Hallo,
mir kräuseln sich die Fußnägel noch regelmäßig wenn ich etwas von „plaste“ höre. Es gibt zwar das Wort Plaste; jedoch nur im Plural. Das Singular lautet Plast.
Wird von einem Gegenstand gesprochen, der aus diesem Material besteht, wir das Singular benutzt. Es gibt daher keine „Plastetüte“ (man sagt ja auch nicht Hölzerkiste oder Stoffebeutel), sondern es könnte höchstens eine „Plast-Tüte“ geben.
Richtiger scheint mir die Bezeichnung „Plastiktüte“.
Gab dazu in der ostdeutschen Sprachwissenschaft andere Regeln (evtl. Duden, Brockhaus) ?
Gab dazu in der ostdeutschen Sprachwissenschaft andere Regeln
(evtl. Duden, Brockhaus) ?
nein, aber die Anweisung der Diktatoren in Ost-Berlin, daß man sich sprachlich vom Feind zu unterscheiden habe.
Einiges ist sicher dem Bereich Satire oder schlicht einer urban legend entsprungen, aber es wurden eben oft „eigene“ Begriffe kreiert um sich abzugrenzen. Und da der Westen „Polymer“ oder eben „Plastik“ sagte, mußte was eigenes her.
Das zog sich bis ins Absurde durch: „Antifaschistischer Schutzwall“ klingt eben besser als „Gefängnismauer“.
Ich halte diese Begründung für mehr als unwahrscheinlich. Man sprach halt Umgangssprachlich von Plaste. Ich glaub der Hauptproudzent hiess auch direkt ‚Plaste und Elaste‘.
Plastetüte sagte man in der DDR, zumindest da wo ich wohnte, nicht. Da hiessen die Dinger Plastiktüte Ob das Grammatisch falsch oder richtig ist, ist dabei völlig nebensächlich - umgangssprachlich sagte mans halt so.
mir kräuseln sich die Fußnägel noch regelmäßig wenn ich etwas
von „plaste“ höre. Es gibt zwar das Wort Plaste; jedoch nur im
Plural. Das Singular lautet Plast.
Wobei ich Plastetüte und Plastiktüte kenne - wobei ich darauf hinweisen möchte, dass man die Dinger eher aus der Theorie kannte. Begehrte Sammelobjekte!
das ist gequirlter Blödsinn.
Polymer haben wir als Fachbegriff in Chemie in der 11. oder 12. gelernt (während man in BaWü in dem Alter erst lernte, was ein Stoffgemisch ist. NRW, oder wars niedersachsen? hat ja erst neuerdings den Versuch, Chemie als Unterrichtsfach am Gymnasium einzuführen, wegen „zu schwer für die Schüler“ nach einem Jahr abgebrochen).
Jedes Land versucht, durch die Einführung bestimmter Begriffe sich von Nachbarländern abzugrenzen, die die gleiche oder eine ähnliche Sprache sprechen - das dient sowohl der Abgrenzung der Sprache (wenn man denn einen Dialekt zur Sprache erheben will, um als neugegründeter Staat mehr Identität zu haben, siehe Tschechisch vs. Slowakisch, Serbisch vs. Kroatisch) als auch der Abgrenzung des einen LAndes vom anderen (Österreichisch, Schweizerdeutsch).
Ich muss sagen, dass ich es immer noch als in hohem Maße arrogant empfinde, wenn jemand, der in Westdeutschland geboren wurde, nicht in der Lage ist, etwas zu akzeptieren, das die UNO ab 1973 erkannte und die Bundesregierung spätestens ab 1972: dass die DDR ein eigener Staat ist. *cut*
Auch in der Bundesrepublik gibt es einen Unterschied zwischen offiziellem Sprachgebrauch bzw Fachsprachen oder Amtsdeutsch und der Umgangssprache. Muss ich nicht erklären, oder?
jupp, selbstgenähte Dederon-Beutel… die Schürze meiner Oma hatte da ihr zweites Leben… seither kann ich Paisleymuster nicht ertragen - das sind definitiv klasse Küchenschürzen und Einkaufsbeutel, aber keine modischen T-Shirts
Hallo,
mir kräuseln sich die Fußnägel noch regelmäßig wenn ich etwas
von „plaste“ höre.
Hallo,
das ist nichts als typische Wessi-Überheblichkeit, und dazu noch ganz unnötigerweise unverschämt formuliert.
Kunststoffe in grösserem Umfang gab’s erst nach dem Krieg, also warum sollte sich da nicht ein anderer Sprachgebrauch entwickeln? Kunststoffe heissen Plaste und Brathähnchen heissen Broiler, Punkt. Schliesslich gab es kein internationales Gesetz, das die DDR verpflichtet hätte, sich nach dem Duden der Bundesrepublik zu richten - ebensowenig wie Schweizer und Österreicher. Es ist eher erstaunlich, wie wenig sich der Sprachgebrauch nach 40 Jahren unterscheidet.
Die Zeiten für Sprachimperialismus sollten seit 1945 eigentlich vorbei sein.
Es gibt daher keine
„Plastetüte“ (man sagt ja auch nicht Hölzerkiste oder
Stoffebeutel)
So Du nicht aus Süddeutschland oder unseren südlichen Nachbarländern stammst, isst Du aber Rind er braten und Schwein e schnitzel; und egal, woher Du stammst, kannst Du beim ersten Hahn en schrei aufstehen, um in den Tag e bau zu fahren.
Selbst, wenn die Plastetüte also von „Plast“ abgeleitet wäre (was sie nicht ist, denn wir schmeißen immer unsere Plaste in die gelbe Tonne), dürfte sie mit Fug und Recht Plast e tüte heißen.
Wo kommt eigentlich dieses -ik am Ende her? Ich könnte jetzt sagen: „Warum gebrauchen die Wessis eigentlich immer das Wort ‚Plastik‘ falsch? So eine Tüte ist doch kein Kunstwerk!“ (Du weißt schon, alte Plastiken und so.)
Ich sag’s aber nicht, weil ich weiß, dass verschiedene Regionen einen unterschiedlichen Sprachgebrauch pflegen.
NRW, oder wars niedersachsen? hat ja
erst neuerdings den Versuch, Chemie als Unterrichtsfach am
Gymnasium einzuführen, wegen „zu schwer für die Schüler“ nach
einem Jahr abgebrochen).
Was wolltest du hier eigentlich sagen? Wenn du wirklich das gemeint hast, was hier steht, ist das nämlich auch „gequirlter Blödsinn“. Ich habe schon in den 70ern in NRW ab der Mittelstufe Chemie gahabt, und meine Kinder gehen in NS in die Schule und haben es auch.