Ökologie der Krankheitserreger

Stimmt es, dass wir Europäer durch Einschleppen von Erregern, für die die Ureinwohner keine Antikörper hatten, ein Massensterben ausgelöst haben?

Oder handelt es sich hier nur um eine Wissenschaftslegende?

Welche Erreger wurden von uns eingeschleppt?

Weshalb steckten wir sie an und nicht sie uns? Die Ureinwohner müssen doch ebenfalls Antikörper für traditionell endemische Krankheiten gehabt haben, für die wir keine hatten.

Hallo,

>>>>>>>>>>>>-Laie,alles was ich schreibe ist nur meine Meinung.

Im Laufe der Zeit hat sich auf verschiedenen Erdteilen Leben entwickelt. In manchen Erdteilen krass anders als sonstwo, siehe Australien Beuteltiere, also nur ein Beispiel.
Insekten wäre das nächste Beipiel.
Warum soll es mit Bakterien und Viren anders sein?

Der einzige Unterschied, Beuteltiere vermehren sich nicht über die Atemluft oder als Tröpfcheninfektion, Bakterien und Viren dagegen schon.

Gruß
Kati

Stimmt es, dass wir Europäer durch Einschleppen von Erregern,
für die die Ureinwohner keine Antikörper hatten, ein
Massensterben ausgelöst haben?

klick Dich mal in einer Suchmaschine durch die Stichworte:
„Seuchen“ + " frühe Neuzeit"

grob gesprochen ist es so, dass nicht nur Europäer Ureinwohner anderer Erdteile mit Erregern versorgt hatten, welche das Immunsystem der Bevölkerung dort nicht kannte - mit den von Dir vermuteten Folgen.

Dasselbe passierte und passiert auch umgekehrt:

  • die Pest „erbten“ Mitteleuropäer aus Kleinasien
  • die Syphilis kam (vermutlich) aus Mittelamerika
  • Denguefieber aus Afrika

grundsätzlich gilt: Wenn eine Bevölkerungsgruppe isoliert lebt, kann sie von einer anderen Bevölkerungsgruppe mit Erregern quasi überfordert werden.

Oder handelt es sich hier nur um eine Wissenschaftslegende?

Nein

Welche Erreger wurden von uns eingeschleppt?

zum Beispiel Masern.
Wobei das nicht heißt, dass es vor Kolumbus in Amerika keine Masern gegeben haben kann. Vielleicht kannten die Ureinwohner nur eine andere „Untersorte“, die den Europäern nichts tat. Dass es so etwas wie Krankheitserreger gibt, weiß die Wissenschaft mehr oder weniger erst seit 150 Jahren und bis sie halbwegs effekt bekämpft werden konnten, sind wir schon bei circa 1960.
Tja und „Ausrotten“ … da kommen immer mehrere Faktoren zusammen. Seuchen töten erkrankte Menschen immer dann, wenn diese zusätzlich geschwächt sind. Das kann dann alles sein - von Unterernährung, Verletzungen, schwerer seelischer Kummer.
Du stirbst bei guter Pflege auch nicht an der Pest.

Weshalb steckten wir sie an und nicht sie uns?

Du steckst Dich immer und mit allem an - nur macht das allermeiste davon Dein Immunsystem nieder, ohne dass Du das auch nur bewusst mitbekommst.
Dafür ist das Immunsystem schließlich da.

Die Ureinwohner
müssen doch ebenfalls Antikörper für traditionell endemische
Krankheiten gehabt haben, für die wir keine hatten.

hatten sie! Siehe oben …

Die Geschichte der Seuchen ist eine recht komplexe, sehr spannende Sache.
Es gibt ein relativ neues Buch zum Thema, das sich zwar mit Europa beschäftigt, aber anderso auf dieser Welt hat das analog genau funktioniert:

http://paperc.de/6003-grippe-pest-und-cholera-978351…

ich habe auf die Schnelle nur die Inhaltsangabe zur E-bookausgabe gefunden. Du kannst das Buch aber ebenso gut mit Hilfe einer öffentlichen Bücherei bestellen und kostenlos lesen, wenn Du möchtest

viele grüße
geli