Organspendeausweis - Freistaat Bayern fragt nach

Hallo,
die Person X hat vom Freistaat Bayern einen Brief bekommen, in dem gefragt wird, ob man bereit wäre Organe zu spenden. Der Frageboden im Detail:

Mit ihrem Ausweis können Sie Ihre Entscheidung für oder gegen Organspende einideutig dokumentieren.

JA, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden.

JA, ich gesatte dies, mit Ausnahme folgender Organe: …

Ja, ich gesatte dies, jedoch nur für folgende Organe: …

NEIN, ich widerspreche einer Entnahme von Organen oder Geweben.

Über JA oder NEIN soll dann folgende Person entscheiden : …

Person X stellt sich jetzt die Frage, was passiert, wenn er diesen Frageboden NICHT beantwortet (also wenn er sich weder dafür noch dagegen entscheidet).

Hat der Staat aktuell das Recht, dieser Person trotzdem Organe zu entnehmen? Immerhin hat sich die Person X nicht dagegen entschieden.

Und warum bekommt Person X diesen Brief, während seine Ehefrau (3 Jahre jünger) diesen Fragebogen nicht bekommt? Was sind die Motive?

Hi,

wurde ein Brief zugeschickt wo diese Karte drin ist?
https://www.google.de/search?q=organspendeausweis&cl…
Hier soll man sich überlegen ob man spenden soll und den Ausweis dann in seinem Portemonnaie aufbewahren.

Oder wurde ein Brief zugeschickt den man beantwortet zurückschicken soll?
Von so etwas habe ich noch nicht gehört.

Du schreibst der Brief käme von Freistaat Bayern. Was ist der genaue Absender, wie ist die genaue Rückanschrift?

Ich lebe nicht in Bayern und weiß daher nicht ob das Schreiben echt ist.

MFG

Von wem genau kommt der Fragebogen? (wirklich vom Freistaat? Oder von der Krankenkasse?)
Wie ist X krankenversichert?
Soll etwas zurückgeschickt werden? Wohin? Oder soll nur ausgefüllt werden?

Mit ihrem Ausweis können Sie Ihre Entscheidung für oder gegen
Organspende einideutig dokumentieren.

Dokumentieren ist erst einmal nicht schlecht. Die Frage wäre nur, wo das aufbewahrt wird. Ob beim potenziellen Organspender oder irgendwo anders. Daher sind die o.g. Fragen wichtig! Grundsätzlich sollte sich aber jeder über die folgenden Fragen mal ernsthaft Gedanken machen. Am besten immer im Hinterkopf habend: Was wäre, wenn ich (oder Angehörige) gesundheitlich in eine Situation käme, wo ich auf eine Organspende angewiesen wäre. Also sich auch Gedanken mache darüber, ob man Organempfänger sein würde.

JA, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines
Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden.

Person X stellt sich jetzt die Frage, was passiert, wenn er
diesen Frageboden NICHT beantwortet (also wenn er sich weder
dafür noch dagegen entscheidet).

Nichts. Wobei mir nicht ganz klar ist, was das für ein Fragebogen ist. Daher: Erst einmal die ersten Fragen beantworten.

Hat der Staat aktuell das Recht, dieser Person trotzdem Organe
zu entnehmen?

Nein!
Übrigens „der Staat“ sowieso nicht! Der Staat hat mit einer potenziellen Organspende gar nichts zu tun! (Außer, rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen) Ob jemand zum Organspender wird oder nicht, entscheidet sich im Krankenhaus. Und derzeit ist die Regelung so, wie sie schon immer war: Nicht nur gegen den Willen von Spender / Angehörigen läuft nichts, sondern es muss sogar das Einverständnis vorliegen!

Immerhin hat sich die Person X nicht dagegen entschieden.

S.o. Wenn keine ZUSTIMMUNG des pot. Spenders oder der Angehörigen vorliegt, dann kommt X nicht als Spender in Frage. Allerdings sollte sich X im Klaren sein, dass er mit diesem Schwebezustand (nicht dafür, nicht dagegen erklärt) seinen Angehörigen keinen Gefallen tut. Denn die werden im Fall des Falles gefragt - und sollen im Sinne des pot. Spenders entscheiden.

Und warum bekommt Person X diesen Brief, während seine Ehefrau
(3 Jahre jünger) diesen Fragebogen nicht bekommt?

Das hängt davon ab, von wem der Fragebogen wirklich kommt. Kommt er von der Krankenkasse und die Ehefrau ist woanders versichert, erklärt das einiges. Denn Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Übrigens gibt es auch noch eine Kampagne des BUNDESgesundheitsministeriums bzw. der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Was sind die Motive?

Dass sich möglichst jeder aktiv Gedanken zum Thema macht und sich entscheidet! Dafür oder dagegen.

Siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Organspendeausweis#Gesc…

Es ist genau so eine Karte wie im Link abgebildet. Jetzt wird mir klar, dass ich dieses Schreiben völlig falsch verstanden hatte. Karte ausfüllen, und einfach in den Geldbeutel stecken. Da hätte ich eigentlich selbst drauf kommen müssen :frowning:

Vielen Dank für die Aufklärung!!!

PS: für alle die es interessiert: die Karte wurde vom Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zugeschickt.

Hi.

Das war mir eigentlich klar, dass das der Organspendeausweis ist, den du zugeschickt bekommen hast. Finde ich sogar sehr gut vom südlichen Freistaat, dass die sowas verschicken. Als ich letztes Jahr meinen Perso erneuern ließ, habe ich mir ebenfalls so eine Karte mitgenommen und dachte „Na, füllste das Ding schnell aus und steckst es ein.“, so einfach war die Entscheidung dann aber doch nicht und ich glaube, dass die Gedanken, die man sich macht, wenn man sowas erstmal vor sich liegen hat, schon wichtig sind.

MfG,
TheSedated

Hallo

Mit ihrem Ausweis können Sie Ihre Entscheidung für oder gegen
Organspende einideutig dokumentieren.

Steht ja da, man KANN sich entscheiden :smile:

Person X stellt sich jetzt die Frage, was passiert, wenn er
diesen Frageboden NICHT beantwortet (also wenn er sich weder
dafür noch dagegen entscheidet).

Nichts

Hat der Staat aktuell das Recht, dieser Person trotzdem Organe
zu entnehmen? Immerhin hat sich die Person X nicht dagegen
entschieden.

Nein, das geht nicht.

Und warum bekommt Person X diesen Brief, während seine Ehefrau
(3 Jahre jünger) diesen Fragebogen nicht bekommt? Was sind die
Motive?

Die grundsätzliche Idee die dahinter steckt ist, dass sich (mengels Spenderorganen) jeder Mensch mindestens einmal im Leben mit dem Gedanken an Organspende auseinandersetzt.
Warum jetzt du einen Brief bekommst, und deine Frau keinen, kann ich auch nicht beantworten.

Eigentlich sollte dieses Anschreiben von den Krankenkassen übernommen werden. Das ist bei mir zB letzten Herbst erfolgt.

Gruß
Wawi

Der Freistaat Bayern hat diese „Infobriefe“ verschickt und diese sind echt. Der Freistaat Bayern dient hier nur als Versender. Er hat kein Interesse an den Organen. Er will seine Mitbürger nur darauf hinweisen, dass es einen Organspendeausweis gibt und dass man sich über eine Organspende im Todesfall Gedanken machen sollte.
Es ist kein Fragebogen. Fragebogen impliziert für mich, dass ich diesen zurück senden muss. Es ist eine Karte, in der man angeben kann, was man gerne als „Inhaber“ der Organe zu Lebzeiten möchte. Die Auswahlmöglichkeiten sind die angenommenen möglichen Antworten, die, meines Erachtens, komplett die möglichen Antworten abdecken.

Der Brief ist eine „Postwurfsendung“ (Produkt der Deutschen Post) und wird an jeden Haushalt einmal verteilt. Sollten also Sie und Ihre Frau 2 Briefkästen haben, hätten Sie 2 Briefe bekommen. Der Brief ist ja nicht an Sie persönlich adressiert. Die Adressierung lautet:
„An sämtliche Bürgerinnen und Bürger in Bayern“.

Die Motive sind die massive Not an Organspendern bzw. Organen in Deutschland bzw. Europa. Meistens sind Angehörige im Todesfall mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt, als dass sie genügend Kraft und Nerven haben, über eine Organspende eines scheidenden Angehörigen zu entscheiden. Ferner muss der Organismus bei einem Unfall ja künstlich am Leben erhalten werden und dies wird normal nur gemacht, wenn Organe entnommen werden sollen.

Ich hoffe, dass das alle Fragen abdeckt.

Es ist schon alles gesagt. Die Aktion ist gut, jedoch scheint der Brief nicht wirklich klar zu beschreiben, dass die Einwilligung Bedingung für eine Organspende ist.