Operantes Konditionieren - Sozialwesen

Ich habe eine Frage zu einem Beispiel über „Operantes Konditionieren“.

Folgendes Beispiel: Die siebenjährige Jana verhält sich auffälliger als sonst um dafür Aufmerksamkeit zu bekommen.

Eigentlich ist es ja eine negative Verstärkung, sie wird zum Problemkind, weil sie wenig Aufmerksamkeit bekommt. Dadurch bekommt sie wieder Aufmerksamkeit durch die Eltern, das ja eigentlich positiv ist.

Die Frage ist, ob durch die Aufmerksamkeit von seiten der Eltern eine positive oder negative Verstärkung vorliegt, da auf der einen Seite der angenehme Reiz der Aufmerksamkeit herbeigeführt wird, auf der andere Seite aber der unangenehme Reiz, nämlich der der verminderten Aufmerksamkeit, umgangen wird.

hi madness22,

ok, ist bei mir schon etwas her aber ich denke ich bekomme es noch hin mit der Operanten Konditionierung.

Jana wird in ihrem Verhalten nicht negativ, sondern positiv verstärkt. Eine Verstärkung erhöht ja die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verhalten wiederkommt. Positiv und negativ hat in diesem Fall aber nichts damit zutun ob die Verstärkung schön oder schlecht ist.

Positiv bedeutet nur, dass etwas zugeführt, also in die Situation gebracht wird. In Janas fall ist die positive Verstärkung, durch die Aufmerksamkeit der Eltern (diese Aufmerksamkeit ist neu in der Situation, war ja vorher nicht da). Positiv kann es aber auch sein, wenn sie für ein Verhalten z.B. Schokolade bekommt oder mit Geld belohnt wird.

Negative Verstärkung bedeutet nicht Bestrafung, es bedeutet nur dass ein Reiz entfernt wird. In Janas Fall wäre es eine negative Verstärkung, wenn sie Angst hat z.B. vorm Hund und darum Aufmerksamkeit will und die Eltern es schaffen Jana die angst zu nehmen, in dem sie den Hund aus ihrer nähe entfernen. Also, negative Verstärkung kann das entfernen von unangenehmen Reizen sein, wie die Entfernung von Angst, Lärm oder einer unangenehmen Tätigkeit.

Ein negativer Verstärker ist aber keine Bestrafung (nicht verwechseln !!!). Eine Bestrafung ist ein Ereignis, bei dem die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens gesenkt wird. Dabei unterscheidet man zwischen Bestrafungstyp I, der Zufügung eines unangenehmen, also aversiven Reizes (z. B. Schläge, Beschimpfungen, Hausarrest, etc.) und dem Bestrafungstyp II, der Entfernung eines angenehmen Reizes (z. B. Fernsehverbot, Wegnehmen eines Spielzeugs, Ignorieren, etc.), auch Deprivation genannt.

Ok, mehr kann ich dir im Moment nicht sagen. Mehr weis ich jetzt nicht aus dem Stehgreif, wenn du was genauer wissen möchtest dann melde dich. Ich hoffe aber ich konnte dir erstmal helfen.

Lg Conny

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Hallo!
In Bezug der Aufmerksamkeit durch die Eltern liegt hierbei eine positive Verstärkung vor. Die Erläuterungen hierzu waren vollkommen korrekt.

Ich bezeichne es mal als „Blödsinn machen“:
Jana erhält durch dieses Verhalten die gewünschte Aufmerksamkeit der Eltern. Es wird also ein angenehmer Zustand herbeigeführt. (=Positive Verstärkung)

Jana entgeht außerdem einer Nichtbeachtung durch die Eltern. Damit wird ein unangenehmer Zustand vermieden bzw. wird durch das Beenden oder Umgehen einer unangenehmen Situation ein angenehmer Zustand geschaffen. (=negative Verstärkung)

Ich hoffe, ich konnte damit weiterhelfen…

MfG
Claudia Müller

Also zu allererst versteht man unter einem Verstärker jeden dem Verhalten folgenden Stimulus, der die Verhaltenshäufigkeit steigert.

Aus der Sicht des Kindes liegt hier tatsächlich ein positiver Verstärker vor, denn es kommt zu einer Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit des Verhaltens und folgt dem Verhalten ein positives Ereignis, kommt es zu einer positiven Konsequenz.

An dieser Stelle kommt es auf die genaue Fragestellung an. Aus der Sicht der Eltern könnte es sich auch um einen negativen Verstärker handeln, da hierbei ein Ausbleiben eines unangenehmen Ereignisses, nähmlich das unangenehme Verhallten der Tochter, vor liegt.

Im Zweifelsfalle können auch mehrere Antworten richtig sein. Das wichtige dabei ist nur immer eine treffende Bergündung mit aufzuschreiben oder zu nennen.

sorry, dazu kann ich dir gar nichts sagen
lg uli

Hallo madness 22, leider kann ich Dir bei Deiner fragestellung nicht weiterhelfen. Ich hoffe Du findest anderswo Hilfe. MFG

Liebe Madness,
Das kannman als Aussenstehender schlecht beurteilen.
In meinen augen ist es nichts auffälliges, wenn sich eine siebenjährige aufmerksamer verhält als sonst.

Du schreibst nicht in deinen Ausführungen, ob nochh weitere Kinder in der Familie sind, die solch ein Verhalten auch hervorrufen können.

Nur muss man das weiterhin beobachten,ob nicht doch eine psychologische Veränderung stattfindet.

Wie schon erwähnt,kann man pauschal keine Antwort auf deine Frage darauf geben, da man die näheren umstände nicht kennt, die so ein Verhalten hervorrufen können.

MFG Klaus