OTTO entscheidet nach PLZ

Hallo zusammen,

ich hoffe, dass mein Artikel in dieses Brett passt, ansonsten bitte ich den Moderator, den Artikel an die richtige Stelle zu verschieben.

Also ich habe vorige Woche als Neukunde einen Artikel auf Ratenzahlung bei OTTO bestellt. Heute wollte ich meine Kundennummer zwecks Nachverfolgung der Sendung bei Otto erfragen und man sagte mir, dass mein Kundenkonto gesperrt sei. Ich ließ mich an die Kreditabteilung weiterleiten und die nette Dame dort sagte mir, die Ablehnung der Ratenzahlung läge wohl an meiner Postleitzahl. Es ist wohl so üblich, Kunden nach Postleitzahlen zu beurteilen, soll heißen, wenn in diesem Postleitzahlengebiet bereits einige Kunden negativ aufgefallen sind, bekommen alle anderen Kunden erstmal eine Ablehnung bei der Ratenzahlung.

Nunmehr habe ich die Möglichkeit, den Artikel bar zu bezahlen oder vom Verkauf zurückzutreten. Ich habe mich für letzteres entschieden. Bin ich Mensch zweiter Klasse nur weil ich im falschen Postleitzahlengebiet wohne? Ich habe keine Schufa-Einträge, gehe fast täglich arbeiten und habe regelmäßiges Einkommen und die Gegend, in der ich wohne, ist auch nicht die schlechteste.

Wer hat Erfahrung damit gemacht oder weiß, ob sowas generell bei Versandhäusern üblich ist?

Das schreckt doch einen Neukunden total ab. Bin echt enttäuscht über die Art und Weise und habe nun nur noch die Möglichkeit gegen die Ablehnung Einspruch einzulegen, um dann meinen Personalausweis zur nochmaligen Prüfung an Otto zu schicken, um dann eventuell die Kontensperre aufzuheben zu lassen. Die Dame meinte dann, dass das in 99 % der Fälle dann auch klappt.

Wenn ich allerdings über einen Otto-Shop bestellen würde, wäre das kein Problem, weil ich der Dame oder dem Herrn dort meinen Personalausweis zeigen könnte und er sich dann persönlich von meiner Existenz überzeugen könnte.

Ich finde es ehrlich gesagt eine Frechheit.

Schöne Grüße

Danie

Hallo,

nicht nur OTTO, und nicht nur Versandhäuser.

Das ist generell so bei Banken, Versicherungen, etc.

Je nach Stadteil bekommst du höhere Zinsen, höhere Beiträge oder auch gar keinen Kredit.
Oder andersrum: Du kannst als HARTZ4-Empfänger bei Mutti im Villenviertel wohnen und bekommst alles ‚fast geschenkt.‘

Das ist aber auch bei anderen Kriterien so.
Es heisst ja bspw. „Fragen kostet nichts.“

Doch, tut es.
Wenn du bei einer Bank Kunde bist und du fragst nach einem Kredit -aus Interesse- wird das schon gespeichert. Von wegen Liqiditätsgarantie, Zahlungsfähigkeit, etc.

Früher war das mal nötig.

Heute, da kann ich dir nur Recht geben:
Ist es eine Frechheit.

Gruß

Merrick

Hallo zusammen,

Hallo Danie.

Wer hat Erfahrung damit gemacht oder weiß, ob sowas generell
bei Versandhäusern üblich ist?

Nicht nur bei Versandhäusern. Banken, Onlineshops, Handy- und Internetprovider. Das Stichwort heißt Scoring (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kreditscor…)

Ich finde es ehrlich gesagt eine Frechheit.

Das ist eher eine Frage des Zeitgeistes. Ein Sachbearbeiter bei deiner Hausbank hat ein deutlich geringeres Problem damit, dir einen Kredit einzuräumen. Der kennt dich schon seit Jahren. Auch der Kaufmann um die Ecke wird nicht nein sagen, wenn du mal die Frühstücksbrötchen anschreiben lassen willst.

Aber wenn Kredite online vergeben werden sollen - an was soll sich der Rechner oder der Call-Center-Agent denn halten?

Grüße
Joshua

Hallo Joshua,

Aber wenn Kredite online vergeben werden sollen - an was soll
sich der Rechner oder der Call-Center-Agent denn halten?

Dann sollte man einen solchen Online-„Service“ nicht anbieten. Ich finde das nämlich nicht sehr kundenfreundlich. Wenn man online ein Handy bestellt, bekommt man auch einen Vertrag per Mail zugeschickt und muss diesen unterschrieben und mit einer Kopie des Personalausweises zurückschicken. Da gehts doch auch ohne große Probleme. Vielleicht sollte man beim Versandhandel mal drüber nachdenken.

Schöne Grüße

Danie

Diskriminierung ist leider erlaubt
Hallo,

ich habe mich auch mit dem Phaenomen auseinandergesetzt und musste feststellen dass Diskriminierung leider erlaubt ist - ausser aufgrund des Geschlechts, der Rasse, Religion, Sexualitaet oder politischer Einstellung…

Aber auch nur offiziell: Selbst rassistische Diskriminierung wird betrieben: Bei Versicherungsvergleichen wird dann eben nicht nach der Herkunft gefragt sondern in welchem Land der Fuehrerschein erworben wurde - was meist auch das Herkunftsland ist.

Aber bin ich ein schlechterer Autofahrer weil mein Auto aelter ist und ich juenger bin (deshalb bezahle ich viel hoehere Versicherungsbeitraege) oder weniger kreditwuerdig weil ich in einer schlechten Gegend wohne?

In den Medien wird gerne davon geredet dass Vorurteile schlecht waeren aber die Wirtschaft (aber auch die Polizei) steckt Personen gerne in ein Raster nur weil einige Eigenschaften wie Wohnort, Automodell, Besitzstand aehnlich sind.

Hier ist die Politik gefragt solche Praktiken zu unterbinden damit Kunden aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften behandelt werden.

Gruss

Desperado

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Hallo Danie,

ärgere Dich nicht! Ich weiß ja nicht, was Du da auf Raten zahlen wolltest, aber die meisten Dinge, die es im Versandhauskatalog gibt, sind es gar nicht wert, über Monate oder sogar Jahre abgezahlt werden.

Die Verweigerung der Ratenzahlung erspart Dir nur den Ärger, für eine Sache immer noch zahlen zu müssen, die Du gar nicht mehr toll findest.

Ich habe festgestellt, dass man sich in der Zeit, die man benötigt, um das Geld für einen Kauf anzusparen, oft noch viel bessere oder günstigere Varianten oder Händler findet und dadurch das bessere Produkt zum besseren Preis bekommen kann. Außerdem hat man an Dingen, für die man länger gespart hat, viel mehr Freude! Wirklich! Dazu kommt auch noch die Vorfreude :wink:.

Wenn Du aber das Produkt trotzdem unbedingt haben willst, warum nimmst Du nicht einfach den Dispo Deines Gehaltskontos in Anspruch und zahlst das Otto-Produkt direkt auf einmal? Oder Du sprichst mit Deinem Bankberater über einen Kleinkredit…

Wenn Deine Bank das verweigern sollte, stimmt etwas mit Deiner Finanzpolitik nicht und Du solltest froh sein, dass man Dich nicht in die Schuldenfalle lockt. Bevor man irgendetwas auf Raten beim Versandhaus bestellt, sollte man nicht vergessen, dass viele Leute, die völlig überschuldet sind, auch mal so angefangen, bzw. weitergemacht haben.

Es lohnt sich wirklich fast nie! Denk noch mal darüber nach, storniere Deine Bestellung und recherchiere mal, wo es so etwas besser und/oder günstiger gibt. In der Zwischenzeit sparst Du Dein Geld und überlegst, ob Du das Teil überhaupt brauchst. Wird es Dich glücklicher machen, als der Gegenwert in Bargeld, der ansonsten weiter auf Deinem Konto oder in Deinem Geldbeutel ruht?

Mir geht es übrigens so, dass sich auf diese Weise ein großer Teil der Kaufwünsche wieder erledigt. Das Geld in der Tasche zu behalten ist nämlich auch gar nicht so übel :wink:.

Und wenn Du ganz viel Glück hast, wird der Artikel in ein paar Wochen reduziert und Du bekommst ihn dann mit Deinem angesparten Geld für 70 oder 60 %. Zumindest bei Mode-Artikeln ist das gar nicht ungewöhnlich.

Viele Grüße

Anne (die findet, dass man bei Käufen auf Pump vorher besser dreimal überlegt - es aber auch schon gemacht hat :wink:)