Hallo Guvo,
Therapieergebnisse sind nicht vorherbestimmbar.
Das trifft erst recht für sogenannte Paartherapien zu. Dabei
können überzogene Erwartungen zu schwer kalkulierbaren
Irritationen führen.
Was meinen Sie mit Irritationen? Die Erwartungen, Befürchtungen, Möglichkeiten und Grenzen der Therapie, Aufträge, heimliche Aufträge, … werden zu Beginn der Therapie von einem guten Therapeuten abgeklärt!!
Und dann tragen die sogenannten Patienten
das alleinige Risiko, in dem sie damit auf sich selbst
gestellt bleiben. So ist die Realität. Aber ist das
akzeptabel?
Was kann schlimmsten Falls passieren, was ohne Therapie nicht passieren könnte? Meinen Sie die wenigen Horrormeldungen, dass mal ein Patient sich umbrachte? Wer sagt, dass er dies ohne Therapie nicht getan hätte. Das ganze Leben besteht aus Risiken. M.E. ist das Risiko einer Therapie eher gering.
Die Beziehungspartner sollten sich daher von vorn herein ihrer
jeweiligen Erwartungen, als Ausdruck beiderseitigen Respekts
und Voraussetzung für weitereichende Beziehungsgefüge -
familiärer Solidarität und Toleranz (vielleicht auch Liebe),
sicher sein. Stehen wir da über Kreuz?
Ja, stehen wir. Denn was, wenn genau dies Teil des Problems ist! Und was, wenn bei einer Paartherapie die Partner unterschiedliche Therapie-Ziele haben? Er will bleiben - sie gehen!?
Auffällig ist jedoch, dass zwischen Therapeuten und Patienten
nie schriftliche Absprachen vorliegen. Wenn das nicht darauf
schließen lässt, dass letztlich dem/den Patienten (!) das
Therapierisiko allein überlassen bleiben soll?! Schließlich
leben wir doch im 21. Jahrhundert, d.h., dass zwischen
Therapeuten und Patienten generell PARITÄT (eben kein
Automatismus)auch hinsichtlich des Erfolgsrisikos bestehen
sollte. Oder zeitgeschichtliche Rolle rückwärts?
Therapieziele können sich ändern, das Leben ist nicht statisch. Dies schriftlich abzusprechen würde dem Leben ebenso wie der Therapie die Dynamik nehmen!
Und: Das Problem hat letztendlich der Klient (ich spreche ungern von Patient), nicht der Therapeut. Wenn dieser sich das Problem zu eigen macht, hat er wirklich eins.
Ach Guvo,
ich habe irgendwie den Eindruck, dass wir beide nicht dieselbe Sprache sprechen (schreiben). Vielleicht meinen wir das Gleiche oder reden auch total aneinander vorbei. Aber sowas gibt es nun halt auch mal! Also lassen wir es doch lieber …
So long
Stefan