die Assistentin meiner Augenärztin steckte mir ein Info-Blatt zu mit einer daruf handschriftlich notierten Telefonnummer der Fachärztin.
Das Info-Blatt empfiehlt dem Patienten, sich einer Cohärezntomographie (OCT)-Technik unterziehen zu lassen. Durch diese besondere Form der Untersuchung würde eine exakte Darstellung der verschiedenen Schichten der Netzhaut „gelingen“.
Damit würde sich eine neue Dimension der Diagnostik und Verlaufskontrolle bei verschiedenen Netzhauerkrankungen „eröffnen“.
Weiter im Text wird auf verschiedene Erkrankungen erwiesen.
Die OCT sei eine „wichtige“ deagnostische Methode, indem die nicht invasive, exakrte Diagnostik und Verlaufkontrolle „erleichtert“ würde. (Wichtig? Erleichtert?)
Das Problem für den Patienten, die Kosten der Untersuchung müsste der Patient aus eigener Tasche tragen, in Höhe eines „angemessenen“ Honrares an den Augenarzt (Cash).
Wo bin ich denn da gelandet? Was haltet Ihr davon?
eine OCT ist eine sogenannte IGeL-Leistung (= individuelle Gesundheitsleistung).
Das sind solche Leistungen, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen, die aber von Ärzten trotzdem angeboten werden und die medizinisch (mehr oder weniger) sinnvoll sind.
Sprich: das sind Zusatzleistungen, mit denen man sich zusätzlich absichern kann, dass man auch wirklich gesund ist.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen diese Leistungen aber nicht, da sie eben nicht essentiell wichtig sind und man als gesetzlich Versicherter auch keine 100%-ige Rundumversorgung erhält (dazu müsste man schon Privatpatient sein).
Manche IGeL-Leistungen kann man sich m.E. durchaus sparen; manche hingegen halte ich aber schon für sinnvoll, vor allem im Bereich der Vorsorgeuntersuchungen. Durch diese können schließlich mögliche Schädigungen / Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Ob eine OCT in deinem Fall sinnvoll oder geboten ist, kann ich aber nicht beurteilen; zum einen bin ich selbst kein Arzt, zum anderen weiss ich ja nichts über deinen Körper-/Gesundheitszustand.
Nur zum Präzisieren: Die Kassenleistungen werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) festgelegt. Dort wird (natürlich von Interessen beeinflusst) geguckt, welche Untersuchungen, Medikamente etc. als wichtig und wirksam angesehen werden und somit von den gesetzlichen Kassen bezahlt werden! Das ist keine 2-Klassen-Medizin, sondern erstklassig, nur eben nicht unbeschränkt „alles was es gibt, kann man auch für lau haben“.
Bei igel-Leistungen erstmal davon ausgehen, dass der GBA schon gewusst haben wird, warum er es nicht für sinnvoll erachtet, diese Leistung in den Leistungskatalog mitaufzunehmen. Sinnvolle igel-Leistungen sind eher die Ausnahme als die Regel.
Ja, es gibt einige neue Verfahren, mit denen man die Netzhaut 3-dimensional darstellen kann und somit die Dicke der Gefäße bzw. die Ausbuchtungen des Sehnerven erkennt.
Das ist insbesondere für Glaukom-Patienten interessant, weil man durch diese neuen Möglichkeiten sehr früh die Tendenz der Erkrankung erkennen und entsprechend behandeln kann.
Das war vor 20 Jahren aufgrund des Standes der Technik leider (!) nicht möglich.
Wie wir alle wissen wird im Gesundheitssystem gespart ohne Ende, und einige (auch sinnvolle) Untersuchungen muss man halt selbst bezahlen.
Am Rande kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass beim Heilpraktiker u.ä. sehr gerne sehr tief in die Tasche gepackt wird, während die IGEL-Leistungen beim Arzt mit „Abzocke“ oder „Beutelschneiderei“ kommentiert werden.