Hallo Niko,
Das ist jetzt wider so eine Frage, da kann man Dutzende Argumente dafür und dagegen bringen. Ob du am Ende wirklich schlauer bist - da hab ich so meine Zweifel.
Folgendes: Ich beabsichtige ein Haus zu kaufen das eine ca. 20 Jahre alte Ölheizung hat. Der Brenner wurde 2003 erneuert.
Frage: Brennwert oder Heizwert?
Meine Frage: Ich würde gern auf Gas umsteigen (Meine Frau möchte unbedingt ein Gasherd)
Wie dringend?
aber der Gasanschluss liegt nur auf der Straße (ca. 10m entfernt).
Schon bei den Stadwterken angefragt, was der Anschluß kosten würde?
ist den eine Gastherme günstiger im Verbrauch oder sollte ich besser in eine neue Ölheizung investieren?
Darum die Frage nach Brennwert oder Heizwert.
Brennwertgeräte sind i.A. 10% sparsamer. Allerdings gibt es da ein paar Fallen, wirklich gut funktioniert das eh nur bei Flächen(= Fußboden-, Wand-)heizungen, da bei Radiatorenheizungen die Vorlauftemperatur oft so hoch sein muss, das der Brennwert-Effekt zusammenbricht. Das geschieht bei Öl wohl früher als bei Gas, wenn meine angelesenen Informationen richtig sind (Öl bis 48°C Abgastemperatur, Gas bis 56°C Abgastemperatur).
Solange du gleiche Typen (Brenn- oder Heizwert) miteinander vergleichst, tun sich Öl oder Gas nicht viel. Der Kostenunterschied hängt von den Preisen ab, deren Entwicklung (besonders beim Öl, bald tägliche Schwankungen) sich nicht wirklich seriös vorhersagen lässt.
Und selbst der Aufstieg von Heizwert- auf Brennwert-Technik bringt i.A. nicht soviel (bestenfalls 10%), das sich der Austausch einer ansonsten gut funktionierenden Heizung wirtschaftlich rechnen würde.
Realistisch betrachtet dürfte das Einsparpotential bei 100 bis bestenfalls 300 Euro im Jahr liegen. Und dafür 2000-3000 Euro für eine neue Heizung, 1000 Euro für ein Luft-Abgas-System plus die Erschließungskosten für die Gasleitung? Im Leben nicht . . .
Meine ganz persönliche Meinung:
Solange die Heizung gut arbeitet (und da geh ich bei einem Austausch in 2003 einfach mal von aus) und der schwarze Mann keine Bedenken äußert, würde ich die Ölheizung solange wie irgend möglich weiter betreiben.
Austausch erst, wenn die den Löffel abgibt, dann nach erneuter Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ggf. Umstieg auf Gas - bis dahin dürften auch die neuen gasbetrieben Luft-Wärmepumpen mit weiteren 30% Energieersparnis serienreif sein und erste Erfahrungen damit vorliegen.
Und deine Frau bekommt einen Gasherd mit einer Propangas-Flasche im Schrank darunter, da kann man auch prima drauf kochen.
(Auf jeden Fall hätte ich auch gerne eine Solaranlage).
Rechne auch diese sorgfältig durch. Wenn sie nur für Warmwasser ist, liegt die Kostenersparnis bei 50 - 800 Euro pro Mann/Frau/Kind und Jahr. Was soll die Kosten? Wie schnell rechnet sich das?
Für Heizungsunterstüzung (je nach beheizter Fläche, Art der Heizung und Isolation des Hauses bis zu 30% der Heizungskosten) braucht man natürlich mehr Platz (auf dem Dach) und muss mehr Geld in die Hand nehmen. Rechnet sich das? Und wirklich funktionieren tut das auch nur bei Niedertemperatur-Heizungen (=Fußboden-, Wandheizung).
Und setzt dann natürlich die Wirtschaftlichkeit eines evtl. Heizungswechsles auch herunter.
Nur meine persönliche Meinung, warte auch noch ein paar andere ab.
Das einizge Argument, das imho für einen sofortigen oder sagen wir mal baldigen Wechsel auf Gas spricht: Die Stinkerei ist weg . . .
lg, mabuse