Online-Shop-Philosophien? Kein Lager?

Hallo,

ist es inzwischen üblich, dass Online-shops nur noch nach Kundenbestellungen Ware heranschaffen und kein Lager führen, dafür aber 3000 Artikel „im Sortiment“ hat?

Ich weiß es inzwischen von 2 „großen“ Online-shops im Figuren/Manga/Merchandise-Bereich.

Nachweis über die Unternehmerschaft anhand einer Steuernummer sucht man im Impressum vergeblich.

was meint ihr dazu?

lg
white

dafür aber 3000 Artikel „im Sortiment“ hat?

beim einen sinds ca. 3.000; der andere hat sogar 31.000

Hallo,

ist es inzwischen üblich, dass Online-shops nur noch nach
Kundenbestellungen Ware heranschaffen und kein Lager führen,
dafür aber 3000 Artikel „im Sortiment“ hat?

Hi white,
so würde ich auch einen Online-Shop betreiben.
Sortiment heißt ja nicht Warenbestand.

Wenn ich Zulieferer habe, die mich innerhalb von ein paar Tagen versorgen können, wieso soll ich dann ein Lager unterhalten ?

Lagerkosten (Miete, Strom etc.-Verbrauch), langfristige Vorfinanzierung von Waren für Lagerhaltung, Verluste durch sinkende Preise.

All dieses erspart man sich beim Onlineverkauf… sonst könnte man nie so günstig anbieten oder gut verdienen.

Gruß
BJ

Hi white,
so würde ich auch einen Online-Shop betreiben.
Sortiment heißt ja nicht Warenbestand.
Wenn ich Zulieferer habe, die mich innerhalb von ein paar
Tagen versorgen können, wieso soll ich dann ein Lager
unterhalten ?

Naja, man kann einem Kunden doch nicht Waren anbieten, die erst in einigen Monaten produziert werden, oder überhaupt nicht mehr lieferbar sind. Es gibt auch Artikel, die nur im „Sortiment“ verkauft werden, d.h. 6 Gleiche, oder 3 mal 4 Gleiche o.ä. wo man um diese Lagerhaltung bei verkauf eines Artikels wohl kaum herumkommt.

bei 31000 Artikeln den Überblick zu behalten, was die Zulieferer noch verfügbar haben, finde ich ebenfalls ein wenig „aufwendig“.

Ich finde, das weckt nur Hoffnungen, Artikel zu bekommen, die man sonst nicht mehr bekommen würde, bzw. die andere Läden noch nicht führen.

Lagerkosten (Miete, Strom etc.-Verbrauch), langfristige
Vorfinanzierung von Waren für Lagerhaltung, Verluste durch
sinkende Preise.
All dieses erspart man sich beim Onlineverkauf… sonst könnte
man nie so günstig anbieten oder gut verdienen.

Beim Onlineverkauf spart man sich die Verkaufsfläche, bzw. sie ist deutlich günstiger. Außerdem hat man einen größeren Käuferkreis. Und gegenüber dem Ladenlokal (Öffnungszeiten) muss man nicht „ständig“ anwesend sein (kann sich seine Zeit einteilen und muss nicht zwingend Angestellte haben).

Ich habe auch schon online-shops gesehen, die bei einzelnen Artikeln stehen haben, dass die Lieferzeit 4-6 Wochen ist (z.B. Hardware, die 1-2 Jahre verfügbar ist.). So wäre es ja in Ordnung, da man weiß, dass man einige Zeit warten muss und die Artikel meist teurer sind und einem höherem Preisverfall ausgesetzt sind.

lg
white

Hallo,

ist es inzwischen üblich, dass Online-shops nur noch nach
Kundenbestellungen Ware heranschaffen und kein Lager führen,
dafür aber 3000 Artikel „im Sortiment“ hat?

Da muss man zwei Dinge auseinander halten. Ja, es ist im professionellen Bereich durchaus üblich, dass man heute keine Läger mehr hat und auf Fulfillment-Partner zurückgreift, die die Abwicklung des Onlinehandels übernehmen. Daran ist auch nichts verkehrt/falsch. Streckengeschäfte waren im Großhandel schon immer üblich, und dank Online-Handel kann dies bei ausgereifter Technik heute eben auch im Einzelhandel sinnvoll sein, und wird daher auch gemacht. Läuft das alles professionell ist dies zum Vorteil aller Beteiligter.

Auf der anderen Seite gibt es mehr und mehr Möchtegern-Unternehmer, die meinen, vom heimischen Schreibtisch mit einem Shop-Script und einer Hand voll Händlerkataloge den großen Onlinehändler geben zu können. Das sind dann die Negativbeispiele auf die man besser gar nicht erst reinfällt. Die meinen, dass sie nur ein paar passende Domainnamen brauchen, ein nettes Layout auf die Seite muss und man dann nur noch Google zuspammen braucht, um in Zukunft täglich seinem Bankkonto beim Zuwachs von Guthaben zusehen zu können. So etwas hat noch nie funktioniert und wird auch nie funktionieren, weil frustrierte Kunden nur einmal auf so einen Müll reinfallen, und dann schlechte Stimmung verbreiten. Das dies nicht dazu führt, das die Läden dichtmachen liegt nur daran, dass viele davon ohnehin nur ein besseres Hobby sind, und immer noch zumindest die geringen Kosten einspielen.

Gruß vom Wiz

Hallo White,

auch wir beliefern zahlreiche Onlinehändler.
Da die Preise beim Onlinehandel, zumindest in unserem Bereich, recht hoch sind haben beide eine gute Spanne. Der Onlinehändler bedient sich dabei unseres recht grossen Lagers und wir versenden auch direkt für Ihn mit seinem Lieferschein. Sofern es nicht nur ein paar wenige Aufträge sind lohnt sich das auch für beide.
Bei unseren kleineren Kunden ist es allerdings auch oft so, das sie neben dem Onlinegeschäft auch noch „regulär“ verkaufen.
Erstaunlicherweise läuft bei einigen allerdings das Onlinegeschäft zwischenzeitlich besser.
Ohne Produkt- und Branchenkenntnissesowie gute Kontakte ist man allerdings tot.

Gruss Sebastian

Hi,

unsere Kunden die Online verkaufen bedienen sich eben in unserem Lager, welches auch ein paar tausend Artikel beinhaltet.
Das geht schon.
Entweder liefern wir dann an unseren Kunden oder aber mit seinem Lieferschein direkt an seine Endkunden.
Warum auch nicht?

Gruss Sebastian

Rehi White,

Naja, man kann einem Kunden doch nicht Waren anbieten, die
erst in einigen Monaten produziert werden …

Dohooooch. Man tut es. Wollte vor ein paar Jahren mal bei VW einen Wagen für meinen Vater kaufen. Im Januar sollte ich Vertrag machen, der Wagen würde dann am 12. März gebaut werden usw…usw…usw…"
Klar, dass ich dort nicht gekauft habe *g*

bei 31000 Artikeln den Überblick zu behalten, was die
Zulieferer noch verfügbar haben, finde ich ebenfalls ein wenig
„aufwendig“.

Nein ist es doch garnicht. Jedes Geschäft hat Lieferantenkataloge. Man sucht sich aus, was man bruacht und bestellt dann.
Ich gehe natürlich immer davon aus, dass man Ware aus dem laufenden Lieferprogramm verkaufen will.
„Altlasten“ würde ich nur anbieten, wenn ich sie im Lager habe.

Beim Onlineverkauf spart man sich die Verkaufsfläche, bzw. sie
ist deutlich günstiger. Außerdem hat man einen größeren
Käuferkreis. Und gegenüber dem Ladenlokal (Öffnungszeiten)
muss man nicht „ständig“ anwesend sein (kann sich seine Zeit
einteilen und muss nicht zwingend Angestellte haben).

Öffnungszeiten + Ladengeschäft ist OK. Angestellte ? Wenn dein Onlineshop groß genug ist, musst du auch Leute haben. Nur brauchen diese natürlich keine Verkäufer zu sein. „Hilfskräfte“ reichen und sind damit also billiger als Fachkräfte.

Ich habe auch schon online-shops gesehen, die bei einzelnen
Artikeln stehen haben, dass die Lieferzeit 4-6 Wochen ist
(z.B. Hardware, die 1-2 Jahre verfügbar ist.). So wäre es ja
in Ordnung, da man weiß, dass man einige Zeit warten muss und
die Artikel meist teurer sind und einem höherem Preisverfall
ausgesetzt sind.

In der Regel wird auch davon ausgegangen, dass der Verkäufer eine Auftragsbestätigung zusendet. Gibt da auch Fristen für - habe jetzt aber keine Ahnung mehr woher ich diese Info noch im Kpf habe -
In der Auftragsbestötigung steht dann auch wie lange es dauert - wenigstens in ca.-Angaben.

Du kannst aber doch immer voerher per Mai, anfragen wie lange die Lieferzeit ist. Dann weißt du doch wie lange du warten solltest und kannst immer noch entscheiden, ob du den Artikel dort kaufst.

White,
habe sehr viele Jahre im Fach-Handel gearbeitet. Man hat nieee alles auf Vorrat. Das kann sich keiner leisten. Also besteht der Warenstamm aus den Umsatzträgern und dauernd benötigtem Zubehör.
Alles andere bestellt man erst dann, wenn es benötigt wird.
Was glaubst du, wie oft du manche Dinge nur als X-Pack bekommst, auch wenn du nur eins brauchst ? seh oft.
Brauchte bei Ford mal eine einzige Spezialschraube… Gabs aber nur im 10er-Pack. OK jetzt habe ich 9 rumliegen… besser als garkeine zu bekommen.
So könnte es ein Onlinshop auch auspreisen: VPE 10 Stück à 1 €…
Musst also zwangsweise 10 Stück kaufen, wenn du haben willst, da sie halt so verpackt sind. und in den AGB steht dann meistens, dass Abgabe nur in angebotenen VPE (Verpackungseinheiten)erfolgt.

Nicht sauer sein white.
Keiner kann alles vorrätig haben. Und wenn es um selten Teile geht, musste man sich schon immer durchfragen, wer so etwas noch rumliegen hat.

Habe selbst einmal günstig 2 Endschalldämpfer für Mazda in Bestellung bei kleinem Zubehörhandler gegeben. Zeit konnte er nicht sagen. Er wole es versuchen.
6-7 Monate späte kam ein Anruf " Hurra. Hab sie. Original-Teile… für HALBEN Preis"

Warten und suchen lohnt sich halt.

Gru´ß
BJ

Ich weiß es inzwischen von 2 „großen“ Online-shops im
Figuren/Manga/Merchandise-Bereich.
Nachweis über die Unternehmerschaft anhand einer Steuernummer
sucht man im Impressum vergeblich.
was meint ihr dazu?

Hallo white,

Wo wir grad bei Figuren/Manga etc, also Spielwaren im übergeordneten Sinne sind, meine Schwiegertochter hat nen Online-Shop im Bereich Spielwaren, die hat zwar keine 1000 Artikel, aber alles was sie im Shop anbietet, hat sie auf Lager.
Ich hab grad mit meiner Frau zusammen nen Online-Shop eröffnet, da ist auch noch nicht viel drin, aber das Bischen ist auch auf Lager.
Was die Steuernummern im Impressum angeht, da sollte man mal gegen vorgehen.

Gruß
Sticky

Hallo,

Ich bin auch der Meinung, dass man nicht viele Artikel im Sortiment haben muss, um davon leben zu können.
Die Waren, bzw. einen Großteil der waren nicht lieferbar zu haben finde ich total kundenunfreundlich (oder solche Sachen wie „Lieferung kann einige Monate dauern, da dieser Artikel schwer zu finden ist“).
Wenn man bei wenigen bzw. teuren Artikeln einen Vermerk hat, dass es „Bestellware“ ist, finde ich auch ok.

Den vorangegangenen schnellen Antworten entnehme ich, dass man leicht den Eindruck bekommen kann, dass JEDER Großhändler IMMER ALLE Artikel bereithält und man nur noch einen Shop öffnen und die Zahlungseingänge abwarten muss.

Wo kann man als Verbraucher so einen Verstoß melden (bzgl. Steuernummer)?

lg
white

Traurig das es sowas gibt, aber es scheint mittlerweile oftmals üblich kein eigenes Lager zu haben und direkt vom Hersteller oder über ein Zwischenlager liefern zu lassen.

Da kann man dann oftmals Wochen auf die Lieferung warten und bekommt kaum verlässliche Angaben vom Verkäufer weil der selber nichtmal weiß was jetzt genau lieferbar ist und wann ausgeliefert wurde. Hab gerade eben erst zwei Monate auf meinen neuen Laptop gewartet weil ich auf so einen Shop reingefallen bin …

Wir haben für unsere 500 Artikel auch ein Lager und verpacken selber -dadurch können wir immer sofort liefern und individuell auf Kundenwünsche eingehen. Falls doch mal was schiefläuft sind wir selber Schuld und können den Fehler auch selber ausbügeln. Unsere Kunden sind zufrieden und danken es und mit Weiterempfehlungen und Nachkäufen.

Für nen Laptop ist das ja noch ok, wenn es direkt vom Zulieferer kommt, der is schließlich auch nicht auf 10000 Stück limitiert wie ein T-shirt o.ä. und wird meist wohl auf Anfrage angefertigt. 2 Monate sind aber ein wenig viel.

Bei technischen Sachen an sich ist das ja eigentlich ok. Ansonsten würde von den Sachen mehr produziert werden, die neuere/bessere Version aber nicht mehr verkauft werden.

Wir haben für unsere 500 Artikel auch ein Lager und verpacken
selber -dadurch können wir immer sofort liefern und
individuell auf Kundenwünsche eingehen. Falls doch mal was
schiefläuft sind wir selber Schuld und können den Fehler auch
selber ausbügeln. Unsere Kunden sind zufrieden und danken es
und mit Weiterempfehlungen und Nachkäufen.

Das glaube ich gerne, nur werfen solch schwarze Schafe ein schlechtes Licht auf alle Online-Shops und es gibt vermehrt Leute, die sich gar nicht trauen in einem Online-Shop zu kaufen. (Und ebay freut sich)

lg white