Ostdeutschland

Hallole,
ich bin schon mehrmals darüber belehrt worden, daß die neuen Bundesländer nicht „Ostdeutschland“ sind, sondern Mitteldeutschland. Und ostdeutsche Kultur sei - wenn ich es richtig verstanden habe - die Kultur der Menschen, die außerhalb des deutschen Raumes, wie z.B. im heutigen Tschechien gelebt haben.
Wo ist Ostdeutschland und wie werden die Begriffe politisch korrekt benutzt?

Der Begriff „Ostdeutschland“ bezieht sich auf die Gebiete ÖSTLICH von Oder und Neiße, die seit Jahrhunderten Deutsches Siedlungsgebiet waren, jedoch in Folge des verlorenen 2.WK von Polen besetzt wurden.
Es handelt sich hierbei um Ostpreußen, Pommern und Schlesien. Die in Ostpreußen gelegene Stadt Königsberg fiel in russische Hände. Die Stadt Stettin fiel, obwohl westlich der Oder, ungerechtfertigter Weise, ebenfalls an Polen.

Es handelt sich insgesamt um ca. 114.296km² Wichtige Städte waren unter anderem Breslau (1925: 614.000 Einwohner), Königsberg (294.000), Stettin (270.000), Hindenburg (132.000) und Gleiwitz (109.000).

Bis zur Wiedervereinigung und dem Abschluss des Zwei-plus-Vier-Vertrages 1990 hielt die Bundesrepublik Deutschland offiziell den Anspruch auf das Territorium aufrecht. Die DDR hatte bereits in den 50er Jahren mit der Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages mit Polen auf die Ostgebiete verzichtet.

Heute ist es wohl politisch korrekt, von den ehemaligen Ostgebieten zu sprechen…

Bei den Verteibungen in den Nachkriegsjahren kamen Millionen Deutsche ums Leben und wurden um Heimat und Besitz gebracht. Alles in allem ein trauriges Stück dt. Geschichte und kein Ruhmesblatt für Polen und Russland!!!

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Ostdeutschland sind die östlich der Oder/Neiße gelegenen Teile von Pommern, Schlesien und Brandenburg, außerdem Danzig und Ostpreußen, eigentlich auch noch Posen und Westpreußen.

Deutlich zu sehen auf

http://www.deutsche-schutzgebiete.de/webpages/Deutsc…

[MOD]: Link anklickbar gemacht.

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Bei den Verteibungen in den Nachkriegsjahren kamen Millionen
Deutsche ums Leben und wurden um Heimat und Besitz gebracht.
Alles in allem ein trauriges Stück dt. Geschichte und kein
Ruhmesblatt für Polen und Russland!!!

.
Ich würde eher sagen für Polen und Tschechien. Die Sowjetunion hat ja nicht so viel damit zu schaffen gehabt.

Die Sowjetunion hat ihre Grenzen westwärts verschoben (also polnisches Gebiet genommen), zum Ausgleich durfte sich Polen dann ebensfalls westwärts verschieben. So wurde es von den alliierten „Befreiern“ beschlossen. Insofern ist die Sowjetunion doch mitverantwortlich. Aber natürlich hat sich Benesz in der damaligen Tschechoslowakei auch ungeheuerlich an den Sudetendeutschen versündigt, die ebenfalls Heimat und Besitz (oft auch ihr Leben) verloren. Diese verfassten Dekrete sind bis heute in Kraft, unsere feigen Politiker wagen es jedoch nicht, dass Vetreibungsunrecht zu thematisieren.

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Hallo Uli,

wo _war_ Ostdeutschland - da musst du wirklich auf Karten von vor 1945 bzw. 1918 schauen, heute ist geographisch-politisch und kulturell Ostdeutschland da, wo die Neuen Bundesländer sind. Alles andere macht heute m.E. keinen Sinn mehr. Auf deine Frage: Politisch korrekt ist es sicher nicht, von Mitteldeutschland zu sprechen, damit implizierst du ja alte Ansprüche an Gebiete, die längst vergangen sind.

beste Grüße,

barbara

Bei der Westverschiebung der Sowjetunion wurden die Polen oder bei der Neuschaffung Polens 1919 die Deutschen aber ja auch nicht in gleicher Weise aus den betreffenden Gebieten vertrieben, insofern bedingt die Gebietswegnahme an sich noch keine Vertreibung.

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Richtig! Politisch korrekt war …
…Emanul Kant ein Russe.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Bei der Westverschiebung der Sowjetunion wurden die Polen oder
bei der Neuschaffung Polens 1919 die Deutschen aber ja auch
nicht in gleicher Weise aus den betreffenden Gebieten
vertrieben, insofern bedingt die Gebietswegnahme an sich noch
keine Vertreibung.

Was Du da schreibst, ist die Lüge über die polnische Minderheitenpolitik.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

…kommt eben auf den Zusammenhang an, in dem der Begriff verwendet wird:smile:…

barbara

*so gesehen Bayerin*

dann ebensfalls westwärts verschieben. So wurde es von den
alliierten „Befreiern“ beschlossen. Insofern ist die

Wieso setzt du das „Befreiern“ so abwertend in Anführungszeichen? Ohne die Allierten würden wir heute wohl in keinem freien Land leben. Dass sie uns von der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten befreit haben, ist doch nun wirklich nichts schlechtes. Dass es, v.a. im Osten, bei den anschließenden Vertreibungen der deutschen Bevölkerung zu schlimmen Unrecht und Greueltaten kam, bestreitet doch kein Mensch. V.a. die Russen/Tschechen/Polen hätten da so manches Thema ihrer eigenen Geschichte zum Aufarbeiten. Aber dass man in letzter Zeit so einen gewissen Unterton in vielen Statements ließt, welcher die Allierten lediglich auf die „Verbrecher am deutschen Volk“ herunterstuft, finde ich nicht in Ordnung. Wir haben den Allierten (zumindest den West-Allierten) - trotz dieser Vorkommnisse - viel zu verdanken. Und bevor hier gleich wieder jemand schreit: Nein, ich meine das „verdanken“ nicht so, dass wir ihnen heute noch etwas schulden dafür, ausser dass wir dasselbe für sie tun sollten, falls ihnen sowas passieren würde.

mfg
deconstruct

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Hallole,
ich bin schon mehrmals darüber belehrt worden, daß die neuen
Bundesländer nicht „Ostdeutschland“ sind, sondern
Mitteldeutschland. Und ostdeutsche Kultur sei - wenn ich es
richtig verstanden habe - die Kultur der Menschen, die
außerhalb des deutschen Raumes, wie z.B. im heutigen
Tschechien gelebt haben.
Wo ist Ostdeutschland und wie werden die Begriffe politisch
korrekt benutzt?

Der Begriff „Ostdeutschland“ bezieht sich auf die Gebiete
ÖSTLICH von Oder und Neiße, die seit Jahrhunderten Deutsches
Siedlungsgebiet waren, jedoch in Folge des verlorenen 2.WK
von Polen besetzt wurden.

Ich würde sagen, der Begriff hängt stark davon ab, von welcher Zeit man spricht. Ab dem zweiten Weltkrieg sind mit Ostdeutschland normalerweise die Gebiete der neuen Bundesländer gemeint. Spricht man von Zeiten vor dem 2. Weltkrieg, sind mit Ostdeutschland natürlich die Gebiete östliche der Oder/Neiße gemeint, die damals noch zu Deutschland gehört haben.

Wenn man heutzutage die neuen Bundesländer als Ostdeutschland bezeichnet, ist das jedoch vollkommen politisch korrekt. Denn heutzutage bezeichnet „Ost“ lediglich eine geographische Lage, wobei es zu Zeiten des Kalten Krieges auch eine Bezeichnung für die Regime und Diktaturen im ehemaligen Ostblock war.

mfg
deconstruct

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Hallo !

Es ist eben unsere verkorkste Geschichte!

Wer heute in Berlin zum Reichstag möchte, will natürlich in den Bundestag im Reichstagsgebäude.

Wer heute von Ostdeutschland spricht, meint das ehemalige Mitteldeutschland. Etwas anderes als Ostdeutschland kann er nicht sagen. Wir müssen von den heutigen Grenzen ausgehen.

Befinden wir uns in der deutschen Geschichte, so sagt man immer noch Mitteldeutschland zum heutigen Ostdeutschland.

Man wird uns dieses Wort „Ostdeutschland“ für die ehemaligen deutschen Gebiete schon austreiben und das hoffentlich bald. Aber, so lange es diese Organisationen gibt, in denen 20Jährige sich als Vertriebene von 1945 ausgeben, so lange werden wir uns wohl mit zwei Sorten Ost- Und Mitteldeutschland herumschlagen müssen.

Gruß Max

Befreier (little oT)
Hai, Deconstruct (Kaputt-Macher? :wink:),

Wieso setzt du das „Befreiern“ so abwertend in
Anführungszeichen?

Auch ich schreibe „Befreier“ üblicherweise in Anführungsstriche - allerdings nicht abwertend, sondern weil wir Deutschen nicht befreit wurden. Wir waren es, von denen Europa befreit wurde - wir haben, verdientermaßen, kräftig eine auf’s Maul bekommen.

Dass sie uns von der
Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten befreit haben, ist

Genau das meine ich: wenn ich als Deutsche (mit deutschen Vorfahren…) das so ausdrücke, wie Du es tust, dann impliziere ich, daß die Nationalsozialisten eine Fremdherrschaft über uns ausübten, daß die Deutschen ja „ganz unschuldig in Not geraten“ sind. So stimmt das aber nicht. Die Deutschen haben Europa mit Krieg überzogen und Tod und Leid verbreitet…

Wenn unsere Nachbarn von Befreiern sprechen, ist das richtig, wenn die, die in den KZ saßen von Befreiern sprechen, ist das richtig - für die Deutschen waren und sind es Siegermächte. Wir haben Streit angefangen und verloren. Die Deutschen haben den Krieg angefangen und nicht irgendwelche Nazis, die über uns gekommen sind, wie Aliens und ohne unser Zutun irgendwie die Macht erlangt haben…

Ansonsten stimmen wir aber überein: wir, heutzutage, haben keine Schuld abzutragen, müssen uns nicht im Staub wälzen, weil unsere Vorfahren üblen Mist gebaut haben, wir müssen auch nicht auf den Knien rutschen und alles, was die Siegermächte heute tun, für vollkommen gut und richtig halten…

Unabhängig davon, daß ich die Siegermächte als solche bezeichne, einfach weil ich diese „Entschuldung durch die Hintertür“ nicht mag (nicht wir Deutschen, sondern die Nazis haben…), bin ich ihnen durchaus dankbar, daß sie meine Vorfahren aufgemischt haben. So bin ich schließlich in einem äußerst demokratischen Land aufgewachsen.

Gruß
Sibylle

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Hi Barbara,

Auf
deine Frage: Politisch korrekt ist es sicher nicht, von
Mitteldeutschland zu sprechen,

Doch ist es, da es in der Mitte zwischen Nord- und Süddeutschland liegt. Ich mag denn Begriff trotzdem nicht. Mitteldeutschland sind nur die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Also nicht das ganze DDR Gebiet.
Ich versteh nicht warum nicht einfach die Namen der Länder benutzt werden, ich sage ja auch nicht Westdeutschland wenn ich über Bayern rede.
http://www.mdr.de/geschichte/themen/

Gruss Jan

Hi!

Die Sowjetunion hat ihre Grenzen westwärts verschoben (also
polnisches Gebiet genommen), zum Ausgleich durfte sich Polen
dann ebensfalls westwärts verschieben. So wurde es von den
alliierten „Befreiern“ beschlossen.

Ich war bisher immer der festen Auffassung, die Verschiebung der sowjetischen Westgrenze zu Lasten Polens beruhe auf dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23.August 1939, fixiert im geheimen Zusatzabkommen (Grenzziehung der Interessensphären zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion), angepaßt im deutsch-sowjetischen Freundschaftsvertrag vom 28.09.1939 (Neuregelung Polens mit einer etwas weiter östlich verlaufenden Grenzlinie als im August 1939).

Von daher zeichnet das Deutsche Reich hauptverantwortlich für die Westverschiebung der Grenze der Sowjetunion zu Lasten Polens. Dazu kommt noch der Untergang der baltischen Staaten (ebenfalls eine Regelung zwischen den Deutschen Reich und der Sowjetunion).

Grüße
Heinrich

Hallo Jan,

dann müssten NRW und das Saarland auch zu Mitteldeutschland gerechnet werden.

Ich finde es auch besser, von den Ländern zu sprechen, ich finde es z.B. immer noch sehr befremdlich, dass ALLE Berliner (nicht nur die Ossis)von Westdeutschland reden, wenn sie von einer Stadt/einem Land etc. in der ehemalige Bundesrepublik reden. „Dieser und jener ist gerade in Westdeutschland“: Das kann Osnabrück genauso sein wie München.

viele Grüße,

Barbara

Hai, Deconstruct (Kaputt-Macher? :wink:),

Wieso setzt du das „Befreiern“ so abwertend in
Anführungszeichen?

Auch ich schreibe „Befreier“ üblicherweise in
Anführungsstriche - allerdings nicht abwertend, sondern weil
wir Deutschen nicht befreit wurden. Wir waren es, von denen
Europa befreit wurde - wir haben, verdientermaßen, kräftig
eine auf’s Maul bekommen.

Da hast du zwar recht, dass Europa von Deutschland befreit wurde,
aber Deutschland wurde dadurch auch von Hitler befreit. Ich denke,
dass es auch für die Deutschen eine Befreiung war. Ein Staat in dem
man nur sagen darf, was der Staat vorgibt und in dem Menschenrechte
überhaupt nichts golten, kann seinen Bürgern alles mögliche geben,
aber sicher keine Freiheit.

Dass sie uns von der
Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten befreit haben, ist

Genau das meine ich: wenn ich als Deutsche (mit deutschen
Vorfahren…) das so ausdrücke, wie Du es tust, dann
impliziere ich, daß die Nationalsozialisten eine
Fremdherrschaft über uns ausübten, daß die Deutschen ja „ganz
unschuldig in Not geraten“ sind. So stimmt das aber nicht. Die
Deutschen haben Europa mit Krieg überzogen und Tod und Leid
verbreitet…

Natürlich waren sie nicht ganz unschuldig. Schließlich haben sie ihn
ja mal gewählt bzw später unterstützt. Allerdings darfst du auch
nicht vergessen, welche Propaganda dort betrieben wurde. Die Leute
konnten sich nicht ihr eigenes Bild von alledem machen. Und wenn sie
es machen wollten, gabs Ärger.
Ich denke, die Deutschen sind damals aus eigener Schuld dort
hineingeraten, aber sie wären aus eigener Kraft nicht wieder
herausgekommen. Ein Drogenabhängiger z.B. ist auch zunächst mal
selbst schuld, dass er abhängig wird, er hätte es ja nur nicht nehmen
müssen. Aber ist er mal abhängig, dann schafft er es nicht selbst,
sich davon zu lösen, weil er nicht erkennen kann, welches Unglück die
Droge für ihn bringt. Subjektiv glaubt er, dass die Droge ihm gutes
tut, später, wenn er davon loskommt (also befreit wurde) empfindet er
es auch als Befreiung. Ich denke mal, dass das hier auch so ähnlich
ist.

Ansonsten stimmen wir aber überein: wir, heutzutage, haben
keine Schuld abzutragen, müssen uns nicht im Staub wälzen,
weil unsere Vorfahren üblen Mist gebaut haben, wir müssen auch
nicht auf den Knien rutschen und alles, was die Siegermächte
heute tun, für vollkommen gut und richtig halten…

Diese angebliche „Schuld“ die jeder herumtragen würde, das ist meiner
Meinung nach, lediglich eine Erfindung der Rechten, denn dadurch soll
den Leuten eingeredet werden, dass uns den Deutschen so großes
Unrecht zu Teil geworden ist und wir uns dass zurückholen sollten,
was wir durch diese ungerechtfertigte Schuld verloren haben.
Desweiteren wollen sie damit erreichen, dass das Erinnern aufhört,
weil versucht wird Erinnerung mit Schuld gleichzusetzen.

Ich habe sicherlich keine Schuld, weil selbst meine Eltern damals
erst Kleinkinder waren, aber ich finde es gut, daran zu erinnern. Und
den Anfängen zu wehren. Das hat doch nichts mit Schuld zu tun. Wir
sollten froh sein, dass wir heute in so einem freien und reichen Land
leben können. So gut gings uns noch nie! Noch nie war der Reichtum,
die Lebensqualität und die Rechte des einzelnen so groß wie heute.
Auch wenn das oftmals viele nicht wahr haben wollen, die der
angeblich so „guten alten“ Zeit nachtrauern.

Doch mal ehrlich betrachtet: Kein Mensch in diesem Land der damals
noch nicht am Leben war oder noch ein Kind war, ist sich heute
irgendeiner Schuld bewusst. Also was soll diese blödsinnige
Unterstellung immer, dass die Deutschen vor lauter Schuld im Dreck
kriechen? Das ist schlichtweg Unsinn.

Unabhängig davon, daß ich die Siegermächte als solche
bezeichne, einfach weil ich diese „Entschuldung durch die
Hintertür“ nicht mag (nicht wir Deutschen, sondern
die Nazis haben…), bin ich ihnen durchaus dankbar,
daß sie meine Vorfahren aufgemischt haben. So bin ich
schließlich in einem äußerst demokratischen Land aufgewachsen.

So sehe ich das auch.
Wenn mir auf der Strasse jemand hilft, weil ich überfallen bin, dann
bin ich auch dankbar, aber ich sehe keine Verpflichtung, diesem mein
Leben lang in den Arsch zu kriechen. Die einzige Verpflichtung die
ich für längere Zeit anerkennen würde, ist, dass ich dasselbe tun
sollte, wenn es ihm passiert. Aber das sollte sowieso eine
Selbstverständlichkeit sein…

mfg
deconstruct

Bei der Westverschiebung der Sowjetunion wurden die Polen oder
bei der Neuschaffung Polens 1919 die Deutschen aber ja auch
nicht in gleicher Weise aus den betreffenden Gebieten
vertrieben, insofern bedingt die Gebietswegnahme an sich noch
keine Vertreibung.

Was Du da schreibst, ist die Lüge über die polnische
Minderheitenpolitik.

So, was schreibe ich dnen für eine Lüge?
Ich habe nichts, aber auch überhaupt nichts darüber geschrieben, wie mit den Deutschen in Polen nach 1919 umgegangen worden sei.

Hi!

Die Sowjetunion hat ihre Grenzen westwärts verschoben (also
polnisches Gebiet genommen), zum Ausgleich durfte sich Polen
dann ebensfalls westwärts verschieben. So wurde es von den
alliierten „Befreiern“ beschlossen.

Ich war bisher immer der festen Auffassung, die Verschiebung
der sowjetischen Westgrenze zu Lasten Polens beruhe auf dem
deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23.August 1939,
fixiert im geheimen Zusatzabkommen (Grenzziehung der
Interessensphären zwischen dem Deutschen Reich und der
Sowjetunion), angepaßt im deutsch-sowjetischen
Freundschaftsvertrag vom 28.09.1939 (Neuregelung Polens mit
einer etwas weiter östlich verlaufenden Grenzlinie als im
August 1939).

Von daher zeichnet das Deutsche Reich hauptverantwortlich für
die Westverschiebung der Grenze der Sowjetunion zu Lasten
Polens. Dazu kommt noch der Untergang der baltischen Staaten
(ebenfalls eine Regelung zwischen den Deutschen Reich und der
Sowjetunion).

In diesemm Pakt wurde die Westverschiebung der Sowjetunion zu Lasten Polens festgelegt. Es kam daher, daß Deutschland und die Sowjetunion bzw. Rußland nach dem 1. Weltkrieg Staatsgebiet weggenommen bekamen, aus dem der Staat Polen gebildet wurde und das sie jetzt wieder unter sich aufteilen wollten.
Die Sowjetunion hätte sich ja nach dem Krieg, wodurch der Nichtangriffspakt hinfällig war, eigentlich überhaupt nicht auf diesen berufen können, aber darauf wollte sie natürlich nicht verzichten