Hai!
Klar, wenn man sich eine Soundkarte anlegt,
scheinen diese beiden Werte auch zusammen zu hängen (48kHz
16Bit oder 96kHz 24Bit).
Jein! Meine „Soundkarte“ kann 24BIT/96kHz. Betrieben wird sie bei mir nur in 24BIT/44.1 kHz, wie in meinem ganzen Studio. Wenn ich für den Rundfunk arbeite ist leider 48kHz/16BIT angesagt. (Nur Sprachproduktion im Hörfunk!!!) Es gibt auch Soundkarten (wenige), die zum Beispiel 20BIt/48kHz maximal bieten…
Aber du sagst, dass die Digitaltechnik streng genommen keine
Aufnahmetechnik sei - was meinst du damit?
Es werden in festgeschriebenen zeitlichen Abständen (Samplingfrequenz) Proben (sog. Samples) mit einer festelegten Genauigkeit (Bittiefe) genommen; das ist nichts kontinuierliches! Das Signal wird nur beschrieben.
Theoretisch müsste
man doch nur mit hoher Samplingfrequenz und 32Bit Auflösung
arbeiten, dann kann das menschliche Ohr die Aufnahme doch
sowieso nicht mehr vom Originalton unterscheiden…
Das ist eben die Milchmädchenrechnung. Klar könnte man sagen, dass man mit 32Bit Float (nicht zu verwechseln mit „normalem“ 32BIT) eine Dynamik von 1500dB hat, und bei 192kHz alles in „trockenen Tüchern“ hat. Dabei werden aber, teilweise schon angesprochene Punkte, völlig außer acht gelassen:
-Mikrofone
-Mirkofonsignalverarbeitung
-Lautsprecher (!!!) & Verstärker
-Raum
Ich behaupte, dass man mit einer einfachen Anlage (so zwischen 100 und 200 Euro) zwischen 16Bit (was für die FERTIGE CD VÖLLIG ausreicht)/44.1kHz und 32Bit float/192kHz keinen Unterschied wahrnemhen kann.
Auf gut deutsch: Ich plädiere auf 16Bit/44.1kHz fürt Endprodukt (während der Produktion schauts anders aus)
Bei der Analogtechnik nimmt die Lautstärke in Richtung der
hohen Frequenzen ab - klar, das Material kann nicht mehr so
schnell schwingen, daher werden die Bässe bevorzugt und die
Aufnahme klingt „warm“.
Das ist Unfug! Bandmaschienen (also kein Tape-Deck, sondern Geräte die den Namen MASCHINE verdienen) haben einen rel. linearen Frequenzgang.
Aber sag mal, kann ich deine Angabe
(3dB/Oktave) realistisch einsetzen, um in einem digitalen
Equalizer eine analoge Aufnahme zu verbessern? Denn da müsste
ich doch nur die höheren Frequenzen anheben.
Wenn das so einfach wäre, hätte es diesen Thread von Dir wohl nie gegeben. Das „Problem“ analogen Sound in den Computer zu bringen wird wohl nie gelöst werden.
Und der liebe Gott weiß ob das wirklich immer ein Filter erster Ordnung (3db/Okt) ist! Ich befürchte, dass es durchaus (speziel ind er Consumertechnik) durchaus 9-12dB/okt gibt. Nachgemessen habe ich das noch nie, die drei dB habe ich mal als Wert gelernt (er macht aber Sinn, zumindest bei Mikros/Lautsprechern).
Denn: Auch bei Bässen hat die Analogtechnik Grenzen (Meist zwischen 20 und 40 Hz). Die Digitaltechnik hat nach unten KEINE Grenze! Digital kannst du Frequenzen bis 0 Hz erzeugen (Das „Dumme“ ist nur, dass die Analogen Komponenten der Wandler das nicht mitmachen…).
Ich würde das lieber so formulieren:
Analog wie digital sind ZWEI unterschiedliche Verfahren Töne aufzunehmen. Beide Herangehensweisen haben deutliche Vorteile und deutliche Nachteile. Ich habe bei mir auf 100% digital umgestellt. Warum?
1.) Digitaltechnik ist BILLIGER
2.) Kopieren, Routen (das Signal durchs Studio schicken)… geht ohne Klangverluste
3.) Offlinefähigkeiten
4.) Speicher-/Reproduzierbarkeit aller Parameter
5.) „Schlankere“ Technik
Und zum „gut klingen“ bringe ich meinen Gerätepark allemal 
Liebe Grüße
Florian