Osteomyelitis am Steißbein in Verb. m. Darmfistel

Hallo.
Am besten fange ich mal von vorne an.
Ich bin im März 2010 erkrankt. Nach ewigen hin und her und nach einem Hausarztwechsel wurde dann in einer Klinik im April 2010 eine Steißbeinfistel diagnostiziert, welche auch operiert wurde. Nachdem die Wunde nach 6 Wochen tgl. Verbandswechsel und unendlichen Schmerzen immer noch nicht zu wuchs, wurde ich noch einmal operiert. Allerdings fand man heraus, dass das Steißbein zertrümmert war und „vor sich hin gammelte“ und das eine Verbindung zum Darm bestand, also ne Darmfistel da war. Ne Woche später bin entlassen wurde - allerdings wurde die Wunde zugenäht und ich hatte schon starke Schmerzen. Am nächsten Tag bin ich mit einer geplatzten Darmnaht wieder ins KH, und da wurde mir auch am nächsten Tag ein Anus praeter dran gebastelt. Dieser funktionierte 2 Tage - danach hab ich 3 Tage mich nur übergeben müssen. Doch anstatt mich zu untersuchen wurde ich mit Psychopharmaka ruhig gestellt. Nach 4 Tage ununterbrochenen Darmkrämpfen und Erbrechen wollte ich verlegt werden, weil ich Angst die Klinik nicht mehr lebend zu verlassen. Da haben die Ärzte dann Panik bekommen und per Ultraschall festgestellt, dass ich Darmschlingen hatte. Nach einer Notop bin ich am nächsten Tag in eine andere Klinik verlegt worden, die 4 Wochen gebraucht hatten, um mich aufzupeppeln. Es erfolgte eine weitere OP am Darm, dann wieder am Steißbein aufgrund einer Osteomyelitis und dann wurde später mein Darm wieder verlegt. Auch die Wunde am Steißbein war verheilt. Ca. 6 Monate später wurde ich erneut am Steißbein operiert. Seitdem hab ich nun ein Loch am Steißbein - mal sieht man den Wundboden, dann wieder nicht. Ausserdem war ich nun endlich zur Reha im Januar 2012 und da hatte ich immer mal Blut im Stuhl - anfangs nur wenig und das ein paar Tage und dann war einmal richtig viel und seitdem nix weiter. Die Ärzte meinten, dass da eventuell eine Darmfistel wieder aufgegangen ist. Ich hatte auch das Gefühl, dass nach der letzten Wundspülung der Steißbeinwunde das Spülwasser wieder in den Darm eingetreten ist - so wie es schonmal eine Verbindung zwischen Steißbein- und Darmfistel.
Als ich mich wieder bei meinem Chirurgen vorstellte, meinte dieser, ich soll alles beobachten und meine Wunde am Steißbein bleibt offen und alles hätte sich verselbstständigt.
Daraufhin bin ich in eine andere Klinik und da wurde mir gesagt, dass man keine Fistelgänge anhand eines MRT nachweisen kann und der Chirurg wollte mich gleich wieder operieren. Hab es aber erstmal verschoben.

Nun meine Frage: Wie kann man Fisteln genau darstellen und wie lange kann es dauern, bis so ne Steißbeinwunde verheilt bzw. geht es wirklich, dass die Wunde überhaupt nicht mehr zu heilt(bei meiner Vorgeschichte - hatte in den letzten 2 Jahren 11 Operationen, davon ca. 6-7 am Steißbein. Hier sind auch die OP´s mit aufgezählt, die durch Komplikationen noch gemacht wurden sind)
und weiß jemand wie so ne
Osteomyelitis schneller heilen kann?
Ich hab jeden Tag starke Schmerzen und nehme auch seit längerer Zeit Opiade (Oxygesic 20-10-20) und Gabapentin.

Ich weiss, dass ich sehr viel geschrieben aber wenn mir jemand helfen könnte, bin ich sehr dankbar.

Vielen Dank im Voraus.

Hallo,

Als ich mich wieder bei meinem Chirurgen vorstellte, meinte
dieser, ich soll alles beobachten und meine Wunde am Steißbein
bleibt offen und alles hätte sich verselbstständigt.

Da hat er vielleicht nicht so unrecht, wenn man deine Krankengeschichte liest.

Nun meine Frage: Wie kann man Fisteln genau darstellen

Annähernd mittels MRT bei versteckten Darmfisteln. Oder während einer OP. Bessere Möglichkeiten gibt es nicht.

und wie lange kann es dauern, bis so ne Steißbeinwunde verheilt

Die Zeit für die Verheilung einer operierten Steißbeinfistel für sich alleine kann je nach Größe durchaus mehrere Monate dauern (offene Wundheilung). Bei dir kommen erschwerende Umstände wie Osteomyelitis und offensichtlich Fistelbildungen vom Steißbein in Richtung Darm hinzu. Insofern dauert es etwas länger.

geht es wirklich, dass die Wunde überhaupt nicht mehr zu heilt

Die Chancen für eine endgültige Abheilung sind immer gegeben, wobei die Dauer wie gesagt von den begleitenden Umständen abhängt.

und weiß jemand wie so ne Osteomyelitis schneller heilen kann?

Das lässt sich alles schwer prognostizieren.

Wichtig für dich wäre, dass du dich mit verschiedenen Themen grundsätzlich und allgemein vertraut machst, damit du konkreter bei Chirurgen und Ärzten nachfragen kannst, geplante Eingriffe besser beurteilen kannst. Themen wie Staphylococcus aureus, MRSA, PVL, chronisch entzündliche (Darm)Erkrankungen, Wundheilung, Fistel(ursachen), Medikamente usw. Kenntnisse über mögliche Zusammenhänge geben dir ein wenig Selbstvertrauen und Sicherheit zurück. Zu einigen Themen kann ich dir was zusenden, wenn du magst.

Schreib dir auf, welche Medikamente (z.B. Antibiotika) du über welche Zeit eingenommen hast (erfolgreich?), welche Operationen durchgeführt wurden etc., wenn du Klinik oder Arzt wechseln willst (die erste Anlaufstation war offenbar etwas „unglücklich“), informiere dich vorab über Spezialisten/Kliniken in diversen Foren, die zu deinen verschiedenen Erkrankungen im Netz sind (lese sie aber kritisch:smile:.

Kopf hoch und gute Besserung!

cumc

Hallo,

vielen Dank für deine Antworten.

Zum Teil weiß ich gar nicht mehr mit welchen Antibiotika ich behandelt worden bin. Außer dass ich einmal 4 Wochen ne Antibiotikakur mit Clindymyecin hatte. Die Ärzte wollten testen, ob sie die Osteomyelitis auch ohne OP in den Griff bekommen, was allerdings nach hinten los ging. Hab die Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel der Reihe nach abgearbeitet und der Zustand hatte sich nur verschlimmert und musste dann doch noch operiert werden.
Ich habe leider in der Zeit auch Allergien auf Novalgin, Tramal und Tillidin entwickelt. Normale Medis wie Ibuprofen etc. helfen gar nicht mehr.
Das Problem ist halt wirklich, dass jeder Arzt was anderes sagt. Einmal darf ich in öffentliche Bäder gehen und als ich zur Reha das machen wollte, haben die Ärzte es mir verboten, weil die Wunde sogar gerochen hat, was meine Hausärztin vor Rehabeginn nicht feststellen konnte. Und nach der Reha, als ich mich bei meinem Chirurgen wieder vorstellte, meinte dieser ich dürfte gehen und er sieht kein Problem darin.Das verunsichert mich total und weiß nicht wem ich glauben soll oder nicht.

Es wäre sehr nett, wenn du mir was zusenden könntest - bin für jede Hilfe und jeden Hinweis dankbar.

Vielen Dank!!

Hallo,

schau mal in dein Postfach, habe dir eine Mail gesendet. Über w-w-w kann man keine Dateien versenden.

cumc

Hallo
Osteomyelitis ist schwer in den Griff zu bekommen.
Ich habe das nach einem Unfall am rechten Fersenbein.
So schlimm der Vorschlag auch sein mag,
hast Du schon mal an künstlichem Darmausgang gedacht?
Das würde doch die Region am Steissbein und am Enddarm entlasten.
Weiterhin viel Erfolg
Rolf

Hallo Rolf,
ich hatte ja einen künstlichen Darmausgang schon gehabt und ich kann dir sagen: für mich war es eine Katastrophe. Man lernt zwar damit umzugehen aber freiwillig lasse ich mir den nicht nochmal verlegen. Ausser es lässt sich nicht umgehen. Aber danke für die Idee.
Viele Grüße