…meinst du wohl.
http://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/fdn…
Hallo 
Der Mechanismus, der dahinter steckt, ist erstmal nicht pathologisch.
Ein Kind, das - z.B. mangels Übung - von der Schaukel fällt und sich nicht gerade den Hals bricht, wird ja auch nicht den Rest seines Lebens Schaukeln meiden, sondern - im Gegenteil - meist sofort wieder schaukeln wollen, um den Misserfolg auszulöschen.
Es hält sich dann eben besser fest und das Ergebnis ist meist Erfolg, Kompetenzzuwachs usw.
Ein Kind aber, das von der Schaukel fällt und sich fürchterlich weh tut, weil ein Erwachsener es gegen seinen Willen und trotz Angstgeschrei immer weiter anschubst, wird eventuell dazu neigen sich immer die gleiche Art von Anschubser zu suchen (grenzüberschreitend, verantwortungslos, sadistisch). Und es wird dabei immer wieder auf die Klappe fallen (oder sich fallen lassen), weil der tiefe Wunsch NICHT ist, das „auf die Klappe fallen“ zu vermeiden, sondern viel mehr den alten Vertrauensverlust ungeschehen zu machen. Das geht natürlich nicht, weil Vergangenheit, klar.
Selbst wenn der Anschubser also seinem Persönlichkeitsprofil widersprechend doch Empathie entwickeln sollte, ist das dann leider oft nicht die Erlösung/das Happy End, sondern wird eher als Fehlversuch gesehen, weil der Anschubser „falsch“ ausgewählt wurde. Der Versuch wird dann eben mit einem Passenderen wiederholt.
Dieser Wiederholungszwang wirkt solange bis er zum einen vollständig ins Bewusstsein gelangt ist, zum anderen die innere Bereitschaft da ist vom Gefühl der Wiedergutmachung Abschied zu nehmen und - ganz wichtig - die Opferhaltung und die Selbstentwertung bearbeitet werden. Mit dem Gefühl, ich habe es eh nicht anders verdient, als auf die Klappe zu fallen, weil ich der letzte Dreck bin, kann man ganz sicher nicht lustvoll „schaukeln“.
Das Verlernen alter Reaktions-, Denk- und Gefühlmuster ist also erforderlich, das ist übrigens noch schwerer als neue zu erlernen, einer der Gründe warum solche Menschen immer wieder „rückfällig“ werden. Hinzu kommt noch, dass die chronisch erhöhte Übererregtheit bei traumatisierten Menschen kurzzeitige Entlastung in der Reinszenisierung und im Ausagieren alter Situationen findet. Leider brennt sich die Botschaft aber bei jeder Retraumatisierung auch tiefer ins Gehirn, das Verlernen wird also immer schwerer.
Literatur darüber gibt es haufenweise. Vorausgesetzt, dass du dich nicht nur oberflächlich dem Thema nähern willst, empfehle ich dir Literatur unter folgenden Stichworten zu suchen:
emotionale, körperliche, sexuelle Gewalt in der Kindheit,
Trauma und Verarbeitung traumatischer Erlebnisse usw.
Grüße,
Anna