OP vorderes Kreuzband

Hallo,
soll Ende Mai am vorderen Kreuzband des rechten Knies operiert werden. Das ganze wird ambulant bei einem Chirurgen gemacht. Itt das ok oder zu gefährtlich?
Wollte nun mal nach Erfahrungsberichten fragen.
Wie verlaufen die erste Tage so? Wie darf ich mich die ersten Tage fortbewegen? Ab wann darf ich mit Krücken wieder vorsichtig belasten und in wiefern?
Ab wann ist Autofahren und Vollbelastung wieder möglich?
Gebt mir bitte soviele Infos, wie möglich.

Danke schonmal
Gruß Thomas

Moin.
Also ich hatte auch eine ambulante OP und es war echt kein Problem. Aus eigener Erfahrung weiss ich auch, dass eine Nacht im Krankenhaus auch sehr ätzend und schlaflos sein kann.
Je nachdem wie lange du nach der OP nach Hause fahren musst, kann es schwieriger werden. Ich bin selbst zwei Std. nach Haus gefahren und hatte mit der Narkose ein paar Probleme wegen der Narkose. Mit dem Knie war alles i.O.
Die erste Zeit wirst du das Bein hochlegen müssen und kühlen. Aber auf jeden Fall ist die Fortbewegung nach ein paar Tagen mit sehr leichter Belastung an Unterarmgeshstützen möglich. Bei mir wars nach zwei Tagen 10kg Belastung(leichtes Abrollen). Das unterscheidet sich je nach Behandlungsart wie schnell man wieder Vollbelasten darf.
Nach ca. 3, 4 Wochen ist das Autofahren wieder möglich ebenso, wie die Vollbelastung.
Gruß,
Robert

Hallo Thomas,

entschuldige bitte die verspätete Antwort.
Gerne gebe ich dir meine persönliche Erfahrung als End-Dreißigerin wider.

Ich wurde im vergangenen Jahr nach einem blöden Skiunfall zweimal operiert. Zunächst am Meniskus (kleiner ambulanter Eingriff) und dann am Kreuzband.
Ich hatte nach dem Unfall kaum Schmerzen, lediglich das Knie war dick und in der Kniekehle drückte es ein wenig. Außerdem hatte ich dieses Instabilitätsgefühl und hatte Schmerzen, wenn ich einen Schneidersitz versuchte. Das sagte ich den Ärzten (insgesamt war ich bei dreien) auch. Die meinten, aufgrund von möglichen Folgeerkrankungen (z.B. Arthrose) müsse man aber unbedingt operieren (einer war etwas zurückhaltender und meinte, man könne das erst noch beobachten).
Leider habe ich auf die anderen Ärzte gehört und mich operieren lassen.
Der Erfolg: Jetzt habe ich wesentlich öfter Schmerzen, mein Knie knarrt beim Radfahren wie eine alte Tür und an einen schmerzfreien Schneidersitz ist genauso wenig zu denken wie an schmerzfreies Knien oder Hocken.

Ich war nach beiden OPs jeweils drei Wochen krankgeschrieben. Ich habe einen Bürojob, und muss mein Knie nicht belasten oder irgendwie verbiegen. Bei Leuten mit körperlicher Tätigkeit wird der Arbeitsausfall aber sicherlich WESENTLICH länger dauern. Ich schätze so 6 Wochen nach einer Meniskus-OP und zwei bis drei Monate nach einer Kreuzband-OP.
Nach der Meniskus-OP (hatte einen Riss der mit sogenannten Zuckerkeilen geschlossen wurde) durfte ich mein Knie ein bis zwei Wochen gar nicht belasten, und in der dritten Woche teilbelasten. Danach war eine Vollbelastung bei Tragen einer Beinschiene möglich. Nach der Kreuzband-OP konnte ich nach einem Tag bereits teilbelasten und habe auch schon physiotherapeutische Übungen absolviert. Außerdem habe ich eine bewegliche Schiene bekommen, die ich nach ca. vier Wochen ablegen konnte (trug sie zuletzt als Vorsichtsmaßnahme nur draußen).

Die Güte der physiotherapeutischen Behandlung ist meiner Meinung nach ausschlaggebend für den Heilungsprozess, wenn die Operation ansonsten erfolgreich war. Ich war von einigen Therapeuten sehr enttäuscht. Vielleicht war deshalb der Heilungserfolg auch nicht wie gewünscht. Daher habe ich nach ca. 30 Behandlungen (je 30 mal manuelle Therapie = Massage und 30 mal Bewegungs-bzw. Krafttherapie) die Therapie abgebrochen und bin auch nicht mehr zum Arzt gegangen. Das hat mir alles viel zu lange gedauert (1. OP am 19.4., 2. OP am 18.6., letzte therapeutische Behandlung im Oktober!!!) und nicht den gewünschten Fortschritt gebracht. Meines Erachtens wollen die alle einfach nur Geld verdienen!

Hilfreich wäre vermutlich ein gut ausgestattetes Fitness-Studio mit fähigen Trainern, das man jederzeit besuchen kann. Viele Übungen aus der Krafttherapie kann man auch im Fitness-Studio oder sogar zu Hause machen. Bezahlt natürlich die Krankenversicherung nicht. Die bezahlen lieber die schweineteuren Therapiestunden! 10 Kraft-Behandlungen waren damals so teuer wie ein Jahresbeitrag meines günstigen Fitness-Studios!

Der Arzt sah zum Schluss mein Knie nur noch oberflächlich an, um mir zu sagen: „Sieht doch ganz gut aus. Wir machen einen neuen Termin in zwei Wochen.“ Zweimal bekam ich Kortisonspritzen, weil ich Schmerzen im Knie verspürte. Dazu hatte ich dann aber irgendwann keine Lust mehr. Ich wollte meine Zeit sinnvoller verbringen, als im Wartezimmer zu sitzen und mir einen überflüssigen Spruch anzuhören.

Autofahren habe ich übrigens ca. 5 bis 7 Wochen nach der Kreuzband-OP wieder versucht, Radfahren nach ca. drei Monaten, TT habe ich erst einmal aufgegeben, will’s aber im Sommer wieder versuchen. Rechne damit, dass du bei bewegungsintensiven Sportarten wie Fußball oder Handball ca. 6 Monate nicht aktiv sein kannst (es sei denn du bist junger, gut betreuter Breitensportler).

Mein persönliches Fazit:
Ich würde mich NIE wieder am Kreuzband operieren lassen! Hat mir nichts außer Problemen gebracht. Mag sein, dass ich ein Stückweit selbst daran Schuld bin, aber ich bin vorher über die Gesamtdauer des Heilungsprozesses nicht richtig aufgeklärt worden.

Ich empfehle dir das Studium des folgenden Blogs:
http://www.kreuzbandrehabilitation.blogspot.com/

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
Bei weiteren Fragen, kannst du mir gerne mailen:
[email protected]

Gruß
Kiwi (Annette)

Hallo,
ich bin am 01.04. ambulant operiert worden (Kreuzband-, Innenband-, Außenbandriß, Außenmeniskusanriß).
Da bei mir so viel kaputt war, war die OP recht aufwendig, hinzu kam, daß ich die Narkose nicht vertragen und danach nur gebrochen habe, so daß ich mich nachmittags, als ich nach Hause durfte, alles andere als gut gefühlt habe. Die anderen, die mit mir operiert wurden, hatten aber offensichtlich keine Probleme.
Unangenehm war auch die Heimfahrt, da ich eine Stunde zu fahren hatte und zwei Drainageschläuche im Knie stecken hatte. Schwierig war am ersten Tag die Fortbewegung, weil mein Oberschenkel völlig betäubt war und ich nicht belasten durfte.
Nachdem am nächsten Tag die Schläuche raus waren, ging es aber schon besser.
Anfangs durfte ich nur 20 kg belasten (zeigt einem der Physiotherapeut, wie viel das ist). In der ersten Woche habe ich mit leichter KG angefangen und Lymphdrainage.
Nach 10 Tagen konnte ich wieder kurze Strecken ohne Krücken gehen, also Vollbelastung.
Autofahren ging die ersten Tage gar nicht, danach mit Automatikschaltung. Nach drei Wochen bin ich wieder auf Getriebeschaltung umgestiegen.
Nach fünf Wochen habe ich mit Radfahren angefangen, nach 6 Wochen wieder kurze Strecken Walken.
Seit der 6. Woche ist auch die Orthese wieder weg.
Ich gehe aber immer noch 3 x pro Woche für zwei Stunden zu Physiotherapie (KG, Gerätetrainging, manuelle Therapie). Die Nachbehandlung ist ganz wichtig.
VG
Anja

Hi,
meine OP ist mittlerweile knapp fünf Wochen her und ich wollte mal fragen, ob mein Heilungsprozess aus deiner Erfahrung „normal“ ist.
Die Schwellung ist weit zurück, jedoch ist das Knie noch ein wenig dick. Vollbelastung ist möglich, wobei ich noch leicht „humpel“.
Beugung ist bis 110 Grad möglich, sodass ich seit letzter Woche locker und kurz Radfahren kann.
Die Streckung ist fast ganz da, jedoch hab ich ein leichtes Stechen an der rechten Seite des Knies, wenn ich zu sehr strecke (Ist das normal?)
Seit letzter Woche darf ich laut Physio wieder schwimmen, was ich auch getan habe. NAtürlich geringe Belastung für das operierte Knie.
Wie sah es bei dir nach ca. 5 Wochen aus?
Was kannst du mir sonst noch Interessantes erzählen?

Danke schonmal!
Gruß Thomas

Hi,
meine OP ist mittlerweile knapp fünf Wochen her und ich wollte mal fragen, ob mein Heilungsprozess aus deiner Erfahrung „normal“ ist.
Die Schwellung ist weit zurück, jedoch ist das Knie noch ein wenig dick. Vollbelastung ist möglich, wobei ich noch leicht „humpel“.
Beugung ist bis 110 Grad möglich, sodass ich seit letzter Woche locker und kurz Radfahren kann.
Die Streckung ist fast ganz da, jedoch hab ich ein leichtes Stechen an der rechten Seite des Knies, wenn ich zu sehr strecke (Ist das normal?)
Seit letzter Woche darf ich laut Physio wieder schwimmen, was ich auch getan habe. NAtürlich geringe Belastung für das operierte Knie.
Wie sah es bei dir nach ca. 5 Wochen aus?
Was kannst du mir sonst noch Interessantes erzählen?

Danke schonmal!
Gruß Thomas.

Hi,
meine OP ist mittlerweile knapp fünf Wochen her und ich wollte mal fragen, ob mein Heilungsprozess aus deiner Erfahrung „normal“ ist.
Die Schwellung ist weit zurück, jedoch ist das Knie noch ein wenig dick. Vollbelastung ist möglich, wobei ich noch leicht „humpel“.
Beugung ist bis 110 Grad möglich, sodass ich seit letzter Woche locker und kurz Radfahren kann.
Die Streckung ist fast ganz da, jedoch hab ich ein leichtes Stechen an der rechten Seite des Knies, wenn ich zu sehr strecke (Ist das normal?)
Seit letzter Woche darf ich laut Physio wieder schwimmen, was ich auch getan habe. NAtürlich geringe Belastung für das operierte Knie.
Wie sah es bei dir nach ca. 5 Wochen aus?
Was kannst du mir sonst noch Interessantes erzählen?

Danke schonmal!
Gruß Thomas

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Hallo,

das hört sich doch ganz gut an. Ich denke, es ist normal, daß es immer noch ein bißchen geschwollen ist. Meine OP ist jetzt fast 3 Monate her und an der Außenseite ist das Knie immer noch etwas dick und schmerzempfindlich - das liegt wohl an der Einstichstelle von der Arthroskopie, daß da die Schleimbeutel immer noch etwas gereizt sind.

Humpeln ist auch normal und dadurch bedingt, daß Du ja noch nicht ganz durchstrecken kannst. Mir fehlt auch immmer noch ein Stück zur vollen Streckung, das dauert halt.

Und: je mehr Du belastest, desto mehr merkst Du das auch im Knie. An den Tagen, an denen ich zur Physiotherapie gehe, bin ich hinterher total platt und mein Muskel in der Kniekehle macht dicht, so daß ich auch wieder sehr unrund laufe und kaum noch beugen kann(schlechter als 6 Wochen nach der OP). Liegt halt an der Belastung (Beinpresse 50 kg beidseitig, Waden 60 kg, Kniestrecker einseitig 20 kg. Das geht schon ganz schön aufs Knie. Das ist dann auch so ein ganz fieser stechender Schmerz in der Kniekehle, aber normal, sagt mein Therapeut. Nach 1 Tag gehts dann wieder.

An der Außenseite hatte ich zeitweise auch immer so ein Ziehen, das kam wohl teilweise vom Innenband, was leider auch kaputt war und hing wohl auch damit zusammen, daß am Anfang die Gelenkkapsel noch etwas verklebt ist. Gibt sich aber auch.

Schwimmen gehe ich auch, aber ich darf nicht Brustschwimmen. Nur Rückenschwimmen und Kraulen, weil die „Froschbewegung“ beim Brustschwimmen zu unerwünschten Rotatationsbewegungen führt.

Weiterhin alles Gute für Deine Genesung,
Anja

Hallo Thomas,

entschuldige bitte die späte Antwort.
Leider kann ich mich nicht mehr genau erinnern, wie es nach 5 Wochen bei mir war. Ich wurde Mitte Juni operiert und hatte bis in den Oktober hinein Physiotherapie. Nach ca. 20 manuellen Behandlungen konnte ich das Knie problemlos strecken. Die Physiotherapeuten sagten mir, dass das Strecken wesentlich wichtiger sei als das Beugen. Das Beugen käme früher oder später von alleine, aber am Strecken müsse man arbeiten.
Ich denke, dass mein Knie nach sechs bis acht Wochen noch immer ganz leicht geschwollen war. Ich glaube daher, dass das normal ist. Schmerzen beim Strecken und Beugen hatte ich eine zeitlang sicherlich auch noch. Ich kann aber nicht genau zeitlich festlegen, wann diese endlich verschwanden.

Mach möglichst Streck- und Beugeübungen auch Zuhause.

Gruß
Kiwi