Hab noch was vergessen:
Für auf die Halde legen:
Die Bücher von Lloyd de Mause, insbs. „Grundlagen der Psyschohistorie“, webb Du mal mit der Ausbildung durch bist und Dich langweilst (-:
De Mause bietet mit seinem o.g. Opus Magnum einen theoretischen Bezugsrahmen von bis dahin ungekanntem Ausmaß.
Oder die Bücher von Ken Wilber. Vielen haben sie sehr viel weiter geholfen. Habe aber keins von ihm gelesen. Er ist mir bisweilen zu selbstverliebt.
Hier kurz was von you tube, was Dir einen kurzen aber direkten Einblick in die Arbeit von Stanislav Grof vermittelt:
http://www.youtube.com/watch?v=oQmOzSCCNpg
Aufgenommen vermutlich Anfang der Neunziger oder Ende der Achtziger.
Ebenfalls sehr schön zur Erinnerung an das, woher wir kommen:
http://www.youtube.com/watch?v=L1Pfi6mNDRo
L.G.
Jürgen
Entschuldige bitte meine Überheblichkeit. War wütend gestern. Hatte nichts mit Dir zu tun. Kann ja auch nicht. Kenne Dich ja nicht. Es betrifft u.a. den gesellschaftlichen Prozeß, den ich oben kurz angeschnitten habe.
Selbstverständlich kannst Du all das tun, was Du beschrieben hast und noch vieles mehr und wahrscheinlich wirst Du es auch, denn berufliche, existentielle Absicherung, Karriere, potenten Jäger suchen, Nest bauen, Familie gründen, gesellschaftlich etablieren, und das ganze Zeugs, das alles hat eine solch dominante und agressive Rolle bekommen die letzten paar Jahrzehnte, das ist unglaublich. Es scheint nichts mehr anderes zu geben. Wer da nicht mitmacht oder mitmachen kann, bekommt die ganze Brutalität einer völlig ICH bezogenen, rohen und dummen Gesellschaft zu spüren. Aber ist das, was der mainstream macht, richtig? Never! In seiner immanenten Logik schon, aber damit hat´s sich auch schon. Schizophrene sind sich auch 100%ig ihrer Wahrnehmung sicher und sind von der Richtigkeit ihrer Taten überzeugt.
Die Tiefe der menschlichen Existenz in ihrem ganzen Spektrum kennenzulernen und auszuloten mit allen Ängsten, Leidenschaften, Freuden, usw. und so fort, darum sind wir doch hier! Sonst hätten wir als Termiten inkarnieren können, denn weit davon entfernt haben wir uns bis jetzt nicht in dem Rahmen der Reduktionssoziologie, die wir uns geschaffen haben und in der wir nur eine winzige Rolle aufüllen und zwar i.d. Regel die eines Arbeitsroboters getrimmmt auf maximale Leistung. Bringst Du nix, bist Du nix, so vielleicht eine plakative Kurzformel der New World Order.
Was mich wirklich bestürzt, ist die Tatsache, das solche oder ähnlich formulierte Fundamentalkritik heute von jungen Menschen entweder gar nicht mehr oder nur noch rudimentär verstanden wird. Das paßt den mächtigen Drahtziehern einer aufkeimenden Gesellschaftsordnung verdammt gut in den Kram, in der Selbst- und Gesellschaftsreflektion nicht nur uncool und lächerlich erscheint sondern in ihrer Konsequenz immer stärker existenzbedrohlichen Charakter annimmt.
Vor 30-40 Jahren sind Millionen junger Leute aufgebrochen und wollten fundamentale Veränderungen. Heute müssen jene ehemaligen Reformer und Revoluzer, die jetzt Eltern und Großeltern sind, so sie denn nicht so dement und verblödet sind, wie z.B. Rainer Langhans oder Joschka Fischer, um nur einige wenige zu nennen, die Jungen antreiben, mal was Nonkonformes, Rebellisches, Systemoppositionelles zu machen. Verkehrte Welt.
Noch´n Tip. Die Bücher von Jutta Ditfurth(z.B. „Das waren die Grünen“) lassen Dich in eine Welt eintauchen, die Dir vermutlich fremd ist. Ein Versuch ist es wert (-:
Aus reflektierter Perspektive ist ein Nichtfunktionieren eines Menschen, man kann es im kalten klinischen Duktus Symptom nennen, gut, weil der Arbeitsroboter dann ins Stolpern gerät. Was der betroffene Mensch daraus macht, bleibt ihm und der individuellen Weite seines Horizontes überlassen.
Vielleicht können wir ja ab und an mal mailen. Hält nur ganz schön auf die Texterei. Hoffe, es lohnt sich (-:
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Lieben Gruß
Jürgen