Moin,
War deine Frage vielleicht missverständlich formuliert ?
Das ist gut möglich, weil ich mich hier auf glattem Eis bewege
So ganz hab ich glaube ich auch noch nicht verstanden, worauf du hinauswillst, aber nun denn, versuchen wirs weiter.
Wie ich bereits sagte. Wenn du Pädophilie lediglich als
„sexuelle Spielart“ einstufst, wirst du mit einer Bewertung
nicht weit kommen. Hier kann im Grunde jeder beliebig,
willkürlich und nach seinen eigenen Vorstellung definieren,
was für ihn krank und normal ist, da es keinen
allgemeingültigen Wertmaßstab gibt.
Was tut dann die Psychologie? Entschuldige diese plumpe Frage,
aber ist es nicht deren Aufgebe festzustellen, was krank ist
und was nicht und dieses in letzter Instanz zu heilen?
Das hat O.W. ja an anderer Stelle erläutert. Entscheidend ist hier, ob jemand leidet. Von der Norm abweichendes Verhalten allein ist jedoch nicht behandlungsbefürftig. Warum auch.
Das was du als „common Sense“ hier bezeichnest, ist die
Verknüpfung von Sexualität und Fortpflanzung.
Ja, Sexualität dient beim Menschen zwar nicht nur der
Fortpflanzung, aber sie hat ihren Ursprung wohl darin.
Dasselbe gilt für Delphine und ich glaube eine Affenart. Diese
Spezies haben Sex auch aus sozialen Gründen und aus Freude.
Ja, da haben wir Menschen wohl Glück gehabt 
Dies ist aber in
unserer Gesellschaft schon lange kein „common sense“ mehr,
nicht mal bei Katholiken 
Nun das ist falsch. Nach katholischer Lehre darf ein Sexualakt
nur der Fortpflanzung dienen, ansonsten ist es verboten.
„Common sense“ ist jedoch auch bei Katholiker eher, sich nicht dran zu halten 
Insofern handelt es sich dabei
auch nicht um ein psychologisches, sondern um ein
gesellschaftliches Phänomen.
Auch Kindersex bzw. deren Akzeptanz war ein gesellschaftliches
Phänomen. Das ist KEIN Argument.
hm…jetzt hab ich hier irgendwie den Faden verloren…
Mag sein, jedoch nicht aus den gleichen Gründen. Der Konsens
hier scheint mir durchaus zu sein, dass Pädophilie abgelehnt
wird, weil es Menschen betrifft, die nicht sexuell
selbstbestimmt (re)agieren können weil sie Kinder sind.
Ja wie schon gesagt ist das ein völlig anderer Aspekt. Er
betrifft nicht die „Normalität“ oder „Abnormalität“ dieses
Verhaltens.
Richtig. Und wie O.W. ja an anderer Stelle ausführte ist Abweichen von „normalem“ Verhalten allein (zu Recht) noch kein Behandlungsgrund.
Diebstahl ist nicht krank, er kann durchaus
rational begründet sein, er aber trotzdem ein Verbrechen und
geächtet.
Darüber kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Häufig dürfte es einem Dieb an Mitgefühl für das Opfer mangeln. Hier zeigt sich also durchaus auch ein gestörtes Sozialverhalten und mangelnde Empathie, was man u.U. psychotherapeutisch behandeln kann.
Demgegenüber steht zb. das sich selbst Geißeln, was
m.E. krank und abnormal ist, jedoch nicht verboten.
Hm…warum findest du das krank ?
Im Antiken Griechenland dürften Kinder genau so wenig in der
Lage gewesen sein, sexuell selbstbestimmt zu re(agieren), wie
unsere Kinder heute und auch entsprechend gelitten haben.
Das ist ein Zirkelschluß. Zu der Aussage kommst du nur, wenn
du bereits unterstellst, daß Kindersex per se falsch ist.
Damals dachte man eben anders und sah es dementsprechend
anders.
Einige Erwachsene vielleicht, aber die Kinder dürften damals genau so gelitten haben wie heute.
doch, sicher. Nur wird das damals niemand so vormuliert haben,
weil sich niemand für das Leiden der Kinder interessiert haben
dürfte. Mir sind zumindest diesbezüglich keine antiken
Untersuchungen bekannt.
Natürlich nicht, weil es normal war. Darum geht es doch.
Das kann ich so nicht akzeptieren. Vergewaltigungen in der Ehe sind z.B. auch nicht normal, trotzdem hat es lange Zeit niemanden interessiert und trotzdem haben die Opfer gelitten. Mir scheint, dieser Problemkomplex hängt eher mit dem Status des Opfers in der jeweiligen Gesellschaft zusammen. Jemand der keinen Status hat, hat auch keine Stimme.
Das kommt auf die jeweilige Rechtssprechung an. In der Antike
war vieles nicht kriminell, was heute als kriminell gilt und
umgekehrt.
Ja, das Gesetzbuch spiegelt gesellschaftliche Normen bzw.
deren Veränderung wider. Man erinnere sich an die Aufgabe des
Homosexuellenparagraphen, der Streichung von „Gotteslästerung“
usw.
Das ist richtig. In unserem modernen Strafrecht spielt es z.B. eine Rolle, ob eine Person geschädigt wird oder nicht. Wird niemand geschädigt, braucht man auch kein Gesetz.
Nein, das Kind ist aufgrund seiner sexuellen Unreife und
emotionalen Abhängigkeit gar nicht in der Lage, hier eine
selbstbestimmte und verantwortungsvolle Entscheidung für sich
zu treffen. Deshalb genießt es ja auch den besonderen Schutz.
Akzeptiert. Den genießt es auch bei geschäftlichen
Transaktionen. Der direkte Zusammenhang zu Sexualität ist
nicht gegeben.
? Bei geschäftlichen Transaktionen spielen weder sexuelle Untreife noch emotionale Abhängigkeit eine Rolle, das ist schon richtig. Allerdings geht man bei Kindern davon aus, dass sie auch Geldgeschäfte in größerem Rahmen (ausnahme Taschengeld) nicht überschauen können.
In Grunde dienen all diese Gesetzte (z.B. auch Verbot der Kinderarbeit) dem Schutz des Kindes.
Dieser Aspekt ist keineswegs juristisch. Er sagt etwas über
die Psyche und Reife eines Kindes im Gegensatz zu einem
Erwachsenen aus.
Ich korrgiere mich: Der ethische Aspekt.
hm…ethisch ist allemal der Straftatbestand. Auch in Gesellschaften, in denen es durchaus üblich ist Kinder auszubeuten (z.B. sexuell oder wirtschaftlich) leiden die Kinder. Nur können sie sich nicht dagegen wehren, weil sie keine Macht haben.
Sex mit Prostituierten, selbst wenn sie dazu gezwungen werden,
ist meines Wissens nicht strafbar und danach, wie unsere
Gesellschaft mit diesem Phänomen umgeht, auch nicht ethisch
geächtet.
Dann hab ich dich vorhin falsch verstanden. Du meintest
vorher, es wäre unethisch, jemanden in einer finanziellen
Notlage sexuell zu benutzen.
Richtig, das ist aber meine persönliche Meinung und wohl leider zur Zeit in dieser Gesellschaft nicht mehrheitsfähig 
umgekehrt ja auch keine medizinisch/wissenschaftlich fundierte
Begründung. Wer sagt denn, welche Art Sexualität von der Natur
vorgesehen ist und wer hat den entsprechenden Beweis geführt ?
Ist ein Witz oder? Wenn sich daraus ein KIND ergeben kann,
dann ist es „von der Natur aus vorgesehen“. Wenn
Homosexualität auch von der Natur vorgesehen war, warum dann
auch nicht Pädophilie? (Dünnes Eis, ich weiß. Ich begebe ich
in die Nähe des Strafbaren. Deswegen noch einmal: Das war eine
rhetorische Frage , die ein Argument als Antwort will,
keine Meinung.)
Logischerweise ist der gesamte Mensch mit allen seinen Trieben, Verlangen, Bedürfnissen etc. so von der Natur vorgesehen. Allerdings hat der Mensch als soziales Wesen eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, diese Triebe zu kontrollieren, um ein friedliches Zusammenleben erst zu ermöglichen. So lernst ein Kind bereits (oder sollte es lernen), dass es nicht ok ist, ein anderes Kind einfach zu schlagen oder ihm ein Spielzeug wegzunemen, selbst wenn es das momentane Bedürfnis danach hat. Dies gipfelt dann in unserem Rechtssysdtem, wenn die Erziehung z.B. nicht erfolgreich war. Gesetze, die nicht dem Schutz eines anderen Menschen dienen, sind jedoch häufig ideologischer Art und kommen in modernen Rechtssystemen kaum noch vor. Deshalb ist Ausübung von Homosexualität z.B. nicht mehr strafbar, Ausübung von Pädophilie hingegen schon und das wird auch so bleiben, weil bei Pädophilie immer ein anderer Mensch geschädigt wird.
Gruss
Marion
Gruss
Marion