Ohne Meisterbrief

Ich bin erwerbsloser Ingenieur, ohne Lehre und Meisterbrief und möchte Fahrradrahmen
bauen und verkaufen.
Ist das ohne weiteres möglich ?
Danke im voraus für die Antwort.
Ralf

Hallo Ralf,

die entscheidende Hürde heißt Handwerkskammer und kann sich ganz schön quer stellen !!! Innungen sind absolut zu meiden, da sie einen eher noch verpfeifen.

Bei Ingenieuren (bin selbst einer) gibt es (soweit ich weiss) die Möglichkeit, nach mindestens 3 Jahren Berufserfahrung (möglichst im praktischen Bereich), als meisterähnlich bei der Existenzgründung anerkannt zu werden (soweit ich weiss, geht das auch ohne Lehre).

Falls das nicht gehen sollte:

  1. Man kann die Meisterprüfung auch machen, ohne vorher den Vorbereitungskurs zu machen (man spart sich dadurch viel Geld und Zeit). Zumindest der Theorie-Teil sollte für einen Ingenieur kein Problem darstellen. Für den praktischen Teil ist auf jeden Fall ein längeres Praktikum notwendig (und auch dann dürfte es nicht sehr leicht sein)

  2. Einen Meister als Betriebsleiter einstellen. Vorher aber die Bedingungen der HWK erfragen. Ist aber unwahrscheinlich, denn welcher Existenzgründer kann sich von Anfang an einen Meister „leisten“ ?

  3. In die Serienproduktion gehen und nach vorgefertigten Plänen fertigen. Dann ist es nämlich kein Handwerk mehr !!! über die nötigen Stückzahlen (1, 10, 100 oder 1.000 Stück), die man dafür benötigt, bin ich allerdings nicht informiert

  4. Firma im Ausland gründen und eine deutsche „Filiale“ gründen. Denn den Meisterzwang gibt es nur in D und Ö. Ausländische Firmen dürfen in D aber arbeiten, ohne einen Meisterbrief nachweisen zu müssen.

  5. Selber nur das „Engineering“ machen und von Subunternehmern fertigen lassen. Wenn dann der Umsatz entsprechend ist, selber einen Meister einstellen (siehe 2.)

  6. Existenzgründung zusammen mit einem Partner, der Meister ist.

So, ich hoffe, Dir einige Anregungen geboten zu haben. Wichig ist: kämpfen und sich nicht unterbringen lassen. Im Internet gibt es eine Vereinigung names „BUH“, welche sich speziell um die meisterlosen Betriebe (heissen übrigens „handwerksähnlich“) kümmern.

Grüsse
Sven

Die bereits genannten Tipps treffen im großen und ganzen zu. Rechtsgrundlage ist die auch im WWW auffindbare Handwerksordnung (HwO), insbesondere die §§ 7 ff. (falls das irgendwie hilfreich sein sollte).
Gruss,
Thomas

Nachtrag: Ohne Meisterbrief
Hallo Ralf,

bin soeben über folgende Internet-Seite gestolpert:

http://www.braunschweig.ihk.de/hoi.htm

Hat auch mir einige neue Erkenntnisse eingebracht !!!

Grüsse

Sven

Lieber Ralf, leider kommst du an der Handwerkskammer hier in Deutschland nicht vorbei. z.zt verklagen wir die HWK, da wir der Meinung sind, außer A u.D kommen alle EU-Länder ohne Meister prima aus und ein Meister macht noch keine Qualität. jeder gute handwerker kann meistens mehr als ein sogenannter Meister. hier geht es der HWK nur um das ganz große Geld und um die schnelle abzocke.

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Hallo, NG, hallo, Ralf,

seit einigen jahren kämpfen wir in der Computerbranche darum, dass ein Fachbetrieb im PC-Bereich ohne Meister auskommt. Wir haben hierzu auch den Verein Gewerbefreiheit gegründet, dem der anerkannte Spezialist Horst Mirbach vorsitzt. Wenn Ihr auch für Gewerbefreiheit - gleich in welcher Branche - seid oder wenn Ihr speziell in der Computerbranche Steine von den HWK in den Weg gerollt bekommt - meldet euch gern bei mir. Wir versuchen zu helfen.

Schaut auch nach auf http://www.akcent.de unter insiderinfo Archiv.

Grüsse aus Lilienthal

Frank Garrelts