Ökumenische Hochzeit

Hi,
würde gerne ein wenig über ökumenische Hochzeiten erfahren.
Mein Freund ist katholisch, ich bin evangelisch. Nun möchten wir gerne bald heiraten. Kommt für uns nur eine ökumenische, kirchlische Hochzeit in Betracht? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten?
Wie geht eine ö.H. von statten? Was ist anders als bei einer normalen (wobei ich bisher nur evangl. Hochzeiten kenne).
Kann mir jemand was darüber erzählen?
Wie nennen sich die Menschen, die eine solche Hochzeit vollziehen dürfen? Pfarrer, Prieser? Findet das nun in einer kath. oder einer evang. Kirche statt?

Wir haben uns vorher nie wirklich Gedanken darüber gemacht, aber so nach und nach kommen halt die Fragen auf.

Im Voraus schon mal ein herzliches Dankeschön für Antworten

Gruß Carina

Hallo Carina!

Prinzipiell gibt es nur evangelisch eTRauungen mit Beteiligung eines katholischen Geistlichen oder umgekehrt. Beides wird landläufig auch als ökumenische Trauung bezeichnet.
Möglich sind aber auch eine ganz normal katholische oder evangelische Trauung.

Damit habe ich Dich wahrscheinlich noch mehr verwirrt, denn jetzt habt Ihr 4 Möglichkeiten zur Auswahl.

Ist es bei euch so, dass einer seiner Kirche näher steht als der andere? Dann wäre das naheliegendste, zuerst mit dem entsprechenden Pfarrer zu sprechen. Lasst Euch das jeweilige Verständnis von Ehe und kirchlicher Trauung erklären. Es gibt da erhebliche Unterschiede. Überlegt, ob Ihr das beide so annehmen könnt. Wenn nicht, geht mal zur andern Fraktion. Da dasselbe Spiel.
Wenn Ihr Euch da eingen konntet, ist noch zu überlegen, ob noch ein Amtsträger der anderen Konfession dabei sein soll.

Der Ablauf gestaltet sich nach den jeweiligen Traditionen, wird aber sicher durch zusätzliche Elemente (Gebete etc.) erweitert, wenn es eine „ökumenische“ Trauung wird.

Die Kirche ist normalerweise diejenige, nach deren Ritus die Trauung gehalten wird. Ob es da Ausnahmen gibt, weiss ich nicht.

Gruß
Arndt

Hallo,

zu einer ökumenischen Hochzeit kann ich dir nichts sagen. Eine katholische Hochzeit ist möglich, sobald einer der beiden Eheleute katholisch ist.

Am einfachsten ist es, sich mit den jeweiligen zuständigen Pfarrämtern in Verbindung zu setzen. Je nachdem muß hier sowieso die Heirat angezeigt werden.

Gerhard

Hallo Arndt,
so langsam wird mir klar was nun mit einer Ökumenischen Hochzeit gemeint ist, vielen Dank für die Erläuterungen!

Nun, der Kirche selbst steht keiner von uns beiden nahe, aber einen standfestern Glauben hat mein Verlobter, er möchte auch gerne die kirchl. Hochzeit. Er legt wert darauf, der Bund der Ehe vor der Kirche zu schließen, aber es ist ihm egal ob dies nun vor der evang. oder der kath. Kirche geschieht.

Wie wäre das eigentlich, wenn wir z.B. nun kath. heiraten würden und dann irgendwann ein Kind bekämen. Sind wir dann verpflichtet, es im kath. Sinne zu erziehen oder habe ich als Protestant immernoch die Möglichkeit, es evang. taufen zu lassen? Normalerweise dürfte beides möglich sein, oder? Schließlich habe ich ja auch noch die Möglichkeit, dass Kind selbst entscheiden zu lassen wenn es alt genug ist.

Oh wei, Fragen über Fragen. Ich bin etwas verwirrt, muss ich ehrlich gestehen. Ich bin kein Kirchengänger und auch nicht unbedingt ein gläubiger Mensch, aber ich möchte mir schon über meine Zukunft Gedanken machen und ich muss einem heranwachsendem Menschen auch div. Fragen bzgl. des Glaubens beantworten … irgendwann mal

Huhu Carina!

Wie wäre das eigentlich, wenn wir z.B. nun kath. heiraten
würden und dann irgendwann ein Kind bekämen. Sind wir dann
verpflichtet, es im kath. Sinne zu erziehen oder habe ich als
Protestant immernoch die Möglichkeit, es evang. taufen zu
lassen? Normalerweise dürfte beides möglich sein, oder?
Schließlich habe ich ja auch noch die Möglichkeit, dass Kind
selbst entscheiden zu lassen wenn es alt genug ist.

Wie Ihr Eure Kinder später taufen laßt, bleibt Euch überlassen. Der katholische Part muß unterschreiben, daß er seine Kinder nach Möglichkeit im katholischen Glauben erziehen wird. Nicht mehr und nicht weniger. Er muß dies aber nicht tun, wenn dadurch die Ehe als solche gefährdet wird. Wenn Du also damit nicht leben könntest, dann muß er das nicht ums Verplatzen durchsetzen…
Ansonsten wurde das Wesentlich schon gesagt, deshalb wiederhole ich meinen Vorschreiber jetzt nicht. Falls Du noch mehr Fragen hast, nur her damit… (gern auch privat - und gaudi wird sich sicher auch nicht beschwerden :wink: ).

Liebe Grüße von Sylvi - die evangelisch ökumenisch geheiratet hat (weil die Wunschkirche nunmal eine evangelische war…) und die immernoch ein bißchen hochzeitsinfiziert ist…
Liebe Grüße

Hallo Carina,

im Pinzip hat Arndt das Meiste ja schon gesagt.

Mal meine persönliche Erfahrung: Ich bin evangelisch, meine Frau katholisch und wir haben auf ihren Wunsch hin - mir war’s damals egal - nach dem katholischen Ritus geheiratet. Unsere beiden Kinder sind nach katholischem Ritus erzogen.

Er legt wert darauf, der Bund der
Ehe vor der Kirche zu schließen, aber es ist ihm egal ob dies
nun vor der evang. oder der kath. Kirche geschieht.

Wie meinst Du das? Wir beispielsweise hatten die standesamtliche Trauung vor der kirchlichen.

Wie wäre das eigentlich, wenn wir z.B. nun kath. heiraten
würden und dann irgendwann ein Kind bekämen.

Ich hätte irgendwann mal unterschreiben sollen, dass wir die Kinder katholisch erziehen lassen, irgendwie hat der Pfarrer aber darauf vergessen. *g*

Sind wir dann verpflichtet, es im kath. Sinne zu erziehen oder habe
ich als Protestant immernoch die Möglichkeit, es evang. taufen zu
lassen?

Mit der Unterschrift hättest Du Dich zwar quasi verpflichtet, aber einklagen lässt sich das später meines Erachtens nicht. Frage doch mal bei einem evangelischen Priester nach!

Normalerweise dürfte beides möglich sein, oder?

Müsste so sein, zumindest dann, wenn Ihr die ökomenische Variante wählt.

Schließlich habe ich ja auch noch die Möglichkeit, dass Kind
selbst entscheiden zu lassen wenn es alt genug ist.

Meines Wissens taufen sowohl Evangelische als auch Katholiken gleich nach der Geburt. Aber natürlich bleibt Dir Deine erwähnte Möglichkeit frei.

Oh wei, Fragen über Fragen. Ich bin etwas verwirrt, muss ich
ehrlich gestehen. Ich bin kein Kirchengänger und auch nicht
unbedingt ein gläubiger Mensch, aber ich möchte mir schon über
meine Zukunft Gedanken machen und ich muss einem
heranwachsendem Menschen auch div. Fragen bzgl. des Glaubens
beantworten … irgendwann mal

Ist klar, frag halt einfach! Und wenn Du nicht direkt im Reli-Brett fragen willst, kannst auch gerne via Mail fragen.

Liebe Grüße
Wolkenstein

Hi!

Er legt wert darauf, der Bund der
Ehe vor der Kirche zu schließen, aber es ist ihm egal ob dies
nun vor der evang. oder der kath. Kirche geschieht.

Wie meinst Du das? Wir beispielsweise hatten die
standesamtliche Trauung vor der kirchlichen.

Ich vermute mal, Carina meint, daß ihr Freund nicht „nur“ standesamtlich, sondern auch kirchlich heiraten möchte. Reihenfolgetechnisch muß zumindest hier in Deutschland die standesamtliche Trauung vor der kirchlichen stattfinden, alldieweil selbige die einzig rechtlich wirksame Trauung ist und die Kirche ohne die standesamtliche Trauung gar nicht traut… (Ich weiß nicht, ob einige Kirchen/ Pfarrer da anderes praktizieren, aber rein theoretisch ist es so.)

Mit der Unterschrift hättest Du Dich zwar quasi verpflichtet,
aber einklagen lässt sich das später meines Erachtens nicht.
Frage doch mal bei einem evangelischen Priester nach!

Bei uns war es wie gesagt so, daß für den Dispens (daß ist der Wisch, den der katholische Part braucht, um einen evangelischen Partner heiraten zu dürfen, so daß die Ehe auch von der katholischen Kirche akzeptiert wird) nur ich (also der katholische Ehepartner) das mit der katholischen Kindererziehung unterschreiben mußte. Mein Pfarrer sagte zu meinem damals noch Verlobten, daß er das von ihm ja wohl nicht verlangen könne, da seine Kirche ja dasselbe hoffe.
Einklagbar ist das ganze ohnehin nicht und meiner Erinnerung steht da sinngemäß auch nur, daß man versuchen wird, die Kinder katholisch zu erziehen, aber eben nicht auf Biegen und Brechen, wenn daran dann die ansonsten funktionierende Ehe zerbrechen wird.

Wollt ich nur alles nochmal sagen… Vielleicht hilft es ja jemandem, der später im Archiv sucht!
Grüßle
Kari

Hallo Carina,
auf die Gefahr hin, hier eventuell etwas zu wiederholen: Streng kirchenrechtlich gibt es keine ökumenischen Trauungen, man ist entweder rk oder ev getraut, es ist aber jeweils unter Beteiligung der anderen Konfession möglich. Es kommt dann letztlich darauf an, welcher der Beteiligten Pfarrer den Trausegen spricht.
Grundsätzlich gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen einer katholischen und einer evangelischen Eheschließung.
Für die rk Kirche ist die Ehe ein Sakrament, das sich die Eheleute gegenseitig spenden. Sie versichern sich dabei im Angesicht und unter der Zeugenschaft Gottes, daß sie bis ans Lebensende zusammen sein werden. Ein Sakrament ist etwas hochheiliges, daß man wohl keinesfalls nur pro-forma durchführen sollte. Allerdings gibt es in der rk Kirche auch die Möglichkeit, einen reinen Traugottesdienst (also keine Messe, d.h. keine Kommunion, was wiederum kein Sakrament bedeutet) durchführen zu lassen.
Nachdem Luther erklärt hatte, daß die Ehe ein „weltlich Ding“ sei, gibt es für ev Christen nicht die Notwendigkeit einer kirchlichen Eheschließung. Bei einem ev Traugottesdienst geht es dann darum, zusammen mit der Traugemeinde Gott um seinen Segen für eine lebenslange Gemeinschaft zweier Menschen zu bitten.
Der Anspruch an die Ernsthaftigkeit der Beziehung unterscheidet sich bei den Konfessionen jedoch nicht.

Nun, der Kirche selbst steht keiner von uns beiden nahe, aber
einen standfestern Glauben hat mein Verlobter, er möchte auch
gerne die kirchl. Hochzeit. Er legt wert darauf, der Bund der
Ehe vor der Kirche zu schließen, aber es ist ihm egal ob dies
nun vor der evang. oder der kath. Kirche geschieht.

Bei beiden Kirchen wird die Ehe vor Gott (!) geschlossen. Im rk Verständnis ist die Ehe (da Sakrament) nicht auflösbar, daher auch die Probleme in manchen Arbeitsverhältnissen, wenn sich ein Geschiedener, der zuvor rk verheiratet war, wieder verheiratet. In der ev Kirche sieht man eine SCheidung in der Regel als ein Zeichen der Fehlbarkeit des Menschen, was aber leider zu einer unguten Segenszusage-Inflation führt. Eine kirchliche Trauung ist ein hochemotionaler Akt, auch für eher der Kirche fern Stehende. Ihr solltet Euch vielleicht wirklich mit den „Profis“ vor Ort unterhalten und Euch überlegen, was Euch am nächsten kommt.

Ach ja, nicht zuletzt: Herzlichen Glückwunsch!
Grüße,
Taju