OS-Empfehlung

Hallo,

mein werter Onkel will in die endlosen Weiten der modernen Rechentechnik vorstossen und hat mich dazu beauftragt, ihm beim Kauf zu beraten. Da ich gar nichts davon halte, absoluten Neulingen ein high end Geraet fuer 2TEUR aufzuschwatzen wollte ich ihm erstmal einen von meinen alten schenken. In die naehere Auswahl ist dabei ein 333er celeron gekommen, fehlen tun noch RAM und HDD. Und natuerlich das OS.

Jetzt die Frage, die mich hin und her reisst: ein teures von MS oder ein gutes von den GNU-Leuten? Als Anforderung wurde mir genannt „Buerokram machen und die nackten Fraun im Internet angucken“ (letzteres vielleicht eher als Scherz, aber man weiss ja, wie das so ist…).

Fuer den ersten Punkt waeren fuer OS und Office wohl erstmal 300EUR (?) an das Hause Microsoft notwendig. Viel beaengstigender empfinde ich aber die Aussicht, wegen der zweiten Anforderung alle 3 Monate 400km fuer eine Neuinstallation zurueckzulegen, weil das Eisen total verwurmt ist. Da der Rechner ja schon etwas betagt ist, wird wohl auch kein MS-OS drauf laufen, was man halbwegs sicher konfiguriert kriegt.

Die Aussicht, ihnen Linux unterzujubeln ist natuerlich in mehrfacher Hinsicht verlockend: kost nischt, unkaputtbar, notfalls fernwartbar von meinem warmen Buerostuhl, laeuft sicher auf der alten Kiste. Darueberhinaus waere es ein nettes Experiment fuer mich, wie der totale Computer-Anfaenger mit Linux klar kommt, ohne vorher auf MS geimpft worden zu sein. Einziges Problem sehe ich in der Interaktion mit anderen Menschen (read: MS-Nutzern): schickt mir jemand ein MS-Word-Dokument, bin ich arrogant genug, ihn damit zum Teufel zu jagen (und notfalls auch noch zu erklaeren, warum). Ich habe Zweifel, ob das bei meinem Onkel funktionieren wird.

Nun kenn ich mich ja in der ‚konventionellen‘ Office-Welt ueberhaupt nicht aus. Ich hab mal was von OpenOffice gehoert. Z.B., dass es ziemlicher bloat ist. Wird das auf der Kiste laufen? Alternativen? Wie sind dort die Import- und Export-Filter? Ist das ‚transparent‘ genug, dass ein nahtloses Zusammenarbeiten (in beide Richtungen) mit den MS-Produkten moeglich ist? Vorschweben wuerde mir da ein debian, aber da kann man ja flexibel sein.

Oder doch ein Windows und doch lieber mit den technischen als den sozialen Problemen kaempfen? Ich bin auf eure Meinung gespannt.

Unentschlossenen
Gruss vom Frank.

Pro-Linux
Hi,

gib ihm ein Linux Deiner Wahl mit genügend Speicher und OpenOffice. Ich verwende OpenOffice daheim und muss mich im Büro mit MS Office quälen. Bis auf ein einziges Dokument hab ich bis jetzt alles auch daheim wieder bearbeiten können, aber wir verwenden auf der Arbeit auch keine Monstermakros. Der erste Start von OO kann allerdings etwas dauern.

Hm, ich fände es nett, wenn Du irgendwann mal einen Bericht hier reinstellen könntest, wie das geklappt hat (ich meine den MS-Ungeimpften User mit Linux zu infiltrieren).

Gruss,

Herb

Hallo Frank

Also bei einem Anfänger bin ich ganz klar pro Windows. Dies damit Dein Onkel die von Dir schon erwähnten Kompatibiläts-Probleme nicht hat. Denn wahrscheinlich werden alle seine Freunde auch eine Windows-Kiste mit Office haben. Dementsprechend wird er von ihnen sicher lustige Präsentationen (nackte Frauen ;o) ) etc. bekommen und sich tierisch nerven, wenn er die nicht aufmachen kann. (Ich hatte meinem Vater zuerst PowerPoint nicht auf seinen Rechner installiert und musste das dann genau wegen dieser Präsentationen super schnell nachholen *grins*).

Ausserdem wäre für Dich der Aufwand um ihm das Ganze beizubringen mit Linux wahrscheinlich grösser. Wenn der Anfänger auf MS Produkten ist, dann kennt er sicher wieder noch andere Leute, die ihm bei seinen Problemen helfen können.

Dagegen spricht natürlich Dein Argument wegen der Unsicherheit der alten Systemen. Da ist natürlich die Frage, ob man nicht schon für kleines Geld eine Maschine bekommen kann, die auch Windows 2000/XP fähig ist…

So, meine Meinung bezieht sich wirklich nur auf Anfänger und ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass ich grundsätzlich Kontra-Linux bin.

Grüsse
Andrea

Hallo Andrea

Also bei einem Anfänger bin ich ganz klar pro Windows.

Bei einem Anfänger, der noch Null Ahnung hat, spielt es keinen Tango, ob Windows, Linux, MacOS oder whatever. Entsprechende Schulung vorausgesetzt lernt er den Umgang mit dem System in jedem Fall etwa gleich schnell.

Dies damit Dein Onkel die von Dir schon erwähnten
Kompatibiläts-Probleme nicht hat.

Open Office existiert. Und das kann M$-Office-Dokumente öffnen und auch in diesem Format speichern. Da dürften auch die Powerpoint-Präsentationen kein wirkliches Problem darstellen. Man kann Open Office sogar so konfigurieren, dass es Dokumente standardmässig im M$-Office-Format speichert (z.B. *.ppt bei Präsentationen…), so dass er auch Eigenkreationen problemlos an Bekannte und Verwandte mit Windows-Kisten senden kann.

Ausserdem wäre für Dich der Aufwand um ihm das Ganze
beizubringen mit Linux wahrscheinlich grösser.

Falsch. Die Bedienung des Rechners, der im Fall von Linux sicherlich mit KDE, Gnome o.ä. eingerichtet würde, ist nicht wesentlich anders als Windows. Für einen Anfänger ist das gehupft wie gesprungen. Er muss nur lernen, welches Symbol er anklicken muss, um einen Brief zu schreiben etc.

Wenn der Anfänger auf MS Produkten ist, dann kennt er sicher wieder
noch andere Leute, die ihm bei seinen Problemen helfen können.

Das könnte allerdings sein. Wenn er Bekannte hat, die in seiner Nähe wohnen und ihm bei Problemen helfen können, dann mag Windows besser geeignet sein.

CU
Peter

Hi,

Nun kenn ich mich ja in der ‚konventionellen‘ Office-Welt
ueberhaupt nicht aus. Ich hab mal was von OpenOffice gehoert.
Z.B., dass es ziemlicher bloat ist. Wird das auf der Kiste
laufen?

Wenn Du genügend RAM spendierst - sicherlich. Zum compilen braucht OOo 4GB HDD, das sollte man auch bedenken.

Alternativen?

Ich kenn sonst nur koffice, hat mir nicht so gut gefallen.

Wie sind dort die Import- und Export-Filter?

Nicht perfekt, aber schon ziemlich gut. Bei „normaler“ Nutzung sollte das…

Ist das ‚transparent‘ genug, dass ein
nahtloses Zusammenarbeiten (in beide Richtungen) mit den
MS-Produkten moeglich ist?

…gewährleistet sein. Schwierig wird’s erst bei Nutzung von irgendwelchen abgefahrenen Makros o.ä. Von der Bedienung her dürfte das kein Problem sein, erwartete Einarbeitungszeit für nicht-Power-User: 30 Minuten. Nimm v1.1.

Vorschweben wuerde mir da ein
debian, aber da kann man ja flexibel sein.

Ich steh ja auf FreeBSD. Gerade bei Low-End Kisten soll das dem Hörensagen nach „besser“ als Linux sein. BSD hat eine effizientere Speicherverwaltung als Linux.
Windows würde ich nicht nehmen. Der Aufwand, das fernzuadministrieren, ist immens und über ne langsame Leitung echt kein Spaß. Dazu ein http://www.xpde.com/ oder Gnome2.2 ausprobieren, bei Performance-Problemen was schlankes à la windowmaker.
Als Browser Firebird oder Opera.

Gruß,

Malte.

Hallo Peter

Also bei einem Anfänger bin ich ganz klar pro Windows.

Bei einem Anfänger, der noch Null Ahnung hat, spielt es keinen
Tango, ob Windows, Linux, MacOS oder whatever. Entsprechende
Schulung vorausgesetzt lernt er den Umgang mit dem System in
jedem Fall etwa gleich schnell.

Bin ich grundsätzlich Deiner Meinung, aber der Satz war auf die unteren Punkte bezogen.

Open Office existiert. Und das kann M$-Office-Dokumente öffnen
und auch in diesem Format speichern. Da dürften auch die
Powerpoint-Präsentationen kein wirkliches Problem darstellen.
Man kann Open Office sogar so konfigurieren, dass es Dokumente
standardmässig im M$-Office-Format speichert (z.B. *.ppt bei
Präsentationen…), so dass er auch Eigenkreationen problemlos
an Bekannte und Verwandte mit Windows-Kisten senden kann.

Ich wusste nicht, dass Open Office das kann *schäm*, wieder was gelernt :o). Somit fällt dieser Punkt meiner Argumentation natürlich flach.

Ausserdem wäre für Dich der Aufwand um ihm das Ganze
beizubringen mit Linux wahrscheinlich grösser.

Falsch. Die Bedienung des Rechners, der im Fall von Linux
sicherlich mit KDE, Gnome o.ä. eingerichtet würde, ist nicht
wesentlich anders als Windows. Für einen Anfänger ist das
gehupft wie gesprungen. Er muss nur lernen, welches Symbol er
anklicken muss, um einen Brief zu schreiben etc.

Auch das war wieder auf den unteren Satz bezogen. Ich glaube, ich hab heute eine undeutliche Ausdrucksweise…

Grüsse
Andrea

Hallo,

again.

[OS-Entscheidung]

Vielen Dank fuer die Ratschlaege, es wird wohl dann doch ein Linux werden. Kommt er nicht klar damit, fahre ich halt nochmal hin und spiele ihm Windows drauf, dann sieht er auch mal die andere Welt. Gleichzeitig werde ich dann saemtliche administrative Taetigkeiten einstellen. (Ein Windows auf einer CD ala Knoppix waere cool.)

Verwunderlich finde ich, dass es wirklich keine Pro-Windows-Meinung gab (bis auf eine, die sich dann auch noch geaendert hat). Das gibt zu denken. Hat MS denn gar keine Freunde mehr? Fast wuerde ich mitleidig werden…

Nochmals Danke,
Gruss vom Frank.

Windows Einsatzfall
Hi ho auch nochmal,

Windows würde ich nur zum Spielen nehmen. Dazu bräuchte es dann noch die aktuellste Hardware.

Ansonsten braucht kein Mensch Windows…

Gruss,

Herb (dem durchaus klar ist, dass es ein paar Spiele für Linux gibt)

Hallo Frank

Verwunderlich finde ich, dass es wirklich keine
Pro-Windows-Meinung gab (bis auf eine, die sich dann auch noch
geaendert hat). Das gibt zu denken. Hat MS denn gar keine
Freunde mehr? Fast wuerde ich mitleidig werden…

Bedenke: Du planst ja einen Rechner für einen Anfänger. Was Du dem vorsetzt, ist also im Prinzip egal. Aktuelle Linux-Distributionen sind hinreichend ausgereift, um ein feines System abzugeben, mit dem ein 08/15-User problemlos arbeiten kann. Bei sinnvoller Konfiguration kann er ausserdem deutlich weniger kaputtmachen. Warum also Windows?

Bei Windows ist die Gefahr, dass Du bald wieder hin musst, um irgendwas zu flicken, bedeutend grösser. Denke z.B. an all die Plagegeister wie Swen, Blaster, Bugbear etc.

CU
Peter

[OS-Entscheidung]

Verwunderlich finde ich, dass es wirklich keine
Pro-Windows-Meinung gab (bis auf eine, die sich dann auch noch
geaendert hat). Das gibt zu denken. Hat MS denn gar keine
Freunde mehr? Fast wuerde ich mitleidig werden…

Naja, Freunde bestimmt nicht viel, nur viele (Zwangs-) Nutzer :smile:
Gerade für deinen Fall (jemandem einen Rechner konfigurieren, der dann lange ohne Probleme läuft) halt _ich_ Win nicht für besonders sinnvoll. Ich hab ein Wochenende damit verbracht, ein Rechner (WinXP Home) so zu konfigurieren, das der Nutzer alles kann, was er will/braucht, aber nichts kaputtkonfigurieren/installieren kann. Naja, ich habs nicht hingekriegt, entweder lief was nicht (Programme, die nicht drucken können, wenn sie nicht unter Adminrechten laufen…), bin allerdings auch kein Win-Admin-Profi :smile:

Wer _braucht_ ein Win?
Derjenige, der Programme/Funktionen benötigt, die es nicht oder nur eingeschränkt unter Linux gibt (obwohl in diesen Fällen oft auch ein Mac in Frage kommt).
Derjenige, der in einer Windows-Welt arbeitet, es ist trotz aller Programme unter Linux immer noch einfacher, wenn alle das gleiche benutzen (egal wie gut oder schlecht es ist :confused: ).
Derjenige, der seit Anbeginn der Zeit mit Win arbeitet, weiss was kritisch und nichtkritisch ist, und nicht jeden Mist auf seinem Rechner installiert (und keinen Bock daruf hat, nochmal neu zu lernen :smile: ).

Gruß, DW.

Hallo Frank,

ich würde mir die Sache doch noch mal überlegen und zu Windows greifen.
Welchen Gefallen tust Du Deinem Onkel mit einem Linux Rechner abgesehen davon, dass er weniger kostet? IMHO keinen.

Ich würde unter Berücksichtigung Deiner Hardware zu Windows 2000 greifen, falls die Hardware doch etwas leistungsfähiger ausfallen sollte zu Windows XP. 2000 bekommst Du für wenig Geld bei ebay, Office 2000 auch.

Windows 2000 - insbesondere XP - läuft stabil, wenn es vernünftig installiert ist. Dein Onkel wird am Anfang kaum große Sachen damit machen, wenn er noch keine Ahnung von Computern hat.

Stell Dir vor Du installierst Linux.
Wen soll er fragen wenn er mal Probleme hat? Wohl nur Dich, denn sein gesamter Bekanntenkreis wird keine Ahnung von Linux haben.
Hat er Windows, kann er für wenig Geld auf der Volkshochschule einen der vielen angebotenen Kurse belegen um sich Wissen zu verschaffen. Mit vielen gleichgesinnten Leuten.
Belegt er einen Linux Kurs, werden da nur abgedrehte Computerfreaks sitzen, die Deinem Onkel um Meilen voraus sind.

Fast alles, was seine Bekannten mit Ihren Rechnern machen kann er nicht mitmachen. Er wird immer außen vor sein mit seinem komischen Betriebssystem.

Ich finde es schade und unfair, dass Du jemanden der keine Ahnung von Computern hat mit Deiner Linux Entscheidung in die Isolation treibst.
Wenn er mit Windows zurecht kommt und dann mehr Zeit vor dem Computer verbringen will, dann kann er sich immer noch selber für Linux entscheiden. Aber dann wird er da selber drauf kommen.

Gruß
Achim

Moment
Hi Achim,

von wegen Isolation. Mit Windows treibt man den guten Mann nur in eine Gruppe gleichgesinnter Ahnungsloser.
Und fast alles, was seine Bekannten mit ihren Kisten machen, kann er mit Linux auch machen. Das ist absolut kein Argument.
Und für das Geld, dass er für Windows und Office zusammen hinlegt, kann er sich grad nochmal einen Rechner kaufen.

Gruss,

Herb

Hallo,

Hat er Windows, kann er für wenig Geld auf der Volkshochschule
einen der vielen angebotenen Kurse belegen um sich Wissen zu
verschaffen.

Man sollte nicht vergessen: Die Hilfsbereitschaft der Linux User Groups ist oft erstaunlich.

Ich finde es schade und unfair, dass Du jemanden der keine
Ahnung von Computern hat mit Deiner Linux Entscheidung in die
Isolation treibst.

Die Isolation mit Windows ist zwar auf den ersten Blick nicht so deutlich sichtbar, aber langfistig erschreckend.

Wenn er mit Windows zurecht kommt und dann mehr Zeit vor dem
Computer verbringen will, dann kann er sich immer noch selber
für Linux entscheiden.

Warum so umständlich. Man kann Linux direkt lernen. Wirklich.

Mir kommt das von Frank genannte Besipiel übrigesn sehr bekannt vor. Bei meinen Eltern läuft (zu deren voller Zufriedenheit) Linux.

Gruß,

Sebastian