Ölemulsion mit Galle

HAllo wwwler,

ich habe folgenden VErsuch durchgeführt:
ein wenig Öl mit Wasser und etwas Spülmittel gemischt und es anschließend durch einen Filter laufen lassen.
Wie erwartet ist alles (auch das in Emulsion gegeangene öl) durch den Filter gelaufen.

Nun habe ich in einem 2.Versuch an Stelle des Spülmittels Ochsengalle hinzugegeben. Eigentlich sollten nun die Gallensalze dafür sorgen, dass das Öl emulgiert wird und der Versuch wie mit dem Spüli abläuft.
Hier ist jedoch das Öl im Filter zurückgeblieben, das Wasser ist durchgelaufen.

KAnn mir jemand das erklären bzw. mögliche Gründe sagen?

Vielen Dank!
ladydi

Hallo
Sekrete der Galle sind zum Beispiel Lipasen.
Lipasen zertrennen Fettsäureglyzerinester in Fettsäuren, Glyzerin und Monoglyzerinester. Lipasen gibt es in der Herstellung auch mikrobiell.
Gallensalze sind mir aber nicht bekannt, es handelt sich wohl eher um ein anderes Reinigungsprodukt, eventuell ist es nur ein markanter Werbebegriff mit der Ochsengalle.
Sollte etwas im Filter hängen bleiben, so ist sehr wahrscheinlich die Micellengröße(wenn ich mich richtig erinnere, heißt das so) größer als die Porenweite des Filters.
Micellen sind Gebilde aus Tensid und Fett/ -eventuell auch Fettsäuren.
Diese Micellen können eine unterschiedliche Größe annehmen, und die hängt im wesentlichen von dem Mischungsverhältnis Fett-Tensid ab.
Mehr Tensid, weniger Fett = kleinere Micellen.
In anderen Worten, Deine Ochsengalle oder das Salz oder was auch immer, emulgiert nicht so gut als das synthetische Tensid aus der Spülmittel.
MfG
Matthias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ergänzung zu Matthias: Die Gallenflüssigkeit enthält auch Schleimstoffe, Mucoide. Diese sind hochmolekular und viskos. Filtration dürfte dadurch erheblich erschwert sein. Sollte in der Wärme evtll besser gehen.
Udo Becker

Hallo Matthias,

Gallensalze sind mir aber nicht bekannt, es handelt sich wohl
eher um ein anderes Reinigungsprodukt, eventuell ist es nur
ein markanter Werbebegriff mit der Ochsengalle.

es handelt sich um überhaupt kein Werbeprodukt, es ist (so viel ich weiß) getrocknete und pulverförmige Galle eines Ochsen vom Chemiewarenversand.

Das Pülverchen sollte nun genau die Eigenschaft haben, das Öl zu emulgieren und durch den Filter zu schleusen…

Sollte etwas im Filter hängen bleiben, so ist sehr
wahrscheinlich die Micellengröße(wenn ich mich richtig
erinnere, heißt das so) größer als die Porenweite des Filters.
Micellen sind Gebilde aus Tensid und Fett/ -eventuell auch
Fettsäuren.
Diese Micellen können eine unterschiedliche Größe annehmen,
und die hängt im wesentlichen von dem Mischungsverhältnis
Fett-Tensid ab.
Mehr Tensid, weniger Fett = kleinere Micellen.
In anderen Worten, Deine Ochsengalle oder das Salz oder was
auch immer, emulgiert nicht so gut als das synthetische Tensid
aus der Spülmittel.

Deswegen haben wir die Galle auch in 100facher Konzentration genommen im Vergleich zum Spülmittel…

Aber vielen DAnk soweit! Jetzt weiß ich schon mal, dass es wohl die Micellengröße ist…wenn mir auch unklar ist, wrum etwas produziert wird, was überhaupt nicht funktioniert…

Nun habe ich in einem 2.Versuch an Stelle des Spülmittels
Ochsengalle hinzugegeben. Eigentlich sollten nun die
Gallensalze dafür sorgen, dass das Öl emulgiert wird und der
Versuch wie mit dem Spüli abläuft.
Hier ist jedoch das Öl im Filter zurückgeblieben, das Wasser
ist durchgelaufen.

Hauptbestandteile der Galle sind Salze von Gallensäuren (und nicht Lipasen), die als Emulgatoren wirken. Hätte also eigentlich funktionieren müssen…
Hat sich die Galle denn im Wasser gelöst?

Gruß,
Franz

HAllo Franz,

Hauptbestandteile der Galle sind Salze von Gallensäuren (und
nicht Lipasen), die als Emulgatoren wirken. Hätte also
eigentlich funktionieren müssen…

eben das ist ja mein problem…

Hat sich die Galle denn im Wasser gelöst?

Ja, hat sie…vielleicht liegt es ja tatsächlich am Schleim, oder der Micellengröße; dann versteh ich allerdings den Versuchsaufbau nicht, der ja extra so angelegt ist, dass sich zeigt, dass die Wirkung von Galle der von Spüli entspricht…

Gruß,
ladydi

Ja, hat sie…vielleicht liegt es ja tatsächlich am Schleim,
oder der Micellengröße; dann versteh ich allerdings den
Versuchsaufbau nicht, der ja extra so angelegt ist, dass sich
zeigt, dass die Wirkung von Galle der von Spüli entspricht…

Die Emulgatorwirkung hängt auch von der Temperatur ab. Im Säugetier ist alles auf 37°C optimiert. Solche Micellen- Phasengrenzen müssen ja vom Detergens, egal ob Spüli oder Gallensäuren durchdrungen werden und das ist durch Wärme begünstigt.
Udo Becker