Osterfest: fröhliches Wunschdenken? 
Hallo Uwe,
Fruchtbarkeitsgöttinnen, -symbole und -feste gibt es in fast allen Kulturen. Dass es deswegen aber zu Konsequenzen wie den von dir geschilderten kommt, kann man, denke ich, schon durch Überlegung ausschließen.
„Spermaschlucken“ hätte mit Fruchtbarkeit gar nichts mehr zu tun. Und „normaler“ Sex, zudem in einer Zeit ohne Geburtenverhütung: Wer soll sich dann da für die „Folgen“ verantwortlich fühlen?
In allen Kulturen der Welt, selbt in abgelegensten und isoliertesten, gibt es die Ehe und die Tabuisierung außerehelichen Geschlechtsverkehrs. Zufall? Nein, zum Erhalt der eigenen Art notwenig.
Wenn als Folge eines „Rudelbumsens“ gar nicht feststellbar ist, wer Vater welchen Kindes ist, wird sich auch kein Mann dafür verantwortlich fühlen. Dass eine Frau aber einen Mann hat, der sich um sie und um das Kind kümmert, war in früheren Zeiten unverzichtbar. Haushaltsführung war früher so aufwendig, dass es kaum möglich war, gleichzeitig außer Haus noch Arbeit nachzugehen.
So war die Arbeitsteilung: Frau im Haus und Mann draußen ursprünglich durchaus sinnvoll, ja sogar unvermeidlich. Denn die Frau war nicht nur durch Schwangerschaft einige Zeit nur eingeschränkt arbeitsfähig, sie war, als es noch keine Trockenmilch gab, auch zum Stillen zwei Jahre oder länger ans Haus gebunden. Und in der Zeit wurde sie dann wieder schwanger …
Da eine Schwangerschaft 9 Monate dauert und Ostern alle 12 Monate stattfindet, würde es bei dem von dir vermuteten Brauch fast nur noch uneheliche Kinder geben, deren Väter nicht bekannt sind.
Moral hin, Moralvorstellungen her, hinter Vielem stecken eben eigentlich ganz rationale Überlegungen. Und die für ein Fest völlig außer Karft setzen?
Liebe Grüße
Peggy