Es hat mich wirklich überrascht, wie zurückhaltend man dein Posting hier beantwortet hat. Da haben schon weitaus harmlosere Anfragen weitaus schärfere Reaktionen hervorgerufen. Deine Anfrage schreit dabei geradezu nach einer dezidiert kritischen Reaktion.
Hallo, X hatte einen schönen abend mit Y, Y meinte Sie
verhütet jedoch nach diesem schönen abend kommt eine SMS das Y
schwanger ist…
Das „jedoch“ legt bereits eine Interpretation nahe, die du weiter unten auch noch einmal bestätigst, nämlich dass die Frau den Mann getäuscht hat. Das kann natürlich sein. Und keine Frage: Ein solches Verhalten wäre absolut daneben!
Sicher ist es aber nicht. Mir sind höchstpersönlich Fälle bekannt, in denen das Verhütungsmittel versagt hat. Wenn die Pille versagt, gibt es sogar einen hübschen Begriff dafür: Tropi-Kinder (Trotz-Pille-Kinder). Gott sei Dank kann man unterscheiden zwischen nicht geplanten und nicht gewollten Kindern. Nicht geplante Kinder haben durchaus die Chance, gewollt zu sein.
Nebenbei bemerkt - offenbar hat es dir noch keiner erklärt, sonst hättest du sicher anders gehandelt - schützt (neben Enthaltsamkeit) im Grunde nur ein Verhütungsmittel zugleich auch vor Krankheiten, nämlich das Kondom. Genauere Informationen darüber findest du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kondom
Schon darum hätte X so ein Teil verwenden sollen. Das hat natürlich nichts mit der Frage der Schwangerschaft zu tun und auch nichts mit der moralischen Beurteilung des Verhaltens der Y.
Nun ist es aber so, dass selbst dann, wenn Y sich total daneben benommen haben sollte, nicht automatisch jede Reaktion von X gut und richtig wäre. Es ist vielmehr auch nichts Ungewöhnliches, wenn zwei Leute sich daneben benehmen. Hinzu kommt vorliegend, dass das Kind nun wirklich am wenigsten für alles kann. Hast du das in deinen Erwägungen schon berücksichtigt?
X hat nichts gegen Kinder oder gegens Vater sein, jedoch
jemanden den er nicht kennt?
Man kann sich ja kennen lernen. Davon abgesehen finde ich das einen komischen Maßstab für die Frage, ob man das ungeborene Kind töten soll oder nicht. Wobei du diese Frage ja gar nicht wirklich aufwirfst. Es geht dir ja nur darum, wie man die Mutter davon „überzeugen“ kann.
X merkt das Y etwas doof in der birne ist und sich ausgemalt
hat nicht arbeiten gehen zu wollen und sagt auch am Telefon
offen dass SIE gerne SEIN Geld wolle im sinne von
Unterhaltszahlung.
Nun, das ist dann ja das Problem von Y. Ganz so arg leicht wird es Müttern nun nicht gemacht. Es ist in erster Linie das Kind, das Unterhaltsansprüche erwirbt. Und die sind ja auch meist eher bescheiden.
X hat nichts gegen Frauen die Kinder nicht abtreiben wollen.
Das ist sehr großzügig von X.
Aber X kann es nicht dulden wenn ein bzw. SEIN Kind dafür
aufwachsen soll damit sie so lebt wie jetzt… Arbeitslos und
Asozial.
Wie ich dir ja oben schon erzählt habe, kenne ich Fälle, in denen ein Verhütungsmittel versagt hat. In einem dieser Fälle haben die Eltern des Vaters, der mit der Mutter immerhin liiert war, ähnlich abschätzig reagiert wie du jetzt hier. Denn die Eltern und somit auch der Vater des Kindes waren finanziell fein gestellt, während die Mutter wegen ihres Kindes ihre berufliche Tätigkeit aufgeben musste. Das Absurde an dieser Geschichte ist, dass die Eltern des Vaters ihr eigenes Kind nicht sonderlich liebevoll aufgezogen hatten. Ja, materiellen Wohlstand hatte man, aber alles andere schien Mangelware zu sein. Und die arbeitslose Mutter? Liebt ihr Troko-Kind (Trotz-Kondom-Kind) über alles und ist trotz ihrer finanziellen Armut nicht im Ansatz so etwas wie „asozial“. Ich hätte mir als Kind tausend mal mehr diese Mutter gewünscht als die Eltern des Vaters. Und für mein Kind würde ich mir ebenfalls eine solche Mutter wünschen und nicht eine, die womöglich so denkt wie du.
Nur wie er jetzt Taktisch am besten vorgehen sollte um sie
davon zu überzeugen dass sie es abtreibt.
Na: gar nicht! Ich persönlich als Abtreibungsgegner muss das ja sagen. Aber rechtlich ist es ohnehin die Entscheidung der Mutter. Andere haben da nicht reinzureden, schon gar nicht haben sie die Frau zu bedrängen. Und genau das ist es doch, was du hier letztlich meinst: „überzeugen“ schreibst du, ja, aber du verfolgst ja ein bestimmtes Ziel und willst nicht etwa, dass die Frau eine möglichst gut begründete Entscheidung (notfalls auch für das Kind) fällt. Als Ratgeber hast du dich damit disqualifiziert. Und was deine eigenen Interessen angeht: Nun, so etwas kann das Leben ganz schön durcheinander bringen. Aber damit wird X sich eben arrangieren müssen. Man könnte die Sache ja auch positiv sehen. Ich bin leider kein Vater, aber ich vermute mal, dass das eine ziemlich tolle Sache ist, die man sich für kein Geld der Welt kaufen kann.
Und was Folgt event. nach der geburt?
Haben Frauen in Deutschland das Recht Männer so zu verarschen?
Ja. Es gibt nämlich kein Gesetz dagegen. Was aber nicht verboten ist, das ist erlaubt. Ob der Tatbestand des „Verarschens“ hier allerdings wirklich erfüllt ist, wissen wir nicht. Vielleicht war es wirklich ein Unfall.
Ich mein abgesehen von dem Leben was man nicht gleich
zerstören möchte, wenn es alt genug ist wird sich das Kind
freuen wenn es eine Mutter hat welches das Kind auf die Welt
gebracht hat um nicht Arbeiten gehen zu müssen???
Das ist doch nicht wirklich die Sorge, die dich umtreibt, oder?