ich weiss nicht, ob ich mit meiner Frage hier oder im Medizinbrett richtig bin, aber ich versuchs mal.
Ich habe mal gelernt, dass das Gehirn auch bei geschlossenen Augen daran lokalisieren kann, an welchem Ohr der Schall zuerst auftrifft. Das kann zwar nur ein Unterschied von Millisekunden sein, aber angesichts des Wunderwerks Gehirn glaub ich das.
Logischerweise geht das Gehirn also, wenn die Schallwellen auf beiden Ohren gleichzeitig auftreffen, davon aus, dass die Geräuschquelle direkt vor dem Menschen steht, also nicht von der Seite kommt.
So, und jetzt kommt meine Frage: Wieso kommt das Gehirn darauf, dass die Quelle direkt VOR einem steht ? Sie könnte auch direkt HINTER einem stehen, auch dann sind die Wellen gleich schnell an beiden Ohren. Ich behaupte mal, dass ich mit geschlossenen Auge unterscheiden kann, ob das Geräusch direkt vor mir oder direkt hinter mir ist.
Hallo Hans-Jürgen,
zur Lokalisation einer Schallquelle werden außer den Laufzeitdifferenzen auch Amplituden- (Lautstärke-) Unterschiede und besonders auch frequenzabhängige Lautstärkeuntersch. genutzt.
Eine schöne Erklärung findest du bei „ars auditus“: http://www.dasp.uni-wuppertal.de/ars_auditus/index.html
das liegt an der Form des Gehörgangs. Je nach Richtung der Quelle von vorn, oben oder hinten entsteht eine Phasenverschiebung, anhand derer wir die Quelle lokalisieren. Wie das genau funktioniert, kann ich leider nicht erklären, ich habe es vor Jahren mal in Spektrum der Wissenschaft gelesen (und wohl nicht vollständig verstanden ).
bei all dem bereits Gesagten ist viel richtiges dabei, aber ganz vollständig ist die Information noch nicht.
Wären die Ohren tatsächlich symmetrisch, käme bei Schallquellen aus der Medianebene an beiden Ohren das gleiche Signal an, egal ob von hinten, oben oder vorne.
Die beiden Ohren eines Menschen sind aber nicht exakt symmetrisch. Betrachtet man nun Geräusche, die an beiden Ohren gleiche Signale erzeugen, so kommen die nun nicht mehr aus der Medianebene, sondern von einer ziemlich verbeulten Fläche. Für Phasenunterschiede sieht diese verbeulte Fläche anders aus als für Itensitätsunterschiede. Aus der Kombination von Phasenunterschieden und Intensitätsunterschieden lässt sich also eine eindeutige Richtung rekonstruieren unter der Vorraussetzung, dass die Ohren unsymmetrisch sind.