Liebe/-r Experte/-in,
Hinsichtlich eines Gleitwirbels LWS mit Ischiasschmerzen habe den Neurologen so verstanden, daß der Wirbel nach hinten geschoben wird, wo die außerhalb des Wirbelkanals liegenden Nerven bedrängt werden können. Ein Krankengymnast meint, daß der Wirbel in den Bauchraum geschoben werde(hinsichtlich der entlastenden Übung Durchdrücken der LWS). Vermutlich findet die Verschiebung also in 2 Richtungen statt.
Ich hätte ein paar weitere Fragen:
Warum aber ist der Ischiasschmerz einseitig und außerhalb der Wirbelsäule sitzend (von da ausstrahlend), wahrscheinlich Kreuzbein (ISG-Gelenk?, Zusammenhang mit Wirbelgleiten?)?
Wie ist es überhaupt möglich bei CT als Momentaufnahmen einen Verschiebungsgrad festzustellen?
Wie kann ein Grad von nur 0-1 bei körperlicher Arbeit furchtbare Ischiasschmerzen verursachen, manchmal sogar ohne Kreuzschmerzen (die im allgemeinen erträglich sind)
Freundliche Grüße - Sabine Müller
Liebe Frau Müller,
beim Wirbelgleiten gleitet der betroffene Wirbel nach vorne, also in den Bauchraum weg. Darüber und darunter liegende Wirbel verschieben sich also in Relation dazu nach hinten. Zu welchen Folgeerscheinungen es kommt (Nerveneinengung, Arthrose) hängt davon ab, ob es sich um ein degeneratives Wirbelgleiten oder ein echtes Wirbelgleiten handelt. Letzteres besteht wegen einer fehl Bildungs der Wirbelbogen, bei denen keine Verbindung mehr zu den Wirbelgelenken besteht und der Wirbelkörper dadurch nach vorne aus seinem Verband gleitet. Dies ist ein chronisch zunehmendes Phänomen. Es ist also nicht so, dass der Wirbel während einer Bewegung nach vorne und einer anderen Bewegung wieder nach hinten gleitet. Darum kann man diesen Zustand auch in einer Computertomographie sehen. Da dieser Prozess chronisch zunehmend, kann es insbesondere für die Nerven, die seitlich austreten und in die Beine ziehen eng werden. Darum kommt es auch zu einseitig oder beidseitig ausstrahlenden Beschwerden in die Beine.
Eine Hilfe ist in jedem Falle, die Bauchmuskulatur zu stärken, damit sie als Korsett die Lendenwirbelsäule stützt.
Gute Besserung!
Der Orthopäde
Hallo Frau Müller,
Ihr Fragenkatalog würde einen ganzen Abend füllen
, ich will mich auf das Notwndigste zum Verständnis beschränken.
Das Wirbelgleiten entsteht, meist zwischen dem letzten Lendenwirbel (L5) und dem Kreuzbein (S1), überwiegend durch einen ein- oder zweiseitigen Spalt im Wirbelbogen. Im Laufe des Lebens kommt es dann durch die bestehende Instabilität des betroffenen Wirbels ( meist L5) zu einer Schädigung und Aufbrauch der Bandscheibe zwischen L5 und S1. Durch das Setzten der Bandscheibe vergrößert sich die Instabilität und L5 gleitet über L1 nach vorne (!) Grob gesagt, wird das Gleiten pro cm mit dem Stadium 1 bis 4 bezeichnet, der Wirbel ist ca. 4 cm breit. Durch die Wirbelverschiebung kann es dann auch zu einer Irritation der in Höhe der Bandscheiben austretenden Nervenwurzeln kommen, was zu den entsprechenden Schmerzen führt.
Im Röntgen /CT als omentaufnahme kann schon der Grad der Verschiebung festgestellt werden, bei Funktionsaufnahmen im Röntgen dann auch, ob sich der Wirbel noch mehr oder weniger verschiebt.
Guten Tag,
ganz vielen Dank für die hilfreiche Antwort.
was können denn im Laufe der Zeit schlimmstenfalls passieren? Ich habe
gehört, daß sich der Ischiasnerv aus mehreren Wurzelaustrittsstellen
gebildet wird, sodaß eine völlige Lähmung unwahrscheinlich ist? Der Befund:
Spondylolisthese LW5/SW1
Sollte ich meinen körperlich anstrengenden Beruf aufgeben? Der hiesige
Orthopäde meint, ich hätte nichts.
Freundliche Grüße - Sabine Müller
Schlimmstenfalls kann eine Lähmung der Fußhebung oder der Fußsenkung auftreten. Wenn sie ihren Beruf aufgeben können, weil sie nicht darauf angewiesen sind, zu arbeiten, ist nichts dagegen zu sagen.