ich hatte eine Diskussion über Luthers Äußerung, dass man die Synagogen niederbrennen sollte.
Mein katholischer Freund behauptete, es gäbe in der gesamten Geschichte der katholischen Kirche keine vergleichbar antisemitisch-hetzerische Äußerung eines Papstes.
Ich finde das schwer zu glauben, weiß aber kein Gegenbeispiel. Ist das richtig? Ist der Antisemitismus (zumindest auf der höchsten Ebene) eine protestantische und griechisch-orthodoxe Eigenart?
vergiss solche Argumentationen.
Da der Antisemitismus weder ein theologisches, noch philospohisches, noch politisches Phänomen ist, sondern in der soziokultirellen Psychologie zu behandeln ist unter den Titel „Fremdenangst, Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass“ (Xenophobie), ist jeder Versuch, ihn einer einzelnen Geisteshaltung, Überzeugung, Religion, Kirchengemeinschaft, Ideologie oder was auch immer unterzuschieben, nur der Anlass zur Verunklärung der wahren Verhältnisse.
Der Anti- … ismus ist älter als die Bibel, die Päpste, Luther, Wagner, Hitler …
ich hatte eine Diskussion über Luthers Äußerung, dass man die
Synagogen niederbrennen sollte.
Mein katholischer Freund behauptete, es gäbe in der gesamten
Geschichte der katholischen Kirche keine vergleichbar
antisemitisch-hetzerische Äußerung eines Papstes.
Ich finde das schwer zu glauben, weiß aber kein Gegenbeispiel.
Auch nicht im Zusammenhang mit dem 1. Kreuzzug, als die sich sammelnden Ritter den Rhein hinaufzogen und schon mal anfingen mit Juden jagen ?
google mal mit Kreuzzug Juden und Rheinland ggf. Progrom
Ist das richtig? Ist der Antisemitismus (zumindest auf der
höchsten Ebene) eine protestantische und griechisch-orthodoxe
Eigenart?
Glaub ich nicht ganz. Es muss irgendwoher kommen, dass JP II für seine Versöhnungspolitik im Zusammenhang mit en Juden Anerkennung erhalten hat. Ev. mal in diese Richtung googeln. (Versöhnung Tempelberg Juden Schuldbekenntnis)
Du scheinst ja ein begeisterter Anhänger von Einsteins Relativitätstheorie zu sein. Das kann ich gut verstehen.
Aber übertrage doch bitte nicht diese wunderbare Theorie auf politische Probleme wie den Antisemitismus … in dem Du hier alles zu einem riesigen Brei vermischt und noch dazu behauptetst, nebst Psychologie und Psychoanalyse müssen man nun auch noch Soziokulturologie studiert haben, um mit diesem Begriff überhaupt sinnvoll umgehen zu können.
Antisemitismus ist politisches Problem und Martin Luther gehört zu den ärgsten Antisemiten, von denen ich je gehört habe.
Gruss Jacobias
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Ich habe keine Idee, bester Jakobias, was du mit dieser
Antwort meinst.
Lieber Fritz,
gut, lassen wir mal die Physik beseite.
Wer wie Du behauptet Antisemitismus sei durch die soziokulturelle Psychologie zu behandeln, welches esoterische Fachgebiet sich hinter diesem seltsamen Begriff auch immer verbergen mag … ist in Wahrheit derjenige der zur Verunklarung der wahren Verhältnisse, wie Du Dich auszudrücken beliebst, kräftigst beiträgt.
Hast du gut gefrühstückt?
Ja, und nüchtern bin ich übrigens auch. Wie gehts Dir denn so diesbezüglich ?
Ist das richtig? Ist der Antisemitismus (zumindest auf der
höchsten Ebene) eine protestantische und griechisch-orthodoxe
Eigenart?
Bei einem Ägyptologen las ich, dass schon im alten Ägypten eine Form des „Antisemetismus“ auftrat. Die Semiten seien die „ebiru“ gewesen, die als wandernde und zwischendurch auch mal plündernde Nomaden die saudi-arabische Halbinsel bis nach Palästina bewohnten. Was für Völkerschaften das genau waren, ist nicht ganz klar. Erst später hat sich der Name an die „Hebräer“ allein gehängt.
Diese seien im Neuen Reich als die Nachkommen der sogenannten „Seevölker“ angesehen worden, die das Mittlere Reich zerstörten und während der Zweiten Zwischenzeit den Norden Ägyptens beherrschten. Ihne wurde jede Barbarei und Zivilisationslosigkeit nachgesagt.
Das schlechte Image dieser Völker wurde dann auf die „Hebräer, Israelten, Juden“ übertragen.
Vielleicht eine zu einfache Gleichung.
Dies nur ein Hinweis auf das Alter des Antisemitismus.
Das Johannes-Evangelium ist übrigens aus rein antisemitischem, antijüdäischem Geist verfasst. Der Oberbösewicht heißt bezeichnenderweise Judas!
Als jüngste Entdeckung kann ich noch den Roman „Ben Hur“ hinzufügen. Reiner Antisemitismus. Man solls nicht glauben, aber es ist so!
danke der freundlichen Nachfrage. Leider muß ich Dir mitteilen, daß ich es mir schon vor längerer Zeit zum ehernen Prinzip gemacht habe, Fragen, die noch nicht einmal ein einziges Sternchen abbekommen haben, gar nicht erst zu beantworten.
Gruss, Jacobias.
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Leider muß ich Dir
mitteilen, daß ich es mir schon vor längerer Zeit zum ehernen
Prinzip gemacht habe, Fragen, die noch nicht einmal ein
einziges Sternchen abbekommen haben, gar nicht erst zu
beantworten.
ich fürchte, Du hast den Sinn der Sternchen nicht richtig erfasst.
Sternchen sind für hilfreiche Antworten, aber nie und nimmer für Fragen gedacht.
Auch nicht im Zusammenhang mit dem 1. Kreuzzug, als die sich
sammelnden Ritter den Rhein hinaufzogen und schon mal anfingen
mit Juden jagen ?
Gerechterweise solltest du die ganze Geschichte erzählen: Die „Truppen“ waren die des Peter von Amiens. Sie hatten in Köln dann auch die Juden gejagt, die beim Bischof (-ssitz) Schutz suchten und auch bekamen (!) Als dieser Bischof sich von den Kreuzzugshorden selber so bedroht fühlte, dass er um sein Leben fürchten musste, hat er sich abgesetzt - kurze Zeit später war Köln dann fast judenfrei …
Luther hat zunächst (fast) nichts gegen die Juden gehabt. Als sie dann aber Jesus partout nicht als den Messias ansehen wollten, ist er ins totale Gegenteil gekippt und hat die Juden als eine Erscheinungsform des „Antichrist“ angesehen. „In seinem Pamphlet ‚Von den Juden und ihren Lügen‘ im Jahre 1543 gab er alte Beschuldigungen wieder, von denen er wusste, dass sie nicht zu beweisen waren: Sie vergiften Brunnen, rauben christliche Kinder, um sie rituell zu schlachten. An die Obrigkeit richtete er die Aufforderung, die Synagogen anzuzünden, die Häuser der Juden zu zerstören, den Rabbinern bei Strafe für Leib und Leben das Lehren zu untersagen, die Juden … zu körperlicher Arbeit zu zwingen und notfalls aus dem Land zu jagen.“ Gelesen in Heinrich August Winklers „Deutsche Geschichte - Der lange Weg nach Westen“.
An diesen Aussagen gibt es nicht das Geringste zu deuteln. Sie sind aber keineswegs der Anfang des christlichen Antijudaismus. Schon die alten Kirchenväter und -heiligen der ersten christlichen Jhdte. geiferten auf das Heftigste gegen die Juden. Ja - und es gibt heute noch Christen, die ganz Ernst sagen, das die Juden schließlich Jesus ermordet haben.