Optik / leuchtturm

hallo,

ich beobachte einen leuchtturm aus der entfernung, und sehe 4 dicke strahlen von ihm ausgehen, rechtwinklig angeordnet, und das ganze dreht sich.
ich latscht direkt unter den leuchtturm, und sehe jetzt viele (also mehr als 16 oder 20) dünnere Strahlen, die bis zum Horizont reichen und sich immernoch drehen.

wieso ?

danke für antworten,

rushme

Hallo Rushme,
„unterm Leuchtturm sind keine Strahlen“ heißt es, und damit das so ist, wird das Licht der (übrigens roft überraschend schwachen) Lampe des Leuchtfeuers durch eine sog. Fresnel-Linse gebündelt. Dadurch erhält das Leuchtfeuer auch seine charakteristische Kennung, an der man von See aus eindeutig feststellen kann, welches Feuer man gerade sieht.

Wenn du an der Theorie der Fresnel-Beugung interessiert bist, wird dieser Link weiterhelfen http://www.cse-online.de/~aventin/petersen/theory.html
und hier ist etwas über die Konstruktion dieser Linsen http://www.cse-online.de/~aventin/petersen/theory.html

Aber suche mal selbst unter dem Stichwort „Fresnel“.

Gruß Eckard.

Leuchtturmeffekt

Hi rush me

abgesehen von den interessanten Effekten der Fresnel-Beugung, die Eckard erwähnt, die zu dem eigentlichen Strahlen-Muster führen, das der Leuchtturm sendet: Der (beliebige) Winkel zwischen zwei Strahlen, den du unter dem Leuchtturm siehst (indem du ja orthogonal draufschaust ist der Höhenwinkel 90°) wächst mit der Entfernung vom Leuchtturm gegen 180°, während der Höhenwinkel (unter dem du die Turmspitze siehst) gegen 0° geht.

Zeichne einen kleinen Winkel (z.B. 10°) auf ein Blatt Papier und dreh das Blatt dann so, daß du es von der Kante aus siehst, und beobachte, was mit dem Winkel geschieht…

Was du also aus der Distanz als rechten Winkel siehst, ist am Leuchturm sehr viel kleiner. Es ist immer ein witziges Erlebnis, auf einen Leuchtturm zuzuwandern und zu beobachten, wie sich das Strahlenmuster allmählich verändert…:smile:

Gruß
M.G.

Hallo !

Erstmal ist natürlich bekannt, daß ein Leuchtturm keine Scheinwerferfunktion hat, sondern nur gesehen werden soll. Und zwar von dem Wachoffizier eines vorbeifahrenden Schiffe. Dafür hat jeder Leuchtturm eine andere Kennung. Das heißt, ein anderes Aufblinken seines Feuers. Verschiedenartig durch die Verweildauer des Lichtes zum Schiff, durch die Farbe, durch die Anzahl pro Zeit.
Die Lichtquelle ist meistens eine schwache Glühlampe, welche im Zentrum eines Drehkreises steht.
Die Lampe bleibt immer in Betrieb. Um sie herum dreht sich eine Art Drehschieber, welcher verschieden lange Öffnungen im Umfang hat.

Jeder Leuchtturm hat eine andere Kennung, welche auf der Seekarte eingegeben ist.
Hat ein Turm z.B 2 x 3sec weiß, 10 sec schwarz, so sind im Drehschieber für diesen Takt zwei Öffnungen a 3 sec eingearbeitet und der Schieber dreht sich entsprechend schnell.

Ein sehr wichtiger Punkt ist, daß diese Lichter nicht immer zu sehen sind, sondern erst, wenn das Schiff in einem bestimmten Winkel zum Turm steht. Dann kann der Wachoffizier sicher sein, er ist mit seinem Schiff weit genug von der Küste ab.
Das Licht ist nicht zu sehen, wenn zwischen Schiff und Turm ein Stück Küste sich befindet.
Die Erkenntnis, einen Turm an seiner typischen Kennung erkannt zu haben, gibt dem Wachoffizier die Sicherheit, am richtigen Ort zu sein.
Immer kommt aber zu einem Turm auch der zweite oder dritte, da ein Erkennung nichts nützt. Ab drei Türmen wird die Sache erst sicher.
Gruß Werner

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