man kann sagen „im obigen Abschnitt wurde …“, wie sage ich
es analog, wenn es um „untrige“ geht.
Irgendwie ist mir dieses Wort geläufig, auch mit „ch“
geschrieben. Aber im Duden habe ich nichts gefunden.
die gängigen Wörterbücher enthalten weder „untrig“, „untig“ noch „untrich“.
Im „Bayerischen Wörterbuch“ von Schmeller ist „der/die/das Untrige“ erwähnt, aber die Form hat es offenbar bis nicht in die „Standardsprache“ geschafft. Darauf weist schon Grimm hin:
„I. 8) eine obig genau entsprechende weiterbildung untig, adj., adv., präpos., ist schriftsprachlich unentwickelt geblieben. untig als dem unedlen geschäftsstil angehörig erwähnt …“
(Ein Beispiel für diesen „unedlen Stil“ liefert Ch. Morgenstern:
… »Einer hohen Direktion
stellt sich, laut persönlichem Befund,
untig angefertigte Person
als nichtexistent im Eigen-Sinn
bürgerlicher Konvention
vor und aus …« )
die gängigen Wörterbücher enthalten weder „untrig“, „untig“
noch „untrich“.
ich vermute, dass diese lexikalische Lücke dadurch entstanden ist, dass Wörter, die mit „un-” beginnen, aufgrund der Verwechslungsgefahr mit der entsprechenden Vorsilbe eine allzu negative Konnotation haben.
Warum es die Namensbase nie als gleichberechtigtes weibliches Pendant zum männlichen Namensvetter geschafft hat, darüber lässt sich mit Luise Pusch
nur spekulieren: Möglicherweise, weil Weibliches in patriarchalen Sprachen per se auch eine negative Konnotation hat.
natürlich sind das Alternativen, aber mir geht es um ein
direktes Analogon.
…; wobei ich als direktem Analogon aber doch eher zu untig statt untrig tendieren würde:
Es heißt ja auch nicht obrig, sondern obig, oder bist du etwa untrigkeitshörig?
tatsächlich existierte neben „obig“ (entstanden aus „ob“ - oben, über; Substantiv: „Obigkeit“ - Zustand des Obenaufseins)
das Adjektiv „ob(e)rig“ (ober; Substantiv: „Obrigkeit“ - die oberste (weltliche oder geistliche) Regierung oder eine von derselben eingesetzte Behörde).
Wo wir schon bei (fehlenden) Analogien sind, man könnte ja auch fragen:
Warum heißt es abendlich und morgen d lich anstatt bei letzterem ohne Sprosskonsonanten nur *morgenlich, wo es doch zwar _der Aben d _, aber doch nur der Morgen und nicht *der Morgen d _ heißt? http://de.wikipedia.org/wiki/Analogie%28Sprachwisse…
Dafür will ich aber jetzt auch ein Sternchen!
Zu Analogie-Schlüssen braucht es mehr als nur Quellen!
(Ein Beispiel für diesen „unedlen Stil“ liefert Ch.
Morgenstern: »Einer hohen Direktion
stellt sich, laut persönlichem Befund,
untig angefertigte Person
als nichtexistent im Eigen-Sinn
bürgerlicher Konvention
vor und aus …« )
Noch eins von demselben:
„… will Umiges dem Autor melden“
hab ich im Gedächtnis, kann es aber ausm Stegreif keinem Gedicht zuordnen. Vielleicht gehört’s ja eh ins gleiche?
Hannes
Noch eins von demselben:
„… will Umiges dem Autor melden“
hab ich im Gedächtnis, kann es aber ausm Stegreif keinem
Gedicht zuordnen. Vielleicht gehört’s ja eh ins gleiche?
es ist aus einem anderen Palmström-Gedicht:
Anfrage
Der Ichthyologe Berthold Schrauben
will Umiges dem Autor glauben.
…