
Hallo!
Bekam man nicht. Hartmann (der Flieger) berichtet, wie empört
er war, daß er seine Seitenwaffe in Hitlers Vorzimmer abgeben
musste (das war aber, glaube ich, nach dem 20. Juli).
Hartmann musste seine Waffe nicht abgeben. Hier ein Ausschnitt aus „Mit Eichenlaub und Schwertern“ von Florian Berger:
„Als Oberleutnant Hartmann zur Übergabe dieser hohen Auszeichnungen ins Führerhauptquartier befohlen wurde, sollte er sich dort der üblichen Sicherheitsinspektion durch einen Offizier der Wache unterziehen und ferner seine Pistole an der Tür abgeben. Dies lehnte Hartmann jedoch ab und entgegnete „…sagen Sie dem Führer ich will die Brillanten nicht haben, wenn er kein Vertrauen zu seinen Frontoffizieren hat!“ Der verdutzte Wachhabende verschwand in Hitlers Arbeitszimmer, erstattete Meldung und erhielt Befehl, den jungen Oberleutnant unkontrolliert eintreten zu lassen.“
mfg, Ole
Also, da bin ich skeptisch.
Gabs denn damals schon kugelsichere Westen? Wenn ja- dann
können sie nur aus einem Stahlgewebe gewesen sein, denn
Kunststoffe wie heute kannte man ja noch nicht. Eine Weste aus
Stahlgewebe hätte aber sicher ziemlich aufgetragen, das müsste
man auf Fotos sehen, einen festen Burstpanzer erst recht.
Das wird aus Hitlers Umfeld so berichtet, Details sind mir nicht bekannt (mit der Thematik habe ich mich aber auch noch nicht näher befasst). Allerdings darf man nicht vergessen, daß Hitler immer „voller Montur“ herumlief. Aufnahmen, auf denen er im Hemd oder sonst wie leichter bekleidet ist, sind die absolute Ausnahme, wenn es überhaupt welche gibt. Da ließ sich also durchaus ein Kugelschutz verbergen.
Mit kugelsicherer Schutzkleidung aller Art wurde m.W. spätestens seit dem 1. Weltkrieg experimentiert.
viele Grüße,
Ralf
Guten Tag!
Stimmt, es gab Experimente mit sogenannten Splitterschutzwesten bereits im ersten Weltkrieg. Ob es serienreife Westen gab, wage ich zu bezweifeln.
Zur persönlichen Schutzausstattung Hitlers;
es mag durchaus sein, daß Hitler sich derart geschützt hat - jedoch halte ich die Aussagen aus dem Umfeld nur für bedingt gültig - womöglich treffen sie auf persönliche Schutzmassnahmen zur Zeit seiner häufigen öffentlichen Auftritte zu (Ende 20er, Anfang bis Ende 30er Jahre).
Die schlechte gesundheitliche Verfassung Hitlers hätte vor allem in den letzten Kriegsjahren das Tragen einer zweifellos sehr schweren kugelsicheren Weste unmöglich gemacht.
Viele Grüße
Alex
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Oberst Stauffenberg soll bereit gewesen sein, Hitler mit der
Pistole zu erschießen, dies sei ihm aber wegen Verletzung
seiner rechten Hand praktisch nicht möglich gewesen, deshalb
das Attentat mit Bombe in der Aktentasche, stimmt das ?
Die Antworten haben sich in Richtung Schutzmaßnahmen von Hitler entwickelt, ich frage aber, ob Stauffenberg mit seiner verletzten Hand überhaupt in der Lage gewesen wäre, eine Pistole für ein Attentat zu benutzen.
Hallo!
Also rein theoretisch wäre es Oberst Stauffenberg möglich gewesen, eine Pistole abzufeuern. Er hatte keine rechte Hand mehr und an der Linken nur noch drei Finger - das macht das Abfeuern einer Faustfeuerwaffe nicht unmöglich aber äußerst schwierig.
Grüße,
Alex
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