Online Hörtest und Erfahrung mit Hörgeräten

Hallo!

Ich bin 62 Jahre jung und hatte schon länger den Verdacht, dass ich nicht mehr gut höre. Jetzt habe ich auf http://www.akustiker.at/online-hoertest/ den Online Hörtest gemacht und bin gleich einmal mit 5 von 12 Fragen positiv.

Irgendwie kann ich mich mit dem Gedanken ein Hörgerät zu tragen aber nicht anfreunden. So blöd es klingt, dafür fühle ich mich zu jung.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Hörgeräten - ich meine prinzipiell im Bezug auf die Mitmenschen. Erscheint man da „behindert“?

lg
Dorli

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Hörgeräten - ich meine
prinzipiell im Bezug auf die Mitmenschen. Erscheint man da
„behindert“?

Wie heißt es so schön, man ist immer so jung wie man sich fühlt! :wink:

Ich kenne Leute, die sind von Geburt an schwerhörig gewesen, die müssen Zeit ihres Lebens mit einem Hörgerät rumlaufen.

Für mich wirkt jemand, der dreimal nachfragen muss bei einer Frage, „älter“ als jemand, der mit Selbstbewusstsein ein knallgrünes Hörgerät trägt :wink: Falls du verstehst, wie ich das meine.

Zudem ist es wichtig, dass du mal zum Ohrenarzt gehst! Unabhängig davon, ob du dir jetzt wirklich ein Hörgerät machen lässt oder nicht. Denn Schwerhörigkeit kann so viele Ursachen haben, das solltest du auf jeden Fall mal abchecken lassen!

Grüße

Karana

Hallo Dorli,

ein Online-Hörtest ist unzureichend, um die Diagnose einer Schwerhörigkeit zu stellen. Dazu bedarf es genauer Untersuchungen beim HNO-Arzt.

Wenn du meinst, du hast Probleme mit deinem Gehör, dann lass dich beim Fachmann untersuchen. Ob du tatsächlich ein Hörgerät brauchst, kann erst danach entschieden werden.
Du solltest wissen, dass viele Ältere mit ihren Hörgeräten hadern, sie deshalb oft gar nicht tragen. Nicht immer verbessern sie das Gehör zur vollen Zufriedenheit. Auf jeden Fall muss man sie bei einem professionellen Akustiker einstellen und kontrollieren lassen, und darf keinesfalls billige Geräte online bestellen.

Es gibt Hörgeräte, die man kaum noch sieht; sie stecken im Gehörgang. Von „behindert“ kann da keine Rede sein. Aber auch mit preiswerteren, äußerlich sichtbaren darf man getrost unter die Menschen gehen. Mitmenschen, die daran Anstoß nehmen sollten, sind des Umgangs mit ihnen nicht wert.

Auch junge Menschen tragen, wie schon erwähnt worden ist, Hörgeräte. Wegen der massiven Beanspruchungen des Gehörs in den Diskos und auch außerhalb werden immer mehr Menschen immer früher schwerhörig.

Häufiges Nachfragen ist jedenfalls für die Umwelt lästiger als ein gut funktionierendes Hörgerät.

Gruß
Montanus

Hallo - zum Gang zum Arzt ist eigentlich alles gesagt.
Ich (73) trage aufgrund einer Erkrankung seit fast 20 Jahren Hörgeräte. Inzwischen natürlich die neueste Generation Digitalgeräte. Nicht billig - aber super.
Deiner Umwelt kommst du ohne Hörgeräte sehr viel schneller „behindert“ vor, als wenn du alles hörst und mitreden kannst !! Glaub mir das !!

Gruß Fritz26

Hallo,

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Hörgeräten - ich meine
prinzipiell im Bezug auf die Mitmenschen. Erscheint man da
„behindert“?

Das Wichtigste wurde bereits erwähnt, ich möchte an der Stelle nur eins von dir wissen: erscheinen dir Menschen mit Brille behindert? Ich meine, schlecht sehen können ist ja in der Tat eine sehr einschränkende körperliche Behinderung. Ich kann ohne Brille weder gut lesen, noch Auto fahren, sicher über eine Straße gehen, selbst diese Zeilen am PC kann ich ohne Brille nicht verfassen, weil ich die Tastatur nicht ausreichend erkenne (blind schreiben kann ich nicht). Würdest du unter solchen Umständen auf eine Brille verzichten, weil das behindert aussieht?

Schlecht hören können hat die gleiche Qualität: Man kann nicht oder nur eingeschränkt am Leben teilnehmen. Außerdem ist eine aus Eitelkeit „unbehandelte“ Schwerhörigkeit eine Zumutung für die Mitmenschen. Also überdenke nochmal deine Einstellung.

Barbara

Moin,

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Hörgeräten - ich meine
prinzipiell im Bezug auf die Mitmenschen. Erscheint man da
„behindert“?

bitte! Was hast Du gesagt? Die Lacher oder Augenverdreher wenn man etwas völlig falsch verstanden hat.
Wäre das eine Alternative zu Deiner Eitelkeit?

Ich bin seit Jahren Hörgeräteträger und deutlich jünger als Du.Seit ich die Dinger habe, hat sich meine Lebensqualität deutlich verbessert und behindert komme ich mit in keiner Weise vor.
Zudem kannst Du, je nach Grad der Schwerhörigkeit, auch Imohrgeräte tragen, diemanüberhaupt nicht sieht. Ich finde die aber zu fummelig und bevorzuge Hinterdemohrgeräte.

Mein Rat:
Geh zu einem Hörgeräteakustiker, der macht völlig unverbindlich und kostenfrei ein ausführliches Audiogramm. Das ist nicht nur ein Hörtest mit den Piepstönen, sondern auch Tests des Sprachverstehens, der Raumwahrnehmung, der Unangenehmschwelle etc.
Dann könnt ihr ggf. geeignetet Geräte auswählen und (auch noch völlig unverbindlich und kostenfrei für Dich) eine Anpasung vornehmen.
Das ist ein ziemlich langwieriger Prozess der aber sein muss um optimale Ergebnisse zu erziehlen.

Und nochwas. Das Gehirn! nicht die Ohren, verlernt bei Schwerhörigkeit schleichend das Hören und dieses Verlernen ist weitestgehend irreversibel. Solltest Du Deine Schwerhörigkeit auf die lange Bank schieben, werden demnächst die Ergebnisse nicht besser.
Das ist auch der Grund, warum so viele alte Menschenso schlecht mit ihren Geräten klarkommen.

Und wie schon gesagt, behindert komme ichmir nicht vor und binauch noch nie so behandelt worden, ganz im Gegenteil.

Gandalf

P.S.
Ich trag übrigens auch ne Brille, bei der ich mich auch nicht behindert fühle.

Hai, Dorli,

ich empfinde Leute, die bei geselligem Beisammensein vage lächelnd dazwischen sitzen und auf jede Frage mit „Joooo - schön hier…“ antworten, als „behinderter“ und „älter“, als solche mit Hörgerät.

Wobei es mich gelegentlich irritiert, wenn ein etwas, was ich als ganz normales Hörgerät am Rande registriert hatte, sich als Telefon herausstellt und der Verstöpselte plötzlich mit der leeren Luft spricht.

Gruß
Sibylle

Hallo,

drei Dinge möchte ich dir mit auf den Weg geben.

  1. Ein Hörtest ist nur Aussagekräftig, wenn er beim HNO Arzt oder beim Akustiker gemacht wird.
    Wenn du Bedenken hast, vereinbare dort einen kostenlosen Termin.
    Erst dann brauchst du an Hörgeräte denken.

  2. Ich finde 62 Jahre ist vorallem zu jung, um von der Umwelt nur noch Bruchstücke mitzubekommen.
    Die Akzeptanz von Hörgeräten ist inzwischen sehr hoch, nur die Brille übertrifft noch das Hörgerät.
    Es gab Zeiten, da fühlten sich junge Frauen ‚behindert‘, weil sie eine Brille tragen mussten.

Wie behindert du dich mit Hörgeräten fühlst, das liegt allein an dir.
Wer sich ganz selbstverständlich verhält, der wird auch ganz selbstverständlich wahrgenommen.

  1. Heutzutage sehen Hörgeräte völlig anders aus als noch vor 20 Jahren.
    Wenn du ein möglichst unauffällige Gerät möchtest, dann gibt es viele verschiedene Modelle.
    Etwas teurer sind sie zwar, viele Akustiker bieten aber auch Ratenzahlung an.
    Informiere dich doch einfach mal!

http://misc.oticon.com/eprise/main/_images/products/…

http://www.brillen-potyka.de/typo3temp/pics/2c655ea9…

http://www.gesund-durch.de/mini-computer-am-ohr-helf…

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Ich kenne gleich mehrere Personen, die deutlich jünger sind als du und trotzdem Hörgeräte tragen.
Nur sehr selten machen sie negative Erfahrungen - behindert fühlt sich von ihnen keiner.

Also - nur Mut…!

Es grüßt
Yvisa