Oma führt sich auf wie Mama..was/wie tun?

Hallo Experten,

ich bräuchte mal dringend euren Rat zu folgendem Sachverhalt.

Meine Tochter wurde vor kurzem ein Jahr. Ich trete demnächst eine neue Stelle an, ca. 4Std/Tag. In der Zeit ist die Kleine mitunter bei meiner Mutter untergebracht. So weit so gut. Ich bin froh, dass die Kleine bei Menschen ist, die sie lieb haben und bei denen es ihr gut geht.
Nun sei vielleicht noch gesagt, dass mein Vater vor knapp drei Jahren plötzlich verstorben ist und meine Mutter seit dem allein ist, also ohne Lebenspartner. Sie ist 48 Jahre jung.
In letzter Zeit aber kommt mir der Gedanke, dass sie meine Tochter zur Ablenkung benutzt (was eigentlich nicht SO verkehrt ist, aber das WIE macht mich langsam etwas hmm… böse?)
So macht sie z.B. einen Riesenaufwand, wenn die Kleine die Ärmchen nach ihr reckt á la „ja mein Schatz, die Oma is ja da“- HALLO!? Meine Tochter macht das bei jedem und KEINER macht so einen Aufstand.
Sie gibt richtig damit an, auch gegenüber meinen Schwiegereltern, die sie eben nicht so oft sieht. Die beide gucken dann ziemlich traurig drein…
Auf Geburtstagen heißt es auch oft „Guck mal, wie die Kleine an ihrer Oma hängt“ *aaaaaaaaahhhhhhhhh*
Meine Mutter führt sie auch vor, richtig stolz á la „Mach mal dies“ „Zeig mal wie groß du bist“ „mach mal das“ - ich hab gar keine Chance dagegen…
Auch wenn ich meine Maus füttere und sie EINMAL den Kopf wegdreht heißt es direkt „ich glaub die ist satt“ „ich würd sagen, die will nimmer“ UNUNTERBROCHEN geht das so weiter, bis sie dann doch weiter isst. Ich will dann auch nicht vor allen sagen, dass es REICHT! Wenn ich sie dann wieder allein sehe, ist alles wieder ne Weile her und der Zeitpunkt scheint mir wieder mal unpassend.
Vor allem wird sie tierisch eingeschnappt sein-wahrscheinlich egal welchen Zeitpunkt ich erwische…

Auch sei gesagt, dass ich mit meiner Mutter in meiner Jugendzeit nicht das beste Verhältnis hatte. Meine Eltern waren sehr oft ungerecht, beleidigend und haben mir nie wirklich zugehört. Eher hat meine Mutter mir von IHREN Problem erzählt (lt. meinem Tagebucheintrag war ich so ca. 14/15), weshalb ich dann zu MEINER Oma (der Mutter meiner Mutter) gegangen bin und ihr meine Problem erzählt hab, denn die hatte IMMER ein offenes Ohr für mich.

Ich hab jetzt Panik wenn ich dran denk, dass sie darauf hin arbeitet, dass meine Tochter ein Oma-Kind wird-als ob sie mir heimzahlen will, dass ich immer mit ihrer Mutter statt mit ihr geredet hab. Wobei sie selbst dran Schuld ist, das aber nicht einsehen will). Vor allem weil ich mir vorgenommen hab, NICHT so zu werden wie meine Eltern/Mutter.

Wie kann ich meiner Mutter verständlich machen, dass sie „NUR!“ Oma ist und NICHT die Mutter meiner Tochter?
Dass ich nicht möchte, dass sie mich bzw. meinen Mann vorführt!? Anscheinend meint sie, ich würde im Zweifel zu ihr halten, anstatt zu meinem Mann… (so wie sie damals eher zu ihrer Mutter als zu meinem Vater gehalten hätte?) Ich glaube, sie weiß gar nicht, wie sehr sie sich da täuscht!

Fairerweise muss ich sagen, dass das Verhältnis seit meinem Auszug vor sechs Jahren und dem Tod meines Vater vor 3 Jahren sehr gut geworden ist und sie im Prinzip eine nette Person ist. Trotzdem will ich, dass sie begreift, dass es so nicht weiter geht. Vor allem, WEIL die Kleine bald öfter in ihrer Obhut sein wird…

Ich hoffe, das war alles verständlich und nachvollziehbar. Bin ziemlich durch den Wind.

Das waren auch nur Beispiele. Kurz gesagt: Sie gibt zu allem ihren Senf dazu und meint, alles besser zu wissen :wink: Und ich will nicht, dass das Oma/Enkelin-Verhältnis besser wird als MUTTER/KIND-Verhältnis, auch da ich bald arbeiten gehen werde…

Ich hoffe, ihr könnt mir ein paar Anregungen geben und mich etwas „runterholen“. Danke dafür!
Liebe Grüße
Anke

Hallo Anke,

das hört sich ziemlich schlimm an, Eure Mutter-Kind-Beziehung - und damit meine ich Dich und Deine
Mutter. Es klingt nach viel Wut, Enttäuschung und Grenzüberschreitungen. Diese Probleme solltest Du
bei Gelegenheit klären (es gibt ein gutes Buch „Die Mutter-Tochter-Revolution“ - kann ich sehr
empfehlen).

Nun zu Deinem scheinbar eigentlichen Problem: das Umgehen Deiner Mutter mit Deiner Tochter. Als
allererstes sollte das Wohl Deiner Tochter stehen. Das bedeutet, dass Du Deine Wut über Deine Mutter
zurückstellst und nur an die Beziehung zwischen den beiden siehst. Du magst Deine Vorstellung von
Erziehung haben - Deine Mutter hat vielleicht eine andere und die muss nicht schädlich sein, nur
anders. Bei Großeltern darf man eben Sachen machen, die zu Hause nicht geduldet werden. Wenn ich
Samstags meinen Sohn bei meinen Eltern abhole (er schläft dort immer von Freitag auf Samstag) hat er
Schokolade an den Backen, Buntstiftzeichnungen an Händen und an dem T-Shirt klebt die Kleckerei vom
Backen. Ach und die Nägel sind ganz schwarz, weil sie Tomaten gepflanzt haben. Er darf dort im Stehen
pinkeln und schläft im Ehebett. Das läuft bei uns GANZ anders - aber so what - der ist quitschvergnügt!
Kinder merken ziemlich schnell wo man was darf und wo nicht und die grundsätzlichen Werte
bekommen sie Zuhause. Dafür kann die Oma was bieten was die Mama oft nicht kann: sie ist immer voll
da, lieb, entspannt und stolz.

Genauso bekommt die Kleine auch schnell die Spannungen mit, die zwischen Dir und Deiner Mutter
herrschen - es kann auch sein, dass sie die Konflikte auf sich bezieht und das solltest Du vermeiden. So
wie auch sich scheidende Eltern vermeiden sollen Konflikte vor dem Kind auszutragen. Das wäre
egoistisch und Du stellst damit Deine Probleme vor dem Wohl des Kindes.

Solltest Du das nicht schaffen, dann empfehle ich Dir eine gute Tagesmutter oder Krippe zu suchen. Die
Oma kann sie dann ab und zu abholen oder sie verbringt mal einen Tag die Woche mit ihr. Das wäre für
alle Beteiligten entspannter und für Dich eine gute Übung eine Distanz aufzubauen und damit auch
Deine Wut abzubauen.

Alles wird gut - aber bleib ruhig, kontrolliert und fair!
Viele Grüße

Wie kann ich meiner Mutter verständlich machen, dass sie
„NUR!“ Oma ist und NICHT die Mutter meiner Tochter?

Garnicht. Nach meinen (langen) Erfahrungen weiß eine
Mutter von alleine wo die Grenzen ihrer Einmischung
sind oder sie versteht es nie.
(Sie meint es ja nur gut ! -sie hat ja mehr Erfahrung!)

Und ich
will nicht, dass das Oma/Enkelin-Verhältnis besser wird als
MUTTER/KIND-Verhältnis, auch da ich bald arbeiten gehen
werde…

Ich höre da Eifersucht heraus.
Natürlich wird das Verhältnis eines Kindes zu der Person
intensiver die praktisch im Alltag Bezugsperson ist.
Was erwartest Du ?

Ich hoffe, ihr könnt mir ein paar Anregungen geben und mich
etwas „runterholen“.

Wunder gibt es nicht.
Ich denke ich habe Dich „runtergeholt“.
Das Problem liegt in Dir.
Deine Mutter kannst Du nicht ändern.
Ihre Hilfe bekommst Du nur wenn sie teilweise das
„Heft in die Hand nimmt“.
Frage Dich was Du wirklich dabei verlierst ?
Daß Du etwas „Verlustangst“ hast verstehe ich schon.
Aber ist diese berechtigt ?
Gruß VIKTOR

Hallo Anke,

Ich trete demnächst eine neue Stelle an, ca. 4Std/Tag. In der
Zeit ist die Kleine mitunter bei meiner Mutter untergebracht.

Von wievielen Stunden sprechen wir exakt?
Arbeitet deine Mutter noch?
Gäbe es keine andere Möglichkeit das Kind unterzubringen?
Sind deine Schwiegereltern dabei einbindbar?

… dass mein Vater vor knapp drei Jahren plötzlich verstorben
ist und meine Mutter seit dem allein ist, …

Hat sie es geschafft in der Zeit ihrem Leben sowas wie einen
neuen Sinn zu geben oder sieht sie jetzt ihre ‚Lebensaufgabe‘
darin deine Tochter großzuziehen?

Sicher fühlt sie in sich eine große Leere durch den Tod ihres
Mannes und sicher macht es sie wahnsinnig glücklich jetzt der
Enkelin Wärme und Nähe und Liebe zu geben. Das ist gut und
richtig so … aber DU bist die Mutter und einen Wettkampf
darum ob du oder sie das Kind erziehen und wen das Kind am
Ende ‚mehr lieb hat‘ musst du im Keim ersticken.

Endweder sie betreut das Kind zu deinen Bedingungen oder sie
betreut es nur im absoluten Notfall. Da muss Klarheit herrschen
oder ihr werdet euch beide schnell wundern wie das Kind euch
gegeneinander ausspielt und die Kleine dann der Chef ist!

So macht sie z.B. einen Riesenaufwand, …

Es ist deine Aufgabe, ihr klarzumachen, dass man so den Charakter
eines Kindes versauen kann.

Sie gibt richtig damit an, …
Meine Mutter führt sie auch vor, …

Es ist deine Aufgabe dann korrigierend einzuschreiten.

Auch wenn ich meine Maus füttere und sie EINMAL den Kopf
wegdreht heißt es direkt „ich glaub die ist satt“ „ich
würd sagen, die will nimmer“ UNUNTERBROCHEN geht das so
weiter, …

Du scheinst in der Falle zu stecken, dass du für dich nur die
Alternativen ‚Krieg mit deiner Mutter‘, d.h. ihr klare Grenzen
aufzeigen und dabei zu riskieren das sie dich nicht mehr unter-
stützt, oder ‚Frieden mit deiner Mutter‘, d.h. du läßt sie
machen was sie will und ordnest dich ihr damit unter, zu sehen.

Das ist grundsätzlich kaum zu umgehen wenn der andere Mitspieler
(deine Mutter) nicht von allein begreift das er Grenzen über-
schreitet. Ich denke du wirst den Krieg führen müssen …

Ich will dann auch nicht vor allen sagen, dass es REICHT!

Nur wenn sie weiss, dass du hierzu bereit bist, wird sie dich
respektieren.

Wenn ich sie dann wieder allein sehe, ist alles wieder ne
Weile her und der Zeitpunkt scheint mir wieder mal unpassend.

Also ordnest du dich ihr de fakto unter und läßt hier jetzt
deinen (berechtigten Frust raus. Nur scheint es mir, dass da
in erster Linie Frust über dich selber vorliegt.

Vor allem wird sie tierisch eingeschnappt sein-wahrscheinlich
egal welchen Zeitpunkt ich erwische…

Dann ist jeder Zeitpunkt so gut wie der Andere und du kannst
auch gleich damit anfangen zu beweisen, dass du die Mutter des
Kindes bist.

Meine Eltern waren sehr oft ungerecht, beleidigend und haben
mir nie wirklich zugehört. Eher hat meine Mutter mir von IHREN
Problem erzählt …

Das hört sich für mich nach Depressionen und mangelndem Selbst-
bewustsein deinerseits an und das verfolgt dich wohl bis heute.
Eventuell wäre eine proffesionelle Beratung ein Lösungsweg für
dich um da erst mal vergangenes aufzuarbeiten und alte Wunden
zu schliessen.

Ich hab jetzt Panik wenn ich dran denk, dass sie darauf hin
arbeitet, dass meine Tochter ein Oma-Kind wird-als ob sie mir
heimzahlen will, …

Hmm … ich denke nicht, dass deine Mutter eine bewusste
Strategie verfolgt um dich zu treffen. Sie reagiert ‚nur‘
so wie sie denkt reagieren zu müssen und ist glücklich mit
ihrem Enkelschen.

Hüte dich davor damit jetzt deine Tochter zu überfrachten.
Was du brauchst ist emotionale Distanz um deine eigene Rolle
als Mutter zu finden. Such die eine Krabbelgruppe und geh
mit deiner Tochter dahin um zu sehen wie andere mit ihren
Kindern umgehen und von anderen Müttern zu lernen.

Damit beugst du auch zu starken Abhängigkeiten von deiner
Tochter zu deiner Mutter vor und findest ein Netzwerk indem
du die Betreuung auch mal an deiner Mutter vorbei organisieren
kannst.

Wie kann ich meiner Mutter verständlich machen, dass sie
„NUR!“ Oma ist und NICHT die Mutter meiner Tochter?

Indem du es ihr klar sagst. Aber lass bitte dabei alle Schuld-
vorwürfe und alles was in deiner Kindheit aus deiner Sicht
schiefging weg … das jetzt klären zu wollen führt zu nichts!

Dass ich nicht möchte, dass sie mich bzw. meinen Mann
vorführt!? Anscheinend meint sie, ich würde im Zweifel zu ihr
halten, anstatt zu meinem Mann…

Was sagt dein Mann eigentlich zu der ganzen Sache? Du erwähnst
ihn nur dieses eine mal in deinem Posting. Das gibt mir sehr
zu denken!

Sprich das alles mit ihm ab und redet im Zweifelsfall gemein-
sam mit ihr. Er sollte dich dabei so stützen können, dass du
deiner Mutter ganz anders gegenübertreten kannst als allein.

Fairerweise muss ich sagen, dass das Verhältnis seit meinem
Auszug vor sechs Jahren und dem Tod meines Vater vor 3 Jahren
sehr gut geworden ist und sie im Prinzip eine nette Person ist.

Das beruhigt mich zu lesen.

Du musst zuallererst deine Panik in den Griff bekommen und
zu dir selbst finden. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass
du dich jetzt überforderst und überlastet fühlst und sogar
Verlustängste aufbaust.

Trotzdem will ich, dass sie begreift, dass es so nicht
weiter geht. Vor allem, WEIL die Kleine bald öfter in ihrer
Obhut sein wird…

Rede mit deinem Mann und rede dann mit ihr und es wird sich
einiges richten … da bin ich mir sehr sicher.

Letztendlich bist du die Stärkere denn du kannst kontrollieren
in welchem Umfang deine Mutter mit ihrer Enkelin Zeit verbringen
darf. Ihr das so zu sagen wäre sicher ein Fehler - aber genau auf
diese Kontrolle läuft alles raus. Je mehr Alternativen du dir
für die Betreung deiner Tochter aufbaust desto stärker wirst du
und desto beruhigter kannst du deine Tochter bei ihr lassen.

Ich finde es immer wieder faszinierend wie emotional geblendet
Menschen in solchen Situationen die grundlegenden Machtfragen
übersehen. Dabei ist ihre Klärung (gerade bei verworrenen Ge-
fühlen) meiner Erfahrung nach der Schlüssel zu allgemeiner
Zufriedenheit.

Wenn deine Mutter begreift, dass du nicht emotional oder wegen
der Betreung auf sie angewiesen bist (auch wenns sehr schwer-
fällt), wird sie nach deinen Regeln mitspielen. Dein Argument
wird dabei immer wieder das Wohl des Kindes sein und dass du
nicht willst, dass die Kleine von ihr nach anderen Regeln als
denen von deinem Mann und dir erzogen wird.

Ich wage nicht vorherzusehen wie oft deine Mutter dann ‚einge-
schnappt‘ ist und ob sie dann mal streikt … aber ich bin mir
sicher dass du dabei nur gewinnen kannst. Auch um durch diese
Konfrontation einige Dinge aus deiner Kindheit in den Griff
zu bekommen und selber daran zu wachsen.

Kurz gesagt: Sie gibt zu allem ihren Senf dazu und meint,
alles besser zu wissen :wink:

Aufstehen, Kind nehmen, Raum verlassen - egal wo ihr gerade seit!
Nicht viel reden, sondern handeln und damit offensiv die Lage
klären. Du wirst dich wundern wie stil sie sein kann :wink:

Und ich will nicht, dass das Oma/Enkelin-Verhältnis besser
wird als MUTTER/KIND-Verhältnis, …

Dann kümmer dich wann immer es geht um dein Kind. Versorgen
kann es deine Mutter - erziehen musst du es. Mit ihm reden
und mit ihm spielen und ihm geistige Anregung geben ist viel
wichtiger als seine Wäsche in Ordnung zu halten, zu putzen
und zu kochen. So kämpfst du effektiv darum die Bezugsperson
deiner Tochter zu sein und dem Kampf wirst du kaum ausweichen
können *daumendrück*

Viele Grüße

Jake

Hallo Anke! Schade, das Verhältnis zwischen Deiner Mutter und Dir hätte sich so schön relativieren können, wäre die kleine Tochter ein Drillingskind. Inden ersten Jahren gehts bei Mehrlingen nur ums Versorgen und Entsorgen.(Und nicht um z.B.„Zeig mal, wie groß Du bist!“), und Du würdest glücklich sein, EINMAL ausschlafen zu können, während Deine Mutter die Kleinen hütet.-- Später wird Dir die Kleine sowieso etwas „entfremdet“ durch die Schule ect.(„Das Fräulein Lehrerin hat aber gesagt…“, und die Kleine schreibt deshalb die nettesten Fehler hin!). Als „Krönung“ setzt die Pubertät ein…
Liebe Anke, reg dich nicht auf, sei froh, daß Deine Mutter kein Pflegefall ist, und Dir die omaliche Hand reichen KANN…Alles Gute Dir, daswünscht Dir Erika, nicht Walter

Hi Jake!

Du hast viele gute Sachen gesagt, aber einiges möchte ich relativieren bzw. ihm widersprechen!

Du scheinst in der Falle zu stecken, dass du für dich nur die
Alternativen ‚Krieg mit deiner Mutter‘, d.h. ihr klare Grenzen
aufzeigen und dabei zu riskieren das sie dich nicht mehr
unterstützt, oder ‚Frieden mit deiner Mutter‘, d.h. du läßt sie
machen was sie will und ordnest dich ihr damit unter, zu
sehen.

Das ist grundsätzlich kaum zu umgehen wenn der andere
Mitspieler
(deine Mutter) nicht von allein begreift das er Grenzen über-
schreitet. Ich denke du wirst den Krieg führen müssen …

Hier zur „Kriegsführung“ zu raten finde ich nicht sinnvoll. Es muss eine Auseinandersetzung geben, soviel ist klar. Dies kann ganz sachlich geschehn. Ich denke, dass Anke durchaus in der Lage ist, sich deutlich gegen ihre Mutter abzugrenzen, ohne sie fertigzumachen.

Meine Eltern waren sehr oft ungerecht, beleidigend und haben
mir nie wirklich zugehört. Eher hat meine Mutter mir von IHREN
Problem erzählt …

Das hört sich für mich nach Depressionen und mangelndem
Selbstbewustsein deinerseits an und das verfolgt dich wohl bis
heute.

Das wird sie bis heute verfolgen, denn Verletzung aus der Kindheit sitzen oft sehr tief. Deshalb gleich eine Depression zu diagnostizieren halte ich für voreilig. Im übrigen macht Anke auch keinen depressiven Eindruck auf mich, sondern erscheint motiviert, dieses Problem aktiv anzugehen.

Eventuell wäre eine proffesionelle Beratung ein Lösungsweg für
dich um da erst mal vergangenes aufzuarbeiten und alte Wunden
zu schliessen.

Da hast du bestimmt recht, aber hier besteht doch vielmehr eine Indikation für eine Familientherapie.

Ich hab jetzt Panik wenn ich dran denk, dass sie darauf hin
arbeitet, dass meine Tochter ein Oma-Kind wird-als ob sie mir
heimzahlen will, …

Hmm … ich denke nicht, dass deine Mutter eine bewusste
Strategie verfolgt um dich zu treffen. Sie reagiert ‚nur‘
so wie sie denkt reagieren zu müssen und ist glücklich mit
ihrem Enkelschen.

Ich geb dir recht, dass das Verhalten der Mutter nicht unbedingt einer bewussten Strategie folgt. Aber auch unbewusst motiviertes Verhalten kann sehr problematisch sein - wie man hier sieht. Und auch dann ist es gerechtfertigt, sich darüber mit demjenigen auseinanderzusetzen.

Indem du es ihr klar sagst. Aber lass bitte dabei alle Schuld-
vorwürfe und alles was in deiner Kindheit aus deiner Sicht
schiefging weg … das jetzt klären zu wollen führt zu nichts!

Ich denke, dass es zu nichts führt, wenn sie sich jetzt verbiegt. Und das tut sie, wenn sie ihre Verletzungen verdrängt. Das Verhältnis zur Mutter war problematisch und ist es heute noch. Wenn es sich ändern soll, dann müssen Dinge aus der Vergangenheit aufgearbeitet werden.

Ich finde es immer wieder faszinierend wie emotional geblendet
Menschen in solchen Situationen die grundlegenden Machtfragen
übersehen. Dabei ist ihre Klärung (gerade bei verworrenen Ge-
fühlen) meiner Erfahrung nach der Schlüssel zu allgemeiner
Zufriedenheit.

Du sagst es!

Gruß
ChrisTine

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hallo anke,

das verhalten der oma ist völlig normal. (übrigens wäre es dasselbe, wenn es sich um eine gut funktionierende tagesmutterbeziehung handelte: du musst zuneigungskontingente abgeben.)

eher das verhältnis zwischen dir un deiner mutter scheint mir gespannt zu sein.
lerne, gelassen damit umzugehen, dass deine tochter im moment eine andere erste bezugsperson hat. du kannst dich eben nicht waschen, ohne den pelz nass zu machen. der volle (emotionale) einsatz der oma hat nun mal seinen preis.
aber der preis ist nicht zu hoch: es schadet dem verhältnis zwischen dir und deiner tochter nicht das geringste. im gegenteil: du hast so die chance, für deine tochter etwas besonderes zu werden.

ich bin selbst von meiner oma aufgezogen worden. das hat der beziehung zu meiner mutter nicht im geringsten abbruch getan.

also: kiep kuhl und freu dich, dass du dir in bezug auf betreuung deiner tochter jemand hast, dem das wohl deiner tochter vor allem kommt.

gruß
ann

Von wievielen Stunden sprechen wir exakt?

von ca. 4 Std. / Tag bzw. 20 Wochenstunden… eingeteilt, wie´s mir am besten passt.

Arbeitet deine Mutter noch?

Ja, aber auch nur 3Tage/Woche wenige Stunden.

Gäbe es keine andere Möglichkeit das Kind unterzubringen?

Ja, meine Omas, die Schwiegermutter…

Hat sie es geschafft in der Zeit ihrem Leben sowas wie einen
neuen Sinn zu geben oder sieht sie jetzt ihre ‚Lebensaufgabe‘
darin deine Tochter großzuziehen?

Ich vermute letzteres… ich sag ihr schon lange, dass sie sich mal ein Hobby zulegen soll oder auf „Männersuche“ gehen soll… Hat sich noch nicht drauf eingelassen - schade (für SIE!)

Endweder sie betreut das Kind zu deinen Bedingungen oder sie
betreut es nur im absoluten Notfall. Da muss Klarheit
herrschen

Bin halt nicht dabei… die KLeine petzt das mit nem Jahr noch nicht :wink:

Es ist deine Aufgabe, ihr klarzumachen, dass man so den
Charakter
eines Kindes versauen kann.

Ja, aber in ihren Augen übertreib ich´s ja dann nur…

Dann ist jeder Zeitpunkt so gut wie der Andere und du kannst
auch gleich damit anfangen zu beweisen, dass du die Mutter des
Kindes bist.

Ja, da haste wahrscheinlich recht!

Das hört sich für mich nach Depressionen und mangelndem
Selbst-
bewustsein deinerseits an und das verfolgt dich wohl bis
heute.

Letzteres ist richtig, wobei ich das wohl verdrängt hatte. Richtig hoch kam mir das alles bzw. eingeholt hats mich wieder, als ich vor einigen Monaten meine Tagebücher gelesen hab… die sind ziemlich detailliert geschrieben.
Selbstbewusstsein hab ich ausreichend und depressiv bin ich nur, wenns draußen kalt und dunkel ist :wink:

Indem du es ihr klar sagst. Aber lass bitte dabei alle Schuld-
vorwürfe und alles was in deiner Kindheit aus deiner Sicht
schiefging weg … das jetzt klären zu wollen führt zu nichts!

Das versuchte ich schonmal… aber ich stoße auf taube Ohren. Sie weiß oder will nichts von alldem wissen. Oder sie spielt alles runter oder der alte spruch kommt á la „was du dir alles einbildest“ „sooooo war das ganz sicher nicht“
Ein Beispiel für ihre eingebildete Unfehlbarkeit (doofe Situation eigentlich) Sie meinte mal, sie hätte mich ja ÜBERALL hingefahren „damals“. Egal wo ich hinwollte, überall kam ich DANK IHR und Papa hin… Das stimmt so natürlich nicht. Und wenn sie mich irgendwo hingefahren hatte, dann auch nur mit stundenlangen Diskussionen vorher… erst „nein“… dann „später vielleicht“… dann „mal schauen“… dann „ja“… dann „nein doch net“… psychoterror für ein zartes pupertierendes Seelchen wenn du mich fragst!
So oder so ähnlich sind alle weiteren Beispiele für unser damaliges „schwieriges Verhältnis“… :wink:

Was sagt dein Mann eigentlich zu der ganzen Sache? Du erwähnst
ihn nur dieses eine mal in deinem Posting. Das gibt mir sehr
zu denken!

Ja stimmt… war auch so gar nicht beabsichtig. Er steht voll und ganz hinter mir und sagt ihr auch mal die Meinung - „durch die Blume“ allerdings. Mehr „traut“ er sich nicht… Respekt vor der Schwiegermutter - wirklich so! So ist er erzogen worden. Manchmal ziemlich lästig :wink:

DANKE bis dahin :wink:
Gute Nacht
Anke

Hallo ChrisTine,

Du hast viele gute Sachen gesagt, aber einiges möchte ich
relativieren bzw. ihm widersprechen!

Fein! Du denkst in die gleiche Richtung wie ich und hilfst
mir das auszudrücken was ich wirklich meine. Danke!

Hier zur „Kriegsführung“ zu raten finde ich nicht sinnvoll.
Es muss eine Auseinandersetzung geben, soviel ist klar. Dies
kann ganz sachlich geschehn. Ich denke, dass Anke durchaus
in der Lage ist, sich deutlich gegen ihre Mutter abzugrenzen,
ohne sie fertigzumachen.

Mir scheint, dass wir beide einer Meinung sind. Nur ist bei mir
der Begriss ‚Kriegführung‘ deutlich niederschwelliger und sub-
tiler besetzt als er bei dir ankam :wink:

Das wird sie bis heute verfolgen, denn Verletzung aus der
Kindheit sitzen oft sehr tief. Deshalb gleich eine Depression
zu diagnostizieren halte ich für voreilig. Im übrigen macht
Anke auch keinen depressiven Eindruck auf mich, sondern
erscheint motiviert, dieses Problem aktiv anzugehen.

Siehe oben … hier ist der Begriff ‚Depression‘ dran.

Eventuell wäre eine proffesionelle Beratung ein Lösungsweg für
dich um da erst mal vergangenes aufzuarbeiten und alte Wunden
zu schliessen.

Da hast du bestimmt recht, aber hier besteht doch vielmehr
eine Indikation für eine Familientherapie.

Ich habe da garnicht unterschieden zwischen Paar-, Einzel- und
Familientherapie. Das Problem dürfte sein, dass Ankes Mutter
sicher kaum Motivation zu so einer Massnahmen hat.

Aber auch unbewusst motiviertes Verhalten kann sehr problem-
atisch sein - wie man hier sieht. Und auch dann ist es ge-
rechtfertigt, sich darüber mit demjenigen auseinanderzusetzen.

Sicher. Nur ist es was total anderes ob ich einen Gesprächspart-
ner hab dessen ‚unbewustes motiviertes Verhalten‘ der Anlass des
Gegensatzes ist oder ob ich jemanden vor mir habe, der all dies
als bewustes strategisches Handeln praktiziert wie es Anke an
der Stelle befürchtete. Ich wollte Anke beruhigen!

Indem du es ihr klar sagst. Aber lass bitte dabei alle Schuld-
vorwürfe und alles was in deiner Kindheit aus deiner Sicht
schiefging weg … das jetzt klären zu wollen führt zu nichts!

Ich denke, dass es zu nichts führt, wenn sie sich jetzt ver-
biegt. Und das tut sie, wenn sie ihre Verletzungen verdrängt.

Wer attestiert, ich würde zum ‚Verbiegen‘ und ‚Verdrängen‘ raten,
kennt mich nicht wirklich *breitgrins*

Mir geht es nur darum beide Themen sauber getrennt zu lassen,
damit sie sich nicht gegenseitig bei ihrer Lösung blockieren.

Das Verhältnis zur Mutter war problematisch und ist es heute
noch. Wenn es sich ändern soll, dann müssen Dinge aus der
Vergangenheit aufgearbeitet werden.

Klar … aber alles zu seiner Zeit.

Viele Grüße

Jake

Hallo Anke,

Gäbe es keine andere Möglichkeit das Kind unterzubringen?

Ja, meine Omas, die Schwiegermutter…

Siehst du … dann bist du gar nicht total von deiner Mutter
abhängig und kannst selber bestimmen was los ist. Ich fände
es sogar sehr gerecht wenn deine Tochter reihum bei allen
mal wäre. So gehst du jeder Abhängigkeit aus dem Weg und
machst den Anderen auch eine Freude.

… ich sag ihr schon lange, dass sie sich mal ein Hobby zu-
legen soll oder auf „Männersuche“ gehen soll…

Schick mir doch mal ein Foto von ihr :wink:

Endweder sie betreut das Kind zu deinen Bedingungen oder sie
betreut es nur im absoluten Notfall.

Bin halt nicht dabei… die Kleine petzt das mit nem Jahr noch
nicht :wink:

Wenn sich nichts Negatives zeigt, dann brauchst du dir auch keine
Sorgen zu machen. Die Kleine soll nicht petzen … wenn was schief-
läuft werdet ihr es schon merken und DANN müßt ihr eingreifen.

Es ist deine Aufgabe, ihr klarzumachen, dass man so den
Charakter eines Kindes versauen kann.

Ja, aber in ihren Augen übertreib ich´s ja dann nur…

Das ist dein gutes Recht als die Mutter!!!

Sicher brauchst du auch eine Korrektur in deinem Verhalten
-wie jeder Mensch!- aber dafür ist erst mal dein Mann zuständig
als Vater des Kindes und als dein Lebenspartner. Mit dem Argu-
ment du würdest übertreiben ist absolut nicht alles zu recht-
fertigen was gegen deinen Willen läuft.

Das hört sich für mich nach Depressionen und mangelndem
Selbstbewustsein deinerseits an und das verfolgt dich wohl
bis heute.

Letzteres ist richtig, wobei ich das wohl verdrängt hatte.

Das kann ich verstehen.

Richtig hoch kam mir das alles bzw. eingeholt hats mich
wieder, als ich vor einigen Monaten meine Tagebücher gelesen
hab… die sind ziemlich detailliert geschrieben.

Lass dich nicht von diesen Tagebüchern in Stimmungen zerren
diue du seit Jahren überwunden hast. Du bist heute ein total
anderer Mensch als damals als du das so ‚detailliert beschrie-
ben‘ hast. Löse dich von deiner Vergangenheit und zelebriere
sie nicht durch diese Tagebücher.

Selbstbewusstsein hab ich ausreichend und depressiv bin ich
nur, wenns draußen kalt und dunkel ist :wink:

Sehr schön. Heute scheinst du generell wieder ein anderer
Mensch zu sein *freu*

Indem du es ihr klar sagst. (…)

Das versuchte ich schonmal… aber ich stoße auf taube Ohren.

Du kannst nur die heutigen Probleme mit ihr lösen.

Alles andere wirst du in dir drin bewältigen müssen!

Ein Beispiel für ihre eingebildete Unfehlbarkeit (doofe
Situation eigentlich) Sie meinte mal, sie hätte mich ja
ÜBERALL hingefahren „damals“. Egal wo ich hinwollte, überall
kam ich DANK IHR und Papa hin… Das stimmt so natürlich nicht.
Und wenn sie mich irgendwo hingefahren hatte, dann auch nur
mit stundenlangen Diskussionen vorher… erst „nein“… dann
„später vielleicht“… dann „mal schauen“… dann „ja“… dann
„nein doch net“… psychoterror für ein zartes pupertierendes
Seelchen wenn du mich fragst!

Das kenne ich von meinen Kindern nur zu Gut. Da war der Wett-
kampf ob ihre Eltern den einen öfter zum Fussball oder den
Anderen öfter zum Handball fahren würden. Eine für beide ein-
sichtige faire Lösung gab es nicht. Und dann fand meine Frau
auch noch die Clique beim Fussball sehr nett und drängte danach
dort hinzufahren … egal wie falsch der Andere dies verstand
*grummel*

Bei deiner Mutter (und ganz sicher auch bei dir) kommt dazu
noch das Problem der selektiven Wahrnehmung und des selektiven
Gedächnisses …

Was sagt dein Mann eigentlich zu der ganzen Sache?

Er steht voll und ganz hinter mir und sagt ihr auch mal die
Meinung - „durch die Blume“ allerdings.

Das freut mich sehr … vorallem für eure Tochter *g*

Mehr „traut“ er sich nicht… Respekt vor der Schwiegermutter
-wirklich so! So ist er erzogen worden. Manchmal ziemlich
lästig :wink:

Das hat auch Vorteile … nur muss er begreifen dass es Zeiten
gibt wo man offensiv zu seiner Frau stehen muss.

Viele Grüße

Jake

Hi Anke,

mein erster Gedanke nach Lesen Deines Posting: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

Du nimmst die Dienste Deiner Mutter offenbar liebend gern in Anspruch, bist aber nicht damit einverstanden WIE sie das macht und WAS sie daraus macht.

Erster Lösungsansatz: Du sagst ihr, was Dir nicht gefällt und sie ändert es (oder eben nicht).

Zweiter Lösungsansatz, falls sie ihr „Verhalten“ nicht in gewünschter Weise ändert: Du suchst (und bezahlst) eine andere Unterbringung für Deine Tochter.

Ich bin kein Psychologe odgl., habe allerdings aus dem von Dir geschilderten Kontext den Verdacht, dass zwischen Dir und Deiner Mutter noch nicht alles geklärt ist und dass Deine Tochter und Deine Mutter Symptome Deines Problems sind.

warum?

Ich fände
es sogar sehr gerecht wenn deine Tochter reihum bei allen
mal wäre.

damit die tochter möglichst zu keinem einem bezug aufbauen kann?

So gehst du jeder Abhängigkeit aus dem Weg und
machst den Anderen auch eine Freude.

es geht hier aber nicht in erster linie um die befindlichkeiten der mutter, sondern um das, was für die tochter am besten ist, oder?

gruß
ann

Hallo Jake,

Siehst du … dann bist du gar nicht total von deiner Mutter
abhängig und kannst selber bestimmen was los ist. Ich fände
es sogar sehr gerecht wenn deine Tochter reihum bei allen
mal wäre. So gehst du jeder Abhängigkeit aus dem Weg und
machst den Anderen auch eine Freude.

Es ist der absolut falsche Ansatz den Anspruch zu haben den Anderen eine Freude zu machen. Dem
KIND sollte eine Freude gemacht werden, die Gefühle der Anderen sind neben den Bedürfnissen eines zu
betreuenden Kindes absolut belanglos.

Und an Anke: Petzen ist keine zu unterstützende Eigenschaft.

Hier wird über dem Kopf des Kindes Konflikte ausgetragen, die egoistischer Natur sind.
Mein dringender Rat: finde eine neutrale Kinderpflegestelle (Tagesmutter oder Krippe) und kläre bald
den Konflikt mit Deiner Mutter. Dazu musst Du noch nicht einmal Deine Mutter miteinbeziehen
(Familientherapie), besser ist zunächst Deine Gefühle und Verhaltensmuster überarbeiten.

Viele Grüße

1 „Gefällt mir“