Ohnmacht - einfach so!? selbst bei Kinofilmen

Hallo Zusammen!

Im Moment befinde ich mich in Wartestellung für meine Ausbildung als Physiotherapeut, die im Oktober beginnt.
Seit November letzten Jahres absolviere ich ein Praktikum in einem Krankenhaus im Bereich der Physiothrapie.
Dies macht mir sehr viel Spaß, jedoch passiert seit einiger Zeit folgendes:
Vor ein paar Wochen hat es damit begonnen, dass ich das Gefühl der Ohnmacht bekomme.

Ich stehe oft dabei, wenn meine Kollegen/innen die Patienten behandeln und helfe auch mit die älteren Patienten zu Mobilisieren. Ich habe keine Probleme damit, wenn mal der Katheter an meiner Hose hängt oder ähnliches.

Dennoch passiert es mir seit einiger Zeit, dass ich das Gefühl bekomme ohnmächtig zu werden.
Ich bekomme Schweißausbrüche und man sagte mir, dass ich keine Farbe mehr im Gesicht hätte.
Ich muss bei diesem Gefühl schnell das Zimmer verlassen und nach einiger Zeit beruhigt sich mein Kreislauf wieder.
(Bin allerdings NOCH nicht umgekippt und möchte dieses auch vermeiden)
Das ist bisher „nur“ 4(?) Mal vorgekommen, aber es ist für meine Berufswahl sehr hinderlich und befürchte schon, dass ich mir einen neuen Beruf suchen muss.

Das Problem der Ohnmacht habe ich allerdings erst ein paar Wochen nach dem beginn des Praktikums, davor hatte ich dieses Problem nicht.

Was für mich noch schlimmer ist:

Heute war ich in einem Kinofilm, wo man einen toten Mann den Brustkorb aufgeschnitten hat. Selbst im Kinosaal bin ich fast Ohnmächtig geworden und konnte es noch gut unterdrücken.
Das ist mir bisher noch NIE passiert. Zuvor habe ich Filme wie „SAW“ usw. gesehen und es machte mir NICHTS aus.

Was kann ich dagegen tun? Habe ich mir eine Blockade aufgebaut?
Bitte helft mir, denn es ist für meine Zukunft sehr hinderlich und es ist sehr störend!

Ich bedanke mich im Voraus für die Antworten und entschuldige mich für den langen Text!

Liebe Grüße

VitalForce

Hi VitalForce,
aus der Ferne läßt sich zu deinem Problem leider keine genaue Ausage treffen. Das kann von einem Problem in der Halswirbelsäule über organische oder hormonelle Ursachen bis hin zu psychischen Problemen praktisch alles sein. Ich empfehle dir dringend, dich von einem Arzt untersuchen zu lassen. Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, der dich dann bei Bedarf an einen Spezialisten weiter schickt.
Du solltest der Sache dringend auf den Grund gehen, mit so etwas ist nicht zu spaßen.

Gruß
Bianca

Danke, dass du so schnell geantwortet hast.

Ich war auch direkt heute morgen beim Hausarzt und trage im Moment ein Langzeitblutdruckmessgerät.

Bin mal auf die Ergebnisse gespannt.
Ich habe die böse Vermutung, dass es die Psyche ist. Denn ich kann doch nicht einfach so auf einmal im Kino (obwohl ich sitze) fast ohnmächtig werden…
Habe mir auch vorsichtshalber eine Überweisung für eine Psychotherapie (Angststörungen) geben lassen.

Ich hoffe aber, dass es die HWS ist, dann macht es das ganze für mich leichter.

Leider kann ich dich da nicht weiterhelfen. Viel Erfolg, Geert

Vielleicht ist es ja wirklich nur der Blutdruck oder die HWS. Ich wünsche dir viel Glück und gute Besserung.

Gruß
Bianca

Hallo VitalForce,

so ganz einfach ist deine Frage nicht zu beantworten. Es wäre interessant, in welchen Fällen du konkret fast ohnmächtig wurdest. War da z.B. immer Blut zu sehen oder war es besonders eklig. Die meisten Physiotherapeuten arbeiten später nicht im Krankenhaus sondern in Praxen, wo es im Schnitt weniger blutig, eklig zugeht. Außerdem kommt ein gewisser Gewöhnungseffekt hinzu. Sachen, vor denen ich mich am Anfang noch etwas geekelt habe, machen mir heutzutage nichts mehr aus. Vielleicht bis du derzeit auch besonders aufgeregt, da ja alles für dich neu ist und neigst deshalb auch eher zu (Fast)-Ohnmachtsanfällen. Wenn du wirklich weiterhin starke Probleme mit deinem beschriebenen Problem hast, solltest du jedoch einen Psychologen aufsuchen. Die können einem ja wohl innerhalb ein paar Sitzungen die Angst vor dem Fliegen oder aber vor Spinnen etc. nehmen, wieso sollten sie nicht ebenfalls dein Problem beheben können.
Ich denke mal, das wird schon. Die Hauptsache dürfte letztendlich sein, ob du mit Freude diesen Beruf ausüben willst bzw. kannst.

Viel Erfolg wünscht
Schlonz

Dein Akronym ist Wunschprogramm, was? (-:
Außerdem, verzeih mir bitte meine Direktheit, aber Interpunktion und Grammatik lassen bei Dir zu wünschen übrig. Da Physio-Anwärter heute meist Abitur haben, gibt das zu denken.
Ich bin zwar auch Physio aber wenn ich mit meinem Bewußtsein von heute nochmal 20 Jahre jünger wäre, würde ich eine andere berufliche Entscheidung treffen. Wäre hier zu lang, dies zu begründen. Nur ein relevanter Punkt wäre hervorzuheben: Die Kohle! Willst Du dich viele Jahre mit einem Almosen zufrieden geben?
Werde in den nächsten Jahren meinen Job verlassen und parallel in dieser Zeit sogenanntes Holotropes Atmen nach Stanislav Grof machen(im Sinne von Selbsterfahrung)und danach lernen, diese Arbeit weiterzugeben. Empfehle ich Dir auch. Du bist noch jung und verstehtst höchstwahrscheinlich die Dimensionen dieser Arbeit noch nicht aber laß Dich mal drauf ein. DORT wirst Du fühlen und verstehen, warum Du ohnmächtig wirst. Was wir in unserem Job der Physiotherapie machen, ist zum großen Teil nicht mehr als Vermeidungsgymnastik - so langweilig wie unser strukturelles und programmiertes Leben selbst.
Es wird Zeit, daß junge Leute wieder aufstehen und das erkennen und dagegen rebellieren, statt wie dämliche Arbeitsroboter ein Dasein denkender Tiere zu fristen.
So, ein Haufen philosophisch schwerer Kost am Abend. Aber laß es mal auf Dich wirken. Was ich gesagt habe, hat allessamt einen tieferen Hintergrund. Und mach Dich mal über Stanislav Grof schlau. Schüler und Schülerinnen hierzulande machen Workshops in seiner Arbeit. Zwei emphehlenswerte Bücher(von vielen, die er geschrieben hat): „Das Abenteuer der Selbstentdeckung“ und „Geburt, Tod und Transzendenz“
Lieben Gruß
Jürgen

Hi Brainfood,

bezüglich deiner Entscheidung würde ich dennoch gerne ein paar Zeilen lesen. Könnten ja die E-Mail-Adresse austauschen?

Was meinst du mit Almosen? Soweit ich es mitbekommen habe ist es sehr unterschiedlich, was man als Physio bekommt.
Ich denke es kommt darauf an, was man aus seinem Beruf macht und welche Ziele man sich gesetzt hat. Immerhin bietet der Physio ein breites Spektrum an Karrieremöglichkeiten.
Das mit dem Geld wird schwierig, aber später zahlt es sich (mit vielen Weiterbildungen) aus. So denke ich.
Hast du andere Erfahrungen machen müssen?
Wäre sehr interessant dies zu wissen.

Achja: Ich habe „nur“ ein Fachabi! Von daher ist deine Kritik berechtigt! :wink:

Liebe Grüße
VitalForce

Entschuldige bitte meine Überheblichkeit. War wütend gestern. Hatte nichts mit Dir zu tun. Kann ja auch nicht. Kenne Dich ja nicht. Es betrifft u.a. den gesellschaftlichen Prozeß, den ich oben kurz angeschnitten habe.
Selbstverständlich kannst Du all das tun, was Du beschrieben hast und noch vieles mehr und wahrscheinlich wirst Du es auch, denn berufliche, existentielle Absicherung, Karriere, potenten Jäger suchen, Nest bauen, Familie gründen, gesellschaftlich etablieren, und das ganze Zeugs, das alles hat eine solch dominante und agressive Rolle bekommen die letzten paar Jahrzehnte, das ist unglaublich. Es scheint nichts mehr anderes zu geben. Wer da nicht mitmacht oder mitmachen kann, bekommt die ganze Brutalität einer völlig ICH bezogenen, rohen und dummen Gesellschaft zu spüren. Aber ist das, was der mainstream macht, richtig? Never! In seiner immanenten Logik schon, aber damit hat´s sich auch schon. Schizophrene sind sich auch 100%ig ihrer Wahrnehmung sicher und sind von der Richtigkeit ihrer Taten überzeugt.
Die Tiefe der menschlichen Existenz in ihrem ganzen Spektrum kennenzulernen und auszuloten mit allen Ängsten, Leidenschaften, Freuden, usw. und so fort, darum sind wir doch hier! Sonst hätten wir als Termiten inkarnieren können, denn weit davon entfernt haben wir uns bis jetzt nicht in dem Rahmen der Reduktionssoziologie, die wir uns geschaffen haben und in der wir nur eine winzige Rolle aufüllen und zwar i.d. Regel die eines Arbeitsroboters getrimmmt auf maximale Leistung. Bringst Du nix, bist Du nix, so vielleicht eine plakative Kurzformel der New World Order.
Was mich wirklich bestürzt, ist die Tatsache, das solche oder ähnlich formulierte Fundamentalkritik heute von jungen Menschen entweder gar nicht mehr oder nur noch rudimentär verstanden wird. Das paßt den mächtigen Drahtziehern einer aufkeimenden Gesellschaftsordnung verdammt gut in den Kram, in der Selbst- und Gesellschaftsreflektion nicht nur uncool und lächerlich erscheint sondern in ihrer Konsequenz immer stärker existenzbedrohlichen Charakter annimmt.
Vor 30-40 Jahren sind Millionen junger Leute aufgebrochen und wollten fundamentale Veränderungen. Heute müssen jene ehemaligen Reformer und Revoluzer, die jetzt Eltern und Großeltern sind, so sie denn nicht so dement und verblödet sind, wie z.B. Rainer Langhans oder Joschka Fischer, um nur einige wenige zu nennen, die Jungen antreiben, mal was Nonkonformes, Rebellisches, Systemoppositionelles zu machen. Verkehrte Welt.
Noch´n Tip. Die Bücher von Jutta Ditfurth(z.B. „Das waren die Grünen“) lassen Dich in eine Welt eintauchen, die Dir vermutlich fremd ist. Ein Versuch ist es wert (-:
Aus reflektierter Perspektive ist ein Nichtfunktionieren eines Menschen, man kann es im kalten klinischen Duktus Symptom nennen, gut, weil der Arbeitsroboter dann ins Stolpern gerät. Was der betroffene Mensch daraus macht, bleibt ihm und der individuellen Weite seines Horizontes überlassen.
Vielleicht können wir ja ab und an mal mailen. Hält nur ganz schön auf die Texterei. Hoffe, es lohnt sich (-:
[email protected]

Lieben Gruß
Jürgen

Hab noch was vergessen:
Für auf die Halde legen:
Die Bücher von Lloyd de Mause, insbs. „Grundlagen der Psyschohistorie“, webb Du mal mit der Ausbildung durch bist und Dich langweilst (-:
De Mause bietet mit seinem o.g. Opus Magnum einen theoretischen Bezugsrahmen von bis dahin ungekanntem Ausmaß.
Oder die Bücher von Ken Wilber. Vielen haben sie sehr viel weiter geholfen. Habe aber keins von ihm gelesen. Er ist mir bisweilen zu selbstverliebt.
Hier kurz was von you tube, was Dir einen kurzen aber direkten Einblick in die Arbeit von Stanislav Grof vermittelt:
http://www.youtube.com/watch?v=oQmOzSCCNpg
Aufgenommen vermutlich Anfang der Neunziger oder Ende der Achtziger.
Ebenfalls sehr schön zur Erinnerung an das, woher wir kommen:
http://www.youtube.com/watch?v=L1Pfi6mNDRo

L.G.
Jürgen

Entschuldige bitte meine Überheblichkeit. War wütend gestern. Hatte nichts mit Dir zu tun. Kann ja auch nicht. Kenne Dich ja nicht. Es betrifft u.a. den gesellschaftlichen Prozeß, den ich oben kurz angeschnitten habe.
Selbstverständlich kannst Du all das tun, was Du beschrieben hast und noch vieles mehr und wahrscheinlich wirst Du es auch, denn berufliche, existentielle Absicherung, Karriere, potenten Jäger suchen, Nest bauen, Familie gründen, gesellschaftlich etablieren, und das ganze Zeugs, das alles hat eine solch dominante und agressive Rolle bekommen die letzten paar Jahrzehnte, das ist unglaublich. Es scheint nichts mehr anderes zu geben. Wer da nicht mitmacht oder mitmachen kann, bekommt die ganze Brutalität einer völlig ICH bezogenen, rohen und dummen Gesellschaft zu spüren. Aber ist das, was der mainstream macht, richtig? Never! In seiner immanenten Logik schon, aber damit hat´s sich auch schon. Schizophrene sind sich auch 100%ig ihrer Wahrnehmung sicher und sind von der Richtigkeit ihrer Taten überzeugt.
Die Tiefe der menschlichen Existenz in ihrem ganzen Spektrum kennenzulernen und auszuloten mit allen Ängsten, Leidenschaften, Freuden, usw. und so fort, darum sind wir doch hier! Sonst hätten wir als Termiten inkarnieren können, denn weit davon entfernt haben wir uns bis jetzt nicht in dem Rahmen der Reduktionssoziologie, die wir uns geschaffen haben und in der wir nur eine winzige Rolle aufüllen und zwar i.d. Regel die eines Arbeitsroboters getrimmmt auf maximale Leistung. Bringst Du nix, bist Du nix, so vielleicht eine plakative Kurzformel der New World Order.
Was mich wirklich bestürzt, ist die Tatsache, das solche oder ähnlich formulierte Fundamentalkritik heute von jungen Menschen entweder gar nicht mehr oder nur noch rudimentär verstanden wird. Das paßt den mächtigen Drahtziehern einer aufkeimenden Gesellschaftsordnung verdammt gut in den Kram, in der Selbst- und Gesellschaftsreflektion nicht nur uncool und lächerlich erscheint sondern in ihrer Konsequenz immer stärker existenzbedrohlichen Charakter annimmt.
Vor 30-40 Jahren sind Millionen junger Leute aufgebrochen und wollten fundamentale Veränderungen. Heute müssen jene ehemaligen Reformer und Revoluzer, die jetzt Eltern und Großeltern sind, so sie denn nicht so dement und verblödet sind, wie z.B. Rainer Langhans oder Joschka Fischer, um nur einige wenige zu nennen, die Jungen antreiben, mal was Nonkonformes, Rebellisches, Systemoppositionelles zu machen. Verkehrte Welt.
Noch´n Tip. Die Bücher von Jutta Ditfurth(z.B. „Das waren die Grünen“) lassen Dich in eine Welt eintauchen, die Dir vermutlich fremd ist. Ein Versuch ist es wert (-:
Aus reflektierter Perspektive ist ein Nichtfunktionieren eines Menschen, man kann es im kalten klinischen Duktus Symptom nennen, gut, weil der Arbeitsroboter dann ins Stolpern gerät. Was der betroffene Mensch daraus macht, bleibt ihm und der individuellen Weite seines Horizontes überlassen.
Vielleicht können wir ja ab und an mal mailen. Hält nur ganz schön auf die Texterei. Hoffe, es lohnt sich (-:
[email protected]

Lieben Gruß
Jürgen

(-:
Noch jemand, der Beachtung verdient und zusammen mit Stan Grof Workshops gibt:
http://www.youtube.com/watch?v=VIVNAVwinMo&feature=r…

L.G.J.

Oh, es tut mir Leid… Deine Anfrage ist in meinem Postfach einfach untergegangen… besteht Dein Problem noch, oder wie ist es Dir in der Zwischenzeit ergangen?

Liebe Grüße
Jusse

Hallo,

dieses Problem besteht in der Tat noch. Allerdings ist zu erwähnen, dass ich damit etwas besser klar komme als zuvor. Psychotherapie (sowohl einzeln, als auch in Gruppe) und Cranio Sacrale helfen mir durchaus weiter.
Ich denke die Angst legt sich, wenn ich von meiner Ausbildung aus ins Krankkenhaus muss und mit meinen Problemen konfrontiert werde. Das bereitet mir Unbehagen aber da muss ich denke ich mal durch, um mich an so etwas wieder zu gewöhnen. Sicherlich geht dies nicht von heute auf morgen weg. Zudem hat man während der Therapie festgestellt, dass es u. a. an meinem geringen Selbstbewusstsein sowie Versagensängste meinerseits liegt.

Liebe Grüße
VitalForce