OP der Nasenscheidewand wegen starkem Schnarchem

Hallo,

ich soll stark schnarchen. Meine Frau ist geflüchtet und schläft seit über einem Jahr im Gästezimmer.

Viele mögliche Ursachen wurden ausgeschlossen. Mein HNO-Arzt überweist mich jetzt ins Krankenhaus zur OP der Nasenscheidewand. Ich habe eine Horrorgeschichte gehört über einen, bei dem diese Operation nicht gut verlaufen ist.

Was soll ich tun? Gibt es noch Alternativen?

Dank an die Experten und an alle, die sonst noch eine Idee haben.

Hallo Janni001,

der Reihe nach:
eine behinderte Nasenatmung führt zum Schlafen mit offenem Mund, nächtliche Atmung mit offenen Mund kann das Schnarchen fördern. Das Schnarchen selber hat aber andere Ursachen, nämlich dass das Zäpfchen und/oder die Gaumensegeln im Luftzug flattern und Schnarchgeräusche verursachen. Eine OP der Nasenscheidewand wird hoffentlich eine bessere Nasenatmung erzielen, aber nicht unbedingt das Schnarchen verhindern, zumindest nicht auf Dauer. Ein viel wichtiger Aspekt kommt hier unserer Meinung zu kurz, nämlich die Frage nach der schlafbezogenen Atmung selber, ist die trotz des Schnarchens einwandfrei? In den meisten Fällen führt das Schnarchen auch zu schlafbezogenen Atemstörungen, einer Krankheit, die auch Schlafapnoe genannt wird. Das muss auf jeden Fall vorher abgeklärt werden. Das kann ein HNO-Arzt oder ein Lungenfacharzt durch ein kleines Messgerät erkennen, welches eine Nacht zu Hause getragen wird und die Atmung und das Schnarchen der Nacht aufzeichnet. Aus dieser Aufzeichnung kann man erkennen, ob Verdachtsmomente für eine Schlafapnoe vorliegen, wenn ja, muss eine „große Messung“ in einem Schlaflabor erfolgen. Bestätigt sich de Befund, ist der Goldstandard eine Atemunterstützung mittels eines Gerätes und Nasenmaske erforderlich, mit dem dann auch das Schnarchen automatisch beendet wird. Viele Zig-Hunderttausend Menschen haben ein solches Gerät, die Therapie ist schmerzfrei und wird sehr gut akzeptiert. Ob dann noch die Nase operiert werden muss, wird dann noch zu klären sein. Wenn eindeutig auszuschliessen ist, dass keine Schlafapnoe vorliegt, kann auch an andere Alternativen gedacht werden, z.B. an eine Aufbiss-Schiene, die auf die Zähne gesetzt wird und dafür sorgt, dass der Unterkiefer etwas nach vorne gezogen wird, damit hört in vielen Fällen das Schnarchen auf oder wird deutlich reduziert.
Wir empfehlen Ihnen, vor einer OP erst einmal einen HNO/Lungenfacharzt aufzusuchen, der ein sogenanntes Schlafapnoescreening durchführt. Wenn keine Schlafapnoe vorliegt, sollten Sie mit einem Zahnarzt sprechen, der auch diesen Bereich abdecken kann.
Ferner sollten Sie Ihren HNO-Arzt befragen, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Schnarchen nach der OP verhindert wird und wie lange Sie danach schnarchfrei sind. Diese Frage wird nämlich von vielen HNO-Ärzten negativ beantwortet, nach dem Motto, eine OP bringt nichts und wenn dann nur für kurze Zeit. Sollten Sie allerdings eine Schlafapnoe haben, basiert die Therapie auf eine gut funktionierende Nasenatmung, möglicherweise ist dann doch die Nasenscheidewand zu richten. Aber die Reihenfolge ist wichtig: erst abklären, ob Schlafapnoe vorliegt, wenn Schlafapnoe dann die Therapie, wenn keine Schlafpnoe, dann Zahnarzt aufsuchen, wenn keine Lösung, dann HNO wegen Erfolg befragen, dann entscheiden ob eine OP sinnvoll ist.
Sie können sich hier informieren:
www.schlafmedizin-Koeln.de und www.schlafmedizin-Koeln-merheim.de und www.dgsm.de
oder http://www.dgzs.de/

Mit freundlichen Grüßen

Holger Junge

Selbsthilfe Schlafstörungen, Schnarchen und Schlafapnoe SAS-Köln

Hallo,
eine schiefe Nasenscheidewand kann Ursache für Schanrchen sein, ist aber es aber eher selten.
Ich habe eine solche OP hinter mir, allerdings weil ich schlecht Luft durch die Nase bekam. Insofern hat sich die Lebensqualität gesteigert und die OP sowie die Heilung verliefen völlig problemlos. Nicht irre machen lassen lassen denn passieren kann immer etwas. Die Wahrscheinlichkeit dass alles gut geht ist aber ungleich höher als die dass es verpatzt wird…

Um herauszufinden ob das Schnarchen wirklich von der Nase kommt empfehle ich den Einsatz einer Protrusionsschiene denn das Schnarchen liegt meist an der erschlaffenden Mund- und Rachenmuskulatur. Die ist schuld daran, dass die Zunge in den Rachenraum abrutscht, den Atemkanal verengt und sich die Atemluft knatternd ihren Weg sucht.
Was in dem Fall sofort funktioniert, sind eben die s.g. Protrusionsschienen. Deren Prinzip besteht darin, dass der Unterkiefer leicht nach vorne gezogen wird und die Zunge nicht mehr in den Rachen abrutscht. Von diesen Mundstücken gibt’s eine große Auswahl: von billig um 40 Euro bis vom Zahnarzt angepasst um 1000 Euro. Gut sind aber nur so genannte Biblock-Orthesen - bestehend aus zwei beweglich miteinander verbundenen Teilen. Die gibt’s in der Apotheke und im Internet. 70 bis 80 Euro sollte man investieren. Monoblocks (aus einem Stück) sind unbequem und schmerzhaft.
Einfach mal nach Biblock-Orthese im Internet suchen.

Viel Erfolg und gute Ruhe!

Hallo, Janni001, Nasenscheidewand und Schnarchen - wo soll der Zusammenhang sein? OP einer defekten Nasenscheidewand ist okay. Schnarchen spielt sich aber im Rachenbereich ab. Das Geräusch entsteht durch Flatterbewegungen infolge eines sehr engen Atemweges. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Solange noch genügend Luft und damit Sauerstoff in die Lungen gelangt, besteht keine Gefahr. Kommt es aber durch eine extreme Verengung / Muskelerschlaffung im Halsbereich zu Atempausen über 10 Sekunden, ist der Verdacht der Erkrankung Schlafapnoe begründet. Der Therapie-Goldstandard bei Schlafapnoe ist der sanfte Luftdruck in den oberen Atemwegen, also der von einem Gerät über Schlauch und Maske zugeführte Luftstrom in die Atemwege. Dies garantiert das ständige Offenhalten des Atemweges im Rachenbereich und damit die kontinuierliche lebensnotwendige Sauerstoffversorgung des Organismus. Vor einer Therapie steht eine exakte Diagnose. Diese stellt das Schlaflabor (!) nach der gestellten „Verdachtsdiagnose“ nach Voruntersuchung durch einen mit dem Thema Schlafapnoe vertrauten Arzt, in der Regel ein Internist (Pulmologe, Kardiologe). Da die Schlafapnoe auf Dauer unweigerlich zu schwerwiegenden, lebensbedrohlichen Erkrankungen führt – Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt u.m. - kann ich nur dringend raten: hol Dir weitere wichtige Informationen im Internet (Stichwort Schlafapnoe). Meine Ausführungen hier können leider wegen der Textlängenbegrenzung nur unzureichend sein. Eines gebe ich noch zu bedenken: eine OP kann nicht rückgängig gemacht werden. Ich wünsche Dir Erfolg ! Gruß Pitter

Hallo,

ich soll stark schnarchen