Orange Flecken auf meinem kleinen Birnbaum

Hallo,

was tut ihr gegen die orangen Flecken auf den Blättern eurer Birnbäume. Oder habt ihr die gar nicht? Oder sind sie nur ein kleiner Schönheitsfehler und machen dem Bäumchen und den Früchten nichts?

Danke schon jetzt für Hilfe,

Claudia

Servus Claudia,

vermutlich sprichst Du von Birnengitterrost, der in den zurückliegenden Jahren stark zugenommen hat.

Je nach Befall ist der nicht unbedingt schädlich. Er verringert halt die Assimilationsfläche, dadurch den Ertrag. Aber bei starkem Befall kann das für die Birne schon an die Grenze des Erträglichen gehen.

Birnengitterrost ist kaum bekämpfbar. Am besten hilft das Pflanzen von toleranten (soll sogar resistente bereits geben) Sorten.

Man kann sonst auch ab Knospenschwellen bis Blüte einige Netzschwefelbehandlungen in Folge anwenden. Ab Blüte nicht mehr, Birnen sind allesamt mehr oder weniger empfindlich auf Schwefel.

Schöne Grüße

MM

Hallo Claudia.

Du kannst dich aber auch unter folgender Adresse erkundigen:
http://www.gartenprobleme.de/Birnengitterrost.
Dort findest du noch mehr Sachen, wie man die Krankheit am besten behandelt!

Gruß
Rainer

Link zum anklicken - BelRia MOD - 29.04.2006

Hallo Rainer und Martin,

danke für die Antworten. Klingt ja nicht sonderlich ermutigend. Ich werde es dieses Jahr nochmal beobachten, ansonsten muss ich ihn dann tatsächlich ersetzen. Ich pflanzte die Birnen als kleinen gesunden Snack im Garten für meine Kinder!!

Danke nochmal, Claudia

Servus Claudia,

falls Du diesen radikalen Schritt tun willst: Begib Dich auf die Suche nach einer kanadischen Züchtung namens „Harrow Delight“ - die ist vor nicht so langer Zeit in der Versuchsanstalt Weinsberg untersucht worden und als resistent gegen Feuerbrand und weitgehend tolerant gegen Birnengitterrost erkannt worden. Es ist eine Kreuzung aus Williams Christ und einer alten kanadischen Sorte.

Falls Du weniger radikal vorgehen willst: Keine Angst vor Netzschwefel. Er ist durch die meisten Anbauverbände im „Bio“-Anbau zugelassen, ohne Schwefelbehandlungen gäbe es z.B. Weine mit dem Ecovin-Siegel bloß zu Preisen eines Chateau d’Yquem und ähnlicher. Der Schwefel bleibt auf der Oberfläche und hindert dort die Pilzsporen an ihrer Entwicklung; zwischen Knospenschwellen und Blüte je nach Wetter etwa drei Anwendungen haben keinerlei Auswirkungen auf die Früchte - man kann diese ungewaschen grad so wie sie sind verspeisen.

Falls Du unentschieden bist: Such den Baum auf jeden Fall nach Sporenträgern ab, die sehen ungefähr aus wie Gallen (von Gallwespen), haben aber eine charakteristische „stachelige“ Form. Die sollten auf jeden Fall vor dem Blattfall möglichst alle weg - das hilft, den Infektionsdruck ein wenig zu mindern.

Sehr wichtig auch: Alle Zierwacholder in der Nähe aushauen. Obwohl bei Birnengitterrost wohl auch Infektionen ohne Zwischenwirt beobachtet werden, ist der Weg über den Wacholder (vor allem die Zierformen von Juniperus chinensis, die in den „schönen“ Schrebergärtlein in allen Farben gelb, blau etc. leuchten) ein sehr wichtiger Infektionsweg.

Falls es sich um einen Schrebergarten handelt: Die Nachbarn werden sich über dieses Ansinnen nicht freuen, aber Du hast den Verein und ggf. den Eigentümer (in der Regel die Gemeinde) auf Deiner Seite!

Schöne Grüße

MM

Hallo Claudia

Diese orangen Flecken sind Birnengitterrost, eine Pilzkrankheit.
Spritzungen mit Baycor helfen dagegen.
Bei uns in Tirol ist der Termin mitte Mai und 14 Tage säter nochmals.
Dann ist die Sporenflugzeit vorbei. Der Birnengitterrost befällt auch
die Früchte.

Gutes Gelingen
liebe Grüße Hermann

Servus Hermann,

„m Reich“ ist die Zulassung von Baycor (ohne Differenzierung zwischen Erwerbsobstbau und Kleingartenbau) per Ende 2004 ausgelaufen. Nur beim Verbraucher vorhandene Restbestände dürfen noch bis Ende des laufenden 2006 verbraucht werden.

Sonst hätte ich dieses natürlich als Alternative zum „ökologisch korrekten“ Netzschwefel benannt.

Schöne Grüße

MM
in etwas ambivalenter Erinnerung an den Skandal, der entfacht wurde, als Bodensee-Obstbauern taten, was sie am Kalterer See ohne weiteres hätten tun dürfen - Ach Europa!