Offensiv oder Defensiv?

Hi!

Frage an die Militärstrategen hier:

Woraus ergibt sich bei einer Schlacht, welche der beiden Seiten offensiv oder defensiv vorgeht?

Liegt es an der Personalstärke der beteiligten Truppen, an der Geländesituation, an der taktischen Lage, dem gesamtstrategischen Konzept oder am Charakter des Armeeführers? Oder an allem zusammen?

Grüße
Heinrich

Oder an allem zusammen?

So ist es!

Gruß

Frank

Guten Abend!

Frage an die Militärstrategen hier:

Woraus ergibt sich bei einer Schlacht, welche der beiden
Seiten offensiv oder defensiv vorgeht?

Voraussetzung ist die massive Überlegenheit des Angreifers auf dem vorgesehenen Schlachtfeld. Diese Überlegenheit kann zahlenmäßig sein und sich somit in der Anzahl der Soldaten und/oder Kampfpanzer ausdrücken. Es kann sich aber auch um eine technische Überlegenheit handeln, die sich in einer extremen Wirkung des Feuers ausdrückt oder in größeren Reichweiten und präziseren Treffern.
Diese Überlegenheit kann auch von einer zahlenmäßig kleineren Armee erreicht werden, wenn sie ihre Schwerpunkte rasch wechseln kann und somit zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einer Übermacht fähig ist.
Welche Gefechtsart die Truppenführung wählt hängt natürlich von den Planungen und Zielsetzungen der übergeordneten Führung ab. Will man politisch als Angreifer dastehen. Der Angriff erfordert hohe Verluste, sind solche im Hinblick auf die eigene Bevölkerung hinnehmbar. Da der Verteidiger sich das Gelände wählen kann, ist es eventuell besser aus einer Verteidigungsstellung mit beherrschenden Höhen und vorgelagerten Gewässern heraus zu verteidigen. Ein bisschen spielt eventuell auch das „Schuldigwerden“ eine Rolle: Der Verteidiger kann sich hinter Minenfeldern, Sperrfeuern und flankierend eingesetzten Waffen verschanzen und es somit dem Angreifer überlassen, ob er diese Gefahrenzonen betreten will.
MfG Gerhard Kemme

Hi!

Frage an die Militärstrategen hier:

Woraus ergibt sich bei einer Schlacht, welche der beiden
Seiten offensiv oder defensiv vorgeht?

Das ist eigentlich die Entscheidung des Befehlshabers. Dieser kann sich trotz günstigen Offensivbedingungen für ein defensives Agieren entscheiden (z.B. der „Seltsamen Krieges“ 1939/40 oder die Kannonade von Valmy), so daß dann letzendlich beide Seiten defensiv vorgehen. Umgekehrt geht es natürlich auch, daß durch einen Gegenangriff (meist in die Flanke des Angreifers) kurzzeitig beide Seiten offensiv auftreten (Mansteins „Schlagen aus der Nachhand“, Marne-Schlacht 1914).

Da stelt sich doch die Frage… Wie kommen wir denn auf diese Frage.:smile:

Eine super Entscheidungshilfe für diese frage ist „The Art of War“ von Sun Tzu.
Oder von Bello Galico von Julius Cessa.