Organspende / Unfall

Hallo,

mal angenommen ein Motorradfahrer wäre Organspender und käme nachts alleine auf der Landstraße ums Leben. Nach welcher Dauer ohne Versorgung wären anschließend welche Organe noch wie lange zur Transplantation ‚haltbar‘ zu machen?

Gibt es da Untersuchungen bzw. Richtwerte für?

Grüße
Thorsten

das Herz würde wohl am längsten durchhalten…

ab 5 Minuten etwa sinkt der O2 Gehalt so rapide, das die Versorgung fürs Gehirn nicht mehr reicht…

ist das relevant?!

Danke erst einmal für Deine Mühe,

um Deine Frage zu beantworten: Nein, das ist nicht relevant. Ich dachte, dass ich ganz klar formuliert hätte, dass es mir um die Fragestellung ginge, wie lange welche Organe ohne Versorgung nach Eintreten des Todes (im Sinne Herz-Kreislaufstillstand) noch zur Transplantation verwendbar wären.

Könnte beispielsweise eine Niere noch Verwendung finden, obwohl sie 15, 30, 45 Minuten nicht mit Sauerstoff versorgt wurde? Wie sieht das mit den anderen transplantationsfähigen Organen aus?

Grüße
Thorsten

Hi,

ich hab hier einen Link für dich:
http://www.bag.admin.ch/transplantation/00695/01488/…
Wenn ich richtig informiert bin, werden in D noch gar keine Organe von Herz-Kreislauf-Opfern genommen. In anderen Ländern ist dies aber durchaus üblich.
Ich denke eine Motorradfahrer der noch an der Unfallstelle einem Herz-Kreislauf-Versagen erliegt, eignet sich nicht als Organspender, dies kannst du aber alles im Link oben nachlesen.

Gruß Tina

Hallo Tina,

vielen Dank - das geht schon in die richtige Richtung. Hast Du noch weiterführende oder detailliertere gesicherte Informationen?

Grüße
Thorsten

Hi,

ne sorry hab ich nicht, hatte den vorherigen Link durch googlen gefunden, aber wenn du nach NHBD donor oder ähnlichem googlest, müsstest du ein paar ergebnisse finden!

Gruß,
Tina

Hallo,
so wie du das schilderst, bleibt da nicht viel übrig was man verwenden könnte.

Es gibt definierte Zeiten für die ein Organ nach Ausbleiben der Blutversorgung noch transplantierbar ist.
Da Bei einem Unfallopfer der Zeitpunkt ab wann die Uhr tickt nicht bekannt wäre und zusätzlicht nicht kontrollierbare Umstände hinzukämen würde wohl niemand das Risiko eingehen den Riesenaufwand einer Organtransplantation zu machen um dann festzustellen, das das Organ doch hin ist.

Eigentlich bleiben hier nur so relativ robuste Gewebe wie Augenhornhäute, Knochen, Haut oder Sehnen.

Falls es nicht darum geht direkt zu explantieren - was auch wegen des rein organisatorischen Vorlaufes nicht möglich wäre - dann stellt sich das Problem wie bei jeder Reanimation und ist wohl auch ein Standartfall der Organspende.
Eine Reaktivierung des Kreislaufes gelingt oft auch nach 15 oder 20 Minuten noch, aber das Gehirn ist dadurch oder durch zusätzliche Schäden tot = potentieller Organspender.
Um noch mal auf dein Beispiel zu kommen, gelingt es also nicht den Kreislauf wieder in Gang zu setzen, dann scheidet der Verunfallte als Spender aus, weil bis zu einer Explantation auf jeden Fall viele Stunden vergehen würden.

Wie lange jemand in dieser Weise noch „reanimierbar“ ist, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Unter ungünstigen Umständen ist vielleicht nach 10 Minuten schon nichts mehr zu machen, es ist aber angeblich auch noch nach 40 Minuten gelungen (unterkühlte Kinder) ohne wesentliche Folgeschäden zu reanimieren.

Gruß
Werner