Im Medizinbrett wurde ein Thread zur Organspende begonnen. Das veranlasst mich zu der Frage, wie die Weltreligionen das Thema behandeln.
Gibt es Glaubensrichtungen, die die Bestattung eines vollständigen Leichnams vorschreiben?
Otto
Im Medizinbrett wurde ein Thread zur Organspende begonnen. Das veranlasst mich zu der Frage, wie die Weltreligionen das Thema behandeln.
Gibt es Glaubensrichtungen, die die Bestattung eines vollständigen Leichnams vorschreiben?
Otto
Christliche Bestattung
Hallo, Otto!!
Gibt es Glaubensrichtungen, die die Bestattung eines
vollständigen Leichnams vorschreiben?
Ich kann hier natürlich nur für das Christentum sprechen, als dessen Anhänger ich mich bekenne; dennoch denke ich, dass für den mosaischen Glauben ähnliches gilt:
Es macht wenig Sinn, ausschließlich vollständige Leichname zu bestatten. Was sollte nämlich anderenfalls mit im Kriege verstümmelten Soldaten geschehen, oder mit Unfallopfern? Mir ist insbesondere auch keine biblische Textstelle bekannt, aus der ich auch nur annähernd eine Vorschrift ableiten könnte, derzufolge ein Leichnam bei der Bestattung vollständig sein muss.
Langer Rede kurzer Sinn: Möglicherweise gibt es Glaubensrichtungen, die die Bestattung eines vollständigen Leichnams vorschreiben. Die sind aber dann nicht christlich.
Liebe Grüße
Chris
Christliche Bestattung (nicht ganz ernst gemeint)
Hallo,
das Christentum kann es doch mit der vollständigen Bestattung des Körpers wirklich nicht ganz so streng meinen, schließlich stammt die Idee der Organspende vom Boss selbst:
Mit einer Rippe fing es an … *gg*
Grüße
Wolfgang
Hallo !
Na, und der jetzige Papst besteht zum Teil auch aus Edelstahl!!
Oder bewahrt man sein Hüftgelenk, das kaputte, irgendwo auf?
Grüße Max.
hallo Max
als Beinknochen des Hl. Woitila. So wie die angeblichen Beinknochen von Petrus. Der muss allerdings etwa 4 m groß gewesen sein. Denn die Oberschenkelknochen könnte man glatt mit denen einer Kuh verwechseln.
Schande über den, der Schmutziges dabei denkt!
Grüße
Raimund
So wie die angeblichen
Beinknochen von Petrus. Der muss allerdings etwa 4 m groß
gewesen sein. Denn die Oberschenkelknochen könnte man glatt
mit denen einer Kuh verwechseln.
Hallo Raimund,
glaubst du wirklich, dass die hl. Kirche so schlecht fälschen kann? Antike Menschenknochen besitzt sie in jedem Fall genug, auch wenn die Herkunft von Petrus unbewiesen bleibt. Aber Behauptungen unter der Überschrift: „Enthüllungen aus dem Vatikan“ lassen sich halt stets lukrativ vermarkten.
Im übrigen ist das Problem verbrannter oder von Tieren oder Menschen gefressener Körper schon in der ältesten christlichen Literatur ein stehender Topos. Der gesunde Menschenverstand wurde nicht im 20. Jahrhundert erfunden.
Gruß,
Pietro
hallo Pitro,
Im übrigen ist das Problem verbrannter oder von Tieren oder
Menschen gefressener Körper schon in der ältesten christlichen
Literatur ein stehender Topos. Der gesunde Menschenverstand
wurde nicht im 20. Jahrhundert erfunden.
Nein, mit Sicherheit nicht!
Doch gab es eine Zeit, da konnte man den Christen alles verkaufen. Allein die Holzsplitter von Christi Kreuz zusammengesetzt würde für einen Riesen reichen. Die berühmtesten und größten Reliquienhändler waren… Moslem!
Die haben den bescheu… Christen alles verhökert.
Grüße
Raimund
Hallo Riamund,
mit Reliquienkult, -handel und -kuriositäten kenne ich mich, mit Verlaub, ein bisschen aus.
Nur hatte kein Händler die Chance, Petrusreliquien nach - Rom zu verkaufen. Das anzunehmen ist bescheu…
Gruß,
Pietro
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Handeslembargo?
Hallo Pietro!
Eigentlich möchte ich von dem Thema „Reliquien“ ein wenig weg … - Ich bin kein Katholik, und das Thema an sich interessiert mich nicht so sehr. Dennoch wüßte ich gern, worauf Du die Aussage
Nur hatte kein Händler die Chance, Petrusreliquien nach - Rom
zu verkaufen. Das anzunehmen ist bescheu…
begründest. Theoretisch hätten doch auf allen möglichen Wegen und Umwegen Reliquien (egal ob echte oder gefälschte) nach Rom gelangen können. Geht es um die Hinrichtung des Petrus in Rom, also darum, daß alle denkbar möglichen Reliquien bereits in Rom waren?? Das würde mich dann doch interessieren. Ich kenne die (gültige?) Lehrmeinung, derzufolge Petrus auf Geheiß des Nero in Rom gekreuzigt wurde, auf eigenen Wunsch mit dem Kopf nach unten. Das soll am gleichen Tag geschehen sein an dem Paulus (als römischer Staatsbürger) enthauptet wurde. Eine zuverlässige Quelle dafür ist mir aber nicht geläufig. Kannst D u da weiterhelfen?
Herzliche Grüße
Chris
Hallo Chris,
ich finde das Thema auch nicht sooo spannend. Es geht ja auch nicht einmal darum, ob Petrus- oder andere Reliquien historisch echt sind.
Tatsache ist, dass sämtliche Christen (Osten und Westen, „Rechtgläubige“ und „Dissenter“) seit Beginn der uns bekannten Zeugnisse darin übereinstimmten, Petrus sei in Rom hingerichtet und beigesetzt worden und die römische Gemeinde sei im Besitz seines Grabes und seiner Reliquien. Aus diesem Grund konnte kein Händler in Rom einen angeblichen Petrusknochen an den Mann bringen.
Gruß,
Pietro
Gibt es Glaubensrichtungen, die die Bestattung eines
vollständigen Leichnams vorschreiben?
ja das judentum.
grüße
lehitraot.
Was sollte nämlich anderenfalls mit im Kriege
verstümmelten Soldaten geschehen, oder mit Unfallopfern?
die leichenteile werden sorgfältigst eingesammelt. ein körper ist kein abfallprodukt, das man mal verbrennt, mal anderweitig recyclet.
Langer Rede kurzer Sinn: Möglicherweise gibt es
Glaubensrichtungen, die die Bestattung eines vollständigen
Leichnams vorschreiben.
siehe anderes posting.
grüße
lehitraot.
ja das judentum.
Heißt das umgekehrt auch, daß Juden keine Spenderorgane bekommen dürfen? Das müßte dann folgerichtig einem verstorbenen Nicht-Juden entnommen worden sein.
Wie verhält es sich, wenn jemand beispielsweise zu Lebzeiten ein Organ spenden will… also eine Niere von einem Geschwisterteil zum anderen? Dann wäre eine unvollständige Leiche unausweichlich.
Hmmm… gibt es jüdische Transplantationsexperten? Dürfte eigentlich nicht…
Otto
hallo!
Heißt das umgekehrt auch, daß Juden keine Spenderorgane
bekommen dürfen?
es gibt keine bindenden aussagen für das judentum, sondern verschiedene strömungen und meinungen. es gibt lehrmeinungen, daß die pflicht ein leben zu retten höher zu werten ist als das verbot der leichenfledderei. auf der anderen seite werden organe jedoch von (noch) lebenden menschen entnommen. dann kommt also das verbot gegen „ein leben für ein leben“ ins spiel. wie gesagt: einige sehen darüber hinweg, um leben zu retten.
organ"spende" (ein euphemismus, tote können nichts spenden!) wird im judentum nicht als ultimativer akt der „nächstenliebe bis in den tod“ propagiert wie im christentum. ich habe das schon einmal gesagt: der christliche topos ist ein mensch, der zum heile der anderen stirbt (jesus am kreuz). dasselbe schema findet sich in der organspende: der opfertod des einen rettet den anderen. dieses denken ist dem judentum fremd. organe oder körperteile von toten einem lebenden einzupflanzen wird nicht als unbedingt positiv betrachtet.
Das müßte dann folgerichtig einem
verstorbenen Nicht-Juden entnommen worden sein.
das ist irrelevant. wer organ"spenden" ablehnt, der nimmt auch keine an, egal von wem.
Wie verhält es sich, wenn jemand beispielsweise zu Lebzeiten
ein Organ spenden will… also eine Niere von einem
Geschwisterteil zum anderen? Dann wäre eine unvollständige
Leiche unausweichlich.
auch bei blinddarmoperationen wird der körper beschädigt. da dadurch aber keiner stirbt, sondern im gegenteil, gerettet wird, ist das kein problem. eine nierenspende ist auch eine echte spende. dazu muß keiner sterben.
Hmmm… gibt es jüdische Transplantationsexperten? Dürfte
eigentlich nicht…
doch gibt es. siehe oben. ein dogmatisches verbot gibt es nicht.
grüße
lehitraot.
Weise Gummiparagraphen?
Dank für die Antwort, lehi!
Vielleicht ist das der Königsweg. Keine starre Regeln untersagen das Handeln. Eine Richtschnur läßt den Hoffenden (über)leben und den Toten in Ruhe, läßt den Betenden nicht aufbegehren und erspart dem Ungläubigen die Steinigung… etwas überspitzt ausgedrückt.
Otto
das gefällt mir (owt)
´.
Bombenopfer???
Hallo, Lehitraot!
die leichenteile werden sorgfältigst eingesammelt. ein körper
ist kein abfallprodukt, das man mal verbrennt, mal anderweitig
recyclet.
Ich habe davon reden hören, daß auch Juden bei Flugzeugabstürzen oder Bombenattentaten ums Leben gekommen seien.
Wie ist denn das Procedere in einem solchen Fall? - Oder was geschieht, wenn jemandem ein Bein amputiert wird - wird das vorab beerdigt?
Ich weiß, daß klingt süffisant, die Frage an sich ist aber ernst gemeint.
Gruß
Chris
Hallo, Lehitraot!
die leichenteile werden sorgfältigst eingesammelt. ein körper
ist kein abfallprodukt, das man mal verbrennt, mal anderweitig
recyclet.Ich habe davon reden hören, daß auch Juden bei
Flugzeugabstürzen oder Bombenattentaten ums Leben gekommen
seien.
Soweit ich weiss gibt es z.B. nach Attentaten freiwillige Einsammelkommandos die dann die ganzen Einzelteile wieder zusammensuchen. Eine unangenehme Aufgabe.
SAN
Wie ist denn das Procedere in einem solchen Fall?
wie beschrieben: die leichenteile werden penibel eingesammelt, meistens von religiösen freiwilligen.
- Oder was
geschieht, wenn jemandem ein Bein amputiert wird - wird das
vorab beerdigt?
körperteile werden beerdigt.
Ich weiß, daß klingt süffisant, die Frage an sich ist aber
ernst gemeint.
ich habe ernsthaft geantwortet, auch wenns nicht allzu leicht ist. die dinge sind tägliche realität.
grüße
lehitraot.
Hallo, Lehitraot!
ich habe ernsthaft geantwortet, auch wenns nicht allzu leicht
ist. die dinge sind tägliche realität.
Das verstehe und respektiere ich … und verzichte deshalb auf weitere Fragen - auch wenn weitere offen sind.
Gruß
Chris