Paddel-Urlaub - Wo,was beachten, wie organisieren?

Hallo!

Unsere Gruppe überlegt dieses Jahr einen Urlaub mit Paddelbooten zu machen, also tagsüber auf Flüssen zu paddeln, abends Zelte aufzuschlagen, gemütlich beisammenzusitzen und die Natur zu genießen. Also mit anderen Worten soll der Spaß daran im Vordergrund stehen.

Leider haben wir wenig Ahnung, wie man am besten so einen Urlaub organisiert.

Welche Regionen sind in Deutschland empfehlenswert? Gibt es da bestimmte dafür geeignete Naturparks bzw. Wasserreviere oder ist etwas anderes empfehlenswert? Wie organisiert man Paddelboote und welche Ausrüstung braucht man? Welche Zeitspanne ist für eine solchen Urlaub eher geeignet (1 Woche oder 2 Wochen?) und was kostet es alles im Schnitt? Wir würden gern auf eigene Faust ohne Teamleiter oder sowas starten.

Was gibt es sonst noch alles beim Paddeln zu beachten? Wo findet man einen guten Überblick wie man sich vorbereiten kann, also z.B. im Bezug auf die Paddeltechnik, Verhalten bei Stromschnellen, was man beim Schleusendurchfahren so alles beachten muss (Öffnungszeiten etc.) oder gibt es vielleicht Vorbereitungskurse (wir sind alle leider noch nicht gepaddelt)? Oder auch wo man spezielle Flusskarten für Paddeltouren findet, welche Kleidung geeignet ist, wie und was man an Gepäch so braucht etc.

So viele Fragen… Wir würden uns sehr freuen, wenn die Paddelfans unter euch, die vielleicht schon hin und wieder einen spannenden und abenteuerlichen Paddel-Urlaub gemacht haben mal ihre Erfahrungen schreiben könnten!

Vielen Dank!

Hallo Luke,

offensichtlich habt ihr alle keine Ahnung vom Paddeln - und dann wollt einen solchen Urlaub ohne erfahrene Begleitung machen? Lasst die Finger davon! Oder würdest Du etwa eine ungeführte, mehrtägige Tour auf Langlaufskiern von Hütte zu Hütte machen? An solche Sachen muss man sich langsam herantasten, bevor man etwas Größeres unternimmt.
Freunde von uns sind erfahrene Paddler und konnten immer wieder von brenzligen Situationen erzählen. Meine Frau und ich sind erfahrene Skilangläufer, und auch bei uns hat’s oft genug gebrenzelt.
Ich weiß es nur vom Hörensagen, aber die Mecklenburgische Seenplatte z.B soll zum Paddeln sehr schön sein, und es scheint auch viele Bootsverleihe zu geben. Meine Empfehlung: sucht euch einen Campingplatz, macht dann von dort aus Touren, und fangt klein an - nicht gleich am ersten Tag eine ganze Tagestour. Dann kriegst Du abends die Finger nicht mehr auseinander.

Schönen Urlaub
Pit

Hallo Luke,

es gibt verschiedene Veranstalter wie z.B. natours, die Gruppen- und Individualreisen mit Paddeln anbieten. Am besten mal googlen. Ich würde euch allerdings auch empfehlen, es zuerst mit einer Gruppenreise zu versuchen.

Falls ihr noch nie gepaddelt seid, probiert es erstmal aus… wenn man die ersten 20 km hinter sich hat, können einem durchaus mal die Arme schwer werden. Wenn man dann noch 13 Tage paddeln muss… :wink:

Gruß
Yvi

Hallo,

auf ruhigen Gewässern kann man auch ohne viel Vorkenntnisse gut paddeln. Ich kann die Mecklenburger Seenplatte sehr empfehlen, dort ist es sehr schön und dort gibt es auch sehr viele auf Paddler eingerichtete Campingplätze.

Mein Vorschlag wäre: sucht Euch eine Kanustation mit Zeltplatz. Verbringt den ersten Tag vor Ort, lasst Euch einweisen (kostet normalerweise nicht extra) und übt dort vor Ort. Mehr als 1 Woche würde ich für Anfänger nicht empfehlen, dann macht es wahrscheinlich keinen Spaß mehr, ich würde sogar sagen 5 Tage reicht für’s erste mal völlig aus.

Außerdem solltet ihr Euch eine Strecke raussuchen, die mit wenigen Tageskilometern anfängt. Mein Vorschlag wäre am ersten Tag etwa 5 km, dann kontinuierlich etwas mehr, wenn’s gut klappt. Alle Kanustationen haben verschiedenste Streckenvorschläge zur Auswahl, dort bekommt man auch Beschreibungen und Kartenmaterial. Am besten sucht man sich aber schon vorher im Internet raus, und bespricht das nochmal vor Ort mit den Leuten an der Kanustation. Im Internet gibt es sehr ausführliche Infos dazu.

Boote kann man dort mieten, mit allem Zubehör, auch wasserfeste Behälter für’s Gepäck und Schwimmwesten. (Wenn es windig ist, ist es schon sinnvoll, diese anzulegen.)

Grundsätzlich müsst Ihr Euch dann noch zwischen Kajak und Kanadier entscheiden. Die meisten Leute machen Kanuwanderungen mit dem Kanadier, weil man dort viel mehr Gepäck unterbringen kann. Kanadier sind die großen Kanus, die man mit Stechpaddel fährt.
Alternative sind Kajaks mit Doppelpaddel. Die sind kleiner, leichter, wendiger und angenehmer zu fahren. Dafür muss man sich mit dem Gepäck deutlich beschränken (geht aber auch, wir fahren immer mit Kajak auch auf längere Touren).

Bzgl. der Vorbereitung:
Irgendwo kann man bei Euch in der Nähe bestimmt Paddelboote ausleihen. Das solltet Ihr zumindest mal einen Tag lang probieren. Paddeltechnik kann man sich eigentlich überall dort beibringen lassen, wo man auch Kanus ausleihen kann. Dort könntet Ihr Euch auch entscheiden, welchen Bootstyp Ihr ausleihen wollt.

Schleusen sind kein Problem, das bekommt Ihr beim Ausleihen erklärt und dann schaut man einfach an den Schleusen, wie die anderen Paddler das machen (grundsätzlich: erst die großen Boote rein, dann die Kanus. Beim Rausfahren: erst die Kanus raus, dann die großen Boote). Öffnungszeiten sind im Sommer kein Thema.

Stromschnellen: Ihr solltet nirgends fahren, wo es welche gibt. Ganz einfach. Nur ruhige Flüsse und Seen befahren, an Gefahrenstellen umtragen. Das muss man nämlich wirklich lernen.

Kleidung:
Grundsätzlich Hut gegen Sonne, Regenbekleidung, Schuhe, mit denen man auch ins Wasser gehen kann, normale Sommerbekleidung, Badezeug, und was warmes für abends. Im Boot selbst sitzt man am besten mit bequemen Shorts und T-Shirt, am besten etwas, das schnell trocknet, nass wird man immer.

Das war jetzt schon ziemlich viel für einen ersten Überblick. Stell einfach nochmal konkretere Fragen, wenn Du noch was wissen willst.

Viele Grüße

Andrea

Hallo Pit,

auf ruhigen Gewässern (z.B. Mecklenburger Seenplatte) ist Paddeln nicht soo schwierig. Wenn man mit kurzen Tagesstrecken anfängt, kann man das auch als Anfänger gut bewältigen. Man muss eben stark fließende Gewässer meiden, die sind wirklich schwieriger.

Viele Grüße

Andrea