Outsourcing/Kooperation - Fallbeispiele

Hallo,

ich suche für meine DA dringend Fallbeispiele für Outsourcing-Entscheidungen bzw. für Kooperationen.
Es geht darum, wie die Entscheidungen in der Praxis getroffen werden, welche Informationen dazu benötigt werden und aus welchen Informationsquellen diese bezogen werden.
Wer kennt irgendwelche links, Artikel oder auch Bücher in denen das Thema Outsourcing mit Praxisbeispielen behandelt wird? Finde irgendwie immer nur Beispiele zum Outsourcing von IT-Dienstleistungen oder anderen Services, aber eben nichts aus dem Bereich Fertigung.
Bin für jeden Tipp dankbar!

Auch hallo.

Rein prinzipiell geht es beim Outsourcen darum, die Tätigkeit X in einem anderen Land zu einem günstigeren Preis als in Heimatland erledigen zu lassen. Vorausgesetzt man findet dort auch die Leute mit der richtigen Qualifikation dafür.
Okay, man hat ja so seine Insider Quellen: Autobauer Opel baut ein Werk in Tschechien/Polen
(bzw. die Werke stehen schon…). Von Siemens wurde letztes Jahr jemand zitiert, dass man bei der gegebenen Kostenstruktur 2000 Arbeitsplätze ins Ausland verlagern müsse… Oder man denke mal an die Hersteller von Sportschuhen.
Bevor mir jemand auf die Füsse tritt: JA, beim Outsourcen ist nicht alles Gold, was glänzt.
JA, ich setze voraus, dass ein Unternehmen im Heimatland Arbeitsplätze in der Produktion/Service abbaut und dafür woanders weiterproduzieren lässt (=nix mit Erweiterung der Unternehmenspräsenz).

HTH
mfg M.L.

Rein prinzipiell geht es beim Outsourcen darum, die Tätigkeit
X in einem anderen Land zu einem günstigeren Preis als in
Heimatland erledigen zu lassen.

Wie kommst Du darauf, daß das mit Auslandsverlagerung zu tun hat? Outsourcing ist grundsätzlich erst einmal die Verlagerung von Teilbereichen auf externe Anbieter. Insbesondere gehts da um (vermeindlich) betriebsferne Dinge wie EDV-Support und -Entwicklung, Hotlines, Hausmeisterdienste (neudeutsch: Facility Management) etc. Das typische Outsourcing hat mit Auslandsverlagerung also nichts zu tun.

Gruß,
Christian

Aus unserem Betrieb:

  1. Auslagerung einer Teilfertigung, weil Zulieferer günstiger als Eigenproduktion

  2. KnowHow ist beim Zulieferer vorhanden im Hause nicht. (Kommt insbesondere dann vor, wenn neue Produkte eingeführt werden sollen. BSp. Holzverarbeitender Betrieb bekommt Anfrage nach Fertigung von Rahmentüren aus Holz UND Metall. Metallfertigung wird ausgesourct)

  3. Eigene Produktionslinie zu mehr als 100% ausgelastet.

3.a) Eigene FACHkräfte werden im Hause gebraucht, geringere Arbeitsqualitäten werden daher ausgelagert. (BSp. Schweisser schweissen bereits 10 Std. am Tag, Ablängen kann jeder.)

b) Zusatzserviceleistungen können nicht im haus erbracht werden
Bsp. Stahlhandel liefert Rohre nur in Standardmaß. Kriegt einen großen Auftrag unter der Bedingung, daß bestimmte Fixmaße geliefert werden.

Sicher nicht vollständig aber als Brainstorminghilfe sicherlich ok.

gruss

vielleicht ne kleine ergänzung…

  1. Eigene Produktionslinie zu mehr als 100% ausgelastet.

Is das net ein MOB-Entscheidungskriterium? (MOB=make-or-buy)

3.a) Eigene FACHkräfte werden im Hause gebraucht, geringere
Arbeitsqualitäten werden daher ausgelagert. (BSp. Schweisser
schweissen bereits 10 Std. am Tag, Ablängen kann jeder.)

grundsätzlich sollte man doch die kernprozesse inhouse lassen und die supportprozesse als outsourcing-kandidat betrachten, net? also falls ein kernprozess abgeschwächt ist, sofort reagieren und net outsourcen!

b) Zusatzserviceleistungen können nicht im haus erbracht
werden
Bsp. Stahlhandel liefert Rohre nur in Standardmaß. Kriegt
einen großen Auftrag unter der Bedingung, daß bestimmte
Fixmaße geliefert werden.

Achtung!
zusatzdienstleitungen sind ein sehr wichtiger faktor im heutingen gesättigten verdrängungsmarkt. durch diese kann man sich gegenüber den konkurrenten besser positionieren und gewinnt somit mehr marktanteil -> höherer Umsatz -> sicherung des überlebens -> usw…

gruss ricky

vielleicht ne kleine ergänzung…

  1. Eigene Produktionslinie zu mehr als 100% ausgelastet.

Is das net ein MOB-Entscheidungskriterium? (MOB=make-or-buy)

„Buy“ wäre ja Outsourcing, solange es sich um Vor- oder Zwischenprodukte oder Lohnarbeit handelt.

3.a) Eigene FACHkräfte werden im Hause gebraucht, geringere
Arbeitsqualitäten werden daher ausgelagert. (BSp. Schweisser
schweissen bereits 10 Std. am Tag, Ablängen kann jeder.)

grundsätzlich sollte man doch die kernprozesse inhouse lassen
und die supportprozesse als outsourcing-kandidat betrachten,
net? also falls ein kernprozess abgeschwächt ist, sofort
reagieren und net outsourcen!

Ablängen würde ich aber nicht als Kernprozess betrachten. Und ich würde auch eher die Wertschöpfung als Kriterium betrachten, denn den „Kernprozess“.

Beispiel: Motorenbau ist sicherlich ein Kernprozess des Autobaus, wird jedoch in der Autobmobilindustrie ausgelagert.

Der Motorenbauer wird sicherlich die Kolbenringeproduktion auslagern.

die Gießerei des Motorengehäuses lagert die Grobentgratung aus, damit aber nicht das Kerngeschäft.

Outsourcing kann ja auch „im hause“ stattfinden. (Prinzip der verlängerten Werkbank)

Achtung!
zusatzdienstleitungen sind ein sehr wichtiger faktor im
heutingen gesättigten verdrängungsmarkt. durch diese kann man
sich gegenüber den konkurrenten besser positionieren und
gewinnt somit mehr marktanteil -> höherer Umsatz ->
sicherung des überlebens -> usw…

Das heißt aber nicht, daß man sich für einen einzelnen Auftrag mit Zusatzverlangen gleich eine hochkomplizierte Maschine kaufen muss. also erstmal auslagern und dann weiterschauen. Wenn es ein Global- oder Dauerauftrag wird kann man immer noch entscheiden, ob man die Zusatzdienstleistungen selbst erbringen will.

Wobei ich bei den heutigen Technokraten in den Einkaufsabteilungen, die wegen 5 Cent den Zulieferer wechseln und das schneller als ihre Unterhemden, dieses Risko nie eingehen würde.

gruss