Optionsscheine vs. Fonds

Hallo,

kann mir jemand den Unterschied zwischen Fonds und Optionsscheinen sagen? Ich habe Anteile an einem Fond und an Optionsscheinen erworben, die nicht nur genauso heißen, sondern auch die gleichen Anteilspreise haben.
Warum? Hat das steuertechnische Gründe oder sowas?

MfG:smile:
René

Theoretisch ja.
Aber bei Jemanden, der Geld in eine Sache steckt von der er null Ahnung hat ???
Nur soviel, bei Optionsscheinen ist das Totalverlustrisiko ungleich höher als bei normalen Fonds.

cu

Theoretisch ja.
Aber bei Jemanden, der Geld in eine Sache steckt von der er
null Ahnung hat ???
Nur soviel, bei Optionsscheinen ist das Totalverlustrisiko
ungleich höher als bei normalen Fonds.

Hm… es sei denn, es verhält sich mit den Preisen wirklich so wie der OP sagt. Dann müsste wohl der Strike des OS bei 0 (oder vl. 1 ct?) sein. Keine Ahnung, ob es sowas gibt. Steuerlich wäre das nach der bisherigen Gesetzgebung wohl günstiger als das Direktinvestment in den Fonds, da, falls der Fonds thesauriert, die Besteuerung der fiktiven Erträge entfällt.

@OP: hättest du Lust, die ISIN oder WKN von Fonds und Optionsschein zu posten? Dann könnte man sich den Sachverhalt mal konkret anschauen.

Steuerlich wäre das nach der bisherigen Gesetzgebung wohl
günstiger als das Direktinvestment in den Fonds, da, falls der
Fonds thesauriert, die Besteuerung der fiktiven Erträge
entfällt.

generell oder nur, wenn er in den keller geht?

@OP: hättest du Lust, die ISIN oder WKN von Fonds und
Optionsschein zu posten? Dann könnte man sich den Sachverhalt
mal konkret anschauen.

Morgan Stanley Commodities Alpha Plus Fund (USD) AH EUR

so heißen beide - nur der eine läuft unter Optionsscheine. Die Preisfrage ist, ob die steuerlich einen Unterschied machen…oder ob es sonst vielleicht noch einen Trick/beachtenswerten Unterschied zwischen Fonds und Optionsscheinen gibt. Also gefährlicher als ein Fond kann er nur sein, wenn man Optionsscheine mit Fonds aus niedrigeren Risikoklassen vergleicht.

Hi chatairliner,

ich fange mal mit dem wichtigeren an:

…oder ob es sonst vielleicht noch einen
Trick/beachtenswerten Unterschied zwischen Fonds und
Optionsscheinen gibt. Also gefährlicher als ein Fond kann er
nur sein, wenn man Optionsscheine mit Fonds aus niedrigeren
Risikoklassen vergleicht.

Optionsscheine sind eigentlich etwas VÖLLIG anderes als Fonds. Sie haben eine beschränkte Laufzeit und einen sog. Ausübungspreis. Wenn das „Underlying“, also das Papier/der Index/etc., worauf der Optionsschein beruht, am Ende unter diesem Preis steht, verfällt der Optionsschein wertlos (Totalverlust).

Allerdings ist das Preisverhalten eines Optionsscheins normalerweise auch anders als das des Underlyings. Wenn beide wie von dir beschrieben sich gleich verhalten, ginge das eigentlich nur mit einem Ausübungspreis von 0 Euro. Deswegen meine hypothetische Schilderung im Vorposting. Das habe ich aber noch nie gesehen.

Also generell sind Optionsscheine im Vergleich zu Fonds EXTREM gefährlich, weil sie den Einsatz „hebeln“. D.h. man gewinnt schneller, aber man verliert auch schneller. Hat man einen Optionsschein auf z.B. den DAX mit einem Ausübungspreis 6000 und der DAX steht am Laufzeitende bei 5999, hat man seinen Einsatz verloren. Und wie sich der Preis mit dem des Underlying ändert ist alles andere als trivial, mit sowas halten die Banken ihre Großrechner am Laufen.

Also so viel zur Warnung: wenn man nicht genau weiss, was man tut, fasst man besser nichts an, das Optionsschein heisst.

Steuerlich wäre das nach der bisherigen Gesetzgebung wohl
günstiger als das Direktinvestment in den Fonds, da, falls der
Fonds thesauriert, die Besteuerung der fiktiven Erträge
entfällt.

generell oder nur, wenn er in den keller geht?

Also wenn es so WÄRE, wie ich schrieb: generell, weil ein thesaurierender Fonds auch wenn er in den Keller geht steuerpflichtige Erträge hat. Optionsscheine nicht, sie werden steuerlich als Termingeschäfte behandelt.

Aber ich finde es immer noch seltsam. Vielleicht ist eins der beiden Papiere auf deiner Website falsch eingeordnet? Bei onvista.de finde ich zu deinem erwähnten Wertpapiernamen nur zwei Fonds(klassen), einmal auf Euro lautend, einmal auf USD. Du hast leider die ISIN/WKN nicht gepostet, also kann man nicht mehr sagen.

Viele Grüße,
Sebastian

Optionsscheine sind eigentlich etwas VÖLLIG anderes als Fonds.

grundsätzlich klar…

Also so viel zur Warnung: wenn man nicht genau weiss, was man
tut, fasst man besser nichts an, das Optionsschein heisst.

ich hab einfach mal ein paar von 2 verschiedenen gekauft…ich werde sehn, was passiert.

…ein
thesaurierender Fonds auch wenn er in den Keller geht
steuerpflichtige Erträge hat. Optionsscheine nicht, sie werden
steuerlich als Termingeschäfte behandelt.

wie wird wird ein Termingeschäft steuerlich behandelt?

Aber ich finde es immer noch seltsam. Vielleicht ist eins der
beiden Papiere auf deiner Website falsch eingeordnet? Bei
onvista.de finde ich zu deinem erwähnten Wertpapiernamen nur
zwei Fonds(klassen), einmal auf Euro lautend, einmal auf USD.
Du hast leider die ISIN/WKN nicht gepostet, also kann man
nicht mehr sagen.

WKN: A0MSBF beide

http://fonds.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=…

das ist der 2., den ich unter optionsschein angelegt habe. laufen tut er jedoch als fond - auch im verkaufsprospekt. mich würde es wundern, wenn die bei der dws in der risikoklasse 4 optionsscheine mit totalverlust haben…aber naja…wundern ist kein argument.

Sieht aus wie ein Fonds, riecht wie ein Fonds, schmeckt wie ein Fonds… muss wohl ein Fonds sein und kein Optionsschein :smile:. Ich nehme an, dass einfach bei DWS da irgendetwas durcheinander ist. Bzw. klingt „den ich unter optionsschein angelegt habe“ so, als ob du selbst Teildepots verwalten könntest und nun einfach einen Fonds in das Teildepot mit dem unpassenden Namen gelegt hättest.

Zwei Wertpapiere, die die gleiche WKN haben, sind völlig gleich.

Viele Grüße,
Sebastian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

wie wird wird ein Termingeschäft steuerlich behandelt?

Ich glaube: nach der Spekulationsfrist, also nach einem Jahr, sind Gewinne komplett steuerfrei. Bei kürzerer Haltedauer Versteuerung des Gewinns mit dem persönlichen Steuersatz. Ändert sich aber ohnehin 2009.

http://fonds.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=…

das ist der 2., den ich unter optionsschein angelegt habe.
laufen tut er jedoch als fond - auch im verkaufsprospekt. mich
würde es wundern, wenn die bei der dws in der risikoklasse 4
optionsscheine mit totalverlust haben…aber naja…wundern
ist kein argument.

Sieht aus wie ein Fonds, riecht wie ein Fonds, schmeckt wie
ein Fonds… muss wohl ein Fonds sein und kein Optionsschein

). Ich nehme an, dass einfach bei DWS da irgendetwas

durcheinander ist. Bzw. klingt „den ich unter optionsschein
angelegt habe“ so, als ob du selbst Teildepots verwalten
könntest und nun einfach einen Fonds in das Teildepot mit dem
unpassenden Namen gelegt hättest.

Zwei Wertpapiere, die die gleiche WKN haben, sind völlig
gleich.

ok…prima…dann sind es fonds. also bei dws sind die als optionsschein ausgeschrieben, aber das ist ja dann unwichtig. bei onvista hab ich das auch gesehn.

wie wird das 2009? überhaupt…auch mit den fonds…dann muss man den gewinn zu 25% versteuern oder?..auch wenn das geld draufbleibt?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

wie wird das 2009? überhaupt…auch mit den fonds…dann muss
man den gewinn zu 25% versteuern oder?..auch wenn das geld
draufbleibt?

Kurz gesagt: man versteuert alle Gewinne aus Kapitalanlagen dann mit 25%, wenn man sie erzielt. Das behält die Bank gleich ein, fertig.

Sonderregel gilt bei inländischen thesaurierenden Fonds: hier versteuert man den im Fonds thesaurierten Betrag dann, wenn er offiziell thesauriert wird, die darauf gezahlte Steuer wird später auf den Gewinn beim Verkauf (Verkaufspreis - Kaufpreis) angerechnet.

Bei ausländischen thesaurierenden Fonds hingegen versteuert man erst bei Verkauf (Verkaufspreis - Kaufpreis).

Verluste werden innerhalb des gleichen Kreditinstituts mit Gewinnen verrechnet, wie das bei mehreren Depots ist, weiss ich nicht. Das wurmt mich persönlich, da ich mehrere Depots besitze.

Viele Grüße,
Sebastian

wie wird das 2009? überhaupt…auch mit den fonds…dann muss
man den gewinn zu 25% versteuern oder?..auch wenn das geld
draufbleibt?

Kurz gesagt: man versteuert alle Gewinne aus Kapitalanlagen
dann mit 25%, wenn man sie erzielt. Das behält die Bank gleich
ein, fertig.

Sonderregel gilt bei inländischen thesaurierenden Fonds: hier
versteuert man den im Fonds thesaurierten Betrag dann, wenn er
offiziell thesauriert wird, die darauf gezahlte Steuer wird
später auf den Gewinn beim Verkauf (Verkaufspreis - Kaufpreis)
angerechnet.

Bei ausländischen thesaurierenden Fonds hingegen versteuert
man erst bei Verkauf (Verkaufspreis - Kaufpreis).

also da werd ich mich bei meiner nächsten steuererklärung bzw. bis dahin auch noch dumm- und dämlichinformieren müssen…

Verluste werden innerhalb des gleichen Kreditinstituts mit
Gewinnen verrechnet, wie das bei mehreren Depots ist, weiss
ich nicht.

hat mein steuerberater keine ahnung? weil er meinte, verschiedene fonds kann ich nicht gegeneinander aufrechnen…

ich hab im grunde nur ein depot bei dws, aber verschiedene fonds…die kann ich gegenrechnen?..so hatte ich es auch verstanden, aber mein SB meinte es anders…

also da werd ich mich bei meiner nächsten steuererklärung bzw.
bis dahin auch noch dumm- und dämlichinformieren müssen…

Bei der übernächsten, die nächste für 2008 ist ja noch nach altem Recht.

Wenn die 25% Abgeltungssteuer niedriger sind als dein persönlicher Steuersatz, musst du in deiner Steuererklärung für 2009 keine Kapitaleinkünfte mehr angeben. Mit der Abgeltungssteuer ist alles abgegolten. Die Bank macht die Versteuerung für dich.

ich hab im grunde nur ein depot bei dws, aber verschiedene
fonds…die kann ich gegenrechnen?..so hatte ich es auch
verstanden, aber mein SB meinte es anders…

Ich denke schon, dass Gewinne/Verluste ab 2009 innerhalb
einer Bank automatisch verrechnet werden, aber dein SB müsste es eigentlich besser wissen als ich. Vielleicht hat er auch was anderes gemeint.

Viele Grüße,
Sebastian

1 „Gefällt mir“

also da werd ich mich bei meiner nächsten steuererklärung bzw.
bis dahin auch noch dumm- und dämlichinformieren müssen…

Bei der übernächsten, die nächste für 2008 ist ja noch nach
altem Recht.

Wenn die 25% Abgeltungssteuer niedriger sind als dein
persönlicher Steuersatz, musst du in deiner Steuererklärung
für 2009 keine Kapitaleinkünfte mehr angeben. Mit der
Abgeltungssteuer ist alles abgegolten. Die Bank macht die
Versteuerung für dich.

ich hab im grunde nur ein depot bei dws, aber verschiedene
fonds…die kann ich gegenrechnen?..so hatte ich es auch
verstanden, aber mein SB meinte es anders…

Ich denke schon, dass Gewinne/Verluste ab 2009 innerhalb
einer Bank automatisch verrechnet werden, aber dein SB müsste
es eigentlich besser wissen als ich. Vielleicht hat er auch
was anderes gemeint.

super…danke. werd mich da wohl in sachen steuer noch mal belesen müssen. oder ich wandere aus…je nach dem, was einfacher ist:smile:

mehreren Depots
Hallo,

ich will eueren regen Meinungsaustausch nicht störem,
nur mal zur Info:

Verluste werden innerhalb des gleichen Kreditinstituts mit
Gewinnen verrechnet, wie das bei mehreren Depots ist, weiss
ich nicht. Das wurmt mich persönlich, da ich mehrere Depots
besitze.

Vereinfacht gesagt:
Du kannst dir von deinen Banken nach Ablauf des Jahres eine Bescheinung austellen lassen.
Diese kannst du dann in deiner EKST-Erklärung angeben und miteinander verrechnen.

Schönen Abend noch

Börsenfan1968

Zur Info
Hallo zusammen ,

zur Info:

Die Banken führen künftig die Abgeltungsteuer automatisch ab, wenn der Freibetrag überschritten wird. Danach entstehende Verluste werden mit weiteren Gewinnen in dem gleichen Depot verrechnet, sie mindern also die Steuerlast. Gibt es bis zum Jahresende keine positiven Erträge mehr, wird der Verlustüberhang ins nächste Jahr übertragen.

Auf Wunsch erstellt die Bank eine Verlustbescheinigung, mit der ein Sparer vom Finanzamt Geld zurückbekommt, wenn er zum Beispiel Gewinne bei einer anderen Bank erzielt hat, für die Steuer abgeführt wurde. Die Bescheinigung muss bis 15. Dezember eines Jahres bei der Bank beantragt werden. Eine automatische Verrechnung zwischen verschiedenen Banken ist nicht möglich.

Gruss
Börsenfan1968

1 „Gefällt mir“

Hallo,

ich will eueren regen Meinungsaustausch nicht störem,
nur mal zur Info:

Verluste werden innerhalb des gleichen Kreditinstituts mit
Gewinnen verrechnet, wie das bei mehreren Depots ist, weiss
ich nicht. Das wurmt mich persönlich, da ich mehrere Depots
besitze.

Vereinfacht gesagt:
Du kannst dir von deinen Banken nach Ablauf des Jahres eine
Bescheinung austellen lassen.
Diese kannst du dann in deiner EKST-Erklärung angeben und
miteinander verrechnen.

Wenn ich die Kapitaleinkünfte um diesen Gewinn-/Verlustausgleich durchzuführen in der Steuererklärung angebe – wird der verbleibende Gewinn dann mit meinem persönlichen Steuersatz oder mit dem Abgeltungssteuersatz versteuert? Wenn der persönliche niedriger ist, wird er bekanntermaßen herangezogen, aber wenn er höher ist? Wenn ja, dann wäre das ja ein deutlicher Nachteil gegenüber der Konstellation mit nur einem Depot.

Viele Grüße,
Sebastian

Schönen Abend noch

Börsenfan1968

Hallo,

Wenn ich die Kapitaleinkünfte um diesen
Gewinn-/Verlustausgleich durchzuführen in der Steuererklärung
angebe – wird der verbleibende Gewinn dann mit meinem
persönlichen Steuersatz oder mit dem Abgeltungssteuersatz
versteuert? Wenn der persönliche niedriger ist, wird er
bekanntermaßen herangezogen, aber wenn er höher ist?

Alles wird mit dem „Abgeltungssteuersatz“ versteuert.

Es ergibt sich also kein NAchteil.

Gruss
Börsenfan1968

1 „Gefällt mir“

ok…prima…dann sind es fonds. also bei dws sind die als
optionsschein ausgeschrieben, aber das ist ja dann unwichtig.
bei onvista hab ich das auch gesehn.

Kommt wohl daher dass der Fonds das sich an der Volatilität der europäischen Aktienmärkte orientiert und daher wohl vorwiegent Optionsgeschäfte tätigt…