Hallo Heinrich,
Übrigens. „Massaker“ wurden insbesondere bei der Waffen-SS
streng bestraft, wenn sie sich nicht „militärisch
begründen“ liessen. Also der Unterschied zwischen „Kollateralschäden“
und „disziplinloser Grausamkeit“ wurde nicht anders gehandhabt als heute.
Das mag alles so sein, wie Du sagst. Nur werden uns
heute nicht die Schandttaten der Russen, Briten oder
Amerikaner unter die Nase gebunden - sondern eben
die der Deutschen. Und die gab es selbst bei einer
Organisation wie der Waffen-SS imho eher selten, was
man gar nicht so erwarten würde, wenn man dem Zeitgeist
folgt.
So selten waren Massaker bei der Waffen-SS nun auch nicht.
Le Paradis hast du ja bereits erwähnt (SS-Totenkopf-Division)
OK, ein durchgeknallter HstF. Knöchlein, der kurz zuvor
ein EK1(?) erhalten hatte. Dafür wurde dann faktisch die
ganze 2.SS-D „bestraft“. Sehr gut beschrieben in Brunegger,
„Saat in den Sturm“
ISBN: 370200887X Buch anschauen
Bei Wormhoudt/Frankreich geschah ähnliches (SS-Leibstandarte
Adolf Hitler)
Mit heute noch unklarem Verlauf. Diese Ausschreitungen
einer führerlosen Truppe „im Blutrausch“ wurden übrigens
von einem SS-Offizier gestoppt. Über Bestrafungen weiss
ich nichts, da ich mich mit LSSAH nicht so gut auskenne.
Vielleicht hast Du Infos?
Am 7.Juni 1944 erschoss die SS-Panzerdivision „Hitlerjugend“
etwa 100 kanadische Kriegsgefangene und fuhr die Leichen mit
Panzern platt
Was genau meinst Du? Das hier:
http://www.normandie44lamemoire.com/version%20anglai…
http://www.lermuseum.org/ler/mh/wwii/caen.html
Da steht nix von 100.
Ich darf Dich daran erinnern, dass deutsche Soldaten
mit „designierter Division“ (Elite Wehrmacht + Waffen-SS)
von den Alliierten grundsätzlich sofort erschossen wurden.
Insofern ist die extrem geringe Zahl von „solchen“ Opfern
auf alliierter Seite und die gute Behandlung der restlichen
Gefangenen ein Zeichen für die Disziplin der deutschen
Truppen.
Das Massaker von Tulle/Frankreich ist bereits geschildert
Am 10.Juni 1944 ermordete die Waffen-SS-Division „Das Reich“
die 642 Einwohner von Oradour-sur-glane
Das ist etwas, das ich selbst auch nicht verstehe.
Aber man war halt nicht dabei. Vielleicht war dieser
Ort als „Fanal“, als „Botschaft“ an die Franzosen
intendiert, keinen „Marquis“ zu dulden und weitere
Opfer auf ziviler Seite zu vermeiden. So wie die
Israelis gerne „Terroristenführer“ im Kreise ihrer
Familie ausschalten. Auch das ist eine Botschaft.
Am gleichen Tag schlug die Waffen-SS in Griechenland in einem
Ort namens Distomo zu (218 Tote, vom Säugling bis zum Greis)
Auch so eine Sache, bei der wir sagen, dass wir
es anders gemacht hätten. Vielleicht wurde auch hier
gerade auf die „Message“ Wert gelegt, *obwohl* das Vorgehen
als sinnlos erachtet wurde.
Ende Dezember erschoss die Waffen-SS Gruppe Peiper 21
amerikanische Kriegsgefangene bei Malmedy
OK, eine Gruppe erschoss eine Gruppe Kriegsgefangene.
Auch hier kennen wir den Kontext nicht wirklich. Fakt ist,
in einer solchen Situation wie Dez. 44 würdest Du, wenn
Deine „Gefangenen“ versuchen, sich davonzumachen, keine
Sekunde zögern. Ich wahrscheinlich auch nicht. Unter
welcher Fahne wir auch kämpfen. Dazu kommt noch das
Wissen über die „Behandlung“ der Waffen-SS durch die Alliierten.
Noch Mitte April 1945 sorgte die Waffen-SS in Wien für die
Erschießung aufgegriffener Juden.
Das wusste ich nicht. Steht das im „Höhne“?
Ist eben alles nur eine Frage der „militärischen Begründung“.
Manchmal ist es das tatsächlich. Oder siehst Du keine
„militärische Begründung“ in der Bombardierung einer
Stadt wie Falluja, welche in etwas mehr als einer
Woche allein 600(!) Tote forderte?
Die militärische Begründung ist klar. „Den Willen zum
Widerstand brechen“. Aber es wird halt nicht funktionieren.
Vielen Dank für Deinen Beitrag
Euer CMБ