Oszilloskop-Kauf

Hallo!

Ich würde mir gerne ein Oszilloskop kaufen (für privaten
Gebrauch) und bräuchte eine kleine Beratung.
Ich studiere Elektrotechnik und würde mich gerne auch daheim
ein wenig damit beschäftigen…
Meine Ansprüche sind nicht soooo hoch, und ich will möglichst
wenig für ein möglichst gutes Gerät ausgeben (wie halt jeder).

Das DSO EDU5022 unter folgendem Link kostet 200€:
http://www.owon.com.cn/eng/pds5022.asp
Stimmt hier das Preis/Leistungsverhältnis?
Wäre das empfehlenswert für mich??

Vielen Dank,
Mfg.
Marco

Hallo,

Ich studiere Elektrotechnik und würde mich gerne auch daheim
ein wenig damit beschäftigen…
Meine Ansprüche sind nicht soooo hoch, und ich will möglichst
wenig für ein möglichst gutes Gerät ausgeben (wie halt jeder).

Bleibt doch die Frage, was Du konkret basteln willst.

Das DSO EDU5022 unter folgendem Link kostet 200€:
http://www.owon.com.cn/eng/pds5022.asp
Stimmt hier das Preis/Leistungsverhältnis?
Wäre das empfehlenswert für mich??

Naja, ein solcher Oszi ist viel besser als kein Oszi.
Für die meisten 0815-anwendungen wird er gut sein.
Für den Preis kann man nicht mehr verlangen.
Gruß Uwi

Hallo Marco,

der Preis ist durchaus ok, aber ob das Oszi was für dich ist, hängt ganz davon ab, was du so basteln willst - ich musste auch gerade mein gewohntes, aber uraltes Hameg gegen ein neues Tektornix auswechseln, weil ich die Taktfrequenz eines Grafikkontrollers auf 25 MHz erhöht habe. Um da auch nur annähernd die Form von Digitalsignalen zu sehen, sind 100 MHz untere Grenze. Es ist nun allerdings so, dass selbst einfachste Prozessoren heute mit 20 MHz takten, sowas wie Z80 mit 4 MHz gibt es für Neuentwicklungen nicht mehr, selbst PICs laufen bis zu 20 MHz.

Leider steigen die Preise mit der Frequenz steil an, an 20 GHz-Oszi kostet die Kleinigkeit von 250 000 EUR.

Mein Rat: wenn du Digital-Schaltungen bearbeiten willst, kauf lieber 100 - 200 MHz, auch wenn das viel teurer ist. Ein Oszi für 200 EUR, das deine Signale nicht anzeigt, ist nicht nur wertlos, sondern hat 200 EUR zuviel gekostet.

Noch ein Tipp: bei http://www.helmut-singer.de bekommst du professionelle Geräte gebraucht aber geprüft zu vernüftigen Preisen. Sie dir mal das Tektronix 2335 an.

Gruss Reinhard

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Hallo!
Vielen Dank für die Antwort in wer-weiss-was.de.
Das hab ich mir gedacht… Für den Preis ist es ok,
aber wenn ich was gescheites will muss ich mehr ausgeben…
Habe mir den Shop angeschaut. Nicht schlecht… Große Auswahl.
Auch das 2335 ist nicht schlecht!
Ich werde es mir nochmal überlegen…
Danke & Viele Grüße,

  • Marco

Noch eine Frage
Nochmal Hallo.

"… - ich musste auch
gerade mein gewohntes, aber uraltes Hameg gegen ein neues
Tektornix auswechseln, weil ich die Taktfrequenz eines
Grafikkontrollers auf 25 MHz erhöht habe. Um da auch nur
annähernd die Form von Digitalsignalen zu sehen, sind 100 MHz
untere Grenze. …"

Ich verstehe nicht, warum das nicht funktionieren soll. Meiner
Meinung nach spielt da nur noch die Abtastrate (in MegaSamples/sec)
eine Rolle, wenn die Bandbreite des Oszis größer/gleich der Signalfrequenz ist.
Dh. meiner Meinung nach, würde um ein Digitalsignal von z.B.
20MHz abzutasten, ein DSO mit einer Bandbreite von 25MHz und 100MS/s
vollkommen ausreichen (um die Digitalsignale verwendbar anzuzeigen;
Shannon’sches Theorem usw.).
Somit würde mein „billiges“ sogar auch dafür ausreichen.
Ist das denn falsch??

Gruß,
marco

Hallo Marco,

das gilt eben nur für analog - 20 MHz werden vom Scope nur noch ungefähr als Sinus angezeigt. Schon am Ausgang eines 74HCxx-Bausteins sieht das Digitalsignal aber anders aus: 7 ns L-H, 23 ns H, 7 ns H-L, 23 ns L laut Datenblatt. Nichts davon lässt sich an einem 20MHz-Scope ablesen. Ob z.B. Setup-Zeiten für Flip-Flops eingehalten werden, lässt sich nicht mehr feststellen.

An einem 20 MHz Quarzoszillator in Analogtechnik könntest du feststellen, dass ein 20 MHz-Signal rauskommt, aber eine Verzerrung der Sinusform könntest du auch da nicht feststellen, weil sie das Scope nicht anzeigt (bzw. es zeigt seine eigenen Verzerrungen an).

Massgebend ist nicht Shannon (garantiert nur die Feststellbarkeit der Existenz einer Sinusschwingung), sondern Fourier - damit ein Rechtecksignal noch annähernd rechteckig bleibt, braucht man einige Oberwellen.

Gruss Reinhard

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Hallo marco,

"… - ich musste auch
gerade mein gewohntes, aber uraltes Hameg gegen ein neues
Tektornix auswechseln, weil ich die Taktfrequenz eines
Grafikkontrollers auf 25 MHz erhöht habe. Um da auch nur
annähernd die Form von Digitalsignalen zu sehen, sind 100 MHz
untere Grenze. …"

Ich verstehe nicht, warum das nicht funktionieren soll. Meiner
Meinung nach spielt da nur noch die Abtastrate (in
MegaSamples/sec)
eine Rolle, wenn die Bandbreite des Oszis größer/gleich der
Signalfrequenz ist.
Dh. meiner Meinung nach, würde um ein Digitalsignal von z.B.
20MHz abzutasten, ein DSO mit einer Bandbreite von 25MHz und
100MS/s
vollkommen ausreichen (um die Digitalsignale verwendbar
anzuzeigen;
Shannon’sches Theorem usw.).
Somit würde mein „billiges“ sogar auch dafür ausreichen.
Ist das denn falsch??

Wie Reinhart schon geschrieben hat ist Fourier zuständig und nicht Shannon.

Es gibt ja noch ein paar andere Probleme, welche Messtechnisch erfasst werden müssen, als nur die Frequenz.
Flankensteilheit, Über-/Unterschwingen, Ringen, Spikes usw. Diese Dinge kann man mit einem Kanal messen und benötigen eine Bandbreit weit oberhalb der Taktfrequenz. Dann sind noch die Zeitbeziehungen zwischen mindestens zwei Kanälen.
z.B. bei einem 74HC74, muss die minimale Setupzeit für die Daten ca. 10nS betragen, das Ding schafft garantiert gerade so um die 25Mhz Taktrate.

MfG Peter(TOO)

Ok. Dann komm ich wohl um ein
teures Gerät nicht herum…
Vielen Dank für die Antworten - sehr hilfreich.
Gruß,
marco

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