welcher Kaiser regierte in Österreich um 1800?
Gruß, Alexander
welcher Kaiser regierte in Österreich um 1800?
Gruß, Alexander
Gar keiner.
das „Kaiserreich Österreich“ wurde erst 1804 aus der Zusammenfassung der habsburgischen Erbland gegründet.
Franz II (Haus Habsburg/Lothringen) war bis 1806 Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher nation, welches er 1806 für aufgelöst erklärte. Danach wurde er zu Franz I, Kaiser von Österreich.
Gruß
Mike
Hier noch eine kleine Korrektur:
Danach wurde er zu Franz I, Kaiser von Österreich.
Es stimmt zwar, dass Franz II. bis 1806 Kaiser des HRDN war, aber die österreichische Kaiserwürde hatte er schon bei der Gründung des Kaisertums Österreich (also 1804) inne. Er war also zwei Jahre lang Kaiser zweier Reiche.
Gruß
Alex
Hallo,
das stellt mich nun wieder vor eine ganz andere Frage:
Mit welcher Begründung hat der eigentlich aus dem erzherzogtum Österreich eigentlich einfach so ein Kaiserreich gemacht?
Vorher war es ja keins - und schließlich kann nicht jeder daherkommen, sich ne Krone aufs Haupt setzen und Kaiser von sonstwas nennen. Ich meine - können schon - aber ernst nimmt das ja dann keiner.
Und wenn das so einfach geht - wieso hat dann jeder kleine Graf oder Herzog seine 3 Dörfer zum Kaiserreich erklärt?
Gernot Geyer
Hallo,
interessante und berechtigte Frage. Das österreichische Kaisertum war ja eine Reaktion auf das neue französische Kaisertum Napoleons. Letzteres wurde als Affront gegenüber dem alten Kaisertum des Heiligen Römischen Reichs gesehen. Denn „eigentlich“ war ja die Kaiseridee so konstruiert, dass es nur einen Kaiser geben konnte, der das christliche Abendland zu repräsentieren hatte. Das war ohnehin schon Makulatur, es hatte bereits im Mittelalter das „Zweikaiserproblem“ wegen Byzanz gegeben; und mittlerweile bezeichnete sich auch der Zar als Kaiser. Im 19. Jahrhundert zogen die Briten mit einem eigenen Kaistertum für Indien nach und und und.
Die Habsburger wollten für den Fall, dass das alte Kaisertum unterging (was ja schon abzusehen war) eine eigene Kaiserwürde behalten. Das war reichsrechtlich nicht korrekt. Aber (und das beantwortet zumindest halb die Frage) wenn Mächte wie Frankreich, Österreich oder (1871) Preußen-Deutschland aus purer Rechtswillkür ein Kaisertum stiften, dann ist die Chance einer internationalen Anerkennung ungleich größer als wenn das
jeder kleine
Graf oder Herzog mit seinen 3 Dörfern
macht.
Gruß
Palacky
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Hallo,
na ja - 2 Kaiser lassen sich ja noch von den alten Römern her ableiten. Da gab es nach der reichsteilung einen Kaiser mit Sitz in Rom für den westteil des Reiches und einen in Byzanz für den Ostteil.
Insofern ist zumiobdest für die byzantinischen keiser die Legitimation klar.
Daß der Papst später einfach begann, nach jahrhndertelanger Pause wieder einen Kaiser für Rom einzusetzen, ist zugeben schon eine gewisse Amtsanmaßung - aber zunindest ist eine gewisse Legitimation duch die Berufung auf die ollen Römer erkennbar.
Byzanz wurde danach irgendwann von den Türken erobert. Und dananch beanspruchte Moskau den Tietel eines „dritten Rom“ (nach Rom und Byzanz als zweiten Rom). Es übernahm also (wenn auch ohne rechte Legitimaton) die Rolle von Byzanz - und damit hatte der russische Zar auch den Schatten einer Legitmatioon um sich Kaiser zu nennen.
Napoleon lies sich immerhin noch vom Papst krönen - er beanspruchte den titel auf Grund der Krönung als der tatsächliche Herrscher von Rom und Nachfolger Karl des Großen. Und nachdem es dann kein helig römisches Kaiserreich deutscher Natin mehr gab, kann man notfalls auch das noch anerkennen.
Aber wessen Titel erbte Franz? Herrscher von Rom war er nicht, gekrönt vom Papst auch nicht - und der Titel war aber nun mal doch eigentlich an Rom gebunden. Eigentlich war es ne blanke Frechheit, aus dem Erzherzogtum Österreich ein Kaiserreich zu machen, noch frecher als seine Vorfahren, die ohne rechtliche Begründung einfach den voirher gar nicht existenten Titel des erzherzoges erfunden hatten und aus dem herzigtum ein Erzherzogtum gemacht hatten.
Na ja— Frechheit siegt halt manchmal doch.
Gernot Geyer
Na ja— Frechheit siegt halt manchmal doch.
ein schönes Wort - wahrscheinlich mehr als nur „manchmal“. Natürlich war auch das französische Kaisertum in rechtlicher Hinsicht wacklig, der Papst nur eine Marionette. Beide, Napoleon und die Habsburger, haben sehr wohl um ihre problematische Legitimation gewusst. Das zeigt sich schon daran, dass sie sich eilig gegenseitig ihre neuen Rechtstitel bestätigt haben.
Gruß
Palacky
Hallo,
nun ja - inzwischen ist eh alles Geschichte. Auch wenn der österreichische Thron erst nacch dem französischen umgefallen ist.
Also lassen wir den alten Herren ihre Titel - schon weil wir sonst Ärger mit allen ihren Anbetern kriegen, ganz zu schweigen von der Regenbogenpresse, die ja pleite gehen würde, wenn es die ganzen Adelshäuser nicht mehr gäbe, über die sie so gerne schreiben.
Gernot Geyer
Servus!
Napoleon lies sich immerhin noch vom Papst krönen
Ein bisschen Korinthenk…:
Napoleon I. krönte sich selbst, und zwar zum Kaiser, damit der Königstitel vermieden war. Der Papst salbte ihn nur (vorher). Nach der Krönung gab´s dann noch einen Eid auf die Verfassung.
So konnten alle zufrieden sein: Die Konservativen hatten ihren gekrönten Herrscher wieder, das Volk seinen demokratischen Anstrich, die Kirche eine gewisse Rolle beim Ganzen gespielt - und Napoleon dürfte eh zufrieden gewesen sein, von Josephine ganz zu schweigen…
VG
Christian