P-Regler (Regeltechnik)

Hi,

Ich suche Informationen zum P-Regler.
Meine Fragen sind nun, warum zählt so ein P-Regler zu den stetigen Reglern oder was sind Sollwerteinstellungen und Verstärkungsänderungen? Hier im Forum gibt es ähnliche Ansätze. Auch Beispiele an einer Heizung bei Temperatur unterschiede. Die Beispiele waren jedoch nur aus dem Altag gegriffen.
Was ist die Aufgabe von so einem P-Regler. Regelt er stets nur die Proportionen von zB. nachlaufendes Wasser und abfließendes Wasser in einem Tank oder ist er noch vielseitiger einsetzbar?

Hallo,

Ich suche Informationen zum P-Regler.

Nunja, Regelungstechnik ist nicht mein Spezialgebiet.
Abgesehen davon ist Regelungstechnik sowieso nicht ganz so
einfach für Laien verständlich, außer man macht es sich leicht
und bleibt beim einfachen Propotional-Regler (P-Regler).

Meine Fragen sind nun, warum zählt so ein P-Regler zu den
stetigen Reglern

Nun, weil er nicht nur feste Zustände hat, wie z.B. ein
2-Punktregler (der kann nur in Abhängigkeit vom Istwert
etwas einschalten oder Ausschalten (so funktioniert jeder
normale Kühlschrank oder Bügeleisen).

Der P-Regler gibt also ein größeres Stellsignal aus, wenn
die Abweichung zum Sollwert groß ist und mit kleiner werdender
Abweichung des Istwertes vom Sollwert wird das Stellsignal
auch immer kleiner, bis es zu Null wird, wenn zwischen
Soll-Ist keine Differenz mehr herrscht. Das Stellsignal ist also
nicht nur ein Ein/Aussignal, sondern ein sich stetig veränderndes
Signal (z.B. Spannung oder Strom oder eben Heizleistung).

oder was sind Sollwerteinstellungen und

Nun, die Sollwerteinstellung sollte eigentlich klar sein.
Wenn Du eine Heizung auf z.B. 25°C haben willst, so muß
ja dieser Sollwert irgendwie festgelegt sein, oder?
Meist kann man den Sollwert als Nutzer vorgeben.
Er kann natürlich auch fest montiert oder verdrahtet sein

Verstärkungsänderungen?

Die Verstärkung bestimmt das Verhältniss zwischen Regelabweichung
(also Differenz Soll - Ist) und der Größe des Stellsignals

Beispiel: Um bei einer Heizungsregelung zu bleiben:
Man kann für eine Soll-Ist Abweichung von 1°C ein Stellsignal von
1V ausgeben (was meinetwegen zu einer Heizleistung von 100W führt).
Man kann aber auch 3V ausgeben, was dann zu 300W Heizleistung
führt. Bei 2°C Abweichung sind es dann 200W bzw. 600W.

Im 2. Fall ist die Regelverstärkung 3 mal höher als im 1. Fall.
-> also 100W/1grd bzw. 300W/1grd

Wenn man nun die Verstärkung sehr groß macht (ideal gegen unendlich),
kommt man übrigens zu oben genannten 2-Punktregler.
Dann reagiert der Regler nur noch mit Ein/Aus der max. vorhandenen
Heizleistung.

Was ist die Aufgabe von so einem P-Regler.

Es regelt halt irgend einen Prozess.
Dabei hat er einige Vorteile gegenüber dem einfachen 2-Punktregler.

Das Stellsignal kann der Abweichung angepaßt werden.
Der Regler regelt das Ist-Signal also feiner aus, weil nicht immer
bei kleiner Abweichung gleich mit voller Pulle ausgeregelt wird.

Beim 2-Punktregler wird ja erst reagiert, wenn z.B. ein Sollwert
unterschritten wird. Dann dauert’s meist eine Weile, bis der
Prozess überhaupt reagiert (z.b. wegen Verzögerungszeiten).
Wenn der Regler dann feststellt, daß der Sollwert überschritten
wird, dann schaltet er gleich wieder ganz aus.
Weil die Heizelemente aber noch heiß sind, wird der Wert noch
eine Weile ansteigen um dann wieder abzufallen.

In Folge dessen schwankt z.B. bei der Heizung (oder auch Kühlung)
die Isttemp. ständig zwischen einem unteren und einem oberen
Grenzwert und wird nie stabil auf einer Stelle stehen bleiben.
Das Verhalten nennt man „Überschwingen“

Mit dem Proportionalregler kann das Überschwingen stark reduziert
bzw. komplett verhindert werden.
Allerdings gibt es auch ein paar Nachteile:

  • Sollwert wird langsamer ausgeregelt
  • zwischen Istwert und Sollwert bleibt eine kleine Differenz

Wie stark diese Nachteile wirken, hängt vom Prozess ab
und natürlich auch von der Verstärkung (ist ein Parameter
des Reglers).

Höhere Verstärkung -> schnelleres Einschwingen aber Gefahr des
Überschwingens oder sogar instabile Regelung (schwingt ständig).

Niedrige Verstärkung -> langsames Einschwingen und größere
bleibende Abweichung.

Die Nachteile des P-Reglers werden übrigens durch sogenannte
I-Anteile (integrale Anteile) und d-Anteile (differentielle A.)
kompensiert. Damit kommmt man zu den weitaus komplizierteren
Modellen: P-I-Regler oder P-D-Regler oder sogar P-I-D-Regler.
Diese haben dann auch eine ganze Reihe von zusätzlichen
Parametern, die nicht mehr so einfach zu beschreiben sind.
Das erfordert einen mathematischen Formelapparat. Sowas lernst
man dann z.B. in einem Studium der E-Technik oder Elektronik.
Gruß Uwi

Regelt er stets nur
die Proportionen von zB. nachlaufendes Wasser und abfließendes
Wasser in einem Tank oder ist er noch vielseitiger einsetzbar?

Hallo,

Meine Fragen sind nun, warum zählt so ein P-Regler zu den
stetigen Reglern

Ein P-Regler gibt einen Wert aus, der p roprotional zur Differenz von Sollwert und Istwert (‚Regeldifferenz‘) ist, deshalb Proportional- oder kurz P-Regler.
Stetig bedeutet, dass es keine ‚Sprünge‘ bei der Ausgangsgröße gibt (wenn die Eingangsgröße, also die Regeldifferenz nicht ‚Sprünge‘ vorgibt).

was sind Sollwerteinstellungen und

Das ist der Wert, den der Benutzer vorgibt und der möglichst genau von der Regelstrecke ausgegeben werden soll. Das könnte also z.B. die gewünschte Raum- oder Ofentemperatur sein, die Drehzahl eines Motors oder auch die gewünschte Geschwindigkeit bei einem Auto. In der Regelungstechnik wird meist ganz Abstrakt als reine Zahl behandelt, weil man damit alles ganz allgemein betrachten kann und später nur noch umrechnen muss.

Verstärkungsänderungen?

Die Verstärkung ist das Verhältnis von Ausgang zu Eingang eines Schaltungsteils. Das kann der Regler selber sein (dann ist es nichts anderes als die Einstellung des P-reglers bzw. die Größe des P-Anteils eines komplizierteren Regelers), der Regelstrecke oder auch eines evt. vorhandenen Messverstärkers oder was auch immer.
Auch hier wird in der Theorie meist nur mit dem reinen Zahlenwert gerechnet; in der Praxis ist es z.B. das Verhältnis zweier Spannungen, aber in anderen Fällen z.B. auch das Verhältnis zwischen Temperatur und Eingangsspannung einer elektrischen Heizung.

Was ist die Aufgabe von so einem P-Regler. Regelt er stets nur
die Proportionen von zB. nachlaufendes Wasser und abfließendes
Wasser in einem Tank oder ist er noch vielseitiger einsetzbar?

Das ‚P‘ hat nichts mit den Proportionen desse zu tun, was da geregelt wird. Es bezieht sich, wie oben gesagt, auf die Proportionalität zwischen Eingang und Ausgang des Reglers.

Ein P-Regler wird sehr häufig eingesetzt, aber Du darfst Dir nicht ein ganz bestimmtes Bauteil in einem schwarzen Kasten darunter vorstellen. So ist auch ein Termostatventil an der Heizung nichts anderes als ein P-Regler. Aber auch in einem Hifi-Verstärker sind Verstärkungsbaugruppen mit Rückkopplung eingebaut - das sind auch P-Regler.
Der Nachteil eines P-reglers ist, dass er nur dann etwas ausgibt, wenn der Sollwert vom Istwert abweicht - es gibt also immer eine Abweichung von dem, was man eigentlich möchte. Um dies zu verbessern, wird der P-Regler durch einen Integralen Anteil ergänzt (im einfachsten Fall ein Kondensator) und man hat einen P-I-regler. Dieser regelt so, dass keinerlei Abweichung zwischen Soll und Ist auftritt. Der Nachteil ist ein etwas höherer Aufwand. An einem Heizkörperventil wäre dies sogar erheblich - ich kann mir nicht mal vorstellen, wie das aussehen könnte.
Und, um dies noch zu vervollständigen: es gibt noch einen dritten Anteil, den differenziellen oder D-Anteil. Zusammen ergibt das dann den P-I-D-Regler. Der D-Anteil reagiert nur auf Änderungen am Eingang des Reglers und beschleunigt somit die Reaktion darauf. Auch hier gibt es natürlich den Nachteil des höheren Aufwands.

Wichtig zum Verständnis ist vielleicht noch der Unterschied zwischen Regelung und Steuerung: eine Regelung erhält man dadurch, dass das, was da geregelt werden soll, auch kontrolliert wird. Bei einer Steuerung wird je nach Anforderung ein bestimmter Wert eingestellt. Z.B. folgender Fall: man stellt bei einem Hifi-Verstärker die Lautstärke immer auf ‚5‘. Dadurch, dass es mal lauter und mal leiser im Zimmer ist und auch die Quelle (CD, Tuner, Tape) nicht immer gleich laut, passt das aber eben nicht unbedingt. Wenn Du daraufhin die Einstellung anpasst, bis es Dir wieder die richtige Lautstärke ist, hast Du ‚geregelt‘. Wenn Du taub bist, dadurch gar nicht weißt, wie laut es wirklich ist und deshalb immer nur auf ‚5‘ stellst, wäre es nur eine Steuerung.

Btw., http://de.wikipedia.org/wiki/Regler hast Du Dir schon angeschaut?

Gruß
loderunner

Hi,

Ich suche Informationen zum P-Regler.

Eine kleine Einführung in die Regelungstechnik
http://www.meilhaus.de/regeltechnik/regelt1.html

Grundbegriffe der Regelungstechnik: siehe auch (DIN 19 226)

Grundlagen
http://www.jumo.de/web/Jumo_de.nsf/vw_icons/FAS525d/…
Lehrreiches für Einsteiger und Praktiker.
http://www.jumo.de/web/Jumo_de.nsf/htmlView?ReadForm…

mfg
W.