Hallo Jana,
ich habe mich gefreut, dass sich doch noch
jemand dieses Threads „erbarmt“ hat. Danke.
so viel ich weiß, wurde die Deutsche Abwehr erst 1944 unter
die Herrschaft der Wehrmacht (und somit auch des SD) gestellt.
Deshalb ist diese Aussage:
Schindler ging ja 1939 bekanntlich als Agent
des Heydrich’schen SD nach Krakau, mit dem
Auftrag, Informationen über Wehrmachts- und
Polizeimitarbeiter für den SS-Nachrichten-
dienst einzusammeln.
wohl schon allein deshalb nicht zu halten.
Das ist sicher nicht ganz so zu sehen, wie Du es sagst.
Denn: Heydrichs SS-eigener Geheimdienst „SD“ war eine von
der Abwehr völlig unabhängige Einrichtung.
Stichwort: Ohlendorf (http://64.233.183.104/search?q=cache:ydpZeQqJshMJ:ww…)
Nachdem sich die Berichterstattung anfänglich als
wenig ertragreich herausgestellt hatte, warb der SD ab
1937/38 gezielt Führungspersonen aus Staat, Partei und
Wirtschaft an. Um die Informationsauswertung zu verbessern,
wurden sogenannte SD-Arbeitsgemeinschaften gebildet – die
auch nach dem Krieg als Netzwerke zur Vertuschung der
Vergangenheit dienten.
Recht sicher jedoch scheint zu sein, dass Schindler seit den
frühen dreißiger Jahren für die Deutsche Abwehr tätig gewesen ist.
Seine Ehefrau berichtet (was jedoch nicht zu belegen ist), dass
einer seiner Aufträge die Bespitzelung polnischer Offiziere war.
Das ist sicher so nicht tragfähig. Es gibt eine BBC-History-Channel-
Dokumentation über Schindler, in der amerikanische Historiker
(sinngemäß - aus meinem Gedächtnis) folgendes sagen:
1939 ging S. im Auftrag des SD als Geschäftsmann <u>getarnt</u> nach
Krakau, um Informationen über Wehrmachts- und Polizeiführer zu
sammeln (_Anmerkung: daher - polnische Offiziere = Schutzbehauptung_).
S. freute sich sehr auf diesen <u>Auftrag</u>, erhofffte er sich
doch Prestige, Abenteuer (bla bla bla).
Dieser Hinweis auf seinen Auftrag in Krakau wird in
besagter Doku 2x gegeben. Seine Fahrt nach Krakau wurde
offensichtlich von der SS finanziert.
Damit ist imho auch klar, was seine „guten Kontakte“ zu den ver-
schiedenen hochrangigen Führern bedeuten. Damit erschleisst
sich für mich auch ein Hinweis auf seine Narrenfreiheit, auch
gegenüber der SS (denn in Krakau sitzt HSSPF Krüger und der
Stab des SS-Oberabschittes Ost). Jetzt wird mir auch klar, wie
er es schaffen konnte, 1944 einen Zug zu organisieren, der
Juden(!) aus Auschwitz wieder herausbringt. Er muss imho Himmler
selbst bewogen haben, dies anzuordnen und durchzusetzen.
Ich kann es nicht belegen, aber bin mir ziemlich sicher, dass
Schindler zwar NSDAP- aber nicht SS-Mitglied war.
Schindler war frühzeitig NSDAP’ler (Opportunist, der er war),
das ist klar. SS imho nur dann nicht, wenn er die Aufnahme-
vorschriften nicht erfüllte. Aus welchen Gründen auch
immer.
Grüße & Danke
CMБ