Hallo Gemeinde,
Ich wusste nicht, welche Rubrik ich wählen sollte, ich hoffe ich bin hier richtig.
Ich brauche ein paar Tips von euch, auf was ich achten muss bei einer Wohnungsbesichtigung mit Ölheizung.
Da die Kosten für eine Ölheizung doch schon immens hoch sind, sind wir echt am überlegen, ob wir diese nehmen oder nicht. Leider haben wir keine Erfahrung mit einer Ölheizung und wissen auch nicht, was für Kosten auf uns zu kommen.
Also erstmal die Daten:
Haus 1975 mit zwei Parteien.
Wir würden die untere Wohnung nehmen mit 122qm. In der Beschreibung stand, dass wir uns um den Öleinkauf kümmern müssen.
Ich nehme mal an, dass die Heizung auch aus dieser Zeit stammt.
Auf der Stubenseite sind sehr grosse Fenster, die Heizkörper befinden sich versenkt im Boden unter der Fensterfront. Die Stube ansich, schätze ich mal auf gut 25-30qm, es gibt auch keine richtige Abtrennung zum Flur, ist eher alles offen gestaltet bis zu Eingangstür.
Kann jemand abschätzen, was für solch ein Haus für Kosten auf uns zukommen?
Mir graust es nämlich schon gewaltig vor den Heizungskosten.
Desweiteren kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, wie die Öl-Abrechnung mit dem oberen Mieter von statten gehn soll, dass will ich auch erstmal nachfragen.Gibt es Zähler oder sowas ähnliches?
Noch jemand Tipps auf was achten oder hinterfragen sollte?
Gruß Wölkchen
Hi Wölkchen,
einen groben Anhaltspunkt für den Verbrauch könnten die Nebenkostenabrechnungen der letzten Jahre geben. Hochrechnen mit den heutigen Preisen zeigt, was auf Dich zukommt.
dass wir uns um den Öleinkauf kümmern müssen.
Was heißt das? Geht es nur darum, den Vermieter zu informieren, wenn der Tank leer wird? Dann steht dem nichts entgegen, vielleicht meint er aber, Du solltest die Heizung bewirtschaften. Das hieße, dass Du Dich mit dem zweiten Mieter herumschlagen müsstest. Lass Dich nicht auf sowas ein!
Gruß Ralf
Hallo Ralf,
Die Befürchtung mit dem Öleinkauf hab ich allerdings auch. Das werden wir heute abend in Erfahrung bringen, da haben wir ein Besichtigungstermin. Dann wäre die Wohnung für uns auch gestorben, so schade das auch wäre. Ich denken mal, dass dies auch der grosse Haken der Wohnung ist, sonst wären sie die schon längst los.
In der Beschreibung steht nur: „Strom und Wasser sind mit dem Werken direkt abzurechnen, Öleinkauf dto“
Also Däumchen drehn, und hoffen, dass sich die ganze Sache nicht so schlimm ist, wie sie sich anhört…
Gruß Wölkchen
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Hallo!
Da die Kosten für eine Ölheizung doch schon immens hoch sind…
Billiger als mit Öl wirst Du keine Mietwohnung beheizen können. Holz ist billiger, aber auch nur dann, wenn Du es eigenhändig im Wald schlägst und zu Brennholz aufbereitest und die eigene Arbeitszeit unberücksichtigt läßt. Deshalb ist der Brennstoff für die Befeuerung einer Heizungsanlage nicht preisentscheidend - die Brennstoffe haben durchweg ein ähnliches Preisniveau pro kWh - sondern die Qualität der thermischen Isolierung eines Hauses.
Beim Baujahr 1975 kann man keine hohen Erwartungen an die Qualität der thermischen Isolierung stellen. Der Energiebedarf wird über 2 dicke Daumen gepeilt bei 200 kWh pro Quadratmeter und Jahr liegen. Bei einer Wohnfläche von 122 qm kommt man auf 24.400 kWh jährlich. Wieder über den Daumen gepeilt, kann man mit einem Heizwert von rund 10 kWh pro Liter Heizöl rechnen und kommt damit auf einen jährlichen Heizölbedarf von 2.440 Litern. Läuft auch die Warmwasserversorgung über die Heizung und ist der Winter lang und streng, können es auch 1.000 Liter mehr werden. Legt man 3.000 Liter Heizöl zugrunde und derzeit ca. 0,60 €/l, werden auf der Heizölrechnung für die Wohnung etwa 1.800 € stehen. Der Heizölpreis unterliegt starken Schwankungen, so daß der richtige Zeitpunkt des Einkaufs die Rechnungshöhe spürbar beeinflußt. Z. B. auf http://www.tecson.de wird die Preisentwicklung für Heizöl anschaulich dargestellt. Geht man davon aus, daß die Preisentwicklung einen ähnlichen Verlauf wie in den Vorjahren nimmt, müßte man im Frühsommer Heizöl bunkern und nicht dann, wenn allen Leuten einfällt, daß sie Öl brauchen. Das pflegt im Spätherbst der Fall zu sein.
Die oben ermittelten 1.800 € ergeben auf den Monat umgerechnet Heizkosten von 150 €. Unter Berücksichtigung der Wohnfläche kommt man auf 1,22 €/qm. Ganz egal, welchen Brennstoff Du verheizt (selbst geschlagenes Holz unberücksichtigt gelassen), kommst Du immer auf ähnliche Größenordnungen. Bei Häusern mit Niedrigenergiestandard liegen die Heizkosten erheblich niedriger, aber solche Häuser werden erst seit wenigen Jahren gebaut.
Werden in einem Gebäude mehrere Wohnungen mit einer gemeinsamen Heizungsanlage geheizt, gibt es verschiedene Methoden zur Aufteilung der Kosten für laufende Wartung und Brennstoff. Man kann z. B. einen bestimmten Prozentsatz der Kosten nach Wohnfläche aufteilen. Der Rest wird nach Verbrauch abgerechnet. Dafür erhalten alle Heizkörper Verdunsterröhrchen. Das ist die gängige Methode bei Mietwohnungen. Mit mehr technischem Aufwand kann man per Durchflußmessung sowie Messung der Temperaturdifferenz von Vor- und Rücklauftemperatur zu einer Verbrauchsmessung kommen.
In einer Mietwohnung ist dringend anzuraten, daß alle beteiligten Mieter monatlich einen Betrag in der Höhe der voraussichtlichen Heizkosten entrichten. Andernfalls gibt es vorhersehbar ein Problem, wenn der Tank gefüllt werden soll und ein Mieter hat gerade kein Geld. Heizöllieferanten lassen sich i. d. R. nicht auf Teilzahlung ein und bei Neukunden ist Zahlung bei Lieferung durchaus üblich.
Gruß
Wolfgang
Danke für diese super Erklärung Wolfgang, nu kann ich mir zumindest ein ungefähres Bild machen, was auf uns zukommen würde.
Aber indiskutabel ist der Zustand, dass ich das Öl einkaufen muss, und dann mit dem oberen Mieter ausmachen muss, wieviel er dazubezahlen soll. Weil den sein Anteil würde ja noch obendrauf kommen. Und dann nach welchen Kriterien, nach welchem Verbrauch usw. Bereit wäre ich bei Anlieferung das Geld auszulegen, was ich dann erstmal vom Vermieter wiederbekomme, und dann nach Verbrauch abgerechnet wird.
Ich werde berichten, was heute abend da raus kommt.
Hallo Wolfgang,
Also mit dem Vermieter wäre es so:
Die obige Wohnung wäre seine eigene.
Vorher war das nur ein Dachboden, der nun ausgebaut wurde.
Er meinte damals, vor 5 Jahren, als er noch mit Familie dort gelebt hat, hat er ca. 3300l für 4 Personen verbraucht. (mit Warmwasser)
Liegt der Verbrauch für 2 Leute dann niedriger? Wasser macht ja nun eigentlich nicht soviel aus oder?
Das meiste geht doch eh für Heizung drauf.
Die Verteilung der Kosten ist über Durchlaufmessgeber geregelt, die grade neu installiert worden sind.
Was meint ihr? Ist die Wohnung Heizungsmässig bezahlbar oder eher nicht?
Gruß Wölkchen