Online-medizinische Dienstleistungen

Hallo allerseits,
eine Frage: Ich werde demnächst ungefähr ein halbes Jahr (wegen Job) in Berlin verbringen und wenig Zeit haben. Ich muss regelmäßig Medikamente einnehmen. Wie sind Eure Erfahrungen mit medizinischen Online-Services?

Die helfen Dir nicht beim Einnehmen, das geht nur offline in RL. Und sie reichen Dir auch kein Glas Wasser zum Nachtrinken.

Und für die Erinnerung, wann vieviel Vasektomil 20 mg eingeworfen werden soll, genügt ein Termin in Outlook.

Glück auf!

MM

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Was meinst Du damit?

Denn generell sehe ich überhaupt kein Problem

  • entweder Du kannst bei Deinen Ärzten „zuhause“ in Behandlung bleiben, kriegst ggf. Rezepte per Post oder fährst zwischendurch mal hin?
  • oder Du suchst Dir in Berlin Ärzte, die alles tun was nötig ist (das kommt natürlich drauf an, was für Fachrichtungen Du brauchst und ob die ggf. längere Wartezeiten haben). Eventuell - je nach Erkrankung - wäre es ggf. schlau, die hätten Kontakt zu Deinen behandelnden Ärzten. Und mit ein wenig Glück haben Deine behandelnden Ärzte auch ein „Kollegy in Berlin“ zu dem Dich dann direkt „schicken“

Oder was ist Deine eigentliche Frage?

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Vom Hörensagen meines Arbeitgebers sind inzwischen viele sehr zweifelhaft. Was während Corona von niedergelassenen Ärzten, erlaubt von der Politik, eingeführt wurde und gern von einigen benutzt wurde, wird inzwischen von zu vielen zweifelhaften Ärzten ausgenutzt. Da bekommt man schon mal eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - aber ohne elektronische Meldung an die Krankenkasse und nicht in mehrfacher schriftlicher Ausführung. Es gibt wohl Krankenkassen und Arbeitgeber, die solche AUB nicht akzeptieren.

Oder meinst Du eine Verbindung zu Deinem, Dir bekannten Arzt? Das wiederum kann ich mir sehr gut als Lösung für eine zeitweilige „Fernbeziehung“ vorstellen.

Ich kann jetzt nicht für alle derartigen Dienstleister sprechen, aber bei dem Verein, der mir von meiner Krankenkasse per Werbung nahegelegt wurde, ist überhaupt nicht erkennbar, dass es sich um einen solchen Dienstleister handelt, weil sowohl AU-Bescheinigung als auch Rezept von einem Arzt mit dessen Anschrift ausgestellt wurden. Ist überhaupt etwas anderes möglich? Ich habe Zweifel.

Wir wurden neulich von unserem Arbeiter, nach Hinweisen von mehr als einer Krankenkasse, entsprechend gebrieft.

Es gab mal Ärzte, die gegen Geld Bescheinigungen für eine sogenannte Masken-Befreiung ausgestellt haben. Es gibt Menschen, die glauben Microsoft-Mitarbeitern von denen sie angerufen werden, dass sie ihnen helfen, Viren vom Computer zu entfernen. Stecke beides in einen Knobelbecher, schüttele und wirf aus. Du erhältst Menschen, die glauben, dass ihnen ein, ihnen unbekannter Arzt irgendwo in Europa, eine gültige AUB per Mail gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr zuschicken. Und auch gültige Rezepte zum selber Ausdrucken…

In einer Welt der Ungebildeten, Leichtgläubigen und Gierigen ist alles möglich, wenn man nur genügend kriminelle Energie oder wenigstens Dreistigkeit besitzt.

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Ich kenne nur welche, die bestenfalls Privat-Rezepte ausstellen.

Frag mal deinen behandelnden Arzt, was er vorschlägt. Mein Hausarzt würde mir für eine begrenzte Zeit Rezepte per Post schicken.
Begrenzte Zeit deshalb, weil er mich von Zeit zu Zeit schon sehen will um zu prüfen, ob die Dosierung noch passt. Ein halbes Jahr wäre machbar.

Naja, mit hat ein mir - von dem vorherigen Videofonat abgesehen - unbekannter Arzt sowohl ein gültiges Rezept als auch eine gültige AU-Bescheinigung zugeschickt und beides konnte ich „einlösen“. Dass es da schwarze Schafe gibt, bezweifle ich nicht; mir ging es aber mehr um die pauschale Aussage, dass es

Einerseits dürfte das wohl sehr vom Anbieter der Dienstleistung und der Aufmachung der produzierten Arbeitsergebnisse abhängen. Andererseits bezweifle ich, dass ein Arbeitgeber - sofern alle Formalia eingehalten sind - eine AU-Bescheinigung zurückweisen kann, nur weil ihm die Methode nicht gefällt, wie sie zustande gekommen ist. Dafür sind schon beweisbare Tatsachen notwendig, die Zweifel an der Erkrankung des Mitarbeiters aufkommen lassen.

Es gibt einen sehr bekannten Anbieter, der sehr selbstsicher auftritt, der Ärzte „vermittelt“, mit Praxisanschriften in Coworkingspaces, wo schon verschiedene Ärztekammern dazu übergegangen sind, auf ihren Websites mitzuteilen, dass Arzt xyz bei der jeweiligen Ärztekammer unbekannt ist.

Ich werfe mal einen Link in den Raum, es gibt etliche.

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Das bestreite ich doch überhaupt nicht. Es ging darum:

Das war wie gesagt nur ein Beispiellink. Der von mir erwähnte aber nicht genannte Anbieter hat etliche von diesen obskuren Ärzten „im Angebot“. Ich rede nicht von seriösen niedergelassenen Ärzten, die zu Corona-Zeiten auch Videosprechstunden anboten.

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Der aber völlig nutzlos ist. Es ging um die Aussage, dass AUB von manchen Arbeitgebern und Krankenversicherungen gar nicht mehr akzeptiert werden. Also nicht, dass manche „Dienstleister“ nicht mehr akzeptiert, sondern dass manche AG und KV derartige Dienstleister gar nicht mehr akzeptieren.

Das ist in keiner Richtung Wunschkonzert und deshalb sind Pauschaläusserungen und pauschale Ausschlüsse vielleicht erst einmal am gesetzlichen Rahmen auszurichten.
Dass AU online ausgestellt „nicht akzeptiert werden“ ist so genauso falsch, wie der Hinweis, dass das so automatisch geht.
Man muss hier genau hinsehen, von was wir eigentlich reden und wann!
Viele Regelungen, die unter Pandemiebedingungen eingeführt wurden, haben sich im Detail geändert und waren zwischenzeitlich sogar weg. Man muss auch zwischen Video und Telefon unterscheiden.

Inzwischen gilt, dass die AU nach Videosprechstunde dauerhaft möglich ist, allerdings unter strenger Begrenzung. Bei unbekannten max. 3 Tage, bei bekannten 7 Tage, Verlängerung ohne persönliche Untersuchung bzw. Gespräch nicht möglich. Und nur bei leichten Erkrankungen.

Die telefonische AU gilt aktuell nicht und sollte „ab Herbst“ wieder eingeführt werden. Klappt nicht, der G-BA braucht bis 1/24
Darüber hinaus gibt es individuell nur in Grenzen. Wenn der Arzt Video nicht anbietet, bietet er es nicht an. Wenn er unbekannte Patienten nich derart AU attestiert, tut er das nicht.
Was die Akzeptanz angeht ist das grundsätzlich auch erst einmal einfach, der Arbeitgeber muss zunächst eigentlich anerkennen. Aber. Wenn er begründete gravierende Zweifel hat, darf er ablehnen. Dann kommt es auf objektivierbare Kriterien an und dann hat eine AU, die ohne persönliche Untersuchung / Beratung stattgefunden hat und dann ggf. noch bei einem unbekannten Arzt einen schwächeren Wert, wenn es hart auf hart kommt.
Last not least können wir natürlich hier noch munter weiterfabulieren. Was der Fragesteller mit Onlinediensten gemeint hat, weiß nur er selbst und hat es noch gar nicht mitgeteilt. Es besteht eine sehr große Bandbreite, was da denkbar und machbar ist und ob wir von Aufrechterhaltung einer Fernbeziehung mit ggf. Ergänzung bei lokalem Bedarf reden oder Neubeziehung.
Da der Bedarf grundsätzlich in Berlin einigermaßen hoch ist, es gibt viele Patienten, die nur vorübergehend in der Stadt sind, haben sich einige Ärzte darauf eingestellt. Ich kenne mehrere.

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und der zwingt keinen Arbeitnehmer dazu, eine AU-Bescheinigung zu akzeptieren, die nicht der zuständigen Krankenkasse übermittelt worden und dort abrufbar ist.

Ganz unabhängig davon, wie diese zustande gekommen ist.

Glück auf!

MM

Der Arbeitnehmer muss überhaupt keine AU akzeptieren. Der kann auch einfach arbeiten gehen.

Hallo Jana,

ich meinte diese Online Arzt- und Apothekenservices, wo man sich über das Internet jederzeit beraten lassen kann und wo auch Rezepte ausgestellt werden.

Ich möchte ungern sozusagen eine neue Beziehung zu einem Arzt aufbauen, weil ich ja nur für eine begrenzte Zeit in Berlin bin. Bei einem Notfall ist es sicher möglich, einfach bei der Praxis meines Hausarztes anzurufen.

Liebe Grüße
Marco

Normalerweise erwartet mein Hausarzt, dass ich persönlich komme, wenn ich ein neues Rezept brauche. Wenn nötig, wird es vermutlich auch ein paarmal gehen, einfach anzurufen.

Und warum möchtest Du dann zu einem Online-Arzt in „irgendwo“ und nicht zu einem vor Ort in Berlin?

das beste, wenn Du nen Doc vor Ort in Berlin hast, der Dich auch schon „kennt“.

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Hi,

du musst ihn nicht gleich heiraten! Aber wenn du ein halbes Jahr woanders wohnst und

musst, wäre es doch sinnvoll, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, oder nicht?

Gruß
Christa

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Hallo,

quote=„MarcoBaer, post:16, topic:9516687“]
ich meinte diese Online Arzt- und Apothekenservices, wo man sich über das Internet jederzeit beraten lassen kann und wo auch Rezepte ausgestellt werden.
[/quote]

ich möchte mein Bedauern darüber zum Ausdruck bringen, dass hier praktisch nicht auf Deine Frage geantwortet ist, sondern sich die meisten Mitglieder darauf beschränken, Dir ihre Sicht aufdrängen zu wollen.

Wie ich weiter oben schon anklingen ließ, sind meine Erfahrungen positiv. Es handelte sich um den Anbieter Teleclinic, dessen „Gebrauch“ mir von meiner Krankenkasse empfohlen wurde. Terminvereinbarung und Kontaktaufnahme innerhalb von Minuten und inkl. AU/Rezept war das ganze innerhalb von 30 Minuten erledigt - ohne sich in ein Wartezimmer quetschen zu müssen und dort andere Leute anzustecken bzw. sich mit noch weiteren Erregern zu infizieren.

Es hängt natürlich sehr von der Erkrankung ab, ob so etwas sinnvoll ist. Mit einem aua-Fuß oder einer Schnittwunde ginge ich wohl lieber traditionell-körperlich zu einem Arzt.

Gruß
C.