obstbäume

Liebe/-r Experte/-in,

ich habe in meinem Privatgarten drei Apfelbäume, die alle
drei krank sind. Nach meinen Erkenntnissen haben sie den
Baumkrebs, jedenfalls sehen die Schadstellen aus wie im
Buch der Baum-Krankheiten.

Ich hatte schon einmal Schadstellen herausgeschnitten,
mit Wasserglas gespritzt, im letzten Winter dann mit
Ballistol bespritzt. Bisher scheint das alles nicht zu
helfen. Einige Äste sterben ab, ansonsten tragen die
Bäume mittelprächtig (sind alle ca. 10 Jahre alt).

Meine Frage: gibt es ein wirksames Heilmittel gegen die
Krankheit? Könnte es sein, dass sich auch Kirschbaum,
Quitte oder Pflaumenbaum anstecken?

Vielen Dank im voraus!

Andreas

Hallo Andreas,

wenn es sich um den Obstbaumkrebs handelt, sind Steinobstbäume Kirsche und Pflaume nicht gefährdet- bei Quitte weiß ich es nicht, hab aber noch nie einen Krebs an Quitte gesehen.
Der Baumkrebs tötet Rindengewebe ab, der Baum versucht zu überwallen, es ist ein ständiges Ringen.
Nach meiner Erfahrung kann ein Apfelbaum trotz Obstbaumkrebs recht alt werden und auch gut tragen, sofern die Krebswunden nicht am Stamm oder den Hauptästen sind. Dort führen sie oft zum Absterben des Baums/der Hauptäste.
Es gibt je nach Sorte eine größere oder kleinere Anfälligkeit (welche Sorten sind es denn?)die nach meiner Erfahrung auch durch Klimaregion und Gelände verstärkt werden kann: Frostmulden im Gelände, sehr zugige Ecken und nasses Klima, schwerer Boden fördern den Krebs m.M.nach. Ebenso erhöhen natürlich befallene Bäume in der Nachbarschaft den „Infektionsdruck“.
Einige „alte“ Sorten (Kaiser Wilhelm, Brauner Matapfel usw.) sind wohl auch bevorzugt befallen- eventuell hat sich der Krebserreger auf diese bereits „eingeschossen“, da die veredelten Ostsorten ja quasi „geklont“ sind und schon viel länger „leben“, als ein Baum es normal tut.
Ich habe Mehrsortenbäume, da hat ein Ast mit anfälliger Sorte einen Befall, und der Ast daneben mit anderer Sorte keinen.
Wenn also ungünstige Faktoren wie anfällige Sorte, ungünstiger Standort, kalter,schwerer Boden usw zusammenkommen und sich nicht verbessern lassen, macht eine Behandlung wenig Sinn, da oft daneben neue Wunden entstehen.
Ansonsten käme ein verbessern des Standorts, ein umveredeln mit weniger empfindlicher Sorte oder ein Ausschneiden und Verstreichen der Wunden infrage.
Dabei ist folgendes wichtig:
Die umgebende Rinde muß soweit weggeschnitten werden, bis sie unverfärbt ist, mögl. ein glatter Messerschnitt, ggf Klingendesinfektion(Hitze)
und ein s o f o r t aufgetragenes Wundverschlußmittel, das pilzhemmende Substanzen enthält- hier gibt es meines Wissens für den Hobbygärtner derzeit nur celaflor wundbalsam plus (shops im internet ergooglen)
Erfahrungen mit Wasserglas habe ich keine.

Freundlicher Gruß, ich hoffe, das war eine Hilfe.

Roland Knop

ich habe in meinem Privatgarten drei Apfelbäume, die alle
drei krank sind. Nach meinen Erkenntnissen haben sie den
Baumkrebs, jedenfalls sehen die Schadstellen aus wie im
Buch der Baum-Krankheiten.

Ich hatte schon einmal Schadstellen herausgeschnitten,
mit Wasserglas gespritzt, im letzten Winter dann mit
Ballistol bespritzt. Bisher scheint das alles nicht zu
helfen. Einige Äste sterben ab, ansonsten tragen die
Bäume mittelprächtig (sind alle ca. 10 Jahre alt).

Meine Frage: gibt es ein wirksames Heilmittel gegen die
Krankheit? Könnte es sein, dass sich auch Kirschbaum,
Quitte oder Pflaumenbaum anstecken?

Vielen Dank im voraus!

Andreas

Lieber Herr Andreas,

der Erreger heißt Nectria galligena und ist ein Pilz. Man könnte anfänglich die Symptome mit Frostschäden an der Rinde verwechseln, was aber leicht verheilt. Es gibt anfälligere und weniger anfällige Apfel-Sorten; auch der Standort (kalte, feuchte Böden) spielt ein Rolle. Einseitige Stickstoffdüngung unterstützt die Kranheit. Im Winter sollte bei Krebsbefall nicht geschnitten werden, sondern Mai bis September. Größere Krebsgeschwüre werden aber besser mitsamt dem Baum sofort entsorgt (Holz nicht liegenlassen!), da auch andere Laubbäume befallen werden können. Jüngere Bäume sind oft mehr gefährdet. Wenn der Krebs weggeschnitten wird, dann jedenfalls bis ins gesunde Holz und nachher die Schneidwerkzeuge mit Alkohol desinfizieren. Fungizidbehandlung bei Beginn und kurz nach Ende des Blattfalles verhindert den Eintritt der Sporen in die Blattnarben. Eventuell auch im Frühjahr beim Knospenschwellen behandeln. Systemisch wirkende Fungizide (solche, die im Saftstrom mittransportiert werden) wirken auch etwas vorbeugend.

vG
BHeinze

Hallo Andreas,

gerne würde ich dir Helfen, aber mit Baumkrankheiten habe ich leider keine Erfahrung.

Habe allerdings auch nie großen Aufwand, bis auf das Beschneiden, mit den Obstbäumen betrieben. Für mich war wichtig, dass sie luftig und gut beschnitten wurden und den Rest überließ ich der Natur. Hat bis jetzt auch immer gut funktioniert und das betraf auch alte Bäume (20 Jahre und mehr).

Liebe Grüße

Joschi

Lieber Fragesteller,
man soll grundsätzlich die Geräte säubern ggf. desinfizieren, die mit erkranktem Holz in Berührung kamen. Inwieweit Baumkrebs im Besonderen ansteckend wirkt, kann ich nicht sagen. Genaueres hierüber können sicher wissenschaftliche Institute geben, in Bayern beispielsweise Weihenstephan oder Veitshöchheim. Auch die Stelle für Landschaftspflege an den Landratämtern kennen sich hier vielleicht aus. Wenn der behandelte Baum weiterhin gesund sich entwickelt, wird er wohl auch nicht weiter ansteckend wirken.

hallo andreas ,
so lange wie nur die äste betroffen sind die betroffenen stellen großzügig herausschneiden .
heilmittel sind mir nicht bekannt.

Lieber andreas,

tut mir leid für die späte Antwort:
Gegen Krebs gibt es nur Ausschneiden.
Vorbeugen kann man durch allgemeine gute Pflege.
Ballistol ist für gewehre und sonstige Mechanik, hat aber im Garten nichts zu suchen (oder stellt die Firma jetzt spezielle Sachen für den Garten her?).
tschüs
Jürgen