Optionsscheine, kleines einmaleins?

Hallo,

Bekannte von mir schwören auf das spekulieren mit Optionsscheinen.
Ich habe da allerdings ganz andere Dinge noch im Ohr.
Aber nicht das Wissen, dass ich beurteilen könnte,
ob das jetzt etwas lukratives ist oder nicht.
Oder anders gesagt, mit meinen Infos kann ich nicht sagen,
ob das etwas für mich wäre oder nicht.

Gibt es sowas wie das kleine einmaleins für Optionsscheinhandel,
oder sowas wie eine Einführung in das Thema?

Danke für Hilfe!
Carolin

Hallo,

Bekannte von mir schwören auf das spekulieren mit
Optionsscheinen.
Ich habe da allerdings ganz andere Dinge noch im Ohr.
Aber nicht das Wissen, dass ich beurteilen könnte,
ob das jetzt etwas lukratives ist oder nicht.

Zuerst einmal wieder die Standardgegenfrage an dieser Stelle:

Sprechen wir hier jetzt von Optionen oder Optionsscheinen ??? Da gibt es nämlich einen Unterschied.

Siehe z.B. hier:

Die "Option"

http://boerse.ard.de/lexikon.jsp?p=150&key=lexikon_1…

Der "Optionsschein"

http://boerse.ard.de/lexikon.jsp?p=150&key=lexikon_1…

VG
Sebastian

Hallo Carolin,

am besten, du machst mit deiner Bank mal einen Termin für eine Anlageberatung. Wenn man z.B. ein Depot eröffnet, dann bekommt man eine Broschüre namens „Basisinformation zur Vermögensanlage in Wertpapieren“ (oder so ähnlich).

Hast du schon ein Depot? Willst du eins? Normalerweise müsste die Bank dir jedenfalls diese Broschüre geben, und da ist auch erklärt, was ein Optionsschein ist und wie er funktioniert.

Klar kann man mit Optionsscheinen viel Geld verdienen. Man kann aber auch alles Geld verlieren.

Ein Optionsschein ist, vereinfacht gesagt, das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen. Sagen wir, die Aktie der Firma X steht derzeit bei EUR 100,-. Und du hast jetzt einen Optionsschein, der dir erlaubt, diese Aktie für EUR 80,- zu kaufen. Na, dann werden dir die Leute diesen Optionsschein „aus der Hand reißen“ - er steigt im Wert.

Hast du einen Optionsschein, der dir gestattet, die Aktie für EUR 120,- zu kaufen, wird den kein Mensch wollen.

Das Dumme an Optionsscheinen ist, dass die auch irgendwann verfallen. Wenn dein Optionsschein also nun am 23.12.07 verfällt und die Aktie der Firma X vorher nicht mehr weiter steigt, dann wird weiterhin kein Mensch deinen „Call-Optionsschein“ - so nennt man Optionsscheine, die zum Kauf berechtigen - haben wollen. Was soll jemand mit einem Schein, der ihm gestattet, eine Aktie für EUR 120,- zu kaufen, wenn die Aktie sowieso nur EUR 100,- kostet?

Da niemand deinen Call-Optionsschein haben will, verfällt er am 23.12.07 wertlos. Pech gehabt, das Geld ist weg ;-(

Ach ja: Es gibt auch Put-Optionsscheine, die funktionieren umgekehrt, d.h. die erlauben einem eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Ein Put-Optionsschein für EUR 120,-, der wäre was wert :smile:

Das war so ganz vereinfacht gesagt, wie das mit den Optionsscheinen funktioniert. Du kannst dir jetzt selbst ein Urteil bilden, ob das geeignet ist, damit das große Geld zu machen. Klar kann man mit Optionsscheinen gut verdienen - aber man muss schon wissen, was man tut, und auch Glück haben.

Schöne Grüße

Petra

Hallo nochmal,

wie ich feststellen musste, war die Sache mit dem ARD-Börsenlexikon in dieser Sache -ausnahmsweise- mal nicht so hilfreich (weil es dort nicht so gut erklärt wird).
Ich verweise daher lieber auf das aussagekräftigere Börsenlexikon der FAZ.

Ein Optionsschein ist, vereinfacht gesagt, das Recht, eine
Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen.

Ja, das stimmt … allerdings sprechen wir dann über eine „ganz besondere“ Aktie. Sie ist besonders in dem Sinne, als das man im Vorfeld an einer Anleiheemission teilgenommen haben muss ! Jetzt wird sich der eine oder andere wundern.

Beispiel:

Unternehmen A gebibt zum Zwecke der Finanzierung einer neuen Fabrik eine Anleihe mit einem Volumen von X Mio. Euro. Jetzt ist der Anleger, sofern er die Anleihe (!) zeichnet, als Fremdkapitalgeber zu betrachten.
Handelt es sich hingegen bei dieser Anleihe um eine ganz bestimmte Form, nämlich eine sog. Optionsanleihe, kann der Anleger -bei günstigen Bedingungen- neben der eingegangenen Fremdkapitalposition auch Eigenkapital, nämlich in Form von Aktien an diesem Unternehmen erlangen.

Der Hintergrund ist folgender: Die Anleihe an sich hat Konditionen, die nicht besonders gut sind. Dadurch, dass der Anleihezeichner aber die Möglichkeit erlangt, Aktien erhalten zu könenn, wird dieses Nachteil ausgeglichen - nämlich genau dann, wenn die Aktien sehr gut performen. Tun sie dies nicht, belibet die Anleihe sowieso bestehen, allerdings dann weiterhin zu den ungünstigeren Konditionen.

Wie passen da nun die OptionsSCHEINE ins Spiel ?

Der Optionsschein verbrieft das Recht, eben gerade diese Aktien zusätzlich zu der Anleihe zu erhalten. Man spricht hier dann auch gerne mal von einem sog. Equity-Kicker.
Wichtig ist nun auch, dass diese Optionsscheine, seperat von der Anleihe gehandelt werden können. Sie können also auch verkauft werden und ein anderer erhält dann die Aktien, wohingegen der Anleihebesitzer weiter mit der Anleihe lebt bzw. leben muss.

DAS sind nun OPTIONSSCHEINE !!!

Das war so ganz vereinfacht gesagt, wie das mit den
Optionsscheinen funktioniert.

Nee, das war zutreffend gesagt, wie OPTIONEN , genauer gesagt Kauf- & Verkaufoptionen funktionieren.

VG
Sebastian